US-Staatsschulden: Märkte werden skeptischer

Dr. Klaus Bauknecht

Die hohe staatliche Staatsverschuldung der USA rückt zunehmend in den Fokus der Kapitalmärkte. Zwar wird die Schuldendynamik aktuell noch durch ein nominales Wirtschaftswachstum gestützt, das über den durchschnittlichen Finanzierungskosten des Staates liegt. Doch mit ansteigenden Renditen steigt der Druck auf die US-Regierung, ihre Ausgaben unter Kontrolle zu bekommen. Dies gilt vor allem, weil jüngste Anstiege der US-Renditen auf eine mögliche Neubewertung von US-Staatsanleihen hindeuten.

Die hohe Schuldenquote von 123 Prozent des BIP gerät zunehmend in den Fokus von Investoren und Ratingagenturen. Gleichzeitig sind die US-Renditen deutlich gestiegen, wodurch sich die Finanzierungskosten des Staates spürbar erhöht haben.
Grundsätzlich ist die Schuldenquote eines Staates dann stabil, wenn das nominale Wirtschaftswachstum über dem effektiven Zinssatz der Staatsschulden liegt. Andernfalls muss der Staat durch einen Primärüberschuss gegensteuern und Staatsausgaben ohne Zinszahlungen müssen geringer ausfallen als die Einnahmen. Ansonsten wird sich der Anstieg der Schuldenquote verselbstständigen. Historisch haben sich die USA jedoch schwergetan, solch einen Überschuss zu erzielen.

Stattdessen konnte eine robuste US-Wachstumsdynamik den Anstieg der Schuldenquote dämpfen. Seit 2021 hat sich allerdings die effektive Zinsbelastung des US-Staates nahezu verdoppelt. Gleichzeitig ist das langfristige Potenzialwachstum der USA gesunken. Damit schrumpft der Puffer zwischen Wachstum und Zinsen und es erhöht sich die Gefahr einer weiter ansteigenden Schuldenquote.

Die aktuell steigenden US-Renditen werfen die Frage auf, ob die Märkte inzwischen eine Risikoprämie auf US-Staatsanleihen fordern. Nach Schätzungen der IKB liegen die Renditen zehnjähriger US-Treasuries inzwischen deutlich über ihrem fundamental erklärbaren Niveau. Die Abweichungen haben seit Beginn der zweiten Trump-Präsidentschaft und den Kommentaren über die Fed-Unabhängigkeit zugenommen und sich am aktuellen Rand nochmals verschärft. Neben Inflationssorgen könnte nun auch die langfristige fiskalische Stabilität der USA eine Rolle spielen.

2027 dürfte eine rückläufige Inflation sowie erwartete Zinssenkungen der Fed für Entlastung sorgen. Mittel- bis langfristig bleibt jedoch entscheidend, den Wachstumsausblick zu verbessern und das Haushaltsdefizit einzudämmen. Andernfalls dürfte die Diskussion über die Bonität der USA an Intensität gewinnen. Der Kapitalmarkt scheint bereits jetzt eine klare Botschaft zu senden.

Newsletter vom 16. September 2026

Dr. Klaus Bauknecht – Chefvolkswirt
IKB Deutsche Industriebank AG

Zum Newsletter anmelden

US-Geldpolitik: Sorge vor politischen Einfluss überzogen

Dr. Klaus Bauknecht

Wenn der Goldpreis als Barometer für Notenbankpolitik und Preisstabilität gilt, besteht seit der Präsidentschaft Trumps eine eskalierende Unsicherheit. Lag der Goldpreis Anfang 2025 noch unter 3.000 US‑Dollar je Feinunze, schwankt er inzwischen bei über 5.000 US‑Dollar. Das deutet auf ein schwindendes Vertrauen in den Werterhalt von Notenbankgeld und des US‑Dollar im Besonderen hin. Die Renditen zehnjähriger US‑Staatsanleihen bewegen sich hingegen in einer stabilen Bandbreite und sind seit Anfang 2025 eher gefallen.

