Aktienmärkte schwächer, steigende Zinsen und Ölpreis belasten

Bei seinem Auftritt in Jackson Hole hat US-Notenbankchef Kevin Warsh klare Worte zur Zinspolitik der US-Notenbank gefunden und ist damit Kritikern entgegengetreten, die die Unabhängigkeit der Fed in Zweifel gezogen hatten. Das Erreichen des Inflationsziels von maximal 2 Prozent bleibe das wichtigste Ziel, der Arbeitsmarkt stünde erst an zweiter Stelle. Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für eine US-Zinserhöhung Mitte September auf rund 60 Prozent.
Dank Trumps‘ Dauerfehde gegen den Iran ist auch bei uns die Inflationsrate im August auf 2,9 Prozent gestiegen, im Euroraum sogar auf 3,3 Prozent und das könnte noch nicht das Ende für dieses Jahr gewesen sein. Eine Zinserhöhung der EZB am 10. September gilt als sicher.
Der Anleihenmarkt hat mögliche Zinsschritte von Fed und EZB bereits vorweggenommen, Verkäufe vor allem bei Langläufern haben die Renditen bereits nach oben getrieben. Die 30-jährigen US-Treasuries rentieren aktuell bei 5,28 Prozent, vergleichbare Bundesanleihen bei 3,85 Prozent.
Die Aktienmärkte zeigen sich vor dem Hintergrund des neu befeuerten Iran-Konfliktes, steigender Zinsen und Rohölpreise schwächer. Der DAX liegt aktuell wieder unter 26.000. Höhere Zinsen bedeuten Mehrkosten bei zahlreichen Unternehmen, vor allem auch im Technologiesektor. Die explodierenden Investitionen in künstliche Intelligenz müssen aber zunehmend über Kredite finanziert werden, weil die Alternativen Eigenkapital und Cashflow an Grenzen stoßen.
NVIDIA konnte jüngst brillante Quartalszahlen vorlegen. Die spannende Frage bleibt jedoch, wie lange diese und die Wachstumsstorys bei weiteren Hyperscalern (Meta, Amazon, Microsoft & Co.) intakt bleiben?
Bleiben Sie sehr wachsam in diesen Tagen, wir nähern uns dem Herbst und damit der Sturm- und Crashzeit!

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Newsletter vom 02. September 2026

Martin Braun, Börse Hannover

Kapitalmärkte kommen mit Krisen gut zurecht

Dr. Martin Moryson

Für die Aktienmärkte hätte die erste Jahreshälfte deutlich schlechter verlaufen können. Der Angriff der USA und Israels auf den Iran sowie die darauffolgende Sperrung der Straße von Hormus schickten die globalen Aktienmärkte zunächst auf Talfahrt. Tatsächlich kam es jedoch anders. Die Aktienmärkte beendeten das erste Halbjahr mit bemerkenswerten Kursgewinnen. So stieg der S&P 500 in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um zehn Prozent, der europäische Euro Stoxx 50 um mehr als elf Prozent und Aktien der Schwellenländer legten sogar um rund 24 Prozent zu.

Die starke Entwicklung der Aktienmärkte wäre kaum möglich gewesen, wenn die Weltwirtschaft empfindlich auf die geopolitischen Spannungen reagiert hätte. Stattdessen erwies sie sich erneut als bemerkenswert widerstandsfähig. Dazu tragen die Freigabe strategischer Ölreserven in den OECD-Ländern ebenso bei wie geringere chinesische Importe oder die Umleitung von Erdölströmen, wo immer dies möglich ist. Der eigentliche Grund für die starke Entwicklung der Aktienmärkte liegt jedoch woanders, nämlich bei den Unternehmensgewinnen. Diese haben sich zuletzt in einer Größenordnung entwickelt, die sonst nur in Erholungsphasen nach schweren Krisen erreicht wird. In diesem Jahr dürften die Unternehmensgewinne je Aktie nach Analystenschätzungen um rund 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen. Das ist mehr als beeindruckend. Die Gewinne sind damit stärker gestiegen als die Aktienkurse. Rein rechnerisch sind die Bewertungen vieler Aktien daher sogar gesunken. Ein Beispiel dafür sind Halbleiterunternehmen. Für diese erwarten wir in diesem Jahr eine Verdopplung der Gewinne. Die Aktienkurse sind bislang allerdings „nur“ um rund 50 Prozent gestiegen.

