Comeback der nachhaltigen Investments – Global Challenges Index auf Allzeithoch
Hannover, 19. Mai 2026 – Der Global Challenges Index (GCX) – Nachhaltigkeitsindex der Börse Hannover – hat aktuell mit einer Performance von 408 Prozent seit seiner Auflage im September 2007 einen neuen Höchststand erreicht. In einem herausfordernden Marktumfeld, geprägt durch internationale Krisenherde, gestörte Lieferketten, steigende Inflation und explodierende Energiepreise beweist der GCX damit Widerstandsfähigkeit und Stabilität.
„Diese Entwicklung ist umso bemerkenswerter, weil das Thema Nachhaltigkeit in den zurückliegenden Jahren vor besonderen Herausforderungen stand. Dazu zählten eine ausufernde Regulatorik, der Rückzug der Trump-Administration aus der Förderung nachhaltiger Projekte und last but not least die überdurchschnittliche Performance von „nicht nachhaltigen“ Investments in den Bereichen Rüstung und fossile Energieträger“, erläutert Hendrik Janssen, Geschäftsführer der Börse Hannover und Vorstand der BÖAG Börsen AG.
Allein in den zurückliegenden 12 Monaten (Stand 18.05.2026) konnte der GCX eine Performance von 27 Prozent erzielen und damit konventionelle Indizes wie DAX (+ 1,5 Prozent), EuroStoxx50 (+ 8 Prozent) und MSCI World (+ 24 Prozent) im gleichen Zeitraum teilweise deutlich übertreffen.
„Die Konsolidierungsphase von nachhaltigen Aktienanlagen scheint beendet und es zeichnet sich eine Rückkehr zum langfristigen, positiven Trend nach oben ab. Die Bedeutung von Ressourcen, Energieverbrauch und Klimaschutz rückt wieder stärker in den Fokus der Menschen“, so Janssen weiter.
Die Top-Performer des GCX in den zurückliegenden 12 Monaten sind folgende Unternehmen:
Intel Corp.+ 385 %
Solaria Energia + 281 %
Nordex SE + 171 %
Aurubis AG + 167 %
STMicroelectronics + 129 %
Die 50 Unternehmen des GCX werden anhand ihrer ESG-Performance, u. a. anhand des ESG Corporate Ratings, den umfassenden Ausschlusskriterien und ihres Beitrags zur Erreichung der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung bewertet, welcher durch das SDG Solutions Assessment ermittelt wird. Begleitet wird dieser Auswahlprozess von einem unabhängigen Experten-Beirat. Die Auswahlkriterien des Nachhaltigkeitsindex werden zudem kontinuierlich an aktuelle internationale Richtlinien und Standards angepasst. Lizenznehmern wird so ermöglicht, die hohen Anforderungen von Institutionen, wie z. B. Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) und dem österreichischen Umweltzeichen (UZ49), zu erfüllen.
Verschiedene Lizenznehmer bieten aktuell Fondsprodukte auf Basis des GCX an und ermöglichen damit auch Privatanlegern, in die 50 nachhaltigen Unternehmen zu investieren. Einige dieser GCX-Investmentfonds wurden mehrfach vom FNG und der Stiftung Warentest für ihre Nachhaltigkeit ausgezeichnet.