Die Sorge, dass die Fed infolge politischen Drucks die Zinsen zu stark senkt, hängt maßgeblich vom Konjunkturverlauf in den USA ab. Bleibt die US‑Wirtschaft robust, besteht keine politische Notwendigkeit, Druck auf die Fed auszuüben. Das vierte Quartal fiel jedoch mit einem annualisierten Wachstum von 1,4 Prozent eher enttäuschend aus. Kühlt sich die US-Konjunktur ab, ergäbe sich ein erhöhter Spielraum für Zinssenkungen. Denn die Wirkung von Zöllen würden sich dann eher in sinkenden Margen als in steigender Inflation niederschlagen. Nur im Fall einer Stagflation – also einer Kombination aus steigender Inflation und gleichzeitig rückläufiger Wirtschaftsleistung – wäre die Fed einem erhöhten politischen Druck ausgesetzt.

Doch es sind die Kapitalmärkte selbst, die die Diskretion der Fed einschränken, außerhalb ihres Inflationsmandats zu handeln. Steigen die Inflationserwartungen, erhöhen sich auch die Inflationsprämien – und damit die realen Renditen. Würde die Fed die Zinsen also unverhältnismäßig stark senken, dürfte das lange Ende der Zinskurve, das für die Wirtschaft deutlich relevanter ist als der Leitzins, eher steigen als fallen.

Der US‑Staat ist jedoch zur Sicherung seiner Schuldentragfähigkeit auf niedrige langfristige Renditen angewiesen. Die Sorge vor politischem Einfluss auf die Fed erscheint daher überzogen. Vielmehr muss der Staat darauf achten, dass das lange Ende der Zinskurve unter Kontrolle der Fed bleibt, damit die langfristigen Zinsen niedrig bleiben. Voraussetzung dafür sind fest verankerte Inflationserwartungen.

Newsletter vom 25. Februar 2026

Dr. Klaus Bauknecht – Chefvolkswirt
IKB Deutsche Industriebank AG

Zum Newsletter anmelden

Aktien und Edelmetalle nach turbulenten Tagen wieder erholt

Es war ein bemerkenswerter Monatsultimo, den niemand so erwartet hätte. Wie aus heiterem Himmel fand die Edelmetallrally am Freitag ein vorläufiges und für einige Akteure sicherlich auch schmerzhaftes Ende. Nachdem die Feinunze Gold am 28. Januar noch an der Marke von 5.600 US-Dollar gekratzt hatte, ging es zwei Tage später rapide abwärts, allein am Freitag ein Verlust von bis zu 13 Prozent und beim Silber sogar 30 Prozent. Der vorläufige Tiefpunkt wurde erst am Montagmorgen erreicht. Auslöser war angeblich die Nominierung von Kevin Warsh als neuen Chef der FED durch US-Präsident Donald Trump.
Kevin Warsh war bereits in früheren Jahren FED-Gouverneur und aus dieser Zeit eher als „Falke“ bekannt, das heißt als Befürworter einer eher restriktiven Geldpolitik. Neuerdings hat er sich jedoch für Zinssenkungen ausgesprochen und liegt damit voll auf Kurs zum US-Präsidenten. Allein die Nominierung von Warsh als neuen FED-Chef kann unmöglich der einzige Grund für diese scharfe Korrektur bei den Edelmetallen sein. Die Kursrally war offensichtlich heiß gelaufen und reif für Gewinnmitnahmen, aber auch Spekulanten dürften ihre Finger im Spiel gehabt haben. Die Handelsumsätze in Edelmetall basierten ETCs – gerne auch gehebelt – gingen in den zurückliegenden Tagen durch die Decke. Zwischenzeitlich haben sich die Preise für Gold, Silber, Platin und Palladium wieder erholt und einen Teil der Verluste aufgeholt. Aber die Nervosität bleibt.
Die Aktienmärkte zeigten sich in den letzten Januartagen ebenfalls schwächer, allerdings weit weniger als Gold und Silber. Alle führenden Aktienindizes schließen den ersten Börsenmonat des Jahres mit einem leichten Plus ab, erreichten wie der DAX sogar neue historische Höchststände.
Eindeutiger Verlierer dieser turbulenten Tage waren die Kryptowährungen. Allein der Bitcoin stürzte in wenigen Tagen von gut 90.000 auf bis zu 73.000 US-Dollar am Dienstagabend, der tiefste Stand seit April 2025 und ein Minus von rund 42 Prozent seit dem Allzeithoch von 126.000 Dollar im Oktober 2025.
Der Mythos, wonach Kryptos/Bitcoins die Funktion als stabile Alternativen zu Gold und Hartwährungen übernehmen könnten, darf damit endgültig ad acta gelegt werden. Hoch volatil und risikoreich ist die treffendere Klassifizierung.

