Vor 100 Jahren: Einweihung des erstes eigenen „Börsenheimes“ der Düsseldorfer Börse im Wilhelm-Marx-Haus am 3. Oktober 1924
Ein Blick in die Düsseldorfer Börsengeschichte zeigt, dass der Sitz des Handelsplatzes in der Stadt mehrfach wechselte, seit sich 1853 aus dem Getreidemarkt eine Zentralhandelsbörse entwickelte. Die Treffen fanden zunächst in Räumlichkeiten des Hotels Heck statt. 1875 ist die erste Düsseldorfer Börsenversammlung im Rittersaal der Tonhalle dokumentiert; 1900 zog die Börse in den Saal des Rheinhofs. Schließlich wurde am 3. Oktober 1924 das erste eigene „Börsenheim“ im Wilhelm Marx Haus feierlich eingeweiht. Erst 1957 erfolgte der Umzug in den Neubau am Ernst-Schneider-Platz – bis heute Sitz der Börse Düsseldorf.


🏗 Das Wilhelm-Marx-Haus war bei seiner Fertigstellung 1924 mit 57 Metern Höhe und 12 oberirdischen Geschossen eines der ersten Hochhäuser in Düsseldorf und eines der frühesten in Deutschland sowie damals das höchste „Eisenbetonbauwerk“ in Europa.
💣 Die Börse unterhielt dort zwei Handelssäle in denen die Kurse auf beweglichen Kreidetafeln notiert wurden. Als am 12. Juni 1943 die Börsenräume im Krieg zerstört wurden, kam der Betrieb zum Erliegen. Der Handel wurde später in der Deutschen Bank und der Commerzbank fortgeführt.
🎖 Einen Tag vor der Besetzung Düsseldorfs durch die Alliierten erfolgte am 16. April 1945 die endgültige Börsenschließung. Nur 1 Jahr später, am 15. April 1946, genehmigte die Militärregierung die Wiederaufnahme des Börsenverkehrs im Kasino der Commerzbank.
🚧 Im Februar 1949 siedelte die Düsseldorfer Börse in die Königsallee 2-4 über und im Mai 1949 wurde der amtlichen Handel wieder aufgenommen. Nach umfangreichen Bauarbeiten wurde das Wilhelm-Marx-Haus am 17. April 1951 im Rahmen einer Feierstunde wieder für Börsengeschäfte geöffnet.
🌟 Namensgeber war der Düsseldorfer Oberbürgermeister Wilhelm Marx. Bürger und Besucher der Stadt verbinden mit dem Gebäude oft den weit sichtbaren, roten Persil-Schriftzug am Turm – in den 50er Jahren eine der ersten Leuchtreklamen der Bundesrepublik.

▶ Eintrag „Wilhelm-Marx-Haus“ in der Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm-Marx-Haus
▶ Website Wilhelm-Marx-Haus „Business trifft Tradition“:
https://wilhelm-marx-haus.de/de/
▶ Wilhelm-Marx-Haus bei Baukunst NRW:
https://www.baukunst-nrw.de/objekte/Wilhelm-Marx-Haus–1048.htm
▶ Wilhelm-Marx-Haus bei Düsseldorf Tourismus: https://www.visitduesseldorf.de/attraktionen/wilhelm-marx-haus-9473066e2b


Drittes Reich und 2. Weltkrieg
Die nationalsozialistische Herrschaft brachte zunächst im Zuge einer weltwirtschaftlichen Gesamtentwicklung einen konjunkturellen Aufschwung. Die Rüstungswirtschaft ließ das Wirtschaftswachstum in Rheinland – Westfalen länger anhalten, bis die Auswirkungen des 2. Weltkrieges zu fundamentalen Schäden führten. Das Bank- und Börsenwesen erhielt seine Ausrichtung durch die Einspannung in Arbeitsbeschaffungs- und Rüstungsausgaben. Im Mai 1945 war Deutschlands Wirtschaft auf einem katastrophalen Tiefpunkt angelangt.
1934: Gesetz über den Wertpapierhandel
Die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik ergriff auch die Börsen. Durch Erleichterung der Zulassung von Wertpapieren und einer damit verbundenen Bevorzugung größerer Unternehmen gegenüber Mittel- und Kleinbetrieben erfolgte der erste Schritt zum Aufbau einer Rüstungsindustrie.
1935: Verringerung der Zahl der Wertpapierbörsen
Durch einen Erlaß des Reichswirtschaftsministers wurde im Interesse eines funktionalen deutschen Wertpapiermarktes die Anzahl der deutschen Börsen von 21 auf 9 herabgesetzt. In diesem Rahmen übernahm die Rheinisch-Westfälische Börse zu Düsseldorf die bisherigen Aufgaben der Börsenplätze von Köln und Essen mit Sitz in Düsseldorf.
1939: Kriegsfinanzierung
Die Aktienmärkte standen unter dem Einfluß der Kriegsfinanzierung. Durch die Ausgabe sogenannter NF-Steuergutscheine sollten Aufträge der öffentlichen Hand finanziert werden.
1943: Zerstörung der Börsenräumlichkeiten
Börsenversammlungen konnten kriegsbedingt nicht mehr täglich abgehalten werden. Der Börsenbetrieb kam zum Erliegen, als am 12. Juni 1943 die Börsenräume des Wilhelm-Marx-Hauses zerstört wurden. Die Geschäfte konnten am 9. Juli in den Räumlichkeiten der Deutschen Bank wiederaufgenommen werden. Nach einer weiteren Zerstörung wechselte der Börsenhandel in das Gebäude der Commerzbank. Einen Tag vor der Besetzung Düsseldorfs durch die Alliierten erfolgte am 16. April 1945 die endgültige Börsenschließung.
Börse Hamburg: Commerzbank neuer Handelspartner der „LS Exchange“
Hamburg, 16. Mai 2019 – Kunden der Commerzbank können ab sofort über das elektronische Handelssystem „LS Exchange“ der Börse Hamburg handeln. Das System bietet den Direkthandel zwischen Market Maker und Anleger unter der Handelsüberwachung der Börse Hamburg. Dabei fallen weder Maklercourtage noch Börsenentgelt an. Anleger profitieren somit von den Vorteilen des Live Tradings und der Sicherheit und Qualität einer regulierten Wertpapierbörse.
International handeln durch flexible Handelszeiten
Rund 8.000 nationale und internationale Wertpapiere werden bei der LS Exchange montags bis freitags von 7:30 bis 23:00 Uhr gehandelt – darunter deutsche Standardaktien sowie zahlreiche ausländische Aktien, ETFs und Anleihen. Da auch die Handelszeit der wichtigsten US-Börsen mit abgedeckt ist, sind Anleger besonders flexibel.
Commerzbank als starker Partner
Als eine der führenden, international agierenden Geschäftsbanken mit mehr als 18 Millionen Privat- und Unternehmerkunden sowie über 70.000 Firmenkunden, multinationalen Konzernen, Finanzdienstleistern und institutionellen Kunden ist die Commerzbank ein starker Handelspartner. „Mit der Commerzbank als eine der führenden deutschen Großbanken eröffnet sich für die LS Exchange ein großes Kundenpotenzial. Wir freuen uns, neben der Tochter comdirect, nun auch die Muttergesellschaft zu unseren Handelsteilnehmern zählen zu können“, erklärt Dr. Thomas Ledermann, Geschäftsführer der Börse Hamburg und Vorstand der BÖAG Börsen AG.