https://www.boerse-hannover.de/nachhaltigkeit/gcx/gcx-produkte/

Börse Düsseldorf: Liberation Day als Börsen-Unwort 2025 gewählt
- Trumps Zollpolitik nach dem „Liberation Day“ wirbelte die Märkte durcheinander
- Kandidaten „Big Beautiful Bill“ und „Friedensangst“ landen auf den Folgeplätzen
- Profis aus dem Börsenumfeld bestimmten zum 25. Mal das Unwort der Branche
Düsseldorf, 13. Januar 2026 – Der „Liberation Day“ bleibt als prägendes Unwort der Börsen- und Finanzwelt für das Jahr 2025 in Erinnerung. Zu diesem einhelligen Urteil kam sowohl die Experten-Umfrage unter den Mitarbeitenden der Börsen, Market Maker und Gremien, als auch das öffentliche Online-Voting. Auf das Gewinnertreppchen schafften es des Weiteren die Kandidaten „Big Beautiful Bill“ und „Friedensangst“, während für „Fiskal-Bazooka“ und „Demokratisierung der Geldanlage“ nur die Folgeplätze blieben. Es ist das 25. Mal, dass am Düsseldorfer Handelsplatz das offizielle Börsen-Unwort für das vergangene Jahr ermittelt wird. Begonnen hatte es mit dem Begriff „Gewinnwarnung“ für das Jahr 2001.
US-Präsident Donald Trump proklamierte am 2. April 2025 den „Liberation Day“, als er ankündigte, für rund 180 Länder und Territorien neue Zölle auf in die USA importierte Waren zu erheben. Während der Name eine Befreiung der US-Wirtschaft von vermeintlich unfairen Handelspartnern suggerierte, verbarg sich dahinter die Ankündigung der aggressivsten Zollpolitik seit Jahrzehnten. An den internationalen Börsen lösten die Zölle einen massiven Kursrutsch aus, führten zu einer höheren Volatilität und belasteten insbesondere Branchen, die von globalen Lieferketten abhängen. Für private wie institutionelle Anleger bedeutete dieser Tag keine Befreiung, sondern der Beginn erheblicher Marktunsicherheit. Mit „America First“ wurde dem US-Präsidenten bereits für das Jahr 2018 ein Börsen-Unwort zugeschrieben.
„Alle Äußerungen von US-Präsident Donald Trump – egal ob in Interviews, offiziellen Statements oder auf Social Media – werden von der Börse sehr aufmerksam verfolgt und können oftmals Auslöser für steigende oder fallende Kurse sein“, so Dr. Rolf Deml, Geschäftsführer der Börse Düsseldorf. „Auch wenn die angekündigten Zölle durch intensive Nachverhandlungen und bilaterale Abkommen inzwischen vielfach gesenkt wurden, markiert der Liberation Day einen Wendepunkt im globalen Welthandel und hat die Beziehungen der USA zu Deutschland und Europa nachhaltig belastet“, so der Börsenchef weiter.
Das zweitplatzierte Börsen-Unwort „Big Beautiful Bill“ geht auf Trumps Wirtschafts- und Steuerpolitik im letzten Jahr zurück. Die „Friedensangst“ kam 2025 bei manchen Aktionären von im Kurs hoch gelaufenen Rüstungsaktien auf, wenn sich in militärischen Konfliktherden eine Entschärfung der Lage abzeichnete. Als „Fiskal-Bazooka“ wurde das im Parlament als Sondervermögen verabschiedete milliardenschwere Investitionspaket bezeichnet, unter anderem zur Modernisierung von Infrastruktur und Verteidigung. Und unter dem Deckmantel einer „Demokratisierung der Geldanlage“ wurde Privatanlegern ein niederschwelliger Zugang zur riskanten Assetklasse Private Equity ermöglicht, die bisher nur besonders vermögenden oder professionellen Investoren vorbehalten war.
Seit 25 Jahren ermittelt das Team der Börse Düsseldorf ein Börsen-Unwort im jährlichen Rückblick. Die Wahl erfolgt in Anlehnung an die 1991 ins Leben gerufene sprachkritische Aktion des Germanisten Prof. Dr. Horst Dieter Schlosser. Die bisherigen Börsen-Unwörter lauten: „StaRUG“ (2024), „Ultradiversifikation“ (2023), „Zufallsgewinne“ (2022), „Taschengeld-Trader“ (2021), „Corona-Gewinner“ (2020), „Finanztransaktionssteuer“ (2019), „America First“ (2018), „Bitcoin Boom“ (2017), „Anlagenotstand“ (2016), „Zinswende“ (2015), „Guthabengebühr“ (2014), „Billiges Geld“ (2013), „Freiwilliger Schuldenschnitt“ (2012), „Euro-Gipfel“ (2011), „Euro-Rettungsschirm“ (2010), „Bad Bank“ (2009), „Leerverkauf“ (2008), „Subprime“ (2007), „Börsen-Guru“ (2006), „Heuschrecken“ (2005), „Seitwärtsbewegung“ (2004), „Bester Preis“ (2003), „Enronitis“ (2002) und das erste Düsseldorfer Börsen-Unwort war „Gewinnwarnung“ (2001).

