03.08.2023 – Forum Bundesbank: Italien – Krisenfester als gedacht?

Die Veranstaltungsreihe „Forum Bundesbank“ der Hauptverwaltung in Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt richtet sich an ein interessiertes allgemeines Publikum. Vertreter der Bundesbank und/oder externe Fachleute referieren im Rahmen der Reihe allgemein verständlich zu Grundlagen und aktuellen Fragen des Geldwesens und der Notenbankpolitik.

Thema: Italien – Krisenfester als gedacht?
Referent: 
Dr. Elisabetta Fiorentino, Repräsentantin der Deutschen Bundesbank in Rom, Italien
Termin: Donnerstag, 03.08.2023, 17:00 bis ca. 18:30 Uhr

Ort: Bundesbank-Hauptverwaltung, Georgsplatz 5, 30159 Hannover

Inhalt: Auch Italien war und ist von den jüngsten Krisen stark betroffen. Die Bilder aus der Anfangszeit der Pandemie aus Norditalien sind unvergessen. Die folgenden Lockdowns haben das (Wirtschafts-)Leben beeinträchtigt – nicht nur im Tourismusbereich. Durch Ukraine-Krieg und Energiekrise hat auch in Italien die Teuerung stark zugenommen und die Lieferketten gelitten. Gleichzeitig ist Italien besser durch die Krisen gekommen als andere Länder: Der Economist wählte Italien 2021 zum Land des Jahres, dies u. a. wegen seiner Pandemie-Maßnahmen, und Italien wies auch 2022 ein starkes Wirtschaftswachstum auf. Trotzdem bleibt Italien ein Land mit strukturellen Problemen, darunter der demographische Wandel, die hohe Jugendarbeitslosigkeit und die hohe Staatsverschuldung. Wie geht die neue Regierung die Probleme an? Wie verläuft die Umsetzung des Next Generation EU-Förderprogramms in Italien?

Der Vortrag gibt einen Überblick über die aktuell wichtigsten volkswirtschaftlichen Herausforderungen und fragt: Wie geht es weiter mit Italien?

Die Veranstaltung findet in hybrider Form statt. Eine Anmeldung ist erforderlich. Bitte nutzen Sie dazu den Link unter „Kontakt“. Bitte teilen Sie uns bei Ihrer Anmeldung mit, ob Sie in Präsenz (Deutsche Bundesbank, Georgsplatz 5, 30159 Hannover) oder virtuell via Videokonferenz teilnehmen möchten.



Eine Veranstaltung der Deutschen Bundesbank – Hauptverwaltung Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt

Bei Interesse melden Sie sich bitte an unter: veranstaltungen.hv-bns@bundesbank.de

17.07.2023 – Forum Bundesbank: USA: Inflation, Bankenkrise, Rezession?

Die Veranstaltungsreihe „Forum Bundesbank“ der Hauptverwaltung in Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt richtet sich an ein interessiertes allgemeines Publikum. Vertreter der Bundesbank und/oder externe Fachleute referieren im Rahmen der Reihe allgemein verständlich zu Grundlagen und aktuellen Fragen des Geldwesens und der Notenbankpolitik.

Thema: USA: Inflation, Bankenkrise, Rezession?
Referent: 
Dr. Jens Reich, Leiter der Repräsentanz der Deutschen Bundesbank in New York
Termin: Montag, 17.07.2023, 17:00 bis ca. 18:30 Uhr

Ort: Bundesbank-Hauptverwaltung, Georgsplatz 5, 30159 Hannover

Inhalt: Nachdem die Inflation in den USA lange viel zu hoch war, hat die Federal Reserve eine fulminante geldpolitische Wende vollzogen. Während sich die Inflation durch die mehrfachen Leitzinsanhebungen langsam abkühlt, sind die Vermögenspreise hierdurch unter Druck geraten. Das sogenannte Zinsänderungsrisiko stellt eines der „klassischen“ Risiken im Bankensektor dar. Unglücklicherweise haben viele Banken diese Zinsänderungsrisiken offensichtlich unterschätzt, was zu den größten Abwicklungen seit der Finanzkrise geführt hat. Die Lage hat sich aber durch die Notfallrefinanzierung der Federal Reserve beruhigt. Aber leider hat auch die Aufsicht diese Risiken nicht intensiv genug im Blick gehabt. Viele Banken stehen am Aktienmarkt aber auch hinsichtlich Einlagenabzügen weiter unter Druck, was die Refinanzierungsbedingungen weiter verschärft. Sollte Aufsicht und Regulierung nun verschärft werden, dürfte das ebenfalls die Kreditversorgung belasten. Stehen die Zeichen also auf Rezession?


