Börse Düsseldorf: Liberation Day als Börsen-Unwort 2025 gewählt
- Trumps Zollpolitik nach dem „Liberation Day“ wirbelte die Märkte durcheinander
- Kandidaten „Big Beautiful Bill“ und „Friedensangst“ landen auf den Folgeplätzen
- Profis aus dem Börsenumfeld bestimmten zum 25. Mal das Unwort der Branche
Düsseldorf, 13. Januar 2026 – Der „Liberation Day“ bleibt als prägendes Unwort der Börsen- und Finanzwelt für das Jahr 2025 in Erinnerung. Zu diesem einhelligen Urteil kam sowohl die Experten-Umfrage unter den Mitarbeitenden der Börsen, Market Maker und Gremien, als auch das öffentliche Online-Voting. Auf das Gewinnertreppchen schafften es des Weiteren die Kandidaten „Big Beautiful Bill“ und „Friedensangst“, während für „Fiskal-Bazooka“ und „Demokratisierung der Geldanlage“ nur die Folgeplätze blieben. Es ist das 25. Mal, dass am Düsseldorfer Handelsplatz das offizielle Börsen-Unwort für das vergangene Jahr ermittelt wird. Begonnen hatte es mit dem Begriff „Gewinnwarnung“ für das Jahr 2001.
US-Präsident Donald Trump proklamierte am 2. April 2025 den „Liberation Day“, als er ankündigte, für rund 180 Länder und Territorien neue Zölle auf in die USA importierte Waren zu erheben. Während der Name eine Befreiung der US-Wirtschaft von vermeintlich unfairen Handelspartnern suggerierte, verbarg sich dahinter die Ankündigung der aggressivsten Zollpolitik seit Jahrzehnten. An den internationalen Börsen lösten die Zölle einen massiven Kursrutsch aus, führten zu einer höheren Volatilität und belasteten insbesondere Branchen, die von globalen Lieferketten abhängen. Für private wie institutionelle Anleger bedeutete dieser Tag keine Befreiung, sondern der Beginn erheblicher Marktunsicherheit. Mit „America First“ wurde dem US-Präsidenten bereits für das Jahr 2018 ein Börsen-Unwort zugeschrieben.
„Alle Äußerungen von US-Präsident Donald Trump – egal ob in Interviews, offiziellen Statements oder auf Social Media – werden von der Börse sehr aufmerksam verfolgt und können oftmals Auslöser für steigende oder fallende Kurse sein“, so Dr. Rolf Deml, Geschäftsführer der Börse Düsseldorf. „Auch wenn die angekündigten Zölle durch intensive Nachverhandlungen und bilaterale Abkommen inzwischen vielfach gesenkt wurden, markiert der Liberation Day einen Wendepunkt im globalen Welthandel und hat die Beziehungen der USA zu Deutschland und Europa nachhaltig belastet“, so der Börsenchef weiter.
Das zweitplatzierte Börsen-Unwort „Big Beautiful Bill“ geht auf Trumps Wirtschafts- und Steuerpolitik im letzten Jahr zurück. Die „Friedensangst“ kam 2025 bei manchen Aktionären von im Kurs hoch gelaufenen Rüstungsaktien auf, wenn sich in militärischen Konfliktherden eine Entschärfung der Lage abzeichnete. Als „Fiskal-Bazooka“ wurde das im Parlament als Sondervermögen verabschiedete milliardenschwere Investitionspaket bezeichnet, unter anderem zur Modernisierung von Infrastruktur und Verteidigung. Und unter dem Deckmantel einer „Demokratisierung der Geldanlage“ wurde Privatanlegern ein niederschwelliger Zugang zur riskanten Assetklasse Private Equity ermöglicht, die bisher nur besonders vermögenden oder professionellen Investoren vorbehalten war.
Seit 25 Jahren ermittelt das Team der Börse Düsseldorf ein Börsen-Unwort im jährlichen Rückblick. Die Wahl erfolgt in Anlehnung an die 1991 ins Leben gerufene sprachkritische Aktion des Germanisten Prof. Dr. Horst Dieter Schlosser. Die bisherigen Börsen-Unwörter lauten: „StaRUG“ (2024), „Ultradiversifikation“ (2023), „Zufallsgewinne“ (2022), „Taschengeld-Trader“ (2021), „Corona-Gewinner“ (2020), „Finanztransaktionssteuer“ (2019), „America First“ (2018), „Bitcoin Boom“ (2017), „Anlagenotstand“ (2016), „Zinswende“ (2015), „Guthabengebühr“ (2014), „Billiges Geld“ (2013), „Freiwilliger Schuldenschnitt“ (2012), „Euro-Gipfel“ (2011), „Euro-Rettungsschirm“ (2010), „Bad Bank“ (2009), „Leerverkauf“ (2008), „Subprime“ (2007), „Börsen-Guru“ (2006), „Heuschrecken“ (2005), „Seitwärtsbewegung“ (2004), „Bester Preis“ (2003), „Enronitis“ (2002) und das erste Düsseldorfer Börsen-Unwort war „Gewinnwarnung“ (2001).