Was bedeutet das für Anleger? Zunächst einmal sollten die gesunkenen Bewertungen differenziert betrachtet werden. Gerade im Halbleiterbereich sind die Gewinne zuletzt so stark gestiegen, dass dies in Zukunft kaum weitergehen kann. Schließlich sind die Gewinne des einen die Kosten des anderen. Vor diesem Hintergrund haben wir unsere Empfehlung für den Halbleitersektor von „übergewichten” auf „neutral” reduziert. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich diese Aktien künftig nicht weiter positiv entwickeln können. Ob sie sich allerdings weiterhin deutlich besser als der Gesamtmarkt schlagen werden, erscheint zunehmend fraglich. Gerade in einem Umfeld hoher Erwartungen spricht vieles für ein ausgewogenes Portfolio statt einer Konzentration auf wenige Titel oder Sektoren. 

Newsletter vom 15. Juli 2026

Dr. Martin Moryson – Chefvolkswirt Europa
DWS

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Märkte im Aufwind trotz Krieg – wie kann das sein?

Dr. Martin Moryson

Die Aktienmärkte haben in diesem Jahr kräftig zugelegt: der S&P 500 um über zehn Prozent, der europäische Stoxx 600 um immerhin rund fünf Prozent und der japanische Nikkei um über 30 Prozent. Ein wesentlicher Treiber sind die hohen Investitionen in künstliche Intelligenz. Gleichwohl stellt sich die Frage, warum der Krieg im Iran die globale Wirtschaft nicht in eine Rezession und damit die Aktienmärkte auf Talfahrt geschickt hat.

Offensichtlich kommt die Wirtschaft deutlich besser mit der Situation zurecht, als man das vor Beginn des Kriegs vermutet hätte. Wie immer gilt, dass man die Anpassungsfähigkeit der Menschen, der Unternehmen und damit der Wirtschaft nicht unterschätzen sollte. Es gibt verschiedene Berechnungen, wieviel Öl nun tatsächlich „fehlt“, also wegen der Sperrung der Straße von Hormus nicht seinen Weg zum Verbraucher findet. Ursprünglich gingen mal rund 20 Prozent des globalen Verbrauchs von rund 100 Millionen Barrel pro Tag durch die Meerenge.

Ein nicht unerheblicher Teil dieser Menge kommt nun über andere Routen auf die Weltmärkte, beispielsweise über die East-West-Pipeline in Saudi-Arabien, die rund sieben Millionen Barrel pro Tag transportieren kann oder über die irakische Pipeline Richtung Türkei, mit rund einer Million Barrel pro Tag. Alle Produzenten fahren ihre Produktion so weit wie möglich hoch, selbst Venezuela produziert wieder über eine Million Barrel pro Tag.

Wie viele es genau sind, weiß man nicht, aber interessanterweise verlassen seit Beginn des Kriegs rund vier Tanker pro Tag die Straße Richtung offenes Meer. Bedenkt man, dass große Tanker bis zu zwei Millionen Barrel transportieren können, bekommt man langsam ein Gefühl dafür, warum die Weltwirtschaft sich als so resilient erweist. Die Freigabe der strategischen Ölreserven durch die OECD-Länder in der Größenordnung von rund vier Millionen Barrel pro Tag tun ihr Übriges.

Was bedeutet das für den Anleger? Zugegeben, es sind vor allem die Tech-Werte, die die Kurse treiben. Aber dass sich der Rest der Wirtschaft nicht in einer Rezession befindet, ist eine notwendige Voraussetzung für den Aufschwung gewesen. Soll sich die positive Entwicklung an den Aktienmärkten fortsetzen, müssen zwei Dinge weiterhin gelten: Die Tech-Konzerne müssen weiterhin ihre Gewinne liefern und die restliche Wirtschaft muss ihre Resilienz erhalten. Fällt eine der beiden Voraussetzungen weg, könnte es schwer werden für die Aktienmärkte.