Zum Newsletter anmelden
Newsletter vom 04. Februar 2026

Martin Braun, Börse Hannover

Warum Donald Trump noch unberechenbarer werden könnte

Carsten Mumm

Auch im neuen Jahr 2026 hat US-Präsident Donald Trump bereits wieder einige Schlagzeilen produziert. Medial hat die Festsetzung des venezolanischen Präsidenten Maduro für besonders viel Aufmerksamkeit gesorgt. Hinzu kamen erneute Ambitionen, Grönland zu kaufen und Drohungen gegenüber Iran, Kuba und anderen Staaten. Auswirkungen auf Kapitalmärkte und Rohstoffbörsen blieben allerdings moderat.

Mehr Potenzial auf Zinsen, Aktienkurse und Währungen zu wirken, haben eher die Hinweise auf künftige innenpolitische Akzente vor dem Hintergrund aktuell sehr schwacher Umfragewerte und mit Blick auf die im Herbst anstehenden Zwischenwahlen zum Kongress. Dabei geht es um das Kernthema „Affordability“, also Erschwinglichkeit bzw. die in den letzten Jahren deutlich gestiegenen Lebenshaltungskosten. Obwohl die durchschnittlichen Löhne zuletzt vielfach noch stärker gestiegen sind als die Preise für Waren und Dienstleistungen, besteht in den USA das verbreitete Gefühl, dass man sich immer weniger leisten kann. Anders als im Präsidentschaftswahlkampf 2024 kann Trump die Schuld an den noch immer recht hohen Teuerungsraten aber nicht auf die Demokraten schieben.

Trumps Blick richtet sich daher wie schon seit Monaten auf die Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Dessen amtierender Präsident Jerome Powell könnte kurzfristig wegen Falschaussagen über die Kosten des Umbaus der Fed-Zentrale strafrechtlich angeklagt werden. Es ist zumindest naheliegend, dass diese Aktion im Zusammenhang mit der seit Monaten immer schärferen Kritik Trumps an den seiner Meinung nach zu hohen Leitzinsen steht. Allerdings bedeuten tiefere Leitzinsen nicht notwendigerweise, dass auch die Zinsen bei längeren Laufzeiten und damit die Kreditkonditionen für Private, Unternehmen und die Regierung sinken. Daher hat Trump weitere Regelungen ins Spiel gebracht, bspw. die Deckelung von Kreditkartenzinsen, den Aufkauf von Hypothekenkrediten oder ein Verbot für Institutionelle, Einfamilienhäuser zu kaufen. Schon im letzten Jahr war zudem von 2.000-Dollar-Schecks die Rede, die an Bezieher mittlerer und geringer Einkommen versandt werden könnten.

Staatliche Eingriffe in den Markt und weitere fiskalpolitische Expansion könnten jedoch höchstens kurzfristig für eine preisliche Entlastung sorgen. Vor allem aber zeigen sie, dass politische Risiken in den USA enorm gestiegen sind, schrecken Investoren sowie Käufer von US-Aktien und Anleihen ab und schwächen den Status des Dollar als Weltleitwährung.