Über die Börse Düsseldorf
Die Börse Düsseldorf ist einer der wichtigsten Handelsplätze für Privatanleger in Deutschland. Im maklergestützten Handel sichert das seit 1999 bestehende Quality Trading erstklassige Handelsbedingungen und Leistungsgarantien, beispielsweise Courtage-Befreiung für alle Aktiengeschäfte. Zudem können Anleger seit 2001 über das elektronische Handelssystem Quotrix ganz ohne börsliche Kosten, schnell und direkt mit dem Market Makern handeln oder Limitorders platzieren – inklusive neutraler Handelsüberwachung. Neben den handelsseitigen Leistungen bietet die Börse Düsseldorf im Freiverkehr unter anderem mit dem Qualitätssegment Primärmarkt attraktive Listing-Möglichkeiten für kleinere und mittelgroße Unternehmen. Die nordrhein-westfälische Börse hat ihren Ursprung im Jahr 1553 in Köln, 1875 fand die erste Düsseldorfer Börsenversammlung statt. Seit 2017 ist die BÖAG Börsen AG Trägerin der öffentlich-rechtlichen Börse Düsseldorf. Sie betreibt zudem die Börse Hamburg und Börse Hannover inklusive deren elektronische Handelssysteme LS Exchange und European Investor Exchange.
Zitat der Woche: Friedrich Merz

„Wir brauchen eine Art European Stock Exchange, damit erfolgreiche Unternehmen wie zum Beispiel BioNTech aus Deutschland nicht an die New Yorker Börse gehen müssen.“
Friedrich Merz
Bundeskanzler
(am 16.10.2025 in seiner Regierungserklärung
zum bevorstehenden EU-Gipfel im Bundestag)
Das Zitat kommt Ihnen irgendwie bekannt vor? Gutes Gedächtnis!
Ganz ähnlich hat Friedrich Merz bereits Anfang Juni 2025 für einen starken europäischen Kapitalmarkt argumentiert. Doch diesmal war das Presse-Echo viel größer, wobei der Idee nach Meinung vieler Finanzjournalisten aufgrund egoistischer Interessen der EU-Länder nur wenig Erfolgschancen eingeräumt wird.
Dabei gibt es doch bereits eine europäische Börse: Die European Investor Exchange unter dem Dach der Börse Hannover! Das hat auch schon der „Marktgeflüster Podcast“ in Folge 170 bemerkt:

