US-Indizies erreichen neue Rekordhöhen

Gute Stimmung ist ansteckend: Am Dienstag markierten die vier wichtigsten Aktienindizes der USA einmütig neue Höchststände und zeigten auf Sicht von 52 Wochen, welche Dynamik diese Anlageklasse bieten kann:
Dow Jones: 36.089 (+31%)
S&P 500: 3.663 (+37%)
Nasdaq 100: 15.988 (+42%)
Russel 2000: 2.365 (+51%)

Das scheint mit etwas Verzögerung auch auf den DAX abzufärben, der sich heute nach Kräften bemüht, sein Rekordhoch von August zu übertreffen und am Vormittag nur knapp unter 16.000 Punkten notiert und damit auf Jahressicht rund 32% zugelegt hat. Das Plus beim EuroStoxx 50 beträgt 42 Prozent und der europäische Leitindex produziert seit Montag neue Höchststände – heute erstmal über 4.300 Punkte.

Als ein Treiber der Märkte gilt weiterhin TINA – There Is No Alternative! Eine wachsende Geldmenge treibt die Kurse. Hinzu kommen gigantische Aktienrückkauf-Programme. Jedoch könnte die ultra lockere Zinspolitik der internationalen Notenbanken trotz anziehender Inflation vor einer Wende stehen, wenn die US-Notenbank heute das sogenannte Tapering beschließt und ihre monatlichen Wertpapierkäufe langsam zurück fährt. Doch weil es sich hier um keine Überraschung handelt, wäre diese Erwartung bereits in den aktuellen Kursen eingepreist.

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Newsletter vom 3. November 2021

Thomas Strelow, Börse Düsseldorf

Foto Thomas Strelow

Aufbruchstimmung? Alles schaut auf die Ampel …

… und die Motoren heulen motiviert auf. Neben den von Spritpreisen aktuell besonders geplagten Verbrennern stehen auch an der heimischen PV-Anlage geladene Elektroautos und vielleicht sogar ein paar Brennstoffzellenfahrzeuge mit grünem Wasserstoff an der Haltelinie. Das Bild steht für die politische Stimmung nach der Bundestagswahl und den Auftakt der Koalitionsverhandlungen für eine rot-grün-gelbe Bundesregierung.

Das Sondierungspapier wurde in Wirtschafts- und Investorenkreisen durchaus wohlwollend zur Kenntnis genommen, auch wenn Finanzierungsfragen unbeantwortet blieben. Stillstand und Reformstau sollen der Vergangenheit angehören; von Zukunftsgestaltung und einer neuen Epoche ist die Rede. Dass der Umbau ohne Steuererhöhungen funktionieren soll, gilt als Hinweis auf private Investitionsanreize. Beim festgefrorenen Sparerfreibetrag soll es Anpassungen geben und der Einstieg in eine Kapitaldeckung der gesetzlichen Rente dürfte als ebenso revolutionär wie notwendig gelten.

Der mediale Optimismus ist angesichts realer Probleme der Rohstoffpreise und Lieferketten derzeit aber nicht an den Märkten ablesbar. Und natürlich gilt der Spruch „Politische Börsen haben kurze Beine“ weiter. Doch Impulse und Rahmenbedingungen für die Wirtschaft kann eine Regierung durchaus setzen. Bis Weihnachten will man über die Ziellinie fahren. Wir sind gespannt auf die Bescherung!

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Newsletter vom 20. Oktober 2021

Thomas Strelow, Börse Düsseldorf

Foto Thomas Strelow

Ampel oder Jamaika?

Das ist hier die Frage – frei nach Hamlet! Für die Börse scheint das Thema Bundestagswahl weitgehend abgehakt zu sein. Das Worst Case Szenario Rot-Rot-Grün ist vom Tisch und was jetzt kommen wird, liegt im Rahmen der Erwartungen und ist somit eingepreist. Die Börse schaut nach vorne und beschäftigt sich mit den wirklich kursbeeinflussenden Faktoren und dazu zählen aktuell insbesondere Inflation und Zinsen. Die führenden Notenbanken FED und EZB sehen sich nun doch veranlasst, laut über geeignete Maßnahmen nachzudenken, wie man denn der deutlich angezogenen Inflationsrate begegnen könnte. Die US-Notenbank hatte bereits in der vergangenen Woche verkündet, dass sie bald aus der sehr lockeren Geldpolitik aussteigen wird. Kleinere Industrieländer jenseits von Dollar und Euro sind da schon mutiger. Die Norges Bank hat in der vergangenen Woche den Leitzins für die norwegische Krone, die immerhin zu den zehn am meisten gehandelten Währungen zählt, von null auf 0,25 Prozent angehoben und gleichzeitig eine weitere Zinsanhebung für Dezember in Aussicht gestellt. Steigende Zinsen sind bekanntermaßen Gift für die Aktienmärkte und so rauschten nach einem kurzen Zwischenhoch in den vergangenen Tagen DAX, DOW, Nasdaq100, EuroStoxx und S&P 500 gestern unisono nach unten. Besonders Techwerte in Europa und den USA mussten Federn lassen, Werte wie Infineon, AMD und Applied Materials gehörten zu den Schlusslichtern in den Indizes. Schauen wir, wie es weiter geht, der berüchtigte Monat Oktober liegt noch vor uns.

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Newsletter vom 29. September 2021

Martin Braun, Börse Hannover