Ein gelungener Start

Die IPO-Rakete von SpaceX ist am Freitag erfolgreich abgehoben: Nicht nur, dass am ersten Tag Zeichnungsgewinne von bis zu 30 Prozent möglich waren – auch an den Folgetagen stieg der Kurs weiter. Aktuell sind es mehr als 50 Prozent und SpaceX hatte sich kurz schon zwischen Microsoft und Apple auf Rang 4 der wertvollsten Aktien einsortiert, Großaktionär Elon Musk wurde zum ersten Billionär (mehr als der Wert aller Bitcoins) und rund 4.400 der Mitarbeitenden haben über den Börsengang den Millionärsstatus erreicht. Und weil sowas vor wenigen Jahren niemand hat kommen sehen, bleibt die Zukunft ungewiss und die Börse so spannend!

Es war das inzwischen 38. Mal, als Donald Trump letzte Woche ein Ende im Iran-Konflikt angekündigte. Nachdem ein Rahmenabkommen am 80. Geburtstag des US-Präsidenten bereits digital unterzeichnet wurde, könnte es wirklich der Auftakt zu Friedensverhandlungen innerhalb der nächsten 60 Tage sein, wobei der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus umgehend wieder anlaufen soll. Der Ölpreis fiel von 90 auf 75 US-Dollar und die Börsen zogen weltweit an. In den USA notierte der Dow Jones gestern erstmals über 52.000 Punkte (vor 10 Jahren waren es 17.000), aber der DAX konnte Montag und Dienstag nur kurzzeitig über die 25.000er-Marke stiegen. Die Stimmung hier ist bescheiden und der Inflationsdruck hoch. Denn der umstrittene Tankrabatt hat zwar im Mai die Teuerungsrate auf 2,6 Prozent (April: 2,9%) gedämpft, aber er läuft Ende Juni aus.

Als Schritt gegen die anziehende Inflation im Euroraum erhöhte die EZB letzten Donnerstag den Einlagenzinssatz um einen Viertelprozentpunkt auf 2,25 Prozent – die erste Anhebung seit September 2023. Seitens der US-Notenbank wird heute Abend keine Veränderung erwartet, aber die erste Zinsentscheid-Sitzung unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh könnte trotzdem spannend werden, denn seine Amtszeit gilt als Beginn einer neuen Notenbank-Politik.

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Newsletter vom 17. Juni 2026

Thomas Strelow, Börse Düsseldorf

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Mega-IPOs saugen Kapital ab

Ende nächster Woche steht der viel besprochene IPO von SpaceX an. Obwohl nur ca. 5 Prozent der Aktien an die Börse kommen, sind die Dimensionen schwindelerregend: Mindestens 75 Milliarden Dollar frisches Geld fließt dem Unternehmen zu und es wird eine Marktkapitalisierung von bis zu 2.000 Milliarden erwartet. Hauptaktionär Elon Musk wird wohl zum ersten Billionär der Geschichte und weil die Zulassungsregeln für den Nasdaq gelockert werden, wird das Unternehmen zumindest indirekt über ETFs schnell in den Depots vieler Investoren vertreten sein.

Dabei ist das namensgebende Weltraumgeschäft seit der umstrittenen Zusammenlegung mit xAI im Februar nicht mehr Hauptkern des Unternehmens, sondern das das Thema Künstliche Intelligenz und Data Center. Und hierzu ist es nicht der einzige anstehende Mega-IPO in diesem Jahr. Auch die KI-Überflieger OpenAI (ChatGPT) Anthropic (Claude) streben 2026 an die Börse. Zusammen kommen beide auf eine ähnliche Marktbewertung wie SpaceX und wollen nochmal rund 150 Milliarden Dollar oder mehr platzieren.