Schwache deutsche Konjunktur mit Aussicht auf Besserung

Eine schwächere Dynamik der deutschen Wirtschaft im zweiten Quartal war absehbar, denn am Jahresanfang haben viele Unternehmen in der Erwartung künftig höherer Zölle Aufträge und Produktion vorgezogen, die in den Folgemonaten fehlten. Trotzdem sorgten die finalen Daten des Statistischen Bundesamts zum deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) für Ernüchterung. Mit 0,3 Prozent schrumpfte die gesamtwirtschaftliche Wertschöpfung stärker als angenommen. Vor allem die Industrieproduktion und die Exporte fielen schwächer aus, nachdem diese im ersten Quartal noch stärker zulegen konnten. Der private Konsum stieg um gerade einmal 0,1 Prozent, sodass vor allem der Anstieg der staatlichen Konsumausgaben um 0,8 Prozent noch schwächere Wachstumsdaten verhinderte.
Beim Blick nach vorn spielt weiterhin der kaum kalkulierbare Handelskonflikt mit den USA eine entscheidende Rolle. Zwar haben sich EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen und US-Präsident Trump auf einen Zollsatz in Höhe von 15 Prozent auf Exporte aus der EU in Richtung USA geeinigt. Allerdings fällt dieser deutlich höher aus als zuvor. Zudem sind einige Aspekte noch unklar, bspw. wann die Absenkung der Zölle auf Autoexporte von derzeit 27,5 Prozent erfolgt. Es ist auch davon auszugehen, dass künftig immer wieder neue oder höhere Zölle vonseiten der US-Regierung ins Spiel gebracht werden.
Trotzdem untermauern aktuelle Umfragen unter Unternehmen die Hoffnung auf eine moderate konjunkturelle Erholung in den kommenden Monaten. So setzte der ifo-Geschäftsklimaindex seinen Trend im bisherigen Jahresverlauf fort und fiel leicht höher aus. Man kann zwar nicht von verbreitetem Optimismus sprechen, aber einige Unternehmen schauen zumindest weniger pessimistisch auf ihre künftigen Geschäftserwartungen. Der HCOB-Einkaufsmanagerindex stieg für das Verarbeitende Gewerbe sogar auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren und rangiert erstmals wieder knapp unter der Grenze von 50 Punkten, deren Überschreiten eine künftig steigende Produktion anzeigen würde. Wichtig für die Wachstumsstabilisierung wäre wieder etwas mehr Unterstützung vonseiten der Politik in Deutschland. Dabei helfen die Aussicht auf höhere Investitionen zur Ertüchtigung der Infrastruktur und der Verteidigungsfähigkeit in den kommenden Jahren sowie verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten nur bedingt. Vielmehr braucht es klar erkennbare Signale zur weiteren Steigerung der Attraktivität des Standorts Deutschland, allen voran den ersehnten Abbau bürokratischer Hürden.

Newsletter vom 27. August 2025
Carsten Mumm – Chefvolkswirt und
Leiter der Kapitalmarktanalyse
Privatbank Donner & Reuschel
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Es kann doch nur nach oben gehen, oder?

An der weltpolitischen Lage ändert sich seit Monaten, zum Teil seit Jahren, nichts. Die Kriege nehmen kein Ende und Herr Trump beehrt uns immer noch fast täglich mit neuen Ideen, die ihn und nach seiner Ansicht Amerika, nach vorne bringen sollen. Die internationalen Marktteilnehmer reagieren unterschiedlich auf die Nachrichten aus Übersee. Auch die immer wieder angestrebten Friedensbemühungen haben natürlich Auswirkungen auf die Märkte. Zum Teil werden diese aber auch nur sehr punktuell umgesetzt. So kommen Rüstungsunternehmen durch Gesprächsankündigungen zum Frieden oder Lieferungseinstellungen von Rüstungsgütern zunehmend unter Druck. Containerfirmen können dagegen zulegen, könnten Lieferwege doch möglicherweise wieder sicherer werden.
Solche Bewegungen haben natürlich nur einen sehr untergeordneten Einfluss auf die Märkte insgesamt. Was in den letzten Wochen allerdings aufgefallen ist, sind die unterschiedlichen Beurteilungen für die Märkte. Noch bis zum Frühsommer konnte sich der DAX deutlich besser entwickeln, als die US-Märkte. Das Vertrauen der US-Marktteilnehmer in den eigenen Markt schien durch die Wankelmütigkeit des US-Präsidenten erschüttert zu sein.
Diese Entwicklung hat sich allerdings seit Mitte Juli deutlich verändert. Der breit gefasste S&P500 konnte neue Tops generieren, während sich der DAX bereits seit Mitte Mai in einer Seitwärtsrange bewegt. Die Stimmung ist also von Deutschland nach Amerika umgeschwenkt. Wie nachhaltig dieses Auseinanderlaufen der Märkte ist, kann kaum vorhergesagt werden.
Früher oder später dürften sich die US-Investoren sicher auch wieder dem deutschen Markt zuwenden, zumal deutsche Aktien ohnehin überwiegend in ausländischen Händen liegen. Von der technischen Seite her bewegt sich der deutsche Leitindex seit Wochen in besagter Seitwärtsrange. Immer wenn die obere Begrenzung erreicht ist und eine entsprechende Korrekturbewegung einsetzt, ist die Aufregung bei den Marktteilnehmern recht groß.
Es herrscht also eine Unsicherheit, die im Bereich der oberen Begrenzung immer wieder zu Abgaben führt. So kann kein Ausbruch aus dieser Range erfolgen. Auch wenn Indikatoren in Seitwärtsbewegungen eigentlich recht verlässliche Signale geben, kann derzeit davon kaum die Rede sein.
Solange keine nachhaltig belastbare Einigung im Zollstreit (auf der ganzen Welt) eintritt und keine Entspannung bei den Krisen in Sicht ist, werden die Marktteilnehmer mit diesem Dilemma leben müssen. Eine Konzentration auf Unternehmens- und Wirtschaftsdaten wird so nur am Rande möglich sein. Die Technik liefert hier also derzeit das, was sie soll: Die Stimmung der Marktteilnehmer optisch darzustellen!

