Heute ist Steuerzahlergedenktag 2023
Der 12. Juli 2023 ist ein magisches Datum, das uns allen zu denken geben sollte. Alle Jahre wieder ermittelt der Bund der Steuerzahler den Tag des Jahres, ab dem die Steuerzahler nicht mehr für Vater Staat, sondern für ihr eigenes Portemonnaie arbeiten. Das gesamte Einkommen, das sie vor diesem Datum erwirtschaftet haben, haben sie – rein rechnerisch – in Form von Steuern und Abgaben an öffentliche Kassen abgeführt. Damit liegt die Belastungsquote für einen durchschnittlichen Arbeitnehmer-Haushalt in diesem Jahr bei voraussichtlich 52,7 Prozent bzw. verbleiben dem Bürger lediglich 47,3 Cent pro Euro zur freien Verfügung.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Belastung zwar leicht um 0,3 Prozentpunkte gesunken. Das ist jedoch nur ein schwacher Trost, denn mehr als die Hälfte vom Einkommen geht an die öffentliche Hand. Und trotz sprudelnder Steuereinnahmen reicht es am Ende nicht, die Ausgaben zu bestreiten, es werden munter neue Schulden gemacht. Die Steuereinnahmen von Bund, Ländern, Kommunen und EU werden für 2023 auf 921 Mrd. Euro geschätzt, bis 2027 sollen sie auf 1.079 Mrd. steigen.
Die Verschuldung der öffentlichen Haushalte in Deutschland lag Ende März 2023 bei 2.407 Mrd. Euro, gegenüber dem 1. Quartal 2022 eine Zunahme um 3,8 Prozent bzw. 87,6 Mrd. Euro. Ein neuer Höchststand und Tendenz weiter steigend.
Die schwarze Null, über die man sich vor wenigen Jahren noch gefreut hatte, ist in weite Ferne gerückt.


Newsletter vom 12. Juli 2023
Martin Braun, Börse Hannover
