Wollten Anleger nur die 16.000er Marke noch sehen?

In der „Börsen Aktuell“-Ausgabe vom 06.10.2021 war zu lesen, dass die Notenbanken immer stärker auf ein Ende der ultra-expansiven Geldpolitik hinweisen. „Getrieben werden die Währungshüter dabei von der Einsicht, dass der Inflationsanstieg nicht so schnell vorübergeht wie gedacht“, hieß es dazu. Und dies drücke auf die Aktienmärkte, wobei steigende Renditen insbesondere Konkurrenz für Growth-Aktien seien, so meine damalige Analyse.

Seitdem hat es teils heftige Kursrückgänge an den Aktienmärkten gegeben. Am vergangenen Freitag habe ich dazu eine Statistik vernommen, wonach an der Nasdaq bereits mehr als 1.600 Aktien, also etwa 50 Prozent der Aktien des Nasdaq Composite, mehr als 50 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch notieren. Das gab es zuletzt vor mehr als 13 Jahren während der damaligen Finanzkrise.

Der Nebenwerteindex Russell 2000 büßte durch die scharfen Korrekturen diverser Einzelwerte mehr als 20 Prozent ein, womit ihn einige Marktbeobachter bereits in einem Bärenmarkt sahen. Prominentere Aktienindizes wie der S&P 500 oder der Dow Jones überdecken diese Entwicklungen derweil weitestgehend, weil sich die „Dickschiffe“ an der Wall Street immer noch relativ gut halten.

So waren es am vergangenen Freitag auch Apple-Aktien, die infolge von guten Geschäftszahlen 7 Prozent zulegten und die Aktienindizes wieder nach oben gezogen haben. Und gestern Abend sprangen die Anteile von Alphabet nach guten Zahlen und der Ankündigung eines Aktiensplits auf ein neues Rekordhoch, was die Kurserholungen an den Märkten befeuert hat.

Allerdings waren es auch die „Dickschiffe“, die zuvor zweistellige Kursrückgänge hinnehmen mussten, was dazu geführt hat, dass auch Aktienindizes wie der S&P 500, der Dow Jones und insbesondere der Nasdaq 100 endlich mal etwas stärker zurückgekommen sind. Und das kann jederzeit wieder passieren.

Denn die Bewertungen sind in den USA immer noch überdurchschnittlich hoch. Und als die Fed dem Markt zuletzt ab Oktober 2017 Liquidität entzog, mit der Zeit in zunehmendem Maße, hinterließ dies am Aktienmarkt tiefe Spuren (siehe DAX-Chart).

Newsletter vom 02. Februar 2022

Sven Weisenhaus – Chefredakteur
Stockstreet.de

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