Börsentäglich aktuell von der ICF BANK
Morning News & Wochenvorschau
Börsentäglicher Newsletter (Morning News) mit Marktdaten für USA und Japan sowie wichtige News, Termine und Analysteneinschätzungen für Werte aus Deutschland und Europa zum Handelsstart sowie als Wochenvorschau.
Quelle: ICF BANK AG Wertpapierhandelsbank

Aktienindizes und Bitcoin im Höhenrausch
Nachdem der Dow Jones bereits im Februar sein Allzeit-Hoch markiert hatte, folgen in diesen Tagen fast täglich neue Höchststände bei den führenden Aktienindizes Nasdaq100, S&P500, EuroStoxx50, DAX und dem japanischen Leitindex Nikkei225. Der DAX hat heute vorbörslich bereits die Marke von 18.000 Punkten geknackt, ein Plus von 7,5 Prozent allein in diesem Jahr. Beim Nikkei mussten Anleger allerdings 35 Jahre warten, bis das alte Hoch aus 1989 am Donnerstag mit 40.294 Punkten überboten werden konnte. Geduld gehört halt zu den größten Tugenden eines Börsianers, aber nur wenige haben sie. Oder, um bei den Börsenweisheiten von Altmeister Kostolany zu bleiben, hätte man wohl mindestens 15.000 Schlaftabletten schlucken müssen, um diese Zeit nervenschonend überstehen zu können. Neue Höchstkurse auch beim Bitcoin, der immer noch beliebtesten Kryptowährung. Am Montag wurde die Marke von 70.000 USD geknackt, aktuell liegt er sogar bei rund 73.000 USD. Die Marktkapitalisierung aller Bitcoins liegt aktuell bei rund 1,4 Billionen USD und übersteigt damit sogar den Wert aller Silbervorräte weltweit.
Bemerkenswert ist die feste Verfassung der Aktienmärkte vor dem Hintergrund der aktuellen Inflationsdaten. In Deutschland fiel die Inflationsrate im Februar zwar auf 2,5 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit Sommer 2021, in den USA gab es gestern Mittag allerdings eine böse Überraschung. Mit 3,2 Prozent lag die US-Inflationsrate im Februar sogar noch 0,1 Prozent höher als im Januar. Volkswirte sind alarmiert und die erwarteten Zinssenkungen der US-Notenbank dürften damit einen deutlichen Dämpfer erhalten haben.
Wenn auch draußen der Frühling noch auf sich warten lässt, an den Börsen ist er bereits in vollem Gange. Bleiben Sie trotzdem wachsam!


Newsletter vom 13. März 2024
Martin Braun, Börse Hannover

Indizes machen reichlich Höhenmeter
Wie bei einer Gebirgsexpedition brauchen Anleger derzeit eine gute Kondition. Die Kurse zeigen eine beeindruckende Berg- und Talfahrt mit spektakulären Abgründen und Steilhängen. Am letzten Mittwoch wies der DAX ein Plus von 7,92 Prozent aus – ein neuer Rekord mit 1.016 Punkten Tagesgewinn und Platz 7 der besten Handelstage. Nur einen Tag zuvor wurde ein Korrekturtief bei 12.439 Zählern erreicht, was dem Niveau vom Frühjahr 2017 entspricht. Und heute Vormittag zeigt die Kurstafel zwischenzeitlich 14.300 Punkte.
Auch international bewegen sich die Indizes kräftig. Der Nasdaq 100 fiel letzte Woche auf einen Stand mehr als 20 Prozent unter sein Rekordhoch vom Dezember und erreichte damit das Basiscamp eines Bärenmarkts. Die lange Zeit auch international beliebten China-Aktien im Hang Seng befinden sich seit rund einem Jahr im Abstieg bei einem kapitalmarktfeindlichen Umfeld und der Index notierte zuletzt 40 Prozent unter dem Hoch. Doch auch hier springen die Kurse gerade wieder steil nach oben, weil neue Signale zur staatlichen Regulierung positiv gedeutet werden. Hoffnung und Verzweiflung liegen eng beieinander; beides sind keine soliden Indikatoren.
Das Auf und Ab bei steinigem Untergrund geht den Börsianern auf die Knochen. Manchmal hilft es, neben der Strecke Kraft zu sammeln und nur demütig die Aussicht zu genießen. Neue Gipfelkreuze werden in unsicheren Zeiten wohl kaum aufgestellt.


