Musk gegen Trump, Trump gegen die Welt… und dann noch die Kriege

Wenn es etwas gibt, was die Börsianer hassen, dann ist es Unsicherheit. Derzeit wird an allen Fronten gekämpft. Da sind die immer noch schwelenden und sich inzwischen ausweitenden Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten. Der Handelskrieg, den der neue US-Präsident mit seinen Zollankündigungen vom Zaun gebrochen hat, ist ebenso nicht gelöst, wie die Anfeindungen zwischen den beiden Alphatieren Musk und Trump. Auch wenn Elon Musk seine Aussagen inzwischen relativiert hat (sicher nicht ganz ohne entsprechende „Nachhilfe“), ist das berühmte Tischtuch zwischen diesen beiden Herren sicher zerrissen. Im Falle des Themas Musk sind nur die Aktien des Auto- und Weltraum-Visionärs betroffen.
Die „Rundum-Angriffe“ im Nahen Osten haben zuletzt für einen kräftig anziehenden Öl-Preis gesorgt. Der nicht enden wollende Krieg in der Ukraine führt zu Kursavancen bei Rüstungsunternehmen. Auf den ersten Blick handelt es sich hier immer nur um begrenzte Bereiche, die von der jeweiligen Situation betroffen sind.
Jeder Bereich für sich hat aber wieder Auswirkungen auf den Gesamtmarkt und die Unsicherheit, die sich durch die zuletzt am deutschen Aktienmarkt in Form von sogenannten Doji’s (Eröffnungs- und Schlusskurse nahezu auf einem Niveau) gezeigt hat, nimmt offenbar zu. So konnte auch der deutliche Rückgang, der technisch nicht ganz überraschend gekommen ist, am Freitag erklärt werden.
Sicher steht der deutsche Markt nicht vor einem Crash, auch wenn man einen solchen kaum vorhersagen kann. Trotzdem haben sich die Anzeichen zuletzt vermehrt, dass eine Korrekturbewegung einsetzen würde.
Die aktuell erreichte Unterstützungszone sollte zunächst gehalten werden können. Selbst bei einem Bruch dieses Bereichs wäre der übergeordnete Aufwärtstrend noch immer intakt. Die nächste Unterstützungszone verläuft im Bereich von 22.250 Punkten und sollte dort spätestens halten können. Für den Aufwärtstrend sind solche Rückschläge gesund und bieten meist günstige Nachkaufgelegenheiten.
Die Umstände, die zum jüngsten Einbruch geführt haben sind allerdings eher besorgniserregend. Somit sollte auch eine Einstiegsoperation mit der nötigen Vorsicht vorgenommen werden. Insgesamt scheint aber der deutsche Aktienindex weiter auf dem Weg nach oben zu sein, während sich die US-Märkte eher zurückhaltender verhalten.

Newsletter vom 18. Juni 2025
Christoph Geyer – stellv. Regionalmanager
VTAD Frankfurt
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Ungewisser Einfluss der US-Politik auf die Börsen

Am 20. Januar, kommenden Montag, übernimmt Donald Trump als neuer bzw. alter Präsident wieder die Amtsgeschäfte der US-Regierung. Schon seit einigen Wochen wirken sich Spekulationen über die künftige Ausrichtung der US-Wirtschaftspolitik auch auf die Börsen aus. Dabei werden potenzielle Steuersenkungen für Unternehmen und Deregulierungsansätze in verschiedenen Branchen grundsätzlich positiv gesehen. Ohnehin wird eine wirtschaftsfreundliche Politik vonseiten der neuen US-Administration erwartet.
Doch es gibt auch einige Widersprüche im künftigen politischen Programm. So würden drastische Zollanhebungen und die strikte Begrenzung von Migration oder gar Massenabschiebungen von Migranten für steigende Güter- und Dienstleistungspreise sowie einen wieder stärkeren Lohndruck sorgen. Viele Unternehmen könnten offene Stellen in einem angespannten Arbeitsmarkt noch schlechter neu besetzen. Die US-Notenbank Fed könnte sich in diesem Fall veranlasst sehen, die Leitzinsen weniger stark zu senken oder zeitnah wieder anzuheben, wodurch sich die Refinanzierung von Investitionen, Hauskäufen und Konsum verteuern und die Wachstumsdynamik abbremsen würden. Auch eine überbordende Ausweitung der Staatsschulden würde Renditen von Staatsanleihen ansteigen lassen.
Es ist daher damit zu rechnen, dass sowohl die Inflation als auch die Aktienmärkte wichtige, auch für Donald Trump relevante Seismografen für künftige politische Entscheidungen sein werden. Trump wird die Zustimmung vieler Unternehmerinnen und Unternehmer in seinem Umfeld kaum gefährden wollen, indem er die Wachstumsperspektiven der US-Wirtschaft aufs Spiel setzt. Aber auch personell könnte es zeitnah zu Unfrieden innerhalb des neuen Regierungsteams kommen. Besonders die Rolle von Elon Musk, dem künftigen Beauftragten zur Steigerung der Effizienz von Regierungsbehörden, ist bei vielen Angehörigen der Republikanischen Partei nicht unumstritten, allein schon, weil er als Quereinsteiger in die Politik einen enorm großen Einfluss ausübt. Eine zunächst auskömmliche Mehrheit der Republikaner im Kongress könnte schon bei einigen Abweichlern in Gefahr geraten. Hinzu kommt das Ansinnen Trumps, die fossile Energiewirtschaft anzukurbeln, während Musk für die Elektrifizierung der Mobilität steht und die umfangreichen Fördermaßnahmen der Biden-Administration für den Ausbau erneuerbarer Energien (Inflation Reduction Act) vor allem in einigen Bundesstaaten mit republikanischen Gouverneuren positiv auf die Wirtschaft wirken. Sollten die wirtschaftlichen Perspektiven schwächer werden, dürften Trump & Co. im Zweifel auf die Umsetzung ursprünglicher politischer Pläne verzichten.

