Historie

Die Geschichte der Börse Düsseldorf vom ausgehenden Mittelalter bis in die Neuzeit

Spätmittelalter

Der Begriff der „Börse“ geht auf die Zusammenkunft der Geldhändler auf dem Platz „ter buerse“ vor dem Haus van der Burse in Brügge im 15. Jahrhundert zurück. Auf den Zusammentreffen von Kaufleuten an bedeutenden Handelsstädten (Brügge, Antwerpen, Amsterdam, Paris, Hamburg, Köln)

Die günstige geographische Lage im Schnittpunkt wichtiger Fernhandelsrouten begünstigte den Fernhandel Kölns ebenso wie die Mitgliedschaft in der Hanse. Aus der gewerbereichen Stadt wurden vor allem Textil- und Metallwaren exportiert. Die Handelsbeziehungen reichten u.a. nach Antwerpen, Spanien, Portugal, Italien. Im 16. Jahrhundert profitierte Köln vom Zuzug niederländischer Kaufleute.

1553: „Börsen-Zusammenkünfte“ in Köln
1553 wurde den Kölner Kaufleuten vom Rat die Erlaubnis erteilt, sich auf dem Platz vor dem Rathaus zwischen 11 und 13 Uhr zu versammeln. Bei schlechtem Wetter fanden die Versammlungen im Haus des Kaufmanns Hieron Meinau statt. Auf den seit 1553 stattfindenden „Börsen-Zusammenkünften“ dominierte das Wechselgeschäft, seit sich ein Teil des Antwerpener Finanzierungsgeschäfts und Zahlungsverkehrs nach Köln verlagerte.

1580: Errichtung eines Börsengebäudes am Heumarkt
1580 wurde auf dem Heumarkt mit der Errichtung eines neuen Börsengebäudes begonnen, das in den folgenden 150 Jahren Treffpunkt der Kaufleute werden sollte.

1596: Erteilung eines Börsenprivilegs
Börsenbesucher erhielten Immunität, damit wurde die Börse zum privilegierten Ort erklärt.

Frühe Neuzeit

Köln verfügte zwar über eine starke Stellung als Finanz- und Wechselplatz, der Handel bediente sich aber kaum der Börse. Seit dem 18. Jahrhundert konzentrierten die Kölner Banken den Wechselhandel auf sich. Köln bietet damit ein Beispiel für einen bedeutenden frühneuzeitlichen Wechselplatz mit gering entwickeltem Börsenverkehr. Von 1650 bis 1727 liegen keine Nachrichten über die Kölner Börse vor.

1727: Renovierung des Börsengebäudes am Heumarkt
Der Kölner Rat ließ von 1727 bis 1730 auf dem Heumarkt ein aufwendiges Börsengebäude errichten, in dem sich die organisierte Kaufmannschaft treffen konnte.

Neuzeit

Vor allem seit Beginn des 19. Jahrhunderts wurde eine Dynamisierung der wirtschaftlichen Entwicklung sichtbar. Die Handelskammern beteiligten sich nach der napoleonischen Besetzung an der Entwicklung neuer Perspektiven für die linksrheinischen Gebiete. Der Eisenbahnbau führte zu einer Verlagerung der Produktionsschwerpunkte, damit wuchs die Bedeutung der Steinkohle durch vereinfachte Transportbedingungen. Die neue Form der Aktiengesellschaft erwies sich als geeignete Basis, das zum Bau der Eisenbahn erforderliche Kapital aufzubringen. Als Synergieeffekt gewann das Börsenwesen an Bedeutung. 1871 förderten die französischen Reparationen Liquidität und Finanzierungsmöglichkeiten. Die Gelder wurden aber im Gründerboom angelegt und in neue Aktiengesellschaften investiert. Die Disproportionalität zwischen Angebot und effektiver Nachfrage äußerte sich schließlich in Produktionsrückgang, Arbeitslosigkeit, Preisverfall und Unternehmenszusammenbrüchen. Nach Überwindung dieser sogenannten Reinigungskrise entwickelte sich Deutschland zur zweitgrößten Industriemacht der Welt sowie dem drittgrößten Kapitalexporteur.