Von wo das neu zu investierende Kapital kommen soll, beschäftigt zur Zeit die Märkte. Die Dimension ist vergleichbar mit der Welle von Börsengängen ab Ende der 1990er Jahre – verteilt auf deutlich weniger Unternehmen. Sichtbare Mittelabflüsse sind bei den amerikanischen Bitcoin-ETFs zu beobachten: Die immer noch führende Digitalwährung notiert aktuell knapp unter 67.000 Dollar und damit 47 Prozent unter dem Rekordhoch vom letzten Oktober. Auch Gold und Silber haben in den letzten Monaten auffällig korrigiert. Vom AI-Hype getrieben bleiben die amerikanischen Börsen eng an ihren Höchstständen, während der DAX weiter im Kampf um die 25.000 Punkte gefangen bleibt. Mal sehen, wo der Kapitalmarkt-Staubsauer noch vorbei kommt.

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Newsletter vom 3. Juni 2026

Thomas Strelow, Börse Düsseldorf

Deeskalation pusht die Indizes

Nach unzähligen martialischen Drohungen scheint der US-Präsident im Iran-Konflikt einen Kurswechsel zu versuchen: Letzte Nacht kündigte er via Social Media an, die kürzlich in „Project Freedom“ umbenannte Militärmission (von einem Krieg sollte er besser nicht sprechen) vorübergehend auszusetzen, um Fortschritte für ein Abkommen zu erleichtern. Die Entspannung deutete sich bereits Ende letzter Woche an und lässt sich in moderat sinkenden Ölpreisen (WTI knapp unter 100 USD), aber kräftig steigenden Aktienindizes ablesen. Im Wochenvergleich notiert der DAX heute Vormittag satte 1.000 Punkte oder 4,4 Prozent höher.

In den USA vermelden S&P 500 und Nasdaq 100 praktisch börsentäglich neue Rekordstände: Im Monat April haben marktbreite Large Caps um 10,5 und die Technologiewerte um 15,7 Prozent zugelegt – letzteres war die stärkste Monats-Performance seit 23 Jahren. Dem deutschen DAX fehlen zwar noch rund 500 Punkte zum Rekordstand, er hat aber letzten Monat um starke 7,1 Prozent zugelegt und steht oberhalb der 200-Tage-Linie.

Wenig Grund zum Feiern gibt es in der deutschen Politik, ein Jahr nach dem Start der neuen Regierung. Der versprochene „Herbst der Reformen“ hat erst im Frühjahr zu Keimen begonnen und die Zustimmungswerte schmelzen dahin wie Eis in der Sonne – ebenso der Optimismus in der Wirtschaft und das Verbrauchervertrauen. Wenn sich die Koalitionäre nun auch in Deeskalation üben und konstruktiv zusammenarbeiten, besteht aber noch Hoffnung. Möge die Börsenstimmung ein Frühindikator für die Realität sein.

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Newsletter vom 6. Mai 2026

Thomas Strelow, Börse Düsseldorf

Verlängerung der Unsicherheit

Die Börse zeigt sich selbstbewusst trotz unsicherer Zeiten: Letzte Woche sprang der S&P 500 über die Marke von 7.000 Punkten und markierte am Freitag ein neues Rekordhoch – gleiches gelang dem Nasdaq 100 jenseits der 26.000 Punkte. Auslöser waren Nachrichten, dass der Iran die Straße von Hormus wieder geöffnet hat, was verschiedene Kreuzfahrtschiffe umgehend genutzt haben, die Sackgasse der Golfregion schnellstmöglich zu verlassen.

Die Situation für Öl- und Gastanker sowie Frachtschiffe bleibt aber unübersichtlich. Immerhin hat der US-Präsident letzte Nacht die zweiwöchige Waffenruhe kurz vor Ablauf nochmal verlängert, auch wenn der Terminplan für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen noch unklar ist. Die marktbreiten US-Indizes und der japanische Nikkei 225 haben in ihren Chartbildern damit eine V-förmige Erholung innerhalb von 7 Wochen abgeschlossen.

Für andere asiatische und europäische Aktienindizes ist dieser Prozess noch nicht abgeschlossen. Der DAX liegt rund 5 Prozent unter seinem Rekordstand von Mitte Januar beziehungsweise Ende Februar, auch wenn sich die Notierungen zuletzt über den 24.000 Punkten stabilisierten. Das Problem gestiegener Energiekosten lässt keine schnelle Lösung erwarten und belastet Unternehmen vornehmlich außerhalb des Leitindex: Die Zahl der Insolvenzen im ersten Quartal ist auf dem Höchststand seit 2005. Die Stimmungsindikatoren sind schlecht und das Vertrauen in wirksame Reformen fehlt. Nächste Woche tagen die Notenbanken und müssen wohl zwischen Inflation und Wirtschaftswachstum abwägen. Auch wenn die Börse wie immer zum Sprung bereit steht – die Unsicherheit bleibt.

