Verunsicherung prägt das Marktgeschehen

Dass die Inflationsrate weiter steigen würde, war klar, nun hat das Statistische Bundesamt 3,3 Prozent für September veröffentlich – der höchste Wert seit Dezember 2023. Treibende Kraft waren die Energiepreise, die auf Jahressicht um 14,9 Prozent zulegten. Allein Benzin legte innerhalb von 12 Monaten um gut 37 Prozent und leichtes Heizöl sogar um fast 75 Prozent zu. Der Preis für Erdgas (TTF) ist bis auf knapp 85 Euro je Megawattstunde und damit auf den höchsten Stand seit Dezember 2022 geklettert. Das sind Fakten, die Verbraucher und Unternehmen zunehmend ins Schwitzen bringen. Der Anleihenmarkt hat steigende Zinsen längst vorweggenommen, denn die Renditen haben in den zurückliegenden Wochen und Monaten deutlich angezogen und dadurch Kursverluste auf breiter Front ausgelöst.

Allein die Aktienmärkte zeigen sich etwas orientierungslos, eine klare Richtung ist nicht erkennbar. Während klassische Indizes wie DAX und Dow Jones auf Wochensicht leicht zulegen konnten, verlor der technologielastige Nasdaq100 im gleichen Zeitraum rund 2 Prozent. Die Skepsis der Marktteilnehmer gegenüber den realistischen Wachstumschancen im Bereich KI ist nicht kleiner geworden, zu den jüngsten Verlierern am Markt gehörten insbesondere Chip-Hersteller wie Intel, AMD, TSMC und die deutsche Infineon. Aber auch das KI-Schwergewicht NVIDIA musste Federn lassen und gab seit dem Höchstkurs vor einer Woche rund 6 Prozent ab. Der kalte Wind kommt aus Osten, wo der erfolgsverwöhnte KOSPI in Süd-Korea weiter Federn lassen musste und aus China der Halbleiter-Neuling CXMT den Markt aufmischt.

Es bleibt auf jeden Fall spannend – der Crashmonat Oktober ist noch nicht vorbei.

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Newsletter vom 14. Oktober 2026

Martin Braun, Börse Hannover