1813: „Reglement für die innere Polizei der Börse“
Im Rahmen französischer Bemühungen, in den linksrheinischen Ländern den Börsenverkehr wiederzubeleben, wurde durch ein Dekret Napoleons am 4. November 1811 in Köln eine Börse gegründet. Die Handelskammer verzögerte jedoch die Eröffnung. Die schließlich am 1. Oktober 1820 eröffnete Börse orientierte sich in ihrer Organisation an dem „Reglement für die innere Polizei der Börse“ vom 13. Januar 1813. Es regelte neben den Börsenzeiten vor allem die Tätigkeit der Makler und Börsenaufsichtsbehörde. Syndici dienten als innere Polizei gegen sogenannte Pfuschmakler.

1841: Errichtung eines Getreidemarktes in Düsseldorf
Düsseldorf eröffnete einen Getreidemarkt aufgrund der zentralen Verkehrsanbindung an den niederrheinischen Getreidehandel.

1843: Umzug der Kölner Börse
Die Kölner Börse zog in das alte Tempelhaus an der Rheingasse um.

1853: Entstehung der Düsseldorfer Börse
Aus dem Getreidemarkt entwickelte sich in Düsseldorf eine Zentralhandelsbörse.

1855: Entstehung der Essener Börse
Im Rahmen regelmäßiger sonntäglicher Verhandlungen entstand die
Essener Börse aus einem privaten Börsenverein. Sie existierte zunächst nur bis 1857.

1856: Kölner Börsenordnung
Die 1856 erlassene Börsenordnung stellte die Kölner Börse unter die Aufsicht der Handelskammer und wurde 1861 durch das Allgemeine Deutsche Handels-Gesetzbuch überholt.

Wiederum spielte die Kölner Börse eine untergeordnete Rolle, obwohl zwei bedeutende Kölner Bankiers, Gustav Mevissen vom Abraham Schaaffhausen’schen Bankverein AG und Abraham Oppenheim an der Gründung der Darmstädter Bank beteiligt waren. Dieses Institut sollte sich verstärkt der Emission und dem Erwerb von Wertpapieren, dem Gründungsgeschäft und der Finanzierung großer Industrieprojekte, vor allem Eisenbahnen, widmen.
Der Aktienhandel setzte zögernd ein und blieb auf lokale Werte reduziert:

  • Kölner Berkwerks-Verein
  • Kölnischer Maschinen-Bau
  • Kölnische Baumwollspinnerei
  • Kölner Versicherungsgesellschaften
  • z.T. Rheinische Bahn, Köln-Mindener Eisenbahn.

1865: „Allgemeines Berggesetz für die Preußischen Staaten vom 24. Juni 1865“
Gewerkschaften wurden nunmehr als juristische Personen angesehen und entwickelten sich zur alleinigen Eigentümerin des Bergwerks und des sonstigen Vermögens. Der Kux stellte nun einen mobilen Bestandteil des Vermögens dar. Sie lauteten nicht auf den Inhaber, sondern auf den Namen des Gewerken. In Düsseldorf wurden 1865 erstmals handelbare Kuxe umgesetzt.

1865: Gründung der Essener Börse
Die Essener Börse wurde am 21. Dezember 1865 auf Veranlassung des Bergbauvereins wieder ins Leben gerufen. Handelsobjekte waren Kuxe, Aktien von Bergwerks- und Hüttengesellschaften, Industrieanleihen und Aktien der Rheinischen und Bergisch-Märkischen Eisenbahngesellschaft.
Die 1865 beantragte Verleihung des amtlichen Charakters für die Börse wurde 1866 abgelehnt.

1865: Richtlinien für die Düsseldorfer Börse
1865 erfolgte eine Aufstellung von Richtlinien für die Waren und Werte, die an der Düsseldorfer Börse umgesetzt werden sollen.

1870: Regelung des Kölner Börsenhandels
1870 erging ein „Handelsbrauch der Kölner Produktenbörse“, 1872 folgte die Regelung über den „Handelsbrauch der Kölner Produktenbörse“.