Newsletter vom 13. August 2025
Christoph Geyer – stellv. Regionalmanager
VTAD Frankfurt
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Europa gibt die (Zins-) Richtung vor

US-Präsident Donald Trump dürfte in diesen Tagen neidisch nach Europa schauen, zumindest mit Blick auf die Geldpolitik. Denn anders als von ihm seit Monaten bei der US-Notenbank Fed eingefordert, sinken in der Eurozone seit rund einem Jahr stetig die Leitzinsen – ausgehend von 4,50 auf mittlerweile 2,15 Prozent p.a. In den USA hingegen stehen im bisherigen Senkungszyklus nur drei und in diesem Jahr noch keine Anpassungen zu Buche. Die Leitzinsspanne liegt mit 4,25 bis 4,50 Prozent p.a. auf einem deutlich höheren Niveau.
Die Zeiten, in denen europäische Geldpolitik vermeintlich nur den US-Vorgaben folgte, sind damit offensichtlich vorbei. Den Hintergrund dieser Diskrepanz mag Trump hingegen kaum nachvollziehen. So ist die Inflation in der Eurozone im Mai mit 1,9 Prozent unter die geldpolitische Zielmarke von 2 Prozent gerutscht. Die Projektionen der EZB gehen im Mittel des kommenden Jahres sogar nur von 1,6 Prozent Teuerungsrate aus. Vor allem die im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunkenen Energiepreise und der stark aufgewertete Euro, durch den in Dollar gehandelte Rohstoffe an den Weltmärkten günstiger eingekauft werden können, drückt hierzulande die Preisniveaus. In den USA liegt die Inflation mit 2,4 Prozent derzeit zwar nur marginal höher, allerdings ist davon auszugehen, dass Zollanhebungen sowie die restriktive Migrationspolitik der US-Regierung künftig steigende Preise zur Folge haben werden.
Im weiteren Jahresverlauf ist vonseiten der EZB noch mit ein bis zwei weiteren Leitzinssenkungen zu rechnen, wenngleich bei der nächsten Ratssitzung Mitte Juli zunächst eine Zinsanpassungspause eingelegt werden könnte. Die Fed hingegen hat aus ökonomischer Perspektive bisher keine Veranlassung die Leitzinsen zu lockern. Denn neben der noch erhöhten Teuerung ist die zweite Zielkomponente der US-Notenbank, ein hohes Beschäftigungsniveau, trotz zunehmender Anzeichen für eine wirtschaftliche Abkühlung in den USA derzeit nicht gefährdet. Vielmehr sorgt die mit 4,2 Prozent anhaltend niedrige Arbeitslosigkeit weiterhin für einen dynamischen Lohnanstieg in Höhe von zuletzt 0,4 Prozent im Mai und damit lohninduzierte Inflationsgefahren. Erst wenn das schwächere Wachstum in den kommenden Monaten auch auf den Arbeitsmarkt durchschlagen sollte, könnte die Fed sich veranlasst sehen, ebenfalls die Leitzinsen zu senken – dem zunehmenden politischen Druck vonseiten der US-Regierung zum Trotz.

