Stimmen die Rahmenbedingungen in Deutschland?
Deutschland hat in 2023 eine leichte Rezession seiner Wirtschaftsleistung hinnehmen müssen. Mit 5,9 Prozent verharrte dabei die Inflation auf einem hohen Niveau. Sicher kein gutes Ergebnis, zumal diese Daten immer mit den Wirtschaftsdaten anderer Industrieländer im Verhältnis stehen.
Auch für das Jahr 2024 sehen die Wirtschaftsforschungsinstitute noch keine wesentliche Besserung. Mit Wachstum ist in diesem Jahr nicht zu rechnen, eher verharrt die Wirtschaftsleistung weiter in der Rezession – zumindest in den ersten Monaten des Jahres. 30 von 47 Wirtschaftsverbänden beschreiben die Lage und die Aussichten als schlechter. 11 Wirtschaftsverbände sehen die Lage neutral und nur 6 glauben an bessere Zeiten. In den ersten Wochen des neuen Jahres wurde in Deutschland gestreikt. Nicht nur die Bauern, Spediteure und Eisenbahner gingen auf die Straße, auch Ärzte und die Belegschaft des öffentlichen Personenverkehrs streikten. Alle fordern bessere Rahmenbedingungen. Abbau von Bürokratie, Fortschritte bei der Digitalisierung, wettbewerbsfähige und verlässliche Energiekosten, faire Steuern und vieles mehr wird von der Bundesregierung erwartet. Die Bundesregierung hat mit Subventionen versucht, die Nachteile auszugleichen und stößt nun bei der Einhaltung der Schuldenbremse ihres Haushaltes sehr schnell an die Grenzen. Durch diese Subventionspolitik hat sich deshalb auch die Staatsquote von 45 Prozent auf nahezu 50 Prozent erhöht. Eine Zahl, die wiederum im Vergleich zu anderen Industrieländern zu hoch ist. Wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen müssen deshalb schnellstens geschaffen werden.
Erfreulich ist allerdings, dass die Inflationsbekämpfung durch die EZB mittlerweile zu Erfolgen geführt hat. Für den Euroraum konnten im Januar 2,7 Prozent gemessen werden und für Deutschland lag die Inflationsrate bei 2,9 Prozent. Hier stimmt die Richtung, jedoch sind die absoluten Zahlen natürlich immer noch zu hoch. Das wird dazu führen, das die EZB mit Zinssenkungen sehr zurückhaltend umgehen wird.
Aber genau darauf setzen die Kapitalmärkte. Wenn das Geld wieder billiger wird, dann sollte sich die Aktienhausse fortsetzen. Im Januar 2024 konnten die Indizes gute Zuwächse verbuchen. Gute Unternehmensergebnisse und gute Aussichten können dazu beitragen, dass diese Entwicklung noch anhalten wird. In der letzten Woche konnte die Deutsche Bank gute Zahlen vermelden und gleichzeitig eine Dividendenerhöhung ankündigen. Enttäuschungen können in diesem Jahr aber auch kommen, wie z.B. schlechte Wirtschaftsverläufe und ausbleibende Zinssenkungen durch die Zentralbanken.
Ich bleibe bei Aktien verhalten positiv, bei den Anleihen haben die Märkte schon vieles vorweggenommen.
Steigende Zinsen erwarte ich nicht mehr. Die Aktienmärkte bleiben aber volatil.

Newsletter vom 07. Februar 2024
Frank-Rüdiger Griep – Gesellschafter
Vermögensanlage AltBayern AG
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Wird jetzt alles besser?
Der sechsundvierzigste Präsident der USA ist vereidigt worden. In einer friedlichen Prozedur verlief die Veranstaltung ohne Zwischenfälle und wirkte auf die Menschheit wohltuend. Joe Biden hat in seiner Antrittsrede angekündigt, sich schnellstens mit der Corona-Lage, mit der Unterstützung der Wirtschaftsleistung und der Heilung der Außenpolitik zu befassen. Er kann dabei auf internationale Unterstützung, insbesondere aus Europa, setzen und wird auch global als ein Politiker mit Demut, Anstand und diplomatischem Geschick eingestuft. Aufgrund der knappen Mehrheit im U.S. Kongress wird von der Biden Administration ein gemäßigter Regierungsstil erwartet.
Die amerikanische Wirtschaft erholt sich von der Rezession, die durch die Corona-Krise ausgelöst wurde und zusätzlich sehe ich noch nie dagewesene monetäre Konditionen (Konjunkturprogramm über 1,9 Billionen USD). Unter diesen Rahmenbedingungen sollten die Unternehmensgewinne steigen. Dieses Szenario wird den Druck auf die Anleiherenditen erhöhen und so könnte es leicht sein, dass wir bald Renditen von 1,5 Prozent bei 10-jährigen U.S. Staatsanleihen sehen werden. Das alles wird auch Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen USD und Euro haben. Die Euro Rally verliert an Momentum. Insgesamt betrachtet sind die Voraussetzungen für ein starkes Wirtschaftswachstum in den USA geschaffen.
Deutschland und Europa werden eher ein gemäßigtes Wachstum haben. Die Fallzahlen der Corona Pandemie sind noch sehr hoch und verlangen weiterhin Lock Downs, welche natürlich die Wirtschaftsleistungen der EU – Länder und die erhoffte Erholung in 2021 belasten werden.
Die Aktienmärkte sind global gut ins neue Jahr gestartet. Einige Indizes markierten sogar neue Höchststände. Die hohe Liquidität und der erhoffte Wirtschaftsaufschwung haben die Kurse nach oben geschickt und es sieht auch so aus, dass dieser Trend vorerst beibehalten wird. Darüber hinaus haben die Zentralbanken angekündigt, bei ihrer ultralockeren Zinspolitik zu bleiben und im Bedarfsfall auch noch für zusätzliche Unterstützung zu sorgen.
Voraussetzung für diese positive Annahme ist allerdings, dass sich bei der Corona Pandemie keine negativen Überraschungen auftun – das würde dann alle Annahmen zunichte machen.
Es bleibt also spannend an den Märkten, volatil wird’s allerdings bleiben. Nicht zu vergessen – die Spekulanten wollen Geld verdienen.
Frank-Rüdiger Griep – Vorstand
Vermögensanlage AltBayern AG