Über die Börse Düsseldorf
Die Börse Düsseldorf ist einer der wichtigsten Handelsplätze für Privatanleger in Deutschland. Im maklergestützten Handel sichert das seit 1999 bestehende Quality Trading erstklassige Handelsbedingungen und Leistungsgarantien, beispielsweise Courtage-Befreiung für alle Aktiengeschäfte. Zudem können Anleger seit 2001 über das elektronische Handelssystem Quotrix ganz ohne börsliche Kosten, schnell und direkt mit dem Market Makern handeln oder Limitorders platzieren – inklusive neutraler Handelsüberwachung. Neben den handelsseitigen Leistungen bietet die Börse Düsseldorf im Freiverkehr unter anderem mit dem Qualitätssegment Primärmarkt attraktive Listing-Möglichkeiten für kleinere und mittelgroße Unternehmen. Die nordrhein-westfälische Börse hat ihren Ursprung im Jahr 1553 in Köln, 1875 fand die erste Düsseldorfer Börsenversammlung statt. Seit 2017 ist die BÖAG Börsen AG Trägerin der öffentlich-rechtlichen Börse Düsseldorf. Sie betreibt zudem die Börse Hamburg und Börse Hannover inklusive deren elektronische Handelssysteme LS Exchange und European Investor Exchange.
StaRUG ist das Börsen-Unwort 2024
- „Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz“ steht in der Kritik
- „Casino-Rente“ belegt in der Abstimmung Platz zwei, „Trump-Trade“ auf drei
- Voting von Börsen/Market Makern/Gremien sowie Online-Umfrage im 24. Jahr
Düsseldorf, 13. Januar 2025 – Für das Jahr 2024 wurde „StaRUG“ zum Börsen-Unwort gewählt, es ist die Kurzform von „Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz“. Die Börse Düsseldorf ermittelte zum 24. Mal seit 2001 das Unwort der Branche für das abgelaufene Jahr. In der Umfrageaktion platzierte sich der Begriff „Casino-Rente“ auf dem zweiten Rang, gefolgt von „Trump-Trade“ sowie „Copytrading“ und „Allzeithoch“. Über die fünf Kandidaten der Vorauswahl konnte sowohl in einem öffentlichen Online-Voting sowie einer Experten-Umfrage unter den Mitarbeitenden der Börsen, Market Maker und Gremien abgestimmt werden. Die Branchenvertreter tendierten zwar zur „Casino-Rente“, wurden aber durch das Ergebnis der Publikumsumfrage zu Gunsten von „StaRUG“ überstimmt. 2023 wurde „Ultradiversifikation“ zum Börsen-Unwort erklärt, im Jahr davor waren es die „Zufallsgewinne“.
