Zitat der Woche: Henrik Müller

„In einer Welt großer Unwägbarkeiten bleibt Gold eine Versicherung gegen Totalausfälle. Ob es eine sinnvolle der Form der langfristigen Geldanlage ist, steht auf einem anderen Blatt.“
Henrik Müller
Journalist und Volkswirt
in seiner Kolumne im manager magazin am 26.08.2024
Zitat der Woche: Sir John Templeton

„Aktienpreise schwanken stärker als Aktienwerte.“
Sir John Tempelton
Unternehmer und Fondsmanager
Zitat der Woche: Paul Samuelson

„Der Aktienmarkt hat 9 der letzten 5 Rezessionen vorhergesagt.“
Paul Samuelson
US-Ökonom
Aktienmärkte nervös – Unsicherheit hält an
Ohne klare Richtung präsentieren sich die Aktienmärkte nun schon seit Tagen, wobei am Montag dieser Woche ein Zwischentief markiert wurde. Nachdem der Markt den Nahost-Konflikt anfangs noch ignoriert hatte und kurzfristig sogar mit steigenden Aktienkursen reagierte, zeigt sich seit dem 12. Oktober eher eine Abwärtsbewegung. DAX, Nasdaq100 und S&P500 verloren seitdem zwischen 4,4 und 3,4 Prozent, trotz kurzfristiger Gegenbewegungen wie am gestrigen Tag. Damit schwindet die immer noch positive Jahresperformance. Der DAX liegt im Jahresverlauf aktuell nur noch mit gut 6 Prozent im Plus, MDAX und TecDAX liegen jedoch inzwischen im Minus. Die Stimmung bleibt insgesamt eher trübe, weil neben der unberechenbaren Situation in Nahost auch die Konjunkturdaten zu wünschen übriglassen. Der am Dienstag veröffentlichte, für November errechnete GfK-Index für die Verbraucherstimmung, ist um 1,4 Punkte auf minus 28,1 Zähler gefallen. Er sank damit den dritten Monat in Folge und erreichte den tiefsten Stand seit April.
Keine positiven Impulse sind derzeit auch von der Zinsseite zu erwarten. Die US-Inflation stagnierte im September bei 3,7 Prozent.
In der Eurozone gab sie zwar von 5,2 auf 4,3 Prozent im Vergleich zum August nach, liegt damit aber immer noch höher als in den USA und deutlich über der Zielmarke von 2 Prozent.
Am Montag stieg die Rendite der 10-jährigen US Treasuries kurzzeitig sogar über 5 Prozent. Der höchste Stand seit 2007 und vor allem auch eine Folge der Neubewertung amerikanischer Schuldtitel vor dem Hintergrund einer ausufernden Staatsverschuldung.
Für die Notenbanksitzung der EZB am Donnerstag wird vom Markt mehrheitlich eine Zinspause erwartet – die erste nach 10 Leitzinserhöhungen in Folge.
Zum grauen Wetter in diesen Tagen gesellen sich dunkle Wolken an den Märkten. Bleiben Sie sehr wachsam.


Newsletter vom 25. Oktober 2023
Martin Braun, Börse Hannover

Aktienmärkte erholt – Deutschland in der Rezession
Nachdem die Aktienmärkte seit ihrem Zwischentief Mitte vergangener Woche wieder zulegen konnten, der DAX tauchte am 4. Oktober kurzzeitig sogar unter die Marke von 15.000 Punkten, sorgte zum Wochenauftakt die Unsicherheit aufgrund der Anschläge in Israel für Verunsicherung. Der Konflikt hätte das Potenzial, die Märkte richtig durchzuschütteln, diese Reaktion ist bisher jedoch ausgeblieben. Der US-Aktienmarkt zeigt sich freundlich und auch der DAX konnte am Dienstag mit knapp 2 Prozent deutlich zulegen. Von der Unsicherheit im Nahen Osten profitieren konnten zudem der US-Dollar, Rohöl und natürlich Gold.
Keine Entwarnung von der Konjunkturseite: Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet für Deutschland ein negatives Wachstum von 0,5 Prozent für 2023 – das ist eine höfliche Umschreibung für Rezession. Damit ist Deutschland das einzige G7-Land mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr. Für 2024 ist man optimistischer, aber warten wir es einfach mal ab. Derartige Prognosen sind mit einem hohen Maß an Unsicherheit behaftet.
Unter Berücksichtigung der eher schwachen wirtschaftlichen Entwicklung weltweit, einer anhaltend überdurchschnittlichen Inflation und der Krisen in der Ukraine und aktuell im Nahen Osten zeigen sich die Märkte erstaunlich stabil. Wollen wir hoffen, dass die Marktteilnehmer den richtigen Instinkt oder die berühmte Glaskugel haben!


Newsletter vom 11. Oktober 2023
Martin Braun, Börse Hannover

Aktienmärkte geben weiter nach
Der September macht seinem Ruf als schlechter Börsenmonat alle Ehre, die Verluste summieren sich seit Ende August zwischen minus 3,2 Prozent beim Dow Jones und minus 6,2 Prozent beim Nasdaq100. Seit dem Zwischenhoch Ende Juli sind es sogar zwischen minus 5,6 Prozent beim Dow und minus 8,1 Prozent beim Nasdaq100. Der DAX liegt zum Hoch im Juli mit 7,4 Prozent im Minus und fällt damit auf seinen tiefsten Stand seit März. Anhaltende Sorgen um die Konjunktur, die Entwicklung der Inflation und in diesem Zusammenhang die Wahrscheinlichkeit von weiteren Zinserhöhungen durch die Notenbanken trüben die Stimmung an den Aktienmärkten.
Dazu kommen länderspezifische Wachstumssorgen, wie ganz konkret in Deutschland. Die Wirtschaft schwächelt zunehmend, die Industrie schlägt Alarm aufgrund der hohen Energiepreise. „Wir verlieren Unternehmen, wir verlieren Wertschöpfung», so der BDI-Präsident beim BDI-Klimakongress in Berlin.
Die für Deutschland wichtige Exportindustrie ist unverändert auf Talfahrt. Die Exporterwartungen der vom Ifo-Institut befragten Unternehmen fielen von minus 6,5 Punkten im August auf minus 11,3 Punkte im September. Das ist der schlechteste Wert seit drei Jahren.
Kalendarisch hat am 23. September der Herbst begonnen, an den Aktienmärkten bereits Wochen davor. Bleiben Sie in diesen Tagen besonders wachsam!


Newsletter vom 27. September 2023
Martin Braun, Börse Hannover

Aktien schwächer – warten auf die FED
Das Zwischenhoch von vergangener Woche, der DAX verfehlte nur knapp die Marke von 16.000 Punkten, hielt nur kurz, alle führenden Aktienindizes liegen seit Tagen im Minus. Nachdem die EZB den Leitzins am vergangenen Donnerstag – für viele Marktteilnehmer durchaus überraschend – auf 4,5 Prozent angehoben hatte, steht für heute Abend der Zinsentscheid der FED bevor. Bleibt es bei der aktuellen Leitzinsspanne von 5,25 bis 5,50 Prozent? Angesichts der zuletzt eher starken US-Daten wäre eine Zinspause zu vertreten. Die FED würde sich damit die Option erhalten, bei Bedarf noch einmal eine Schippe drauflegen zu können.
Das Inflationsgespenst ist nicht verschwunden und die aktuell rückläufigen Preissteigerungsraten in den USA und Europa sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass einzelne dunkle Wolken am Horizont zu sehen sind. Stichwort Energiepreise: Die Benchmark im Energiesektor heißt Rohölpreis. Die für uns wichtige Sorte Brent kletterte allein von Juni bis September von 75 auf rund 95 USD, das sind 27 Prozent innerhalb von 3 Monaten und der höchste Stand seit November 2022. Tendenz weiter steigend, denn eine robuste Nachfrage trifft auf ein begrenztes, durch Förderkürzungen der OPEC+ zusätzlich verknapptes Angebot.
Keine guten Voraussetzungen für weiter fallende Inflationsraten und eine energieabhängige Industrieproduktion. Der kalendarische Herbst hat noch nicht begonnen, die ersten Stürme ziehen aber bereits heran. Bleiben Sie wachsam und wetterfest in diesen Tagen!


Newsletter vom 20. September 2023
Martin Braun, Börse Hannover

Aktienmärkte schauen zurzeit nach China
Sie kennen den Spruch: „Sell in may and go away … but remember to come back in september!“ Ob der aktuelle Monat tatsächlich der beste Zeitpunkt für einen Wiedereinstieg nach der Sommerpause ist, wage ich zu bezweifeln. Die Statistik spricht da eher eine andere Sprache, zählt der September seit Jahrzehnten doch eher zu den Underperformern. Der Oktober hat aber auch keinen besseren Ruf, Sie kennen den Buchtitel „Sonntags nie, am liebsten im Oktober“. Die Aktienmärkte treten aktuell eher auf der Stelle mit leicht negativer Tendenz. Trotz sinkender Inflationsraten hüben wie drüben sind die Konjunkturaussichten eher verhalten. Und das betrifft insbesondere Deutschland – die Exporte fielen allein im Juli um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat.
Alle Blicke richten sich deshalb Richtung China, galt das Land der Drachen doch lange Zeit als Wachstumsmotor für die Weltwirtschaft. Davon kann zurzeit jedoch keine Rede sein. Der gelbe Riese schwächelt und Besserung ist nicht in Sicht. Hinzu kommt ein zunehmender Protektionismus. Der Westen versucht, sich unabhängiger von China zu machen und riskiert dadurch Wachstumschancen.
Der am kommenden Wochenende in Neu-Delhi stattfindende G20-Gipfel sollte für ausreichend Gesprächsstoff sorgen. Allerdings eher hinter den Kulissen, denn wichtige Akteure wie der chinesische Staatschef Xi Jinping reisen erst gar nicht an.


Newsletter vom 6. September 2023
Martin Braun, Börse Hannover

Aktienmärkte ohne klaren Trend
Es ist wie ein Wechselbad der Gefühle, die aktuelle Situation an den Aktienmärkten. Jede neue Information zur wirtschaftlichen Entwicklung wird von den Marktteilnehmern begierig aufgenommen und kurstechnisch in die Tat umgesetzt. Mal in die eine, dann wieder in die andere Richtung. Und ein Phänomen ist wohl doch nicht tot zu kriegen: Die europäischen Börsen hängen sklavisch am US-Markt. Was die Realität betrifft, zeigt sich jedoch ein geteiltes Bild zwischen den USA und Westeuropa, insbesondere zu Deutschland. In den USA ist der Gesamtindex für die Einschätzung der Konjunktur im August auf 5,1 Punkte gestiegen, im Juli lag er noch bei minus 3,7 Punkten. Im Vergleich dazu liegt der Gesamtindex in der Eurozone im August bei minus 18,9 Punkten. Der für Deutschland vergleichbare GFK-Konsumklima-Index lag im Juli 2023 bei einem Indexwert von minus 25,2 Punkten, für August prognostiziert die GfK einen Wert von minus 24,4 Punkten. Damit ist Deutschland als wichtigste europäische Wirtschaftsnation aktuell nicht das Zugpferd, sondern trägt eher die rote Laterne in Europa.
Und ein Blick auf China sollte erst recht als Weckruf verstanden werden. Gerne wird über die Probleme Chinas berichtet, z. B. im Immobiliensektor. Dabei wird aber leicht übersehen, dass der gelbe Riese seit Jahren sehr erfolgreich Deutschland als wichtigsten Handelspartner der übrigen EU-Staaten bei ihren Importen ablöst. Zur Jahrtausendwende machten deutsche Produkte rund 14 Prozent an den gesamten EU-Importen aus, 2022 waren es nur noch 12,5 Prozent. Im selben Zeitraum stieg der Anteil chinesischer Waren von 2,6 Prozent auf 8,8 Prozent an. Besonders deutlich wird diese Entwicklung beim Blick auf Produkte, die als deutsche Exportschlager gelten: Maschinen, chemische Produkte, Metallerzeugnisse und Autos. Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren zeigt sich der deutsche Aktienmarkt erstaunlich stabil.


Newsletter vom 23. August 2023
Martin Braun, Börse Hannover

Zins- und Rezessionsängste treiben Aktienmärkte
Von Sommerpause ist aktuell noch nicht viel zu spüren. Eher von einer angespannten Lage und einer moderaten Stimmung mit leicht negativer Note. Trotz kleiner Zinspause bei der FED sind die Notenbanken weiter auf Zinserhöhungskurs und das ungeachtet einer drohenden Rezession. Entsprechend verschnupft reagierten die Aktienmärkte, der DAX konnte sein Allzeithoch vom 16. Juni bei 16.423 Punkten nicht halten und bewegt sich aktuell wieder unterhalb der Marke von 16.000. Ähnliche Verläufe zeigten sich bis Anfang der Woche bei Dow, Nasdaq und S&P500. Seit gestern hat sich die Stimmung wieder etwas verbessert, fast alle Indizes konnten etwas zulegen, der Nasdaq100 sogar um 1,75 Prozent. – Besondere Aufmerksamkeit zog der DAX-Wert Siemens Energy dieser Tage auf sich. Eine erneute Gewinnwarnung schickte die Aktie am Freitag um rund 37 Prozent in die Tiefe. In den neun Monaten davor war sie noch mit einem Plus von rund 136 Prozent der Outperformer im DAX. Das zeigt einmal mehr, wie nervös und gnadenlos Marktteilnehmer auf schlechte Unternehmensnachrichten reagieren können. Die nächsten Wochen und Monate werden sicher nicht einfach, Überraschungen sind jederzeit möglich.


Newsletter vom 28. Juni 2023
Martin Braun, Börse Hannover