1873: Wertpapiere in Köln zum amtlichen Handel zugelassen
Die Kölner Handelskammer erhielt die Zulassung von Wertpapieren zum amtlichen Handel.

1875: Erste Düsseldorfer Börsenversammlung
Am 18. Januar 1875 fand die erste Düsseldorfer Börsenversammlung im Rittersaal der Tonhalle statt.

1875: Umzug der Kölner Börse in den Gürzenich
Die Kölner Börse bezog die Räumlichkeiten des Gürzenich.

1880: „Börse für die Stadt Essen“
Die Essener Börse wurde der Aufsicht der Handelskammer unterstellt. Gleichzeitig erhielt sie eine Börsenordnung. Ihren warenbörslichen Charakter unterstrichen montane und metallurgische Produkte sowie der An- und Verkauf von Anteilen an industriellen „Etablissements“.

1884: Düsseldorfer Börse gewinnt amtlichen Charakter
Die Düsseldorfer Börse wurde der Aufsicht der königlichen Regierung zu Düsseldorf unterstellt. Im gleichen Jahr erhielt sie eine Börsenordnung und gewann damit amtlichen Charakter. Das Amt des Regierungskommissars bekleidete der Bankier Christian Trinkaus als damaliger Vorsitzender der Börse. Wie in Essen sollte der Handelsschwerpunkt in den Montanwerten liegen. Düsseldorf profitierte aber auch von der Eisenbahnanbindung an das rheinisch-westfälische Industrierevier. Die Düsseldorfer Börse verlor allmählich den Charakter der Produktbörse und entwickelte sich zur reinen Montanbörse mit Umsätzen in Kohle (bis zu 30 Kohlesorten), Erze, Stahl und Eisen.

1896: Börsengesetz
Das Börsengesetz in der Fassung vom 22. Juni 1896 enthielt Bestimmungen über die Genehmigung von Börsen, Staatsaufsicht und Bestellung von Staatskommissaren, den Börsenvorstand, Börsenordnung und Gebührenordnung, die Börsenzulassung von Personen, den Ehrenausschuß, Kursmakler, Preisnotierung, Zulassung von Wertpapieren, Terminhandel.

1897: Aufschwung in Essen durch Kalikuxe
Essen profitierte von der deutschen Sicherung des Weltmonopols in Kali. Die Notierung von Kalikuxen kompensierte den Verlust des Kohlehandels durch das Rheinisch-Westfälische Kohlesyndikat.

1898: Köln etabliert sich als Spezialmarkt für Versicherungswerte
Köln entwickelte sich zum Zentrum für Versicherungsunternehmen, dadurch konnte sich ein bedeutender Spezialmarkt bilden, der sich auch in den Börsenumsätzen spiegelt. Der Kurszettel von 1898 verzeichnete 51 in- und ausländische Fonds, 25 Bank-, 28 Versicherungsaktien sowie 50 Bergwerks- und Hüttenaktien.

1900: Umzug der Düsseldorfer Börse
Die Düsseldorfer Börse zog in den Saal des Rheinhofs, als die Zahl der Besucher sich auf durchschnittlich 300 Besucher täglich erhöhte.

1905: Allianz der Düsseldorfer und Essener Börsen
Die Düsseldorfer und Essener Börsen schlossen eine Allianz und hielten ihre Börsenversammlungen seit November 1905 turnusmäßig in beiden Städten ab.

1. Weltkrieg und Weimarer Republik

Nach Kriegsende verschob sich das wirtschaftliche Schwergewicht in Rheinland –Westfalen. Der Niedergang der Schwerindustrie zeichnete sich bereits jetzt ab. Gewinner dieser Entwicklung war der tertiäre Sektor mit Handel, Banken, Versicherungen. Die industrielle Depression wurde von einer Finanz- und Bankenkrise begleitet. Die Inflation hatte die finanzielle Basis der Banken untergraben.