Newsletter vom 14. Januar 2026

Carsten Mumm – Chefvolkswirt und
Leiter der Kapitalmarktanalyse
Privatbank Donner & Reuschel

Zum Newsletter anmelden

Aktienmärkte rot und weiter Richtung Süden

Seit Mitte vergangener Woche stehen die Börsenampeln auf Rot. Nach dem Prinzip Salamitaktik geht es scheibchenweise jeden Tag etwas weiter nach unten. Die Verluste von Dow Jones, Nasdaq, DAX und EuroStoxx liegen im Wochenrückblick zwar noch im prozentual einstelligen Bereich, aber auch das könnte sich schnell ändern. Auslöser für die Kursverluste war u. a. eine Notfallsitzung der Fed am Freitag und Befürchtungen um einen Liquiditätsengpass im System.
Die Hausse nährt bekanntlich die Hausse, aber umgekehrt gilt das auch für eine Baisse. Im Moment ist das alles noch nicht dramatisch, aber mit Blick auf die überschaubare Zeit bis Jahresende sehen einige Investoren bereits einen Teil ihrer Felle schwimmen.
Betroffen von dieser Schwächephase sind aber nicht nur die Aktien, auch die Edelmetalle haben gelitten und vor allem die Kryptowährungen. Der Bitcoin hat innerhalb einer Woche rund 15 Prozent an Wert verloren. Damit haben sich nur bei dieser Kryptowährung in einem sehr kurzen Zeitraum rund 300 Mrd. US-Dollar in Luft aufgelöst. Zeitgleich wurden Milliardenbeträge aus Krypto-ETPs abgezogen, was den Abwärtstrend noch verstärkt.
Außerhalb des Radarschirms vieler Investoren hat sich bereits eine ganze Reihe von Unternehmen zu sogenannten Digital Asset Treasuries (DAT) – verwandelt. Darunter versteht man Gesellschaften, die ihre Bilanz gezielt in eine Krypto-Wette verwandelt haben. Prominentestes Beispiel: Strategy Inc., ehemals Microstrategy. Was als Softwareunternehmen begann, ist heute die größte börsennotierte Bitcoin-Holding der Welt. Fast 650.000 Bitcoins hält Strategy laut marktüblichen Datendiensten, das entspricht gut drei Prozent der gesamten im Umlauf befindlichen Bitcoins und einem Wert von aktuell fast 60 Mrd. US-Dollar. Die aktuelle Marktkapitalisierung von Strategy liegt nur knapp darunter. Der Aktienkurs reagiert volatiler als die Kryptowährung. Seit dem Jahreshoch von 456 USD im Juli büßte die Aktie bis heute rund 55 Prozent an Wert ein. Es kann sich jeder ausmalen, was passieren könnte, wenn die Kryptos weiter fallen.

Zum Newsletter anmelden
Newsletter vom 19. November 2025

Martin Braun, Börse Hannover

https://twitter.com/zerohedge/status/1960131202578350207

Aktienmärkte eher orientierungslos

Die FED hat wie erwartet eine Zinssenkung geliefert und auch zum Thema Zollstreit zeichnet sich Entspannung ab, zumindest was das Verhältnis zwischen den USA und China betrifft. Von einer gesunden Korrektur an den Aktienmärkten sind wir bisher auch verschont geblieben, aber die Märkte wollen trotzdem nicht so richtig in Schwung kommen. Dow Jones, Nasdaq und S&P500 markierten in der vergangenen Woche zwar neue Allzeithochs, aber seitdem scheint die Luft auch raus zu sein. Ähnlich beim deutschen Flaggschiff DAX. Er konnte Anfang Oktober bei fast 24.700 Zählern ebenfalls ein Allzeithoch erreichen, fiel danach aber unter die 24.000 und bewegt sich seit Ende Mai in einer Seitwärtsbewegung um diese Marke mit einer Schwankungsbreite von ungefähr 1.000 Zählern. Es fehlen einfach belastbare positive Impulse, vorzugsweise aus der Wirtschaft bzw. von der Konsumentenseite. In beiden Lagern ist die Stimmung jedoch mau.
Die Verbraucher üben sich in Zurückhaltung und die Wirtschaft ächzt unter hohen Energiepreisen, Bürokratie, Steuern und den Auswirkungen des fragwürdigen Zolldeals zwischen der EU und den USA vom Juli dieses Jahres. Die deutschen Flaggschiffe Automobil- und Maschinenbauindustrie trifft es am härtesten, aber die mittel- bis langfristigen Auswirkungen werden sich erst in den kommenden Jahren zeigen.
Der Maschinenbau schlägt bereits Alarm und sieht sogar seine Existenz bedroht. Einst war diese Branche das Rückgrat des deutschen Mittelstandes.
Und was sagt Berlin dazu? Ein subventionierter Industriestrompreis soll jetzt retten, was längst nicht mehr zu retten ist. Die Auswirkungen einer verkorksten Energiepolitik der vergangenen Jahre fallen uns nun auf die Füße. Investitions- und Stellenstreichungen sowie Produktionsverlagerungen ins Ausland sind bereits an der Tagesordnung.
Nur eine dauerhaft bezahlbare Energie für Industrie und Verbraucher gleichermaßen sind der Garant für Wachstum und Wohlstand. Und zwar ohne staatliche Subventionen aus Steuergeldern und Neuverschuldung. Am 6. November findet im Kanzleramt der „Stahlgipfel“ statt. Eine weitere Branche, die sich im Niedergang befindet. Außer Lippenbekenntnissen sollte man von derartigen Veranstaltungen nicht allzu viel erwarten, dienen sie doch in erster Linie der medialen Inszenierung und nicht der Ursachenbekämpfung.

