Notenbanken bestimmen das Marktgeschehen
Der Börsenmonat Mai ist vorbei und jetzt trennen uns nur noch wenige Wochen von der Sommerpause, soweit diese überhaupt als solche stattfinden wird. Die Aktienmärkte zeigen sich dieser Tage zwar freundlich und der DAX erhöht sogar heute Vormittag sein Allzeithoch um einen Punkt, die Unsicherheit bleibt jedoch deutlich zu spüren. Vor den anstehenden Verkündigungen der FED heute Abend und der EZB am Donnerstagnachmittag sind keine großen Bewegungen an den Märkten zu erwarten – danach ist aber wieder alles möglich!
Die Gefahr, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, ist für viele Marktteilnehmer einfach zu groß. Kommen von den Notenbanken weitere Zinsanhebungen oder legt man erst einmal eine Zinspause ein, das ist die spannende Frage? Leichte Entwarnung kam gerade von den Verbraucherpreisen in den USA, die Rate fiel im Mai überraschend auf 4 Prozent, im April waren es noch 4,9 Prozent. Das ist zwar immer noch deutlich über der tolerierten Marke von 2 Prozent, die Entwicklung geht jedoch in die richtige Richtung. Dass sich die EZB einer erwarteten Zinspause der FED anschließt, gilt als unwahrscheinlich, hat sie doch aufgrund höherer Inflationsraten in der Eurozone bei niedrigeren Leitzinsen gegenüber den USA noch Nachholbedarf. Solange der Zinserhöhungszyklus nicht abgeschlossen ist, gibt es auch keine Entwarnung für die Aktienmärkte. Und auf eine Zinswende dürfen wir noch eine Weile warten, diese wird wohl nicht vor 2024 kommen. Wollen wir hoffen, dass die Konjunktur trotz höherem Zinsniveau weiter mitspielt und so die Märkte bei Laune hält.


Newsletter vom 14. Juni 2023
Martin Braun, Börse Hannover

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