Newsletter vom 03. Juni 2026

Dr. Martin Moryson – Chefvolkswirt Europa
DWS

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Achterbahnfahrt an den Märkten hält an

April, April, macht, was er will! Was wettertechnisch zutrifft, passt auch zu den Entscheidungen von US-Präsident Donald Trump in der aktuellen Lage. Heute hü, morgen hott und aktuell zeichnet sich eine Rolle rückwärts ab, eine Strategie im Irankrieg war von Anfang an nicht erkennbar.
Ratlos lässt er Verbündete, die US-Bevölkerung und den Rest der Welt auf der Zuschauerbank sitzen. Dieser politische Zick-zack-Kurs spiegelt sich seit Wochen in einer Achterbahnfahrt an den Märkten wider. Der befürchtete Crash blieb zwar aus, aber die Performance der vergangenen Wochen lässt zu wünschen übrig. Aktien, Anleihen, Bitcoins und selbst die Edelmetalle haben Federn lassen müssen, ein Phänomen, das es in dieser Form bisher auch noch nicht gab. Zum Quartalsende liegen die führenden Aktienindizes einstellig im Minus, lediglich der Nikkei kann ein leichtes Plus verzeichnen. Und warum schichten die Investoren nicht wenigstens einen Teil ihrer Assets in sichere Anlagen um? Ganz einfach, weil es den sogenannten „Safe haven“ nicht mehr gibt! Angesichts einer ausufernden Staatsverschuldung in den USA, in den meisten Ländern der EU und in Japan sowieso, haben Staatsanleihen diesen Nimbus längst verloren und werden teilweise sogar schlechter bewertet als Anleihen erstklassiger Unternehmen des jeweiligen Landes. Lediglich die Öl- und Gaspreise haben deutlich zugelegt, worüber sich allenfalls die Aktionäre von Produzenten in diesem Bereich freuen können, der Rest der Wirtschaft und vor allem die Verbraucher zahlen bereits die Zeche. Die Inflation ist in Deutschland im März bereits bei 2,7 Prozent angekommen, ein sprunghafter Anstieg von 1,9 Prozent im Februar.
Pünktlich zum 1. April hat die Bundesregierung ihr Gesetz zur Regulierung der Spritpreise lanciert. Danach dürfen diese lediglich täglich um 12 Uhr erhöht werden, Preissenkungen sind dagegen unbegrenzt möglich.
Dieses aus Österreich übernommene Modell ist jedoch umstritten und hat sich auch im Nachbarland nicht wirklich bewährt. Die BÖAG Börsen AG hat eine ähnliche „Spritpreisbremse für das Depot“ entwickelt.
Nach Trumps‘ Ankündigung eines Rückzugs der USA aus dem Irankrieg erholten sich die US-Aktienmärkte bereits gestern und heute zeigt sich auch der DAX deutlich erholt oberhalb der Marke von 23.000.
Das ist noch keine Entwarnung, die Kuh ist damit noch nicht vom Eis. Für heute wünsche ich erst einmal frohe Ostertage und nicht vergessen an diesen Tagen: Regenschirm mitnehmen und Liquidität sichern!

Ihr Martin Braun, Börse Hannover

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Newsletter vom 01. April 2026

Martin Braun, Börse Hannover

Iran-Krieg sorgt für Unsicherheit und volatile Märkte

Der Angriffskrieg gegen den Iran befindet sich bereits in der dritten Woche und ein Ende ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Der regionale Konflikt entwickelt sich zunehmend zu einem unkontrollierbaren Flächenbrand im Nahen Osten. Zudem ist die wichtige Straße von Hormus für die meisten Schiffe blockiert. Die Öl- und Gaspreise sind bereits explodiert und haben weiter Potenzial nach oben, Experten halten sogar einen Anstieg auf 150 Dollar/Barrel Rohöl für möglich. Das wäre eine Verdoppelung innerhalb weniger Wochen mit verheerenden Folgen für die Weltwirtschaft. Insbesondere Deutschland und Europa, aber auch Öl-/Gasimporteure wie Japan und Südkorea würden die Leidtragenden sein. Wenn nicht eine Rezession, so droht mindestens Stagflation und last, not least könnten die führenden Notenbanken noch in diesem Jahr wieder mit Zinsanhebungen reagieren, um die Inflation zu bekämpfen. Erste Signale in diese Richtung könnten heute Abend nach der Fed-Sitzung und Donnerstagnachmittag von der EZB kommen.