Newsletter vom 02. Juli 2025
Carsten Mumm – Chefvolkswirt und
Leiter der Kapitalmarktanalyse
Privatbank Donner & Reuschel
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Musk gegen Trump, Trump gegen die Welt… und dann noch die Kriege

Wenn es etwas gibt, was die Börsianer hassen, dann ist es Unsicherheit. Derzeit wird an allen Fronten gekämpft. Da sind die immer noch schwelenden und sich inzwischen ausweitenden Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten. Der Handelskrieg, den der neue US-Präsident mit seinen Zollankündigungen vom Zaun gebrochen hat, ist ebenso nicht gelöst, wie die Anfeindungen zwischen den beiden Alphatieren Musk und Trump. Auch wenn Elon Musk seine Aussagen inzwischen relativiert hat (sicher nicht ganz ohne entsprechende „Nachhilfe“), ist das berühmte Tischtuch zwischen diesen beiden Herren sicher zerrissen. Im Falle des Themas Musk sind nur die Aktien des Auto- und Weltraum-Visionärs betroffen.
Die „Rundum-Angriffe“ im Nahen Osten haben zuletzt für einen kräftig anziehenden Öl-Preis gesorgt. Der nicht enden wollende Krieg in der Ukraine führt zu Kursavancen bei Rüstungsunternehmen. Auf den ersten Blick handelt es sich hier immer nur um begrenzte Bereiche, die von der jeweiligen Situation betroffen sind.
Jeder Bereich für sich hat aber wieder Auswirkungen auf den Gesamtmarkt und die Unsicherheit, die sich durch die zuletzt am deutschen Aktienmarkt in Form von sogenannten Doji’s (Eröffnungs- und Schlusskurse nahezu auf einem Niveau) gezeigt hat, nimmt offenbar zu. So konnte auch der deutliche Rückgang, der technisch nicht ganz überraschend gekommen ist, am Freitag erklärt werden.
Sicher steht der deutsche Markt nicht vor einem Crash, auch wenn man einen solchen kaum vorhersagen kann. Trotzdem haben sich die Anzeichen zuletzt vermehrt, dass eine Korrekturbewegung einsetzen würde.
Die aktuell erreichte Unterstützungszone sollte zunächst gehalten werden können. Selbst bei einem Bruch dieses Bereichs wäre der übergeordnete Aufwärtstrend noch immer intakt. Die nächste Unterstützungszone verläuft im Bereich von 22.250 Punkten und sollte dort spätestens halten können. Für den Aufwärtstrend sind solche Rückschläge gesund und bieten meist günstige Nachkaufgelegenheiten.
Die Umstände, die zum jüngsten Einbruch geführt haben sind allerdings eher besorgniserregend. Somit sollte auch eine Einstiegsoperation mit der nötigen Vorsicht vorgenommen werden. Insgesamt scheint aber der deutsche Aktienindex weiter auf dem Weg nach oben zu sein, während sich die US-Märkte eher zurückhaltender verhalten.

Newsletter vom 18. Juni 2025
Christoph Geyer – stellv. Regionalmanager
VTAD Frankfurt
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Zitat der Woche: Friedrich Merz

„Ich möchte nicht mehr sehen, dass zwei Unternehmen, wie z.B. Curevac oder BioNTech, die in Deutschland gegründet worden sind, die sensationellen Erfolg haben, die richtig gut sind […], dass solche Unternehmen mangels europäischem Kapitalmarkt an die NASDAQ, an die NYSE nach New York gehen müssen, weil sie hier in Europa keinen Kapitalmarkt vorfinden.“
Friedrich Merz
Bundeskanzler
Keine Prognose ohne den Faktor „Trump“