„Das vor vier Jahren eingeführte Sanierungsverfahren StaRUG steht schon länger in der Kritik von Anlegerschützern“, erläutert Dr. Rolf Deml, Geschäftsführer der Börse Düsseldorf. Das StaRUG-Verfahren eröffnet drohend zahlungsunfähigen Unternehmen eine flexible Möglichkeit zur finanzwirtschaftlichen Sanierung auf Basis eines von den relevanten Gläubigern mehrheitlich angenommenen Restrukturierungsplans. Die Einleitung ist ohne zustimmenden Gesellschafterbeschluss und die Einbeziehung aller Aktionäre möglich, wenn dies eine hinreichend erfolgversprechende Alternative zu einem Insolvenzverfahren ist. „Ein besonders prominenter und ebenso umstrittener Fall im letzten Jahr war die insbesondere bei Kleinanlegern beliebte Varta AG.“ Deren Sanierungskonzept sieht durch einen Kapitalschnitt die Enteignung von knapp 50 Prozent der freien Aktionäre vor, um mit einer nachfolgenden Kapitalerhöhung Teile des Unternehmens zu retten, die jedoch nur von einem einzelnen bisherigen Bestandsaktionär gezeichnet werden kann. „Solch ein zwangsweiser Ausschluss der Streubesitz-Aktionäre ohne angemessene Beteiligung oder Entschädigung ist ein Konstruktionsfehler des grundsätzlich sinnvollen Sanierungstools und damit ein Schlag für die ohnehin schwache deutsche Aktienkultur“, so Deml weiter.
Das zweitplatzierte Börsen-Unwort „Casino-Rente“ wurde Anfang März 2024 von Sahra Wagenknecht als spöttische Bezeichnung für die von der Ampel-Koalition geplante Aktienrente ins Spiel gebracht: „Vor lauter Planlosigkeit in der Rentenpolitik zockt die Ampel mit der Alterssicherung der Bürger.“ Hintergrund beim drittplatzierten „Trump-Trade“ waren die massiven Kurssprünge beispielsweise bei Bitcoin und Tesla nach dem Ergebnis der US-Präsidentschaftswahlen, weil zuvor aus beiden Lagern massive Wahlkampfspenden an die Kampagne von Donald Trump geleistet wurden.
Seit 2001 ermittelt das Team der Börse Düsseldorf ein Börsen-Unwort im jährlichen Rückblick. Die Wahl erfolgt in Anlehnung an die 1991 ins Leben gerufene sprachkritische Aktion des Germanisten Prof. Dr. Horst Dieter Schlosser. Die bisherigen Börsen-Unwörter lauten: „Ultradiversifikation“ (2023), „Zufallsgewinne“ (2022), „Taschengeld-Trader“ (2021), „Corona-Gewinner“ (2020), „Finanztransaktionssteuer“ (2019), „America First“ (2018), „Bitcoin Boom“ (2017), „Anlagenotstand“ (2016), „Zinswende“ (2015), „Guthabengebühr“ (2014), „Billiges Geld“ (2013), „Freiwilliger Schuldenschnitt“ (2012), „Euro-Gipfel“ (2011), „Euro-Rettungsschirm“ (2010), „Bad Bank“ (2009), „Leerverkauf“ (2008), „Subprime“ (2007), „Börsen-Guru“ (2006), „Heuschrecken“ (2005), „Seitwärtsbewegung“ (2004), „Bester Preis“ (2003), „Enronitis“ (2002) und das erste Düsseldorfer Börsen-Unwort war „Gewinnwarnung“ (2001).

Über die Börse Düsseldorf
Die Börse Düsseldorf ist einer der wichtigsten Handelsplätze für Privatanleger in Deutschland. Im maklergestützten Handel sichert das seit 1999 bestehende Quality Trading erstklassige Handelsbedingungen und Leistungsgarantien, beispielsweise Courtage-Befreiung für alle Aktiengeschäfte. Zudem können Anleger seit 2001 über das elektronische Handelssystem Quotrix ganz ohne börsliche Kosten, schnell und direkt mit dem Market Makern handeln oder Limitorders platzieren – inklusive neutraler Handelsüberwachung. Neben den handelsseitigen Leistungen bietet die Börse Düsseldorf im Freiverkehr unter anderem mit dem Qualitätssegment Primärmarkt attraktive Listing-Möglichkeiten für kleinere und mittelgroße Unternehmen. Die nordrhein-westfälische Börse hat ihren Ursprung im Jahr 1553 in Köln, 1875 fand die erste Düsseldorfer Börsenversammlung statt. Seit 2017 ist die BÖAG Börsen AG Trägerin der öffentlich-rechtlichen Börse Düsseldorf. Sie betreibt zudem die Börse Hamburg und Börse Hannover inklusive deren elektronische Handelssysteme LS Exchange und European Investor Exchange.