Bei den Spritpreisen ist ein Ergebnis des Krieges bereits bei uns angekommen. Und ähnlich wie 2022, als der Ölpreis (Brent) aufgrund des Krieges in der Ukraine bis auf 130 US-Dollar emporschnellte, zeigen sich Politiker kopflos und holen die gleichen Ideen aus der Mottenkiste, mit denen sie sich bereits vor vier Jahren profilieren wollten. Stichworte wie Übergewinnsteuer, totale Preistransparenz und Abzocke der Ölkonzerne werden zurzeit gerne in den Mund genommen.

Dabei wird aber leider ausgeblendet, wer am meisten von den hohen Sprit- und Energiepreisen profitiert! Das ist der Staat selber, denn jeder Cent mehr an der Zapfsäule spült zusätzliche Steuer-Milliarden in die chronisch leere Kasse. Laut einer Berechnung des ADAC von Anfang März lag der Steuer- und Abgabenanteil auf Benzin (E10) bei 58 Prozent. Der Rohölpreis (Brent) in Euro ist kriegsbedingt seit Ende Februar um rund 45 Prozent gestiegen, der Preis für Benzin E10 im gleichen Zeitraum um lediglich 17 Prozent. Wo bitte schön ist das Problem?

Ein Blick in unsere EU-Nachbarländer Polen und Tschechien zeigt deutlich, dass es auch anders geht. In Polen ist das Benzin bis zu 70 Cent pro Liter günstiger zu haben. Und anstatt an der Steuerschraube mal nach unten zu drehen, um Verbraucher zu entlasten, reagiert unser Staat lieber mit Regulierung und Markteingriffen sowie Grenzkontrollen, um Spritsparer zu kriminalisieren und zur Kasse zu bitten.

Einen interessanten Einwurf zu Energieaktien und der Kompetenz unserer Politiker in aktueller Lage liefert Dr. Christoph Bruns von der LOYS AG in seiner aktuellen Kolumne. Der DAX zeigt in der unsicheren Lage aktuell eher kleine Handelsspannen und notiert weiter unterhalb von 24.000 Punkten.

Ihr Martin Braun, Börse Hannover

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Newsletter vom 18. März 2026

Martin Braun, Börse Hannover

Märkte nach Iran-Eskalation im Krisenmodus

Es war lediglich eine Frage der Zeit, wann es zu einem Militärschlag kommen würde – marktschonend am Wochenende war es soweit. Die Verhandlungen mit dem Iran waren wohl nur Show und es geht auch nicht um ein Atomabkommen, sondern um Regimewechsel und einen Zugriff auf die drittgrößten Ölreserven der Welt. Willkommen in der Realität! Die Aktienmärkte zeigten sich vor diesem Hintergrund  am Montag im Tagesverlauf zunächst überraschend gelassen. Der DAX verlor rund 2,5 Prozent, die US-Aktien konnten sich sogar behaupten. Rohöl und Gold machten einen Sprung nach oben, der US-Dollar geht seit Tagen fester und behauptet sich als Krisenwährung. Nachdem sich abzeichnet, dass die Lage zu eskalieren droht, weil strategische Ziele in der gesamten Region in Mitleidenschaft gezogen werden, reagierten auch die Aktienmärkte am Dienstag mit deutlichen Abschlägen.
Die Unsicherheit ist groß und die Auswirkungen auf die Handelswege, Lieferketten und letztendlich auf Produktion und Wirtschaftswachstum weltweit sind derzeit nicht abschätzbar. Es reagiert zurzeit die Angst und da gehen viele einfach auf Nummer Sicher und setzen auf Liquidität, z. B. durch Gewinnmitnahmen beim Gold. Die Feinunze verteuerte sich von Freitag bis Montag um mehr als 200 US-Dollar bis auf 5.415 Dollar, gab diesen Gewinn am Dienstag jedoch wieder ab. Lediglich das Rohöl klettert munter weiter nach oben. Die Sorte Brent (Nordseeöl) legte seit Freitag rund 15 Prozent auf aktuell 84 US-Dollar pro Barrel zu.
Wie geht es weiter? Asien/Pazifik zeigten sich heute Morgen bereits deutlich schwächer, Tokio minus 3,6 Prozent, Korea (KOSPI) minus 12 Prozent und Australien minus 2 Prozent. DAX und EuroStoxx wagen heute Vormittag eine leichte Erholung, was aber eher eine technische Reaktion auf die deutlichen Verluste von gestern sein dürfte. Das Börsenmotto in diesen Tagen lautet: Auf Sicht fahren und ausreichend Liquidität vorhalten, zum Kaufen ist es noch zu früh.