1914: Schliessung der Börsen
Der Ausbruch des 1. Weltkrieges äußerte sich durch die Schließung der Börsen Ende Juli 1914. Der Börsenhandel wurde durch Ersatzgeschäfte bei inoffiziellen Versammlungen und Effektenverkäufe der Großbanken kompensiert. Die Kriegsgüterindustrie sorgte ebenso wie Kriegsanleihezeichnungen für Steigerungsraten.
Die Kölner Börse behielt relative Freiheit in der Handhabung der Effektengeschäfte. Der Börsenvorstand regelte den Geschäftsverkehr gemäß den Bestimmungen einer am 24. Juli 1916 erlassenen Börsenordnung.
Am 1. Januar 1918 erfolgte die Wiederaufnahme der Börsennotierungen, aber die wachsende Inflation hinterließ auch ihre Spuren im Börsengeschäft.

1921: Kölner Börsenordnung
Die Kölner Effektenbörse erweiterte aufgrund des gewachsenen Geschäftsvolumens den Börsenvorstand auf 11 Mitglieder. Der Kölner Handelsplatz wurde neben der Frankfurter Börse zu einer Schleuse der Reichswährung in Devisen, weil ausländisches Kapital in das Rheinland strömte. Das sogenannte „Loch im Westen“ verminderte Devisenkontrollmöglichkeiten. Die Flucht in die Sachwerte durch die relative Wertstabilität der Aktien ließ das Spekulationsgeschäft steigen.

1922: Neubau der Kölner Börse
Die Liquidität der Kölner Börse wuchs erheblich, so daß die Räumlichkeiten vom Kölner Gürzenich 1922 in einen Neubau verlegt wurden.

1923: Kursverfall
Die Stabilisierung der Mark ließ die Kurse sinken.

1923: Gründung des Kölner Kassenvereins
Zur Erleichterung der Effektengeschäfte wurden besonders in Zeiten der Hyperinflation die Geschäfte durch Umtragung in den Büchern des Kassenvereins abgewickelt.

1924: Umzug der Düsseldorfer Börse in Wilhelm-Marx-Haus
Die Düsseldorfer Börse bezog die durch die Düsseldorfer Börsenhaus GmbH errichteten Räume im Wilhelm-Marx-Haus am 3. Oktober 1924. Auch die Essener Börse verlagerte ihre Räumlichkeiten in ein eigenes Bösengebäude gegenüber dem Hauptbahnhof.

1925: Höhepunkt der Stabilisierungskrise
Die Stabilisierungskrise wurde im Rheinland durch geringe Liquidität der rheinisch-westfälischen Industrie verstärkt. Der Flucht aus den Sachwerten stand keine finanziell abgesicherte Nachfrage gegenüber. Eine Zulassungsstelle half in Köln bei der Umstellung der Aktiengesellschaften auf Reichsmark mit.
Außerdem ermöglichte der „Kölner Liquidationsverein für Zeitgeschäfte e.V.“ seit Oktober 1925 eine solidarische Haftung der Mitglieder. Am 7. Dezember 1925 wurde der Ultimohandel eingerichtet. 1926 nahm der Terminhandel in Effekten aufgrund der Nachfrage verschiedener Teilmärkte zu. Köln entwickelte sich zum führenden Börsenplatz bei den montanindustriellen Werten in Deutschland. Aber auch die Kölner Devisenbörse erlangte für die Versorgung der westdeutschen Ex- und Importwirtschaft an Bedeutung.

1926: 'Arbeitsgemeinschaft deutscher Effekten-Girobanken'
Im Interesse des interlokalen Ausgleichs schlossen sich Köln und Essen zur Erleichterung des Arbitragehandels am 1. November 1926 der 'Arbeitsgemeinschaft deutscher Effekten-Girobanken' an. Sie erreichten damit eine überregionale Bedeutung.

1931: Börsenschließung
Die Bankenkrise zog auch die Börsen in ihren Sog. Die deutschen Börsen schlossen am 13. Juli 1931 für die Dauer von 7 Wochen.

1932: Stillhalteabkommen
Das Stillhalteabkommen vom 24. Januar 1932 ermöglichte die Aufnahme des Freiverkehrs im Wertpapierhandel.