Die Veranstaltung findet in hybrider Form statt. Eine Anmeldung ist erforderlich. Bitte teilen Sie uns bei Ihrer Anmeldung mit, ob Sie in Präsenz in Hannover, Georgsplatz 5, 30159 Hannover oder virtuell via Videokonferenz teilnehmen möchten. Falls Sie virtuell teilnehmen möchten, benötigen wir eine E-Mail-Adresse, an welche wir die Einwahldaten senden können. Einige Tage vor der Veranstaltung erhalten Sie per E-Mail die Anmeldebestätigung sowie eine detaillierte Beschreibung für Ihre Teilnahme und die benötigten Einwahldaten.
Die Videokonferenz wird über das Programm Cisco Webex Meetings initiiert, die Teilnahme daran ist einfach und für Sie kostenfrei; das Programm können Sie auch auf mobilen Geräten (z.B. Smartphone oder Tablet) nutzen.



Eine Veranstaltung der Deutschen Bundesbank – Hauptverwaltung Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt

Bei Interesse melden Sie sich bitte an unter: veranstaltungen.hv-bns@bundesbank.de

Wer den Regenbogen will, muss den Regen in Kauf nehmen

Martin Schilling

In den letzten Wochen brauchten Aktionäre wieder einmal stabile Nerven. Sorgen über eine erneute Bankenkrise machten sich breit und ließen die Börsenindizes zwischenzeitlich heftig fallen. Dennoch können sich die meisten Aktionäre seit Jahresbeginn über ansehnliche Kurszuwächse freuen. Welche Lehren können hieraus für die Zukunft gezogen werden?

Nachdem im März in Amerika zwei Banken geschlossen wurden und in der Schweiz die Credit Suisse durch eine Notübernahme von der UBS gerettet wurde, machten sich an den Kapitalmärkten Sorgen um eine erneute Bankenkrise breit. In diesem Umfeld tauchte der DAX in kurzer Zeit um rund 1.000 Punkte ab und bescherte den Aktionären teilweise schlaflose Nächte. Erfreulicherweise haben sich diese Sorgen wieder etwas gelegt und die Aktienkurse konnten sich zum Ende des Quartals erholen. Seit Jahresbeginn steht für viele Indizes per Saldo ein relativ deutliches, gemessen am DAX sogar zweistelliges, Kursplus zu Buche. Waren also alle zwischenzeitlichen Ängste nur halb so schlimm?

Rückblickend über längere Zeiträume lässt sich feststellen, dass Krisen mit einer gewissen Regelmäßigkeit auftreten und die Aktienkurse teilweise heftig durcheinanderwirbeln. Dennoch haben sich langfristige Aktieninvestments in den allermeisten Fällen gelohnt. So hat, um beim DAX zu bleiben, der Deutsche Aktienindex in den rund 35 Jahren seines Bestehens deutlich zugelegt und sich nicht nur absolut, sondern auch im Vergleich zu anderen Anlageformen sehr positiv entwickelt. Dies beschrieb bereits der Börsenaltmeister André Kostolany sehr treffend mit dem Satz „Wer gut essen will, kauft Aktien; wer gut schlafen will, kauft Anleihen.“ Man muss als Anleger an den Kapitalmärkten also gewisse Risiken in Kauf nehmen, um einen höheren Ertrag zu realisieren.

Ferner erhöht ein langfristiger Anlagehorizont die Aussichten auf einen überdurchschnittlichen Ertrag. Auch hierzu gibt es ein Zitat des Börsenaltmeisters: „Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.“ Allerdings ist diese Aussage nicht universell gültig. Wer vor 35 Jahren zum Start des Deutschen Aktienindex in ehemals etablierte DAX-Titel wie Deutsche Babcock, Feldmühle Nobel, Karstadt, Kaufhof oder Nixdorf investierte, kann eine ganz andere Geschichte vom langfristigen Investieren und zwischenzeitlichem Weggucken erzählen: Alle diese seinerzeit „goldgeränderten Standardtitel“ sind nach immer größer werdenden unternehmerischen Schwierigkeiten schließlich pleitegegangen.

Was lässt sich hieraus für zukünftige Anlageüberlegungen schließen? Aktien sind meistens, aber nicht in jedem Einzelfall, langfristig aussichtsreiche Anlagen. Zwischenzeitliche Schwankungen werden auch zukünftig auftreten und den Aktionären Sorgen bereiten, müssen aber gewissermaßen als Preis für die höheren erwarteten Erträge in Kauf genommen werden. Diese Schwankungen müssen Aktionäre sowohl von ihrer Mentalität als auch von ihrer persönlichen Vermögenssituation aushalten können.

Ein komplettes Weggucken während schlechter Aktienkursentwicklungen erscheint allerdings nicht geboten. Hier ist im konkreten Einzelfall der Hintergrund für die jeweilige Kursentwicklung genau zu hinterfragen, um böse Überraschungen zu vermeiden. Wem dies im Detail zu kompliziert ist, dem hilft auch der Rat eines anderen bekannten Börsianers – Warren Buffett. Er sagte sinngemäß, es sei vorteilhaft, sich in solchen Fällen einen erfahrenen Geschäftspartner zu suchen und dann sehr genau zuzuhören, was er sagt, um von seinem Fachwissen zu profitieren. Meine Empfehlung an dieser Stelle: Investieren Sie in der für Sie passenden Mischung aus Kostolany und Buffett!

Newsletter vom 19. April 2023

Martin Schilling – Leiter Geschäftsstelle Private Banking Hannover
M.M. Warburg & CO

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