Zum Newsletter anmelden
Newsletter vom 05. November 2025

Martin Braun, Börse Hannover

https://twitter.com/zerohedge/status/1960131202578350207

Wall Street im Fed-Fieber

Violeta Todorova

Kühler als erwartete US-Inflationsdaten für September und eine Entspannung in den Handelskonflikten zwischen den USA und China haben der Rallye an den Aktienmärkten, insbesondere in den USA, zusätzlichen Schwung verliehen, wodurch die Wall-Street-Indizes auf Rekordhochs klettern und der Risikoappetit auf den globalen Märkten neu entfacht wird.

Die US-Aktienmärkte haben die Woche mit einer Rallye eröffnet, gestützt durch die wachsende Überzeugung, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) bei ihrem Treffen am heutigen Mittwoch eine Zinssenkung um 25 Basispunkte vornehmen wird. Da Händler eine Wahrscheinlichkeit von fast 100 Prozent für eine Senkung einpreisen, hat sich der Fokus von der Frage „ob“ auf „was als Nächstes“ und wie weit die Zentralbank bereit ist, ihren Lockerungszyklus auszudehnen, verlagert.

Die Märkte preisen nun eine Chance von über 95 Prozent ein, dass die Zinsen bei der letzten Sitzung der Zentralbank in diesem Jahr im Dezember erneut gesenkt werden, gemäß dem FedWatch-Tool der CME.

Die Fed-Entscheidung wird sich auch darauf konzentrieren, wie lange der Bilanzabbau fortgesetzt werden kann, bevor er die Liquidität belastet. Die Bankreserven sind auf etwa 2,9 Billionen US-Dollar gesunken, was nahe an den Niveaus liegt, die die Fed für eine stabile Marktfunktion als ausreichend erachtet.

Die Entscheidungsträger werden die jüngste Verlangsamung der Inflationsrate im Wohnungssektor beobachten, die den kleinsten monatlichen Anstieg seit über vier Jahren aufwies. Die Diskussion darüber, wann der Bilanzabbau – bekannt als quantitative Straffung – beendet werden soll, wird wahrscheinlich im Vordergrund stehen. Die Märkte werden nach Klarheit suchen, ob dies noch vor Jahresende geschehen könnte.

Niedrigere Zinsen führen im Allgemeinen zu höheren Bewertungen von Aktien, insbesondere bei wachstums- und technologieorientierten Titeln, die sensibel auf Veränderungen der Leitzinsen reagieren. Zudem überraschen die Unternehmensgewinne bisher positiv, und die Gewinne des S&P 500 werden nun mit einem Anstieg von über zehn Prozent im Jahresvergleich prognostiziert, verglichen mit 8,6 Prozent zu Anfang Oktober, was den Optimismus weiter schürt.

Insgesamt bietet die erwartete Zinssenkung in dieser Woche kurzfristige Entlastung für Märkte, die bereits stark erhitzt sind. Derzeit dominiert Optimismus, und Händler bleiben long in qualitativ hochwertigen Aktien, in der Erwartung, dass die Fed bis Jahresende unterstützend bleibt.