Newsletter vom 16. März 2022
Thomas Strelow, Börse Düsseldorf

Rebalancing des Global Challenges Index: Zusammensetzung des Nachhaltigkeitsindex bleibt unverändert – schärfere Ausschlusskriterien verabschiedet
Hannover, 4. März 2022– Im Rahmen des halbjährlichen Rebalancings des Global Challenges Index (GCX) werden zum Stichtag 18. März 2022 keine Veränderungen vorgenommen. Die zurzeit im GCX enthaltenen 50 internationalen Aktienwerte werden laufend durch die Nachhaltigkeits-Ratingagentur ISS ESG überprüft, dabei gab es keine Veranlassung für den Austausch einzelner Aktien.
Allerdings wurde das routinemäßige Rebalancing zum Anlass genommen, um zusätzliche und verschärfte Ausschlusskriterien für Unternehmen zu beschließen. Strengere Ausschlusskriterien wurden konkret für Unternehmen verabschiedet, die zivile Schusswaffen vertreiben, Rüstungsgüter weiterverkaufen (z. B. Import/Export), Energie aus Kohle oder Gas herstellen oder Umsätze aus der Raffination von Öl oder der Verarbeitung von Koks, Kohleverflüssigungsverfahren und Kohlevergasung generieren. Als zusätzliches Ausschlusskriterium wurde ebenso die Förderung von Erdgas aufgenommen. Eine Nulltoleranzgrenze wird zukünftig für Unternehmen gesetzt, die Dienstleistungen für den Abbau von Ölsanden erbringen oder in die Vorproduktionsphasen des Abbaus oder der Bohrung von Ölsanden involviert sind. Ebenso wird eine Nullprozentschwelle für Unternehmen angelegt, die menschliche Embryonen für die Stammzellenforschung verwenden, Forschung zum reproduktiven Klonen von Menschen betreiben oder die mit der Forschung an menschlichen Embryonen, Föten oder an adulten Stammzellen beauftragt sind. Darüber hinaus sind zukünftig Unternehmen ausgeschlossen, die am Vertrieb von Lebens- und/oder Futtermitteln aus genetisch veränderten Pflanzen oder Tieren beteiligt sind.
Eine weitere Verbesserung wurde außerdem bei der Beachtung des UN Global Compacts vorgenommen, indem das Thema Verbraucherschutz im Bereich Menschenrechte aufgenommen wurde.
Die weitere Verschärfung der Ausschlusskriterien hat keine Auswirkungen auf die aktuelle Zusammensetzung des GCX, was auf die bereits sehr hohe ESG-Qualität des Index hinweist. Ziel der Maßnahmen ist es, den ständig steigenden Anforderungen von Institutionen, wie z. B. FNG und dem österreichischen Umweltzeichen (UZ49), bei der Vergabe von Bewertungen und Siegeln auf GCX-Anlageprodukte auch zukünftig gerecht zu werden. Das investierte Volumen in Fondsprodukte auf den GCX hat zwischenzeitlich die Marke von 1,2 Mrd. Euro überschritten.
Dazu Hendrik Janssen, Geschäftsführer der Börse Hannover und Vorstand der BÖAG Börsen AG: „Dass keine Unternehmen aus dem Global Challenges Index ausgetauscht werden müssen, bestätigt die bereits vorhandene hohe Qualität bei der Auswahl und die Sinnhaftigkeit der strengen Kriterien. Die in diesem Zuge weitere Verschärfung der Kriterien sichert die Qualität des Nachhaltigkeitsindex in einer sich ständig verändernden Welt. Gerade in den aktuellen gesellschaftspolitischen Entwicklungen ist es notwendig, am Ball zu bleiben und die Auswahlkriterien immer wieder neu zu überprüfen und nachzubessern.“
Der GCX wurde 2007 von der Börse Hannover initiiert und in Zusammenarbeit mit ISS ESG entwickelt, dem Responsible-Investment-Arm von Institutional Shareholder Services Inc. Der Index umfasst insgesamt 50 internationale Aktien, von global agierenden Großunternehmen bis hin zu kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die nach strengen Nachhaltigkeitskriterien bewertet werden. Die Konstituenten sind Unternehmen, die bedeutende zukunftsweisende Beiträge zur Bewältigung von sieben globalen Herausforderungen leisten, die mit der Bekämpfung der Ursachen und Folgen des Klimawandels, der Sicherung einer angemessenen Trinkwasserversorgung, dem Stopp der Entwaldung, der Erhaltung von Biodiversität, der Bevölkerungsentwicklung, der Armutsbekämpfung sowie der Unterstützung verantwortungsvoller Governance-Strukturen zusammenhängen.
Die Entscheidung zur Aufnahme von GCX-Konstituenten wird von einem unabhängigen Global Challenges-Beirat ratifiziert und ist von der aktuellen Leistung eines Unternehmens im ISS ESG Corporate Rating und insbesondere seinem Beitrag zur Erreichung der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung geprägt, der wiederum durch das ISS ESG Sustainable Development Goals Assessment (SDGA) ermittelt wird. Die Konstituenten müssen nachweisen, dass sie weiterhin einen wesentlichen Beitrag zur Bewältigung der globalen Herausforderungen leisten und gleichzeitig neue nachhaltige Marktchancen nutzen.
Hinweise für Redakteure:
Die aktuelle Zusammensetzung des GCX finden Sie unter: https://www.boerse-hannover.de/GCX/GCX-Einzelwerte
Das nächste Rebalancing des GCX findet im September 2022 statt.
Wollten Anleger nur die 16.000er Marke noch sehen?
In der „Börsen Aktuell“-Ausgabe vom 06.10.2021 war zu lesen, dass die Notenbanken immer stärker auf ein Ende der ultra-expansiven Geldpolitik hinweisen. „Getrieben werden die Währungshüter dabei von der Einsicht, dass der Inflationsanstieg nicht so schnell vorübergeht wie gedacht“, hieß es dazu. Und dies drücke auf die Aktienmärkte, wobei steigende Renditen insbesondere Konkurrenz für Growth-Aktien seien, so meine damalige Analyse.
Seitdem hat es teils heftige Kursrückgänge an den Aktienmärkten gegeben. Am vergangenen Freitag habe ich dazu eine Statistik vernommen, wonach an der Nasdaq bereits mehr als 1.600 Aktien, also etwa 50 Prozent der Aktien des Nasdaq Composite, mehr als 50 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch notieren. Das gab es zuletzt vor mehr als 13 Jahren während der damaligen Finanzkrise.
Der Nebenwerteindex Russell 2000 büßte durch die scharfen Korrekturen diverser Einzelwerte mehr als 20 Prozent ein, womit ihn einige Marktbeobachter bereits in einem Bärenmarkt sahen. Prominentere Aktienindizes wie der S&P 500 oder der Dow Jones überdecken diese Entwicklungen derweil weitestgehend, weil sich die „Dickschiffe“ an der Wall Street immer noch relativ gut halten.
So waren es am vergangenen Freitag auch Apple-Aktien, die infolge von guten Geschäftszahlen 7 Prozent zulegten und die Aktienindizes wieder nach oben gezogen haben. Und gestern Abend sprangen die Anteile von Alphabet nach guten Zahlen und der Ankündigung eines Aktiensplits auf ein neues Rekordhoch, was die Kurserholungen an den Märkten befeuert hat.
Allerdings waren es auch die „Dickschiffe“, die zuvor zweistellige Kursrückgänge hinnehmen mussten, was dazu geführt hat, dass auch Aktienindizes wie der S&P 500, der Dow Jones und insbesondere der Nasdaq 100 endlich mal etwas stärker zurückgekommen sind. Und das kann jederzeit wieder passieren.
Denn die Bewertungen sind in den USA immer noch überdurchschnittlich hoch. Und als die Fed dem Markt zuletzt ab Oktober 2017 Liquidität entzog, mit der Zeit in zunehmendem Maße, hinterließ dies am Aktienmarkt tiefe Spuren (siehe DAX-Chart).


