Märkte in nervösem Handel nach Inflationsdaten
Nach einem freundlichen Start in die Woche fing die Stimmung am Dienstag an den Aktienmärkten an zu kippen. Die US-Teuerungsrate für Waren und Dienstleistungen fiel zwar von Dezember auf Januar von 6,5 auf 6,4 Prozent, das war jedoch deutlich mehr, als die von Experten erwarteten 6,2 Prozent. Damit bleibt die von der FED anvisierte und tolerierte Marke von 2,0 Prozent in weiter Ferne und ein Ende der Zinserhöhungsschritte ist nicht absehbar. Am Donnerstag folgt dann noch der US-Erzeugerpreisindex, hier erwartet man eine Abschwächung auf 5,1 Prozent.
Solange es keine Entwarnung an der Zinsfront gibt, werden die Märkte, und dazu zählen nicht nur Aktien und Anleihen, sondern auch Gold, Devisen und Kryptowährungen, in unruhigem Fahrwasser bleiben. Welche Bremsspuren die Zinserhöhungen bereits in einzelnen Branchen hinterlassen haben, zeigt sich ganz deutlich in der Immobilien- bzw. Baubranche. Vor einem „schlimmen Erwachen“ warnt dieser Tage der Zentrale Immobilien-Ausschuss (ZIA). Stark gestiegene Kosten für Baumaterial in Verbindung mit deutlich höheren Finanzierungskosten lassen Investoren und Häuslebauer Abstand nehmen. Dadurch könnten 2025 rund 700.000 Wohnungen fehlen, so viele wie es derzeit in ganz Bremen und dem Saarland gibt.
Die kommenden Wochen und Monate werden im Spannungsfeld zwischen Inflation und Zinsen bleiben, flankiert durch internationale Krisenherde. Die Geldpolitik ist eine Königsdisziplin und basiert im Wesentlichen auf Vertrauen. Obwohl als Politik bezeichnet, hat man sie aus gutem Grund nicht in die Hände von Politikern gelegt. Bleiben Sie am Ball und sehr wachsam!


Newsletter vom 15. Februar 2023
Martin Braun, Börse Hannover