Über Leverage Shares: 
Leverage Shares ist der Pionier und größte Emittent von börsengehandelten Produkten (ETPs) aus dem Einzelaktien-Segment in Europa. Das mit den International Financial Awards (Bester ETP-Anbieter 2021) ausgezeichnete Unternehmen wurde 2017 gegründet und bietet mehr als 160 ETPs an, die sowohl gehebelte als auch ungehebelte Investments in Einzelaktien, ETFs und Rohstoffen beinhalten. IncomeShares ETPs sind darauf ausgelegt, durch den Verkauf von Optionen auf beliebte Vermögenswerte hohe monatliche Erträge zu erzielen. Sie bieten Anlegern eine einfache und transparente Möglichkeit, an ertragsorientierten Strategien teilzuhaben – ohne die Komplexität der selbstständigen Verwaltung von Optionen.
Der Basisprospekt für Leverage Shares wurde von der irischen Zentralbank als zuständiger Behörde gemäß der EU-Verordnung 2017/1129 und der Financial Conduct Authority (FCA), als zuständiger Behörde gemäß der britischen Fassung der Verordnung, genehmigt. Die EU-Verordnung 2017/1129  ist gemäß des EU-Austrittsgesetz (European Union Withdrawal Act 2018) ebenfalls Teil des britischen Rechts.
Weitere Informationen finden Sie unter: https://leverageshares.com/de/
Newsletter vom 29. Oktober 2025

Gastkommentar von Violeta Todorova,
Senior Research Analyst bei Leverage Shares

Zum Newsletter anmelden

Passende Produkte:

Name ISIN Kurs Stand Diff % Diff +/-
Leverage Shares PLC XS2399364822 6,470 25.09.2026 +1,71% +0,1090
Leverage Shares PLC XS2399364152 2,460 25.09.2026 +3,18% +0,0758
Leverage Shares PLC XS2399364582 4,714 25.09.2026 +2,38% +0,1098
Leverage Shares PLC XS2472196414 1,979 25.09.2026 -1,38% -0,0277
Leverage Shares PLC XS2472331995 19,79 25.09.2026 +3,35% +0,6410
Leverage Shares PLC XS2472196844 18,38 25.09.2026 +6,51% +1,123
Leverage Shares PLC XS2472196257 24,05 25.09.2026 +8,27% +1,838
Leverage Shares PLC XS2472196687 44,63 25.09.2026 +4,13% +1,772
Leverage Shares PLC XS2472197149 24,90 25.09.2026 +1,33% +0,3260
Leverage Shares PLC XS2472197065 38,31 25.09.2026 +1,31% +0,4940
Leverage Shares PLC XS2595675302 12,52 25.09.2026 +4,59% +0,5490
Name ISIN Kurs Stand Diff % Diff +/-
Leverage Shares PLC XS2472196505 0,8845 25.09.2026 +0,92% +0,0081
Leverage Shares PLC XS2472332290 0,7547 25.09.2026 -3,23% -0,0252
Leverage Shares PLC XS2472196927 0,6116 25.09.2026 -6,95% -0,0457
Leverage Shares PLC XS2595675567 9,113 25.09.2026 +0,23% +0,0210

