Indizes machen reichlich Höhenmeter
Wie bei einer Gebirgsexpedition brauchen Anleger derzeit eine gute Kondition. Die Kurse zeigen eine beeindruckende Berg- und Talfahrt mit spektakulären Abgründen und Steilhängen. Am letzten Mittwoch wies der DAX ein Plus von 7,92 Prozent aus – ein neuer Rekord mit 1.016 Punkten Tagesgewinn und Platz 7 der besten Handelstage. Nur einen Tag zuvor wurde ein Korrekturtief bei 12.439 Zählern erreicht, was dem Niveau vom Frühjahr 2017 entspricht. Und heute Vormittag zeigt die Kurstafel zwischenzeitlich 14.300 Punkte.
Auch international bewegen sich die Indizes kräftig. Der Nasdaq 100 fiel letzte Woche auf einen Stand mehr als 20 Prozent unter sein Rekordhoch vom Dezember und erreichte damit das Basiscamp eines Bärenmarkts. Die lange Zeit auch international beliebten China-Aktien im Hang Seng befinden sich seit rund einem Jahr im Abstieg bei einem kapitalmarktfeindlichen Umfeld und der Index notierte zuletzt 40 Prozent unter dem Hoch. Doch auch hier springen die Kurse gerade wieder steil nach oben, weil neue Signale zur staatlichen Regulierung positiv gedeutet werden. Hoffnung und Verzweiflung liegen eng beieinander; beides sind keine soliden Indikatoren.
Das Auf und Ab bei steinigem Untergrund geht den Börsianern auf die Knochen. Manchmal hilft es, neben der Strecke Kraft zu sammeln und nur demütig die Aussicht zu genießen. Neue Gipfelkreuze werden in unsicheren Zeiten wohl kaum aufgestellt.


Newsletter vom 16. März 2022
Thomas Strelow, Börse Düsseldorf