1932:
Die Kölner Börse zog am 20. August 1931 in das von der Industrie- und Handelskammer errichtete neue Verwaltungsgebäude Unter Sachsenhausen 4.

Das Dritte Reich

Die nationalsozialistische Herrschaft brachte zunächst im Zuge einer weltwirtschaftlichen Gesamtentwicklung einen konjunkturellen Aufschwung. Die Rüstungswirtschaft ließ das Wirtschaftswachstum in Rheinland - Westfalen länger anhalten, bis die Auswirkungen des 2. Weltkrieges zu fundamentalen Schäden führten. Das Bank- und Börsenwesen erhielt seine Ausrichtung durch die Einspannung in Arbeitsbeschaffungs- und Rüstungsausgaben. Im Mai 1945 war Deutschlands Wirtschaft auf einem katastrophalen Tiefpunkt angelangt.

1934: Gesetz über den Wertpapierhandel
Die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik ergriff auch die Börsen. Durch Erleichterung der Zulassung von Wertpapieren und einer damit verbundenen Bevorzugung größerer Unternehmen gegenüber Mittel- und Kleinbetrieben erfolgte der erste Schritt zum Aufbau einer Rüstungsindustrie.

1935: Verringerung der Zahl der Wertpapierbörsen
Durch einen Erlaß des Reichswirtschaftsministers wurde im Interesse eines funktionalen deutschen Wertpapiermarktes die Anzahl der deutschen Börsen von 21 auf 9 herabgesetzt. In diesem Rahmen übernahm die Rheinisch-Westfälische Börse zu Düsseldorf die bisherigen Aufgaben der Börsenplätze von Köln und Essen mit Sitz in Düsseldorf.

1939: Kriegsfinanzierung
Die Aktienmärkte standen unter dem Einfluß der Kriegsfinanzierung. Durch die Ausgabe sogenannter NF-Steuergutscheine sollten Aufträge der öffentlichen Hand finanziert werden.

1943: Zerstörung der Börsenräumlichkeiten
Börsenversammlungen konnten kriegsbedingt nicht mehr täglich abgehalten werden. Der Börsenbetrieb kam zum Erliegen, als am 12. Juni 1943 die Börsenräume des Wilhelm-Marx-Hauses zerstört wurden. Die Geschäfte konnten am 9. Juli in den Räumlichkeiten der Deutschen Bank wiederaufgenommen werden. Nach einer weiteren Zerstörung wechselte der Börsenhandel in das Gebäude der Commerzbank. Einen Tag vor der Besetzung Düsseldorfs durch die Alliierten erfolgte am 16. April 1945 die endgültige Börsenschließung.

Die Düsseldorfer Börse seit 1945

Nach dem 2. Weltkrieg war die Infrastruktur des Landes völlig zerstört. Bis 1950 konsolidierte die Produktion der Schwerindustrie die Kriegsfolgeschäden. Auf Dauer wirkte sich die Konzentration auf den Montanbereich jedoch verhängnisvoll aus. Für Nordrhein-Westfalen stellte sich damit das Erfordernis einer Umorientierung. Auch die Landeshauptstadt Düsseldorf wurde von den Auswirkungen des Strukturwandels erfaßt.

1946: Erste Nachkriegsbörse
Die Militärregierung genehmigte die Wiederaufnahme des Börsenverkehrs am 15. April 1946 im Kasino der Commerzbank. Der von der Banking Branch Control-Commission überwachte Geschäftsbetrieb wurde durch organisatorische Schwierigkeiten im Kommunikationsbereich erheblich erschwert.

1947: Affidavit
Nach Überprüfung der Rechtmäßigkeit des Wertpapierbesitzes und Ausstellung einer von den Banken ausgestellten Lieferbarkeitsbescheinigung (=Affidavit) setzte der Handel mit entsprechenden Papieren seit Oktober 1947 wieder ein.