US-Shutdown und Zollängste bestimmen das Marktgeschehen

Es ist schon makaber, was sich da in der größten Wirtschaftsnation der Welt zurzeit abspielt. Alle warten auf wichtige Wirtschaftsdaten, aber die staatlichen Stellen können nicht liefern, weil sich die Mitarbeiter im Zwangsurlaub befinden. So wartet u. a. die US-Notenbank FED geduldig auf die Inflationsdaten vom September, um auf dieser Grundlage über mögliche weitere Zinsschritte zu entscheiden. Stillstand der Rechtspflege nennt man das gemeinhin, ein unsäglicher Zustand, der nun bereits seit drei Wochen andauert.
Probleme bei US-Regional- bzw. Schattenbanken führten Ende vergangener Woche zu einer Korrektur an den Aktienmärkten. Der DAX tauchte am Freitag deutlich unter die Marke von 24.000 bis auf fast 23.700 Zähler ab. Selbst die Edelmetalle konnten nicht glänzen, sondern verloren mehrere Prozent an Wert. Am Montag war die Welt dann scheinbar wieder in Ordnung und es kam zu einer deutlichen Erholung an den Märkten. Diese Freude war zumindest bei den Edelmetallen nur von sehr kurzer Dauer, denn am Dienstag ging es bereits wieder steil nach unten. Gold, Silber, Platin und Palladium verloren zwischen 5 und 8 Prozent an Wert. Gewinnmitnahmen, aber auch weniger Krisenherde und die Aussicht auf fallende Zinsen wurden als Gründe genannt.
Allerdings bleibt die Lage unberechenbar und der Markt angespannt. Nach den beiden Insolvenzen des Autozulieferers First Brands und des Subprime-Kreditgebers Tricolor sind jetzt die beiden US-Regionalbanken Zions und Western Alliance wegen offensichtlicher Probleme in den Fokus geraten. Das macht viele Marktteilnehmer nervös und weckt böse Erinnerungen an die Bankenpleiten von 2023.
„Wenn Sie eine Kakerlake sehen, gibt es wahrscheinlich noch mehr, und daher sollte jeder vorgewarnt sein“, sagte JPMorgan-CEO Jamie Dimon vergangene Woche.
Neben den negativen Meldungen gab es aber auch erfreuliche Ereignisse am Aktienmarkt. Einen fulminanten Börsenstart legte gleich am Montag die Aktie von ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS)  hin. Die Aktie eröffnete kurz nach 09.00 Uhr mit 60 Euro, konnte bis auf 107 Euro zulegen und schloss im Xetra-Handel bei 81,10 Euro. Aktuell liegt TKMS bei gut 80 Euro je Aktie. Der führende Hersteller von Marineschiffen und U-Booten trifft den Nerv der Zeit, Rüstung geht zurzeit immer noch!
Das ist noch kein heißer Herbst, aber wir sind in der crashgefährdetsten Jahreszeit! Sie wissen doch: „Sonntags nie, am liebsten im Oktober“! Bleiben Sie wachsam und vor allem liquide!

Zum Newsletter anmelden
Newsletter vom 22. Oktober 2025

Martin Braun, Börse Hannover

https://twitter.com/zerohedge/status/1960131202578350207

Anleger setzen auf US-Zinssenkung – Gold auf Rekordhoch

Nachdem sich FED-Chef Jerome Powell im August in Jackson Hole zuversichtlich im Hinblick auf eine Zinssenkung gezeigt hatte, erwartet der Markt jetzt mindestens eine Reduzierung des Leitzinses um 0,25 Prozentpunkte, Optimisten halten sogar 0,50 Prozentpunkte für möglich. Die Entscheidung fällt am 17. September und wird maßgeblich beeinflusst von aktuellen Inflations- und Arbeitsmarktdaten.
Auch, aber nicht nur aus diesem Grund haussiert das Gold, die Feinunze (31,1 Gramm) hat an drei Handelstagen in Folge täglich neue Rekordhochs erreicht, am Dienstagnachmittag stieg der Preis an der Börse bis auf 3.675 US-Dollar. Aktuell liegt der Preis nur minimal darunter.
Mitte August wurde die seit April andauernde Seitwärtsbewegung beim Gold beendet, es erfolgte ein Ausbruch nach oben in historisch neue Dimensionen. Getrieben wird der Goldpreis aber nicht nur durch spekulative Elemente, sondern durch handfeste Nachfrage von Notenbanken sowie institutionellen und privaten Anlegern. Groß ist die Verunsicherung hinsichtlich der weiteren Entwicklungen in Sachen Staatsschulden, Krisenherde Ukraine und Nahost und dem Dauerthema Zollstreitigkeiten.
Auf der Suche nach dem „Safe Haven“ trennen sich Notenbanken und Institutionelle vom schwächelnden US-Dollar und investieren in das populäre Edelmetall. Die Investmentbank Goldman Sachs hält sogar Preise von 5.000 US-Dollar auf absehbare Zeit für möglich. Dies auch vor dem Hintergrund, dass die Unabhängigkeit der US-Notenbank durch die Attacken der Regierung ins Wanken geraten könnte.
Erstaunlich stabil präsentieren sich derweil die Aktienmärkte in den USA und Europa. Dow Jones und Nasdaq100 notieren knapp unter ihren Allzeithochs, dem Nasdaq Composite und dem S&P500 gelangen gestern zum Handelsschluss sogar neue historische Höchststände bei 21.879 bzw. 6.512 Zählern. DAX und EuroStoxx50 sind nur wenige Prozent von ihren Höchstständen entfernt. Das ist eher Sommerwetter an den Börsen, aber noch lange kein heißer Herbst. Bleiben Sie trotzdem wachsam, denn die Hausse stirbt bekanntlich in der Euphorie!