Ihr Martin Braun, Börse Hannover

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Newsletter vom 04. März 2026

Martin Braun, Börse Hannover

Märkte nach den närrischen Tagen auf Orientierungskurs

Am Aschermittwoch ist bekanntlich alles vorbei? Nein, nur der Karneval ist vorbei – die Börsenfantasie bleibt uns für den Rest des Jahres erhalten! Einzelne Börsen, vor allem international, waren am Rosenmontag aber feiertagsbedingt geschlossen. Dazu zählten neben China, Hongkong und Südkorea (Neujahrsfest) auch die US-Börsen, dort war President’s Day. Vor diesem Hintergrund starteten die Märkte erst richtig ab Dienstag in die Börsenwoche und versuchten dabei, marktbeeinflussende Faktoren zu identifizieren. Dazu zählen aktuell vor allem die Gespräche zwischen Russland und der Ukraine in Genf über eine Friedenslösung sowie zwischen dem Iran und den USA in Sachen Atomabkommen. Beides ergebnisoffen und Überraschungen nicht ausgeschlossen.
DAX, Dow & Co. neigen seit einer Woche eher zur Schwäche, es fehlen ganz einfach positive Impulse. Zwar hat die DIHK in ihrer Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn 2026 ein leicht aufgehelltes Stimmungsbild unter den rund 26.000 Unternehmen eingeholt, die 2026er Wachstumsprognose für Deutschland fällt mit einem Prozent allerdings mau aus.
In den USA sieht das anders aus: Massive Investitionen in Künstliche Intelligenz liefern zwar positive Impulse, führen jedoch auch zu einer Zweiteilung des Marktes. Unterschieden wird nach potenziellen Gewinnern und Verlierern, was in der Frühphase dieser Entwicklung nicht einfach ist. Vielleicht bringt die laufende Berichtssaison mehr belastbare Fakten zu diesem Thema. Neue Tiefstände liefern weiterhin die Kryptowährungen, allen voran der Bitcoin, der vergangene Woche bis auf 65.000 Dollar fiel. Der Kryptomarkt ist eindeutig angeschlagen und die Akteure in diesem Bereich werden langsam nervös, denn es droht eine Abwärtsspirale mit ungeahnten Folgen.
Die Marke von 60.000 Dollar beim Bitcoin ist charttechnisch wichtig, zumal die 200-Wochen-Linie des Token kurz darunter verläuft. Ein Unterschreiten beider Marken könnte eine Liquidationskaskade auslösen und den Preis bis auf 50.000 einbrechen lassen. Bei einem Preis von aktuell rund 67.500 Dollar hat sich die führende Kryptowährung seit ihrem Allzeithoch vom Oktober fast halbiert. Nichts für schwache Nerven, sondern ausschließlich für hartgesottene Profis.