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Newsletter vom 22. April 2026

Thomas Strelow, Börse Düsseldorf

Volatile Märkte zwischen Eskalation und Euphorie

Eine besondere Herausforderung in diesen Tagen ist es, das Marktgeschehen in Worte zu fassen und nur eine kurzfristige Prognose zu wagen, denn die hat oft nur eine Halbwertszeit von Stunden. Außer Spesen nichts gewesen – so könnte man das Ergebnis der mit Spannung erwarteten Gespräche zwischen Iran und USA am Wochenende auf den Punkt bringen. Der 10-Punkte Plan der USA schmeckte dem Iran ganz offensichtlich nicht. Aber Trump wäre nicht Trump, wenn er aus der Not keine Tugend machen würde. In Konkurrenz zum Iran soll jetzt die Straße von Hormus durch die USA blockiert werden, um über gute und böse Schiffe selbst zu entscheiden und ggf. Wegezoll zu kassieren.
Das Scheitern der Gespräche ließ die Ölpreise prompt um rund 8 Prozent auf wieder mehr als 100 Dollar springen, die Aktienmärkte reagierten am Montag anfangs mit Abschlägen, konnten sich dann aber schnell wieder erholen und der Ölpreis pendelt aktuell bei 91 (WTI) bzw. 95 (Brent) Dollar. Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran laufen angeblich weiter und ständig werden Pseudo-Ergebnisse kolportiert, welche die Märkte in die eine oder andere Richtung treiben. Die Waffenpause am Golf scheint stabil zu sein und folglich schöpfen die Märkte mal wieder Hoffnung.
Nach offenem, medialem Schlagabtausch trafen sich am vergangenen Wochenende auch die Koalitionäre der deutschen Bundesregierung, um ihre restlichen Gemeinsamkeiten zu eruieren. Heraus kam ein nettes Maßnahmenpäckchen, bestehend aus einer temporären Energiesteuersenkung von 17 Cent pro Liter für 2 Monate und – wie großzügig – die Möglichkeit einer arbeitgeberfinanzierten steuer- und abgabenfreien Entlastungsprämie in Höhe von 1.000 Euro. Die Begeisterung von Unternehmen und deren Verbänden hält sich in Grenzen.
Keine Antwort lieferten die Koalitionsspitzen auf die Frage, wie die Unternehmen und Verbraucher dauerhaft entlastet werden könnten und was noch wichtiger wäre: Ist die Versorgung mit Primärenergie in Form von Öl und Gas dauerhaft gesichert? In angrenzenden Ländern wie Tschechien kam es bereits zu Lieferengpässen. Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm mahnt zu Reformen, anstatt sich mit fragwürdigen Einzelaktionen von Krise zu Krise zu hangeln.
Ein vorzügliches Statement zur Benzinpreisdebatte liefert auch Dr. Christoph Bruns von der LOYS AG in seiner aktuellen Kolumne.
Der DAX zeigt sich heute etwas freundlicher oberhalb der Marke von 24.000. Fahren Sie bei Ihren Investments weiter auf Sicht bei ausreichender Liquidität.

Ihr Martin Braun, Börse Hannover

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Newsletter vom 15. April 2026

Martin Braun, Börse Hannover

Spannung vor Entspannung

In den vier Tagen ohne Börsenhandel an Ostern ging es auf der Weltbühne weder ruhig noch friedlich zu. Die verbalen Eskalationen und Drohungen über den Social-Media-Account des US-Präsidenten erreichten gestern einen vorläufigen Höhepunkt, als mit dem geplanten Angriff auf den Iran der „Untergang einer ganzen Zivilisation“ angekündigt wurde. Die Newsticker der großen Medien berichteten minütlich über Entwicklungen und professionelle wie private Investoren hatten ein ungutes Gefühl für das mehrfach verschobene, nun aