Aktienmärkte schwächeln – wann kommt die Zinswende?

Mit Spannung dürften Anleger am kommenden Donnerstag auf die Entwicklung der US-Verbraucherpreise blicken. Experten schätzen, dass die für die US-Notenbank Fed maßgebliche Kernrate der Inflation auf 4,7 Prozent fallen könnte (zuvor 4,8 Prozent). Die Verbraucherpreise inklusive der Treiber Energie und Lebensmittel werden auf 3,3 Prozent geschätzt (zuvor: 3,0 Prozent). Das Anlegerpublikum hofft auf einen weiteren Rückgang der Teuerung und damit auf ein Ende der Zinserhöhungen durch die Fed. Die Aktienmärkte zeigten sich gestern schwächer, konnten sich jedoch von ihren Tagestiefs erholen.
In Europa sieht die Situation etwas anders aus. Die Verbraucherpreise in Deutschland stiegen im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,2 Prozent, im Juni hatten sie noch bei 6,4 Prozent gelegen. Im Euroraum lagen sie im Juli bei 5,3 Prozent, nach 5,5 Prozent im Juni. Das ist zurzeit deutlich mehr Teuerung als in den USA und weit entfernt von der Zielmarke von 2 Prozent. Die EZB hat damit unverändert gute Argumente für weitere Zinserhöhungen, liegt sie doch aktuell mit ihrem Leitzins von 4,25 gut einen Prozentpunkt unter der Fed Funds Rate-Zinsspanne von 5,25 bis 5,50 Prozent.
Während die USA und Europa gegen die Inflation kämpfen, vermeldet China eine deflationäre Entwicklung. Im Juli sanken die Verbraucherpreise um 0,2 und die Erzeugerpreise sogar um 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Grund dafür sind eine schwache Konsumnachfrage und Probleme am Immobilienmarkt nach dem Ende der Corona-Pandemie.

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Newsletter vom 09. August 2023

Martin Braun, Börse Hannover