Newsletter vom 15. Januar 2025
Carsten Mumm – Chefvolkswirt und
Leiter der Kapitalmarktanalyse
Privatbank Donner & Reuschel
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Mein Autohersteller, mein Raumfahrtunternehmen, mein Soziales Netzwerk
Die Statussymbole der reichsten Menschen der Welt sind speziell. Hier darf alles gerne eine Nummer größer sein und schneller gehen. Bei Elon Musk verwandelte sich der Einstig als „passiver Investor“ bei Twitter zum angehenden Alleineigentümer des Kurznachrichtendienstes in weniger als drei Wochen. Zumindest der Verwaltungsrat steht dem Übernahmeangebot mit angekündigtem Delisting zum Wert von 44 Mrd. USD nun wohl nicht mehr im Weg – die Bestandsaktionäre und Behörden vielleicht aber schon? Abwarten!
Dass eine solche Finanzierung nicht über die sprichwörtliche Portokasse laufen kann, ist klar. Für das nötige Darlehn sollen teilweise Tesla-Aktien hinterlegt werden und diese brachen daraufhin am Dienstag in einem schwachen Marktumfeld um 12 Prozent ein. Nur um die Dimensionen einzuordnen: Damit sank die Marktkapitalisierung des Elektroautobauers an einem Tag um 126 Mrd. USD, also das 2,9-fache des Twitter-Firmenwerts. Seit Bekanntgabe von Musks Einstieg ging der Wert sogar um mehr als 275 Mrd. USD zurück. Ein hoher Preis für die postulierte Verteidigung der unzensierten Redefreiheit.
Beim DAX mutiert die Mitte März zurückeroberte 14.000-Punkte-Marke diese Woche von der Unterstützungs- zur Widerstandszone. Auch wenn deutschen Kurse tagsüber eine Eigendynamik entwickeln, kommt die Taktvorgabe ab dem Nachmittag von der anderen Seite des Atlantiks. Dort notiert der technologielastige Nasdaq 100 inzwischen erneut mehr als 20 Prozent unter seinem Rekord vom November. Und die laufende Berichtssaison sorgt bisher für mehr Enttäuschungen als Überraschungen – gestern nachbörslich bei Alphabet und Microsoft. Wie dies die Masse der Investoren einschätzt, sehen wir dann wieder am Nachmittag.


Newsletter vom 27. April 2022
Thomas Strelow, Börse Düsseldorf

Elon Musk in der Kritik

Der reichste Mann der Welt steht permanent in den Schlagzeilen und eckt häufig an. Die einen sehen ihn als visionären Unternehmer, die anderen als rücksichtslosen Egomanen. Die Lager zwischen Bewunderern und Kritikern scheinen gespalten und beide Seiten reklamieren gute Argumente für sich.
Das Zitat stammt aus dem unregelmäßig erscheinenden „kein Newsletter für Spekulanten“ und der Autor ist auf Twitter mit hartem Humor als kritische Stimme des Finanzmarktes bekannt und gefürchtet. Vielleicht schauen Sie auch dort mal vorbei: twitter.com/keinSpekulant
