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Monatlicher Kapitalmarkt-Standpunkt von Kai Jordan, Vorstand der mwb Wertpapierhandelsbank AG

Endlich ist es beschlossen. Am 1. Januar 2027 wird das Altersvorsorgedepot eingeführt. Der Begriff Riester-Rente war griffiger. Aber von dieser profitiert hat der potenzielle Rentner kaum. Grundsätzlich freut sich die Finanzindustrie. Möglich sind künftig bis zu 1.140 Euro staatliche Förderung für ein Wertpapierprodukt. Private Altersvorsorge verschiebt sich damit erstmals systematisch von der klassischen Versicherungslogik hin zur effektiven Kapitalanlage mit Depotstruktur und Fondsabwicklung. Das Besteck liegt auf dem Tisch. Den Asset-Managern und Fintechs wird der Privatanleger serviert. Denn der eigentliche Markt beginnt vor dem Marktstart.

Aber die relevante Frage bleibt unbeantwortet. Die öffentliche Debatte dreht sich fast ausschließlich um Förderbeiträge und Anlegernutzen. Wer baut die Infrastruktur? Wer hat dafür wirklich die Kompetenz und liefert nicht nur Lippenbekenntnisse, weil jeder etwas vom großen Kuchen abbekommen möchte? Der Staat bietet hier nichts. Kann er auch nicht. Zertifizierung, Depot, Technik und Kundenservice müssen also vom Markt organisiert werden. Gebührenobergrenzen von 1,0 beziehungsweise 1,5 Prozent p.a. machen skalierbare und automatisierte Prozesse zur Pflicht. Das darf nicht unterschätzt werden.

Wer 2027 operativ bereit sein will, muss heute entscheiden. Das Bundeszentralamt für Steuern muss jeden Anbieter und jedes Produkt formal zertifizieren – ein Prozess ohne erprobte Praxis, weil das Produkt neu ist. Parallel erfordern Erlaubniserweiterungen für Finanzportfolioverwaltung und Verwahrung BaFin-Anträge, Eignungsnachweise und angepasste Governance – realistisch viele Monate Vorlauf. Wer früh bereit ist, besetzt eine Infrastrukturrolle, die sich danach kaum neu verteilt – und schafft eine Basis, die über das Altersvorsorgedepot hinausträgt: für betriebliche Altersvorsorge und Mitarbeiterbeteiligung.

Die Attraktivität des Geschäfts liegt für die Anbieter auf der Hand. Es handelt sich um planbare, wiederkehrende Sparströme. Auf einen jährlichen Eigenbeitrag von bis zu 1.800 Euro zahlt der Staat eine Grundzulage von maximal 540 Euro – Familien mit zwei Kindern kommen auf bis zu 1.140 Euro staatliche Förderung pro Jahr. Der maximale Eigenbeitrag liegt bei 6.840 Euro jährlich. Diese Mechanik schafft dauerhafte Einzahlungsroutinen mit regelmäßigem Orderflow durch Neuanlage und steuerneutrale Umschichtungen. Das Volumen wächst mit jedem Sparjahr.

Die Wertschöpfung liegt hinter dem Produkt, nicht davor. Es bricht mit der reinen Versicherungslogik der alten Riester-Welt. Gerade das macht es für Anbieter interessanter. Es ist eben ein Wertpapierprodukt mit Depotstruktur und Kapitalmarktabwicklung. Zwischen Anleger und Produkt liegt eine komplexe operative Kette: Depotführung, Orderausführung, Rebalancing, Zulagenmanagement beim Bundeszentralamt für Steuern, Steuerreporting und Kundengeldverwaltung.

Also alles klar? Mitnichten. Wir wären nicht in Deutschland, wenn es nicht schon vor dem Start heiße Diskussionen gäbe. Der Zeitplan ist zu knapp, die Abbildung der Steuertöpfe hochkomplex. Das staatlich organisierte Standarddepot erfreut sich an der Kritik der Wettbewerbsverzerrung, da der Staat hier als Schiedsrichter (Aufseher) und Marktteilnehmer (Spieler) auftritt. Überhaupt ist derzeit vollkommen unklar, wer das eigentlich verwalten soll. Im Gespräch sind Institutionen wie die Deutsche Bundesbank, der Kernenergie-Fonds (Kenfo), die Deutsche Rentenversicherung oder die KfW – das Bundesfinanzministerium verhandelt hierzu noch. Lasst Euch Zeit, ist ja noch lang hin bis Silvester.

Immerhin empfehlen die Verbraucherschützer, auf das staatliche Standardprodukt zu warten.

Und das könnte noch dauern. Gleichwohl ist das Ganze ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Und das kann man weiß Gott nicht von allen Aktionen der GroKo behaupten.

Für manchen Anbieter könnte es auch sinnig sein, sich das Ganze gar nicht anzutun, sondern auf White-Label-Infrastrukturanbieter zurückzugreifen. Diese liefern den Maschinenraum und können diese Kette für mehrere Produktanbieter gleichzeitig betreiben – ohne eigenen Endkundenvertrieb. So sie denn wirklich pünktlich fertig sind. 

Für Anbieter wird nicht nur das Produkt entscheidend, sondern die Infrastruktur dahinter. Und da schafft der Gesetzgeber ambitionierte Herausforderungen. Wie sollte es auch anders sein?

