Abstand halten in der Familie?

Gestern gab es eine Geburtstagsfeier in der DAX-Familie: Der MDAX wurde 25 Jahre alt. Am 19.02.1996 startete der kleine Bruder vom großen DAX mit einem Stand von 2.629 Punkten. Warum so ein krummer Wert? Nun ja, für einen besseren Vergleich wurde für den neuen Index mittelgroßer Unternehmen ein zeitgleicher Start simuliert. Und wie die beiden Indizes sich damit seit Jahresanfang 1988 entwickelt haben, kann man heute einfach ablesen: Während der Leitindex DAX auch aktuell um das Rekordniveau von ca. 14.000 notiert, hat sich der MDAX mit ebenfalls Höchststand-nahen knapp 31.500 Punkten einen kapitalen Vorsprung erarbeitet. Hier zeigt sich, dass der Performanceunterschied von jährlich durchschnittlichen 7,3 Prozent beim DAX zu 10,4 Prozent beim MDAX über die Zeit zu einem beträchtlichen Abstand von rund 125 Prozent geführt hat. Und das Ganze trotz (oder wegen?) der eher geringen medialen Aufmerksamkeit für „deutsche Aktien aus der zweiten Reihe“. Dass es zu Zeiten des Neuen Marktes und der Finanzmarktkrise auch mal anders war, zeigt ein Blick in die Historie. Schon bald wird sich der große DAX die Sahnestücke vom dynamischeren MDAX einverleiben: Ab September erweitert sich der Leitindex von 30 auf 40 Werte und nimmt dafür die 10 größten Werte aus dem Mid-Cap-Segment auf. Ob die Distanz zwischen den Geschwistern sich danach wieder verringert, wird sich zeigen.