1948: Währungsreform
Die Düsseldorfer Börse nahm nach der Währungsreform am 14. Juli 1948 den Wertpapierhandel als kontrollierten Freiverkehr wieder auf.
Am 17. Juli 1948 trat eine neue Börsenordnung in Kraft. Der Mitte Oktober gewählte Börsenvorstand tagte unter dem Vorsitz des Bankiers Prof. Dr. Kurt Forberg.

1949: Umzug der Düsseldorfer Börse
Im Februar 1949 siedelte die Düsseldorfer Börse in die Königsallee 2-4 über.

1949: Wiederaufnahme des amtlichen Handels
Die Düsseldorfer Börse nahm im Mai 1949 den amtlichen Handel wieder auf. Sie entwickelte sich rasch zur umsatzstärksten deutschen Börse.

1951: Einweihung des Wilhelm-Marx-Hauses
Nach umfangreichen Bauarbeiten wurde das Wilhelm-Marx-Haus am 17. April 1951 im Rahmen einer Feierstunde wieder für Börsengeschäfte geöffnet.

1952: Errichtung der „Ständigen Kommission für amtlich nicht notierte Werte“
Die „Ständige Kommission für amtlich nicht notierte Werte“ beim Bundesverband deutscher Banken mit Sitz in Köln übernahm die Zuständigkeit für den Freiverkehr.
Sie verkörperte damit einen Bestandteil der bewährten „Drei-Säulen-Struktur“ der Aufsicht über Wertpapierbörsen, die erstens in der Aufsicht über den Wertpapierhandel, zweitens in einer leistungsfähigen Verwaltung und drittens in der staatlichen Rechtsaufsicht der Börsen bestand.

1953: Wiederaufnahme des Devisenhandels
Mit der Aufnahme des Handels in einigen Währungen wurde die Devisenbörse in Düsseldorf, Berlin, Hamburg und München am 4. Mai 1953 wiedereröffnet.

1969: Einführung der börsentäglichen Veröffentlichungen
Seit Mai 1969 wurden die Einzelumsätze in 50 ausgesuchten Aktien zur Steigerung der Umsatzpublizität veröffentlicht.

1973: Düsseldorf umsatzstärkste deutsche Börse
Die Düsseldorfer Börse konnte 1973 einen Marktanteil in Höhe von 35% des börsengehandelten Effektengeschäfts auf sich vereinigen.

1987: Reform der „Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörsen“
Mit der Reform der 1952 gegründeten „Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörsen“ startete die Entwicklung der deutschen Börsen zu konkurrenzfähigen Institutionen des Kapitalmarktes.

1989: Gründung der DTB, heute Eurex.

1997: Start Xetra (Vorläufer IBIS)

1998: Börsengesetznovelle
Die am 1. August 1998 in Kraft getretene Novelle des Börsengesetzes beabsichtigte eine gezielte Stärkung des Finanzplatzes in Deutschland. Die Neuordnung terminrechtlicher Bestimmungen sowie die Zulassung börsenmäßiger elektronischer Wertpapierhandelssysteme erfolgte im Rahmen einer Anpassung an internationale Entwicklungsprozesse. Erstmals entstand die Idee eines Handelsverbundes zwischen der Frankfurter Börse und den Regionalbörsen. Der Übergang von der Präsenzbörse zur Computerbörse bedeutete außerdem eine bahnbrechende technische Innovation, weil der Bildschirmhandel ein effizientes Medium für Transaktionen darstellt.

18.-21. August 2000: Umzug in die Immermannstraße
Wegen der dringend nötig gewordenen Modernisierung und Erweiterung des Börsengebäudes zieht der Handelssaal an einem Wochenende komplett mit allen Firmen in das ca. 300 m entfernte Ausweichquartier Immermannstraße 14-16 um.

2001: Umwandlung in Aktiengesellschaft
Zum 1. Januar 2001 wurde die Trägergesellschaft der Börse Düsseldorf, der 'Rheinisch-Westfälischen Börse zu Düsseldorf e.V.' umgewandelt in die 'Börse Düsseldorf AG'

2004: Rückumzug ins Börsengebäude
Nach Fertigstellung des neuen Börsengebäudes findet seit Januar 2004 der gesamte Handel wieder am Ernst-Schneider-Platz statt.


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