Ihr Martin Braun, Börse Hannover

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Newsletter vom 18. Februar 2026

Martin Braun, Börse Hannover

Aktien und Edelmetalle nach turbulenten Tagen wieder erholt

Es war ein bemerkenswerter Monatsultimo, den niemand so erwartet hätte. Wie aus heiterem Himmel fand die Edelmetallrally am Freitag ein vorläufiges und für einige Akteure sicherlich auch schmerzhaftes Ende. Nachdem die Feinunze Gold am 28. Januar noch an der Marke von 5.600 US-Dollar gekratzt hatte, ging es zwei Tage später rapide abwärts, allein am Freitag ein Verlust von bis zu 13 Prozent und beim Silber sogar 30 Prozent. Der vorläufige Tiefpunkt wurde erst am Montagmorgen erreicht. Auslöser war angeblich die Nominierung von Kevin Warsh als neuen Chef der FED durch US-Präsident Donald Trump.
Kevin Warsh war bereits in früheren Jahren FED-Gouverneur und aus dieser Zeit eher als „Falke“ bekannt, das heißt als Befürworter einer eher restriktiven Geldpolitik. Neuerdings hat er sich jedoch für Zinssenkungen ausgesprochen und liegt damit voll auf Kurs zum US-Präsidenten. Allein die Nominierung von Warsh als neuen FED-Chef kann unmöglich der einzige Grund für diese scharfe Korrektur bei den Edelmetallen sein. Die Kursrally war offensichtlich heiß gelaufen und reif für Gewinnmitnahmen, aber auch Spekulanten dürften ihre Finger im Spiel gehabt haben. Die Handelsumsätze in Edelmetall basierten ETCs – gerne auch gehebelt – gingen in den zurückliegenden Tagen durch die Decke. Zwischenzeitlich haben sich die Preise für Gold, Silber, Platin und Palladium wieder erholt und einen Teil der Verluste aufgeholt. Aber die Nervosität bleibt.
Die Aktienmärkte zeigten sich in den letzten Januartagen ebenfalls schwächer, allerdings weit weniger als Gold und Silber. Alle führenden Aktienindizes schließen den ersten Börsenmonat des Jahres mit einem leichten Plus ab, erreichten wie der DAX sogar neue historische Höchststände.
Eindeutiger Verlierer dieser turbulenten Tage waren die Kryptowährungen. Allein der Bitcoin stürzte in wenigen Tagen von gut 90.000 auf bis zu 73.000 US-Dollar am Dienstagabend, der tiefste Stand seit April 2025 und ein Minus von rund 42 Prozent seit dem Allzeithoch von 126.000 Dollar im Oktober 2025.
Der Mythos, wonach Kryptos/Bitcoins die Funktion als stabile Alternativen zu Gold und Hartwährungen übernehmen könnten, darf damit endgültig ad acta gelegt werden. Hoch volatil und risikoreich ist die treffendere Klassifizierung.

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Newsletter vom 04. Februar 2026

Martin Braun, Börse Hannover

Geopolitik belastet die Börsen

Martin Schilling

Nach einem guten Jahresbeginn ist die Unsicherheit an die Aktienmärkte zurückgekehrt. Vor dem Hintergrund immer neuer geopolitischer Krisen fragen sich die Anlegerinnen und Anleger zunehmend, wie es an den Börsen weitergeht?

Im gerade begonnenen Jahr hat Donald Trump einmal mehr seine Fähigkeit gezeigt, die Grenzen des Vorstellbaren weiter zu verschieben. Zunächst sorgte das Eingreifen der USA in Venezuela mit der Festnahme von Präsident Maduro für internationales Aufsehen. Eine weitere Eskalationsstufe zündete Donald Trump mit seinen Äußerungen hinsichtlich einer „Übernahme“ Grönlands durch die USA. Auch wenn zwischenzeitlich eine weitere militärische Eskalation in seiner Rede beim Wirtschaftsforum in Davos ausblieb und eine gewisse Deeskalation folgte, besitzt die aktuelle Nachrichtenlage eine extrem kurze Halbwertszeit und getroffene Absprachen können durch einen spontanen Kommentar des Präsidenten innerhalb von Sekunden obsolet werden.

Die zunehmenden geopolitischen Unsicherheiten haben bislang nur relativ geringe Spuren an den Kapitalmärkten hinterlassen. Breite Aktienmarktindizes wie der S&P 500 oder Stoxx Europe 600 gaben zwar Teile ihrer Gewinne wieder ab, notieren seit Jahresstart aber weiterhin im positiven Bereich. Zu den klaren Profiteuren der aktuellen Gemengelage zählen Rüstungsaktien. Daneben erfüllt Gold erneut seine traditionelle Rolle als Stabilitätsanker.