Risikohinweis / Disclaimer
Die Börse Düsseldorf weist darauf hin, dass Börsengeschäfte mit Risiken verbunden sind und selbst der Totalverlust des eingesetzten Kapitals nicht ausgeschlossen werden kann. Der Interessent sollte daher nicht die von der Börse Düsseldorf in dieser Mitteilung und auf der Homepageenthaltenen allgemeinen Informationen zur Grundlage seiner Anlageentscheidung machen, sondern sich zuvor von seiner Bank oder Sparkasse eingehend unter Berücksichtigung seiner individuellen Vermögens- und Anlagesituation persönlich beraten lassen. Im Einzelfall kann der Erwerb eines Wertpapiers an spezielle Voraussetzungen wie etwa die Staatsangehörigkeit gebunden sein. Entsprechende Hinweise finden sich im jeweiligen Wertpapierprospekt und können dort von jedem Interessenten nachgelesen werden.
Aktienmärkte starten freundlich in die neue Woche
Seit Mitte vergangener Woche zeigen sich die führenden Aktienmärkte in freundlicher Verfassung, pünktlich zum Wonnemonat Mai. Von „Sell in May …“ wollen wir jetzt mal nicht reden, das kann, muss aber nicht immer zutreffen! Der DAX hat die Korrektur der zurückliegenden Wochen beendet, die Marke von 18.000 wurde bereits mühelos genommen und heute Vormittag ein neues Allzeithoch bei 18.541,79 Punkten markiert. Passend zur Berichtssaison gingen gestern allein 5 DAX-Titel mit Zahlen an die Öffentlichkeit. Während Infineon trotz Prognosesenkung einen Kurssprung von 13 Prozent vollzogen, mussten Siemens Healthineers bei leicht schwächeren Zahlen einen Abschlag von rund 4 Prozent verkraften.
Es fehlen zurzeit jedoch belastbare Impulse für einen nachhaltigen Schwung nach oben. Von den Unternehmen ist dazu wenig zu erwarten, hier zeigt sich eher ein gemischtes Bild aus guten und schlechten Zahlen. Da hilft nur der Blick an die Zinsfront. Am 1. Mai ließ die FED erwartungsgemäß den Leitzins unverändert, erste Auguren meinen jedoch belastbare Gründe für eine baldige Zinssenkung gefunden zu haben.
Die nächste FED-Sitzung mit Zinsentscheid findet am 12. Juni 2024 statt. Das sind genau 5 Wochen, in denen noch viel passieren kann. Das Pendant der EZB findet bereits am 6. Juni statt. Es gilt als sehr unwahrscheinlich, dass die EZB der FED zuvorkommt, zumal sich die Verbraucherpreise im Euroraum in den letzten 5 Monaten nur wenig verändert haben. Im April lagen sie mit 2,4 Prozent unverändert zum Vormonat März und nur leicht unter Februar mit 2,6 Prozent. Hier wäre zur Rechtfertigung einer Zinssenkung eine deutlichere Abschwächung notwendig.


Newsletter vom 08. Mai 2024
Martin Braun, Börse Hannover

Na also!
Die 15.000 Punkte-Marke im DAX-(Performance)-Index wurde gestern Nachmittag doch noch geknackt. Ein weiteres Allzeithoch in diesem Jahr und ein Plus von rund 30 Prozent seit dem letzten Zwischentief Ende Oktober. Aber, bei aller Euphorie sollte man immer auch einen Blick auf den DAX-Kursindex werfen, der gestern parallel zwar auch auf Rekordhoch, aber gerade mal bei 6.473 Punkten notierte.
