Nach 9 Monaten alle Aktienindizes zweistellig im Plus

Die Bilanz nach den ersten 9 Monaten 2024 sieht erstaunlich positiv aus. Alle führenden Aktienindizes liegen prozentual zweistellig im Plus. Spitzenreiter ist der S&P500 mit +21 Prozent, gefolgt vom Nasdaq100 mit +19 Prozent. Danach folgen der DAX +15 Prozent, Nikkei und Dow Jones mit +13 Prozent und der EuroStoxx50 mit +11 Prozent. Das sind respektable Ergebnisse vor dem Hintergrund eines eher schwachen wirtschaftlichen Umfeldes, ungelöster Krisenherde in der Ukraine und Nahost sowie einer eher zögerlichen Zinssenkungsstrategie, zumindest seitens der Fed. Die Nase vorn hat nach drei Viertel des Jahres aber nicht der Aktienmarkt, sondern der Bitcoin mit einer Performance von +50 Prozent. Und auch das Gold konnte mit +28 Prozent die meisten Aktien outperformen. Wo Licht ist, da ist bekanntlich auch Schatten. Einzelne Branchen konnten da nicht mithalten, wie z. B. die Automobile, die im gleichen Zeitraum überwiegend zweistellig im Minus liegen. Volkswagen Vz -15 Prozent, BMW -21 Prozent, Stellantis -42 Prozent.

Wie geht es nun weiter in den letzten 3 Monaten bis Jahresende – wobei wir tatsächlich über 2 Monate reden, denn im Dezember sind bei den meisten Investoren die Bücher bereits geschlossen? Eine nicht zu unterschätzende Unwägbarkeit ist die bevorstehende Präsidentschaftswahl in den USA. Trump oder Harris, wer wird das Rennen machen? Die tatsächlichen Auswirkungen auf die US-Wirtschaft dürften überschaubar sein, aber die Polarisierung beider Personen im Wahlkampf spricht Bände.

Rund einen Monat müssen wir uns noch gedulden, bis das Ergebnis nach dem 5. November feststeht. Spannende Wochen, in denen mit zunehmend harten Bandagen gekämpft wird und in denen auch noch die eine oder andere Überraschung aus dem Hut gezaubert werden können. Warten wir es ab, vielleicht bleibt uns durch diese Ablenkung eine Korrektur im Crash-Monat Oktober erspart!

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Newsletter vom 2. Oktober 2024

Martin Braun, Börse Hannover

Konjunktursorgen belasten die Märkte trotz Zinssenkungen

Das Geschäftsklima für Selbstständige hat sich im August deutlich eingetrübt. Der „Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex“ fiel von minus 13,4 auf minus 18,4 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Jahresbeginn. Ein zentrales Problem sei der Auftragsmangel, Großunternehmen wie Verbraucher hielten sich mit Aufträgen zurück. Die Geschäftsaussichten für die kommenden 6 Monate werden laut ifo-Institut noch schlechter bewertet.

Die schwache deutsche Wirtschaft und weltweite Krisen belasten nach Einschätzung der Bundesbank 2024 auch die deutschen Banken. Trotz sinkender Inflation bestehe weiterhin große Unsicherheit hinsichtlich der weiteren gesamtwirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklung. So dürften die Risiken für Kreditausfälle weiter steigen, was höhere Abschreibungen für notleidende Kredite wahrscheinlicher mache. Zudem bleibe das Kreditneugeschäft verhalten und es gebe Druck auf die Zinsüberschüsse.

Das sind alles keine guten Nachrichten und es ist noch kein Licht am Horizont erkennbar, zumindest für den Standort Deutschland. Derweil richten sich am heutigen Mittwoch alle Blicke gespannt auf die Ergebnisse der Fed-Sitzung. Eine Zinssenkung gilt als sicher, allein ihre Höhe bleibt abzuwarten: Normal (0,25), Groß (0,50) oder sogar Jumbo (0,75) – klingt wie beim Schnellrestaurant, wäre aber denkbar. Auf der Pressekonferenz am Abend wird von Fed-Chef Powell zudem ein Ausblick für den Rest des Jahres erwartet, ob nach dem Einleiten der Zinswende weitere Schritte nach unten folgen sollen.

Nach einer kurzen Abwärtsbewegung bis Mitte letzter Woche zeigen sich die Aktienmärkte in den zurückliegenden Tagen teilweise erholt, aber insgesamt verhalten. Die Zinsfantasie ist bereits eingepreist und jetzt stellt sich die Frage, ob die Zinssenkungen von Fed und EZB zeitnah Wirkung zeigen und in welchem Ausmaß. Gelingt eine sanfte Landung in den USA oder wird es eine Bruchlandung? Hinzu kommt die heiße Phase der US-Präsidentschaftswahl. Es bleibt auf jeden Fall spannend in den nächsten Wochen und Monaten!

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Newsletter vom 18. September 2024

Martin Braun, Börse Hannover

Aktien nach neuen Rekorden schwächer

Knapp verfehlt ist auch daneben, die Marke von 19.000 Punkten will beim DAX einfach nicht fallen. Gestern früh gelang mit 18.990,78 Zählern noch ein neues Allzeithoch, doch danach war die Luft raus und nach den Einbrüchen der am Montag geschlossenen US-Aktienmärkte – Dow Jones und Nasdaq verloren 1,5 bzw. 3,3 Prozent und auch der Nikkei verlor über Nacht 4,2 Prozent – werden böse Erinnerungen an Anfang August wach. Der DAX eröffnete heute Morgen nochmal schwächer bei 18.600 Punkten.
Derweil warten viele auf neue Zahlen aus den USA und der Eurozone. Nach Handelsende in den USA folgt heute dann der Fed-Konjunkturbericht („Beige Book“) und der Blick der Anleger auch in Deutschland richtet sich danach auf den am Freitag in den USA anstehenden US-Arbeitsmarktbericht, der mit Blick auf die Geldpolitik der Federal Reserve als wegweisend gilt. Die erste Zinssenkung in den USA im September gilt als beschlossene Sache und weitere könnten noch in diesem Jahr folgen, ob jedoch das erhoffte Soft Landing der Wirtschaft eintritt, gilt als zweifelhaft. Nicht alle Marktteilnehmer glauben daran, einzelne kritische Stimmen finden sogar nachvollziehbare Argumente für ihre Bedenken.
„Bei Aktien seien die Erwartungen von 12 Prozent Wachstum bei den Unternehmensgewinnen für 2025 ambitioniert. Die Konjunktur muss nach erfolgreicher weicher Landung sogleich wieder durchstarten, um Anleger nicht zu enttäuschen“, so Ernst Konrad vom Vermögensverwalter Eyb & Wallwitz.
Ob das realistisch ist, ist eine berechtigte Frage und anscheinend schaut man zurzeit sehr genau, ob die hohen Investitionen in KI auch zeitnah Früchte tragen. Bei hohen Erwartungen ist das Enttäuschungspotenzial umso größer. Ein heißer Herbst mit hohen Volatilitäten und dem Sonderfaktor US-Wahl ist somit nicht ausgeschlossen.

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Newsletter vom 04. September 2024

Martin Braun, Börse Hannover