Zu mwb:

Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG ist ein von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zugelassener Wertpapierdienstleister mit Niederlassungen in Gräfelfing bei München, Hamburg, Hannover, Frankfurt und Berlin. Das Unternehmen wurde 1993 gegründet. 1999 erfolgte der Börsengang. Heute ist die mwb-Aktie (ISIN DE000A3EYLC7, WKN A3EYLC) an der Börse München im Segment m:access notiert wie auch im Freiverkehr an den Börsen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt (Basic Board), Hamburg und Stuttgart. mwb ist in zwei Geschäftsbereichen aktiv: Wertpapierhandel und Corporates & Markets. Im Wertpapierhandel betreut mwb rund 46.000 Orderbücher für deutsche und internationale Wertpapiere. Dabei handelt es sich sowohl um Aktien als auch um festverzinsliche Wertpapiere und offene Investmentfonds. Damit ist mwb einer der größten Skontroführer in Deutschland.

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mwb Kapitalmarkt-Standpunkt

vom 10. Juni 2026
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Kai Jordan – Vorstand der mwb Wertpapierhandelsbank AG

Kontakt und weitere Informationen:
mwb Wertpapierhandelsbank AG         
Kai Jordan                 
Kleine Johannisstraße 4        
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Tel: +49 40-360995-20                    
E-Mail: kjordan@mwbfairtrade.com

26. Börsentag Hamburg: Wissen rund um die Geldanlage auf der Finanz- und Anlegermesse

Hamburg, 02. November 2023 – Am 11. November 2023 laden rund 70 Aussteller zum 26. Mal zum Börsentag Hamburg in die Handelskammer der Hansestadt ein. Besucher – egal ob Einsteiger oder Profis – erhalten dort Antworten rund um die persönliche Geldanlage, Altersvorsorge und Vermögensbildung mit Wertpapieren.

Welche Anlagemöglichkeiten gibt es und welche Chancen und Risiken bieten sie? Investmentfonds oder ETFs – Wo liegen die Unterschiede? Welche Märkte haben aktuell das größte Wachstumspotenzial? Wie lege ich erfolgreich nachhaltig an und erkenne Greenwashing? Wie gehen wir mit Inflation und Zinsentwicklung um? Was kann Krypto, was nicht? Lohnt es sich, auf Gold zu setzen? All diesen Fragen gehen Experten von Banken und Brokern, Fondsgesellschaften, Vermögensverwaltern, Fachmedien und Organisationen auf dem Börsentag nach und bieten Möglichkeiten zum direkten und persönlichen Austausch.

Zur Liste der Aussteller.

Rund 60 Fachvorträge, „Speakers Corner“ und Podiumsdiskussion

In den Fachvorträgen können sich interessierte Anleger kostenlos und gezielt zu Anlagethemen informieren und Fragen stellen.

Die „Speakers‘ Corner“ bietet in Anlehnung an das Londoner Vorbild Kurzvorträge zu unterschiedlichen Themen in wenigen Minuten. An den jeweiligen Messeständen besteht anschließend die Möglichkeit, Themen mit den Referenten zu vertiefen.

Den letzten Börsentag Hamburg besuchten mehr als rund 5.000 Interessierte. Der Informationstag wird von der Börse Hamburg zusammen mit den Studenten des Hanseatischen Börsenkreises der Universität zu Hamburg e. V. in Kooperation mit der Handelskammer Hamburg veranstaltet.

Unsere Vorträge:

10:00-10:45 Uhr, Speaker’s Corner

Jan Duisberg, Market Maker für Fonds und ETF’s bei der ICF Bank AG, beschreibt in seinem Vortrag „Wie entstehen Börsenkurse für Fonds und ETF’s“ den Arbeitsalltag eines Market Makers und geht dabei z. B. auf die Unterschiede zwischen ETF, ETC und ETP oder die Entstehung von Börsenkursen ein. Wo liegen die Vorteile regulierter Handelsplätze und was ist ein klassischer Fonds?

11:00-11:45 Uhr, Merkurzimmer

Im klassischen Börsenseminar „Das 1 x 1 der Börse – Mit den richtigen Entscheidungen zum Erfolg“ für Einsteiger und Fortgeschrittene vermittelt Martin Braun von den Börsen Düsseldorf, Hamburg und Hannovergrundlegende Informationen über die Börsenlandschaft in Deutschland, die handelbaren Wertpapiere und wie man z. B. Fonds günstig, das heißt ohne Ausgabeaufschlag über die Börse handeln kann. Ein kleiner Exkurs über nachhaltige Aktienindizes rundet den Vortrag ab.

13:00-13:45 Uhr, Börsenzimmer

Die Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG skizziert in ihrem Vortrag „Investitionen zum Anfassen – Bringen Sie Ruhe und Stabilität in Ihr Depot!“ die aktuellen Rahmenbedingungen für den Anlagemarkt im Bereich der Alternativen Investments und des Private Markets und stellt Highlight-Produkte der Anbieter Dr.Peters Group,hep global, Immac und USTreuhand vor.

Der 26. Börsentag Hamburg im Überblick:

  • Samstag, 11. November 2023
  • Handelskammer Hamburg, Adolphsplatz 1, 20457 Hamburg
  • Messezeit: 09.30 Uhr – 17.00 Uhr, Vorträge: 10.00 Uhr – 18.00 Uhr
  • Der Eintritt ist frei – keine Anmeldung erforderlich
  • Informationen zu Vorträgen, Ausstellern und Themen: boersentag.de/

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