Denn genau dieser Index ist das eigentliche Maß der Dinge, spiegelt er doch die Kursentwicklung der 30 DAX-Werte wider. Und nur dieser sollte vor allem im Vergleich mit Dow Jones, Nasdaq, S&P500 und dem Nikkei225 herangezogen werden. Denn international sind Kursindizes marktüblich, allein wir Deutschen fremdeln mit dieser Realität und vergleichen somit oftmals Äpfel mit Birnen. Je länger der Betrachtungszeitraum, desto mehr entfernt sich der Performance-Index vom Kursindex. Beim DAX beträgt der Abstand zurzeit rund 8.500 Punkte. Seit dem historischen Zwischenhoch am 7. März 2000 kommt der Performance-DAX auf ein Plus von rund 86 Prozent, der DAX-Kursindex aber auf gerade mal 3 Prozent. Die Differenz resultiert bekanntlich aus der sofortigen Thesaurierung aller Ausschüttungen beim klassischen DAX. Ein zumindest diskussionswürdiger Ansatz, denn kein Anleger, der 1 zu 1 den DAX nachbildet, kann aufgrund von Kosten und Steuern die gleiche Wertentwicklung erzielen.
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Newsletter vom 31. März 2021
Martin Braun, Börse Hannover

Allzeithochs – Unsicherheit – Rotation
Diese Schlagwörter kennzeichneten die letzten Wochen an den internationalen Aktienmärten. Aufgrund der weiterhin mehr als auskömmlichen Liquiditätsversorgung durch die Staaten und Notenbanken in Verbindung mit soliden und überwiegend positiven Unternehmensnachrichten, konnten die wichtigsten Aktienmärkte der Welt insgesamt weiter zulegen. So konnten zum Beispiel der deutsche Leitindex DAX und die US-Indices Dow Jones Industrial und S&P500 auch im März weitere neue Allzeithochs verzeichnen. Gleichzeitig wachsen an den Aktienmärkten aber auch die Sorgen, dass das zuletzt kontinuierlich gestiegene Zinsniveau – insbesondere in den USA – den Aktienboom dämpfen könnte. Zum Beispiel stieg der 10-jährige US-Zins von 0,50 Prozent im August 2020 auf aktuell ca. 1,60 Prozent, liegt damit aber noch weit von den Höchstständen der letzten drei Jahre entfernt (Zinsniveau: 2019 ca. 2,0 Prozent / 2018 ca. 3,0 Prozent). Da der Zinsanstieg bisher somit zwar spürbar, aber nur moderat ausgefallen ist, überwogen die positiven Konjunktur- und Unternehmensnachrichten.
Dennoch könnte diese aufkommende Zinsangst in Verbindung mit stark erhöhten Bewertungen im Technologie-Bereich für die sich fortsetzende Rotation aus Technologie-Aktien hin zu Value-Aktien oder zyklischen Branchen mitverantwortlich sein. Die Situation bei vielen Technologie-Aktien ist zwar nicht mehr mit der Zeit der 1. Technologie-Blase zu Beginn des Jahrtausends vergleichbar, wo kaum ein Tech-Wert überhaupt Gewinn machte, allerdings besteht die Branche weiterhin aus relativ jungen und aufstrebenden Unternehmen, die viel investieren und die Cashflows somit erst in der Zukunft erfolgen. Der heutige Wert dieser zukünftigen Gewinne ist bei höheren Zinsen aufgrund der Abzinsung rechnerisch damit einfach weniger wert und somit können die stark gestiegenen Kurse immer weniger gerechtfertigt werden (Bewertungsproblem). Diese Entwicklung kann man auch aus der Grafik entnehmen, d.h. überhitzte Sektoren bekommen Gegenwind (Tech-Werte verlieren, während Grundstoff- oder Finanzaktien etwas aufholen). Die Differenz bleibt aber immer noch sehr groß. Die erste Phase dieser Rotation hat im Februar 2021 begonnen. Die Anpassungen in den Portfolien großer Manager dürften sich allerdings noch länger fortsetzen.
