Börse als Überraschungsei
„Spiel, Spaß und Schokolade. Das sind ja gleich drei Wünsche auf einmal!“ – Der alte Werbespruch einer beliebten Kinder-Süßigkeit passt nicht nur gut in die Osterzeit. Die Kombination der besten Dinge wünschen sich auch die meisten Börsianer. Zum Beispiel stabiles Wirtschaftswachstum, geringe Inflation und niedrige Kreditzinsen – das sogenannte „Goldlöckchen-Szenario“. Diese beste aller Investmentwelten hat es vor nicht wenigen Jahren noch gegeben, doch an der Börse ist nichts so beständig wie der Wandel.
Neben Zahlen, Daten und Fakten ist die Stimmung an der Börse ein entscheidender Faktor. Über das Sentiment wird versucht, die Emotionen und Erwartungen messbar zu machen, etwa beim bekannten „Fear & Greed“-Index. Doch ein Mittelwert zeigt nicht die Verteilung der Meinungen an und die sind essentiell, damit Handel entstehen kann: Eine Partei will kaufen, eine will verkaufen – das bestimmt den Preis. Beide denken in dem Moment, dass sie Recht haben. Eine Seite irrt sich meistens. So (einfach) ist Börse!
Aktuell laufen die Einschätzungen von privaten und professionellen Investoren für den DAX auseinander. Doch das dürfte dem Index nach einem Plus von 12 Prozent im ersten Quartal egal sein. Der März zeigte mit knapp 1.250 Punkten Bewegung die Bandbreite der Emotionen im Markt, entschied sich aber für den Optimismus. Den wünschen wir Ihnen auch an den vier handelsfreien Tagen über Ostern, nach denen hoffentlich keine Überraschungen auf uns warten!


Newsletter vom 5. April 2023
Thomas Strelow, Börse Düsseldorf