Zum Newsletter anmelden
Newsletter vom 10. September 2025

Martin Braun, Börse Hannover

https://twitter.com/zerohedge/status/1960131202578350207

Hoffnung auf US-Zinssenkung beflügelt die Märkte nur kurz

FED-Chef Jerome Powell hat sich auf dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole überraschend deutlich zu den Leitzinsen geäußert. Die Märkte zeigten sich erleichtert, die US-Aktienindizes schlossen mit fast zwei Prozent im Plus. Powell hält eine Zinssenkung Mitte September für möglich, zeigt jedoch auch die Hinderungsgründe auf. Der Arbeitsmarkt in den USA schwächelt, das spricht für eine Zinssenkung, dagegen spricht jedoch die Inflation, die mit 2,7 Prozent im Juli immer noch deutlich über der Zielobergrenze von 2 Prozent liegt; aufgrund der US-Zollpolitik Tendenz eher steigend. Bei der EZB besteht aktuell kein Handlungsbedarf, die Inflationsrate ist im Zielkorridor und auch in der Wirtschaft nimmt die Zuversicht zu.


Laut Ifo-Institut hellt sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft überraschend deutlich auf und lässt auf ein Ende der Wirtschaftsflaute hoffen. Der Geschäftsklimaindex ist im August um 0,4 Punkte auf 89 Zähler gestiegen. Damit legte das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer etwas kräftiger zu als von Volkswirten erwartet. Dazu trägt nach Einschätzung von Experten auch die Einigung zwischen der EU und den USA im Zollstreit bei, die Unternehmen jetzt mehr Planungssicherheit gebe. Die BIP-Zahlen für Deutschland lassen allerdings noch zu wünschen übrig. Die Daten zur Rezession in 2023 und 2024 mussten nach unten revidiert werden (minus 0,5 bzw. minus 0,9 Prozent) und für 2025 zeichnet sich ein Plus von gerade mal 0,2 Prozent ab. Das ist de facto Stagnation. Erst ab 2026 soll es mit plus 1,5 Prozent wieder moderat aufwärts gehen.
Überraschend kommt die aktuelle Einschätzung des KfW-Chefs Stefan Wintels, wonach ein rasanter Stimmungswechsel gerade bei internationalen Investoren am Standort Deutschland eingesetzt habe. Erfreulich, wenn er recht hat, denn die jüngste Vergangenheit zeigt noch ein anderes Bild. Gerade US-Konzerne wie Intel und DowDuPont haben in Deutschland eher zum Rückzug geblasen.


Die aufgrund der Zinssenkungsfantasie am Freitag kurzzeitig erholten US-Börsen haben am Wochenanfang ihre Gewinne teilweise wieder abgegeben. Eine erneute Attacke auf die FED in Form des Rauswurfes von Notenbank-Gouverneurin Lisa Cook durch Donald Trump hat die Märkte verunsichert und dem Glauben in eine unabhängige US-Notenbank einen weiteren Dämpfer versetzt. Es vergeht keine Woche, in der die Märkte nicht mit neuen Angriffen seitens der US-Administration konfrontiert werden. Keine guten Voraussetzungen für einen goldenen Herbst an der Börse.

Zum Newsletter anmelden
Newsletter vom 27. August 2025

Martin Braun, Börse Hannover

https://twitter.com/zerohedge/status/1960131202578350207