Bewertungen werden von der Marktteilnehmer kritisch überprüft – Weckruf durch Trendumkehr beim Zins
Im Rahmen der laufenden Branchenrotation von Wachstumsaktien (Growth) hin zu Substanzaktien (Value) wurde der grundsätzlich positive Aktientrend Anfang März 2021 weiter fortgesetzt. Substanzaktien konnten damit die Differenz zu Wachstumsaktien in den letzten Monaten merklich reduzieren und somit wieder einen höheren Anteil in den Portfolien erreichen. Allerdings muss mehr denn je berücksichtigt werden, dass der sehr steile Aufwärtstrend der Tech-Aktien seit dem Corona-Crash im März 2020 (siehe Grafik) in den letzten Wochen die Bewertungen der Unternehmen in historisch nie dagewesene Höhen getrieben hat. So lag das Kurs-Gewinn-Verhältnis im US-Technologieindex Nasdaq100 bei über 40 und damit zeitweise doppelt so hoch wie der langfristige Durchschnitt (ca. 20). Bei einzelnen Aktien werden damit zeitweise auch immer wieder 3-stellige Werte erreicht. Ein wesentlicher Grund dafür war bisher das historisch niedrige Zinsniveau, welches die Bewertungen – mangels kompletter Alternativlosigkeit zu Aktien – vertretbar machte. Die aktuelle beginnende Trendumkehr auf der Zinsseite kann als Weckruf gesehen werden, bei den Bewertungen wieder etwas genauer hinzuschauen. Trotz dieses Dämpfers gehen wir davon aus, dass Wachstumsaktien aufgrund der technologischen und vor allem ökologischen Megatrends weiterhin ein wesentlicher Bestandteil einer ganzheitlichen Vermögensstruktur bilden sollten.
Bewertungen international sehr unterschiedlich – Investoren schauen intensiver auf die Bewertungen
Aus der Grafik wird sichtbar, dass die beschriebene Rotation ein Bewertungsthema ist. Besonders die Technologie-Indices (obere 2 Linien; Deutschland, USA) und die 2020 sehr gut gelaufenen chinesischen Festland-Aktien (rote Linie; sogenannte „China A-Aktien“) vollziehen aktuell eine Konsolidierung. Das 2020 erreichte hohe Bewertungsniveau wurde durch die Kurskorrekturen der letzten Wochen in diesen Indices etwas korrigiert, bleibt aber noch deutlich über dem Gesamtmarkt. Der deutsche Aktienmarkt liegt mit einem KGV von ca. 15 weltweit noch immer im unteren „günstigen“ Bereich und teilt sich damit das „Schlusslicht“ mit den chinesischen „Hongkong“-Aktien (günstigere Bewertung im Vergleich mit chinesischen Festland-Aktien).
Wichtige Hinweise
Marketingmitteilung
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Kein Angebot, keine Beratung
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Adressat
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Wertentwicklung
Zurückliegende Wert-, Preis- oder Kursentwicklungen können für die zukünftige Entwicklung nicht gewährleistet werden. Angaben zur bisherigen Wertentwicklung erlauben keine verlässliche Prognose für die Zukunft.

Newsletter vom 24. März 2021
Carsten Brömstrup – Chefanalyst
Oldenburgische Landesbank AG

Neues Jahr, neues Glück?