Die Politik der US-Regierung unter Präsident Donald Trump kann man zumindest als unkonventionell bezeichnen. Das muss nicht schlecht sein, denn neue Wege könnten bisher nicht vorhandene Lösungsansätze für einzelne Herausforderungen ergeben.
Allerdings kommt es auf die Art und Weise an. Eine wesentliche Nebenwirkung des neuen politischen, teils erratischen und schwer kalkulierbaren Stils in den USA ist die enorm gestiegene Unsicherheit. Damit reduziert sich die Planungssicherheit von Unternehmen und Analysten. Viele Prognosen zu künftigen Umsatz- und Gewinnentwicklungen oder zu volkswirtschaftlichen und Kapitalmarktperspektiven stehen heute unter dem Vorbehalt möglicher politischer Kehrtwenden aus den USA. Die Verunsicherung rüttelt sogar an einigen jahrzehntealten Grundfesten der Kapitalmärkte. Es geht um die Frage, ob die USA auch künftig der Stabilitätsanker der Weltwirtschaft und der internationalen Börsen sein werden.
Der Dollar wertete während der zollpolitisch induzierten Kursturbulenzen Anfang April deutlich ab. Bisher fungierte die US-Währung in Krisenzeiten als „sicherer Hafen“ der Kapitalanlage und legte zumeist zu. In diesem Fall suchten Anleger aber Sicherheit in anderen Krisenwährungen, wie bspw. Gold. Für eine Schwächung des Dollars und steigende Edelmetallnotierungen sorgte zuletzt auch die Zustimmung des Repräsentantenhauses zu den von Trump initiierten Steuersenkungen, deren Folge eine weitere Ausweitung der Staatsschulden sein werden. Zudem senkte die Rating-Agentur Moody`s die Bonitätseinschätzung der USA. Entsprechend stiegen Renditen für US-Staatsanleihen an und verteuern den Schuldendienst zusätzlich.
Die Umschichtung internationalen Anlagekapitals aus den USA zeigt sich auch an außergewöhnlichen Entwicklungen an den Aktienbörsen. Während der deutsche Aktienindex DAX mit knapp 20 Prozent Kursplus im bisherigen Jahresverlauf nahe seines Allzeithochs notiert, liegen US-Aktien des S&P 500 im Minus. Dabei spielt sicher auch ein zuversichtlicherer Blick auf Europa eine Rolle. Und es ist nicht sicher, ob diese außergewöhnliche Diskrepanz anhält, denn für US-Aktien werden immer noch höhere Gewinnzuwächse erwartet. Allerdings wäre eine wichtige Voraussetzung für eine wieder zunehmende Attraktivität des amerikanischen Kapitalmarkts eine höhere Berechenbarkeit vonseiten der US-Regierung.

Newsletter vom 28. Mai 2025
Carsten Mumm – Chefvolkswirt und
Leiter der Kapitalmarktanalyse
Privatbank Donner & Reuschel
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Zitat der Woche: Donald J. Trump

„Ich war äußerst zufrieden mit der 50%igen Zollzuteilung an die Europäische Union, insbesondere da sie unsere Verhandlungen mit ihnen (gelinde gesagt!) „verschleppt“ hat. Bedenken Sie, dass ich befugt bin, einen Deal für den Handel mit den Vereinigten Staaten auszuhandeln, falls wir uns nicht einigen können oder unfair behandelt werden. Ich wurde gerade informiert, dass die EU dazu aufgerufen hat, schnell Termine für Treffen festzulegen. Das ist ein positives Ereignis, und ich hoffe, dass sie ENDLICH, wie ich es von China gefordert habe, die europäischen Länder für den Handel mit den Vereinigten Staaten öffnen. Beide wären sehr glücklich und erfolgreich, wenn sie das tun würden!
Donald John Trump
US-Präsident
(Am 27.05.2025)
X-Beitrag von @TrumpDailyPosts
Zitat der Woche: John Pierpont Morgan

„Gold ist Geld, alles andere ist Kredit.“
John Pierpont Morgan
Bankier