Ist das nur die Ruhe vor dem Sturm und droht womöglich ein Einbruch der Märkte? Sollten Anlegerinnen und Anleger also aktiv werden und ihr Portfolio grundlegend umstellen? Unsere Meinung hierzu ist, dass solange sich die politischen Risiken nicht spürbar auf die wirtschaftliche Lage auswirken, es keinen Anlass für hektisches Handeln gibt. Ein Fokus auf langfristige Ziele und das Ausblenden tagespolitischer Schlagzeilen bleibt somit die sinnvollste Strategie. Bildlich gesprochen bedeutet dies: Scheuklappen aufsetzen und investiert bleiben. Diese Herangehensweise hat sich bereits im vergangenen Jahr während der Unruhen rund um den Liberation Day bewährt. Auch in der Corona Krise des Jahres 2020 zahlten sich ein kühler Kopf und ein langfristiger Anlagehorizont aus, während panikgetriebene Verkäufe sich als nachteilig erwiesen.

Newsletter vom 28. Januar 2026

Martin Schilling – Leiter Geschäftsstelle Private Banking Hannover
M.M. Warburg & CO

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Neue US-Strafzölle belasten die Aktienmärkte

Es vergeht fast keine Woche, in der nicht neues Ungemach aus den USA die Märkte irritiert und verunsichert. Nach Venezuela nun Trumps‘ Blick nach Grönland. Nach dem Motto „und seid ihr nicht willig, dann brauch ich Gewalt“ erpresst der US-Präsident europäische Staaten mit Strafzöllen, um eine Übernahme von Grönland zu erzwingen. Das ist nicht mehr wilder Westen, sondern grenzt bereits an Mafia-Methoden und ist für die (noch) größte Wirtschaftsnation der Welt absolut unwürdig. Derweil berät die EU bereits über ein Maßnahmenpaket zur Gegenwehr, setzt aber weiter auf Diplomatie.
Die europäischen Aktienmärkte reagierten am Montag mit Kursverlusten auf die neue Krise. Der DAX verlor rund 1,5 Prozent und tauchte unter die Marke von 25.000 ab. Aufgrund eines Feiertages in den USA (Martin Luther King Day) startete die Börsenwoche so richtig erst am Dienstag und da ging es auch am US-Aktienmarkt abwärts. Die Märkte sind stark verunsichert, denn kommt es zum offenen Handelskonflikt zwischen den USA und der EU, dann wird das massive Auswirkungen auf die Wirtschaft diesseits und jenseits des Atlantiks haben. Dann könnten die Höchststände bei den großen Indizes von Mitte Januar schnell die Jahreshöchststände gewesen sein. Gold und Silber reagieren mit neuen Rekordhochs auf die aktuellen Ereignisse, nicht jedoch der Bitcoin, er schwächelt wie die Aktien und liegt aktuell bei rund 89.150 Dollar. Beim Gold erscheint die Marke von 5.000 US-Dollar nicht mehr fern.
Und was gibt es an erfreulichen Ereignissen in diesen Tagen zu berichten? Am Sonntag wurde nach jahrzehntelangen Verhandlungen endlich das Handelsabkommen zwischen der EU und den im Wirtschaftsverbund Mercosur zusammengeschlossenen, wichtigsten südamerikanischen Staaten unterzeichnet. 
Der IWF hat in einer aktuellen Prognose das deutsche Wirtschaftswachstum für 2026 auf 1,1 Prozent angehoben und liegt damit 0,2 Prozentpunkte höher als im Oktober. Die IWF-Experten positionieren sich damit optimistischer als das Ifo-Institut und die Bundesbank, allerdings leicht negativer als die Bundesregierung mit 1,3 Prozent. Fakt bleibt jedoch, Deutschland bleibt vorerst der Bremsklotz der Weltwirtschaft.
Bleiben Sie sehr wachsam in diesen Tagen und denken Sie an ausreichende Liquidität.

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Newsletter vom 21. Januar 2026

Martin Braun, Börse Hannover