Die Börse schaffte in den letzten Tagen des alten Jahres tatsächlich noch ein All-Time-High am 28. Dezember bei 13.790 Punkten im DAX zu markieren – wer hätte das im Frühjahr 2020 für möglich gehalten? Und mit positiver Anlegerstimmung eröffnete auch das neue Börsenjahr 2021, am 8. Januar fiel die 14.000er-Marke, der DAX schloss bei 14.050 Punkten. An diesem Tag war er in der Spitze sogar bei 14.132 Punkten gelandet. Auch Dow Jones und NASDAQ-100 erreichten Anfang Januar neue historische Höchststände. Es mehren sich aber bereits die kritischen Stimmen. Die Charttechniker sehen beim DAX nach der kurzfristigen Schwäche in den vergangenen Tagen das Risiko einer Abwärtskorrektur. Die Fundamentalisten halten das erreichte Bewertungsniveau am internationalen Aktienmarkt, insbesondere bei den Tech-Werten, für ambitioniert. Hier werden Unternehmensgewinne antizipiert, die eigentlich nur in einem Best-Case-Szenario nach Corona möglich erscheinen. Wie realistisch das ist, bleibt die entscheidende Frage? Börsianer sind halt von Natur aus gerne bullish, solange bis sie von den Bären ausgebremst werden. Ein spannender Jahresauftakt, aber nicht ohne Risiko!
Martin Braun, Börse Hannover
Börse Hannover: Nachhaltiger GCX markiert neues Allzeithoch
Hannover, 26. November 2020 – Der Global Challenges Index (GCX) der Börse Hannover hat gestern die Marke von 3.600 Punkten überschritten und damit ein neues Allzeithoch erreicht. Seit Jahresanfang hat der Index mit besonderem Schwerpunkt im Bereich Nachhaltigkeit damit rund 12 Prozent zugelegt und den allgemeinen Kurseinbruch aus der Coronakrise deutlich hinter sich gelassen. Europäische Leitindizes wie der DAX30 und der EuroStoxx 50 konnten bisher noch nicht ihre absoluten Hochs aus dem Februar erreichen.
Seit Auflage im Jahr 2007 konnte der GCX einen Wertzuwachs von rund 260 Prozent verzeichnen (Wertentwicklung zum 25.11.2020). Das auf den Index investierte Volumen liegt derzeit bei mehr als 900 Mio. Euro.
Im Fokus des GCX, der 50 internationale Aktien besonders nachhaltig handelnder Unternehmen umfasst, stehen sieben globale Herausforderungen: Klimawandel, Trinkwasserversorgung, nachhaltige Waldwirtschaft, Artenvielfalt, Bevölkerungsentwicklung, Armutsbekämpfung und verantwortungsvolle Führungsstrukturen. Die GCX-Unternehmen tragen aktiv zur Bewältigung dieser Herausforderungen bei.
Nachhaltiges Engagement
„An der positiven Entwicklung des GCX in diesem Krisenjahr sehen wir so deutlich wie nie zuvor die Vereinbarkeit von Rendite und nachhaltigem Engagement. Selbst der Corona-bedingte Markteinbruch konnte schnell wieder aufgeholt werden. Investoren erkennen immer mehr: Der reine Wachstums- und Profitgedanke reicht bei Unternehmen heute nicht aus, um langfristig erfolgreich am Markt zu bestehen“, sagt Hendrik Janssen, Geschäftsführer der Börse Hannover und Vorstand der BÖAG Börsen AG.
Selber setzt sich die BÖAG Börsen AG, Trägergesellschaft der Börsen Düsseldorf, Hamburg und Hannover, auch in diesem Jahr wieder für die Reduzierung des CO2-Ausstoßes und den Erhalt der biologischen Vielfalt ein: „Jeder im Einzelnen trägt Verantwortung für die Gestaltung der eigenen Zukunft. Wir möchten daher nachhaltige Projekte aktiv unterstützen und spenden im Rahmen der jährlichen Baumpflanzaktion „EINHEITSBUDDELN“ 500 Bäume“, ergänzt Dr. Thomas Ledermann, ebenfalls Geschäftsführer der Börse Hannover und Vorstand der BÖAG Börsen AG.
Die aktuelle Zusammenstellung des GCX ist einsehbar unter: http://www.boersenag.de/GCX/Einzelwerte.