Newsletter vom 02. Februar 2022
Sven Weisenhaus – Chefredakteur
Stockstreet.de

Aktienindizes markieren neue Höchststände – Auf und Ab bei Tesla
Nun haben sie es sogar im Gleichklang geschafft: DAX, Dow, Nasdaq, S&P500 und EuroStoxx50 erreichten aktuell neue Rekordwerte. Der deutsche Leitindex hatte bereits im August zweimal die Marke von 16.000 kurzzeitig im Tagesverlauf genommen, letzte Woche gelang erneut das Überschreiten und auch das Verteidigen dieser wichtigen Kursmarke. Gestern wurde dann im Tagesverlauf bei 16.104 Punkten eine neue historische Höchstmarke erreicht.
Wie gewonnen, so zerronnen! Die Tesla-Aktie hatte seit Ende Oktober innerhalb weniger Tage rund 20 Prozent zugelegt; nach Marktkapitalisierung waren das rund 200 Mrd. USD – so viel wie zweimal die Daimler AG. Nach der Ankündigung von Elon Musk, rund 10 Prozent seiner Tesla Aktien verkaufen zu wollen, kam der Einbruch. Der hinzugewonnene Unternehmenswert löste sich innerhalb von 3 Tagen wieder in Luft auf. Nichtsdestotrotz bleibt Tesla knapp über 1 Billion USD Market Cap und damit noch recht deutlich hinter den drei US-Tech-Giganten Microsoft, Apple und Alphabet, die bereits die 2 Billionen USD-Marke geknackt haben. Es bleibt spannend, bleiben Sie am Ball!


Newsletter vom 10. November 2021
Martin Braun, Börse Hannover


Überrascht von der Flutwelle
Warnungen vor Börsen-Unwettern kommen so oft und regelmäßig, dass nur Wenige ihnen Aufmerksamkeit schenken und ihr Handeln danach ausrichten. Im ersten Halbjahr schien überwiegend die Sonne auf dem Parkett und aufziehende Wolken verschwanden meist schnell wieder. So hatte es sich der DAX im zweiten Quartal, von ein paar kurzen Gewittern im Mai abgesehen, bequem gemacht und plante selbstbewusst neue Hochs in Richtung 16.000 Punkte. Zwei negative Handelstage zum Ende letzter Woche kamen unauffällig daher, doch am Montag wurden viele Investoren schon von der Kurslücke zur Eröffnung überrascht und konnten einer ansteigenden Verkaufswelle zusehen.
Bis zu 3 Prozent und am Ende über 400 Punkte Minus im DAX hatte es schon lange nicht mehr gegeben. Auch von den US-Märkten kam nur wenig Hilfe. So ließen sich einige Anleger in einen Strom von negativen Nachrichten, fallenden Kursen und düsteren Prognosen mitreißen. Zu Recht? Das wird sich erst noch zeigen. Gestern entspannte sich die Lage wieder und der Dow Jones hat seine Verluste von Montag kräftig aufgeholt. Doch solche Extremlagen können in Zukunft öfters auftreten. Deshalb gilt es Vorsorge zu treffen und einen kühlen Kopf zu bewahren.
Wir sollten nach den ganz realen Unwetter-Katastrophen der letzten Woche erkennen, dass uns die Börsenbewegungen zwar groß und mächtig erscheinen, aber unsere von Menschenhand geschaffenen Dinge – und sogar unser Leben selbst – den unvorstellbaren Kräften der Natur manchmal hilflos ausgeliefert sind. Wir hoffen, es geht Ihnen allen gut.
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Newsletter vom 21. Juli 2021
Ihr Thomas Strelow, Börse Düsseldorf

Jahresziele schon im Sommer erreicht?
Das erste Börsenhalbjahr 2021 ging mit ordentlichen Kurszuwächsen in die Bücher. Der DAX notierte 13,1 Prozent höher als Ende 2020, der MDAX folgte mit 10,6 Prozent knapp dahinter. Und auch sonst liegen bis auf Bundesanleihen und Gold praktisch alle großen Assetklassen im grünen Bereich: Die Eurozone war 15,8 Prozent stärker und der amerikanische S&P 500 sogar 18,8 Prozent im Plus, während sich das Kurswachstum in den Emerging Markets mit 11 Prozent etwas verlangsamte und in Japan bei 1,4 Prozent stockte.
Viele Jahresprognosen bei den Indizes sind stand heute schon erfüllt. Also war es das schon für 2021? Sicher nicht! In vielen Branchen ist noch Aufholpotenzial vorhanden. Trotz immer neuer Seitwärtsphasen in den Indizes ist von Langeweile an der Börse wenig zu spüren, sodass der Sommer zumindest an der Börse noch heiß werden kann. Es hat sich gezeigt, das echte Ausbrüche dynamisch verlaufen. Das Gleiche gilt bekanntlich für Virus-Varianten und das griechische Alphabet zählt übrigens 24 Buchstaben.
Die enorme Geldmenge, rekordverdächtig viele Börsengänge und verstärkte Aktivitäten der stetig wachsenden Gruppe von Kleinanlegern können die Börsen in jede Richtung treiben – auch oder gerade bei sinkenden Umsätzen in den Sommermonaten. Bleiben Sie auf der Hut und ruhen Sie sich nicht auf dem Erreichten aus!
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Newsletter vom 07. Juli 2021
Ihr Thomas Strelow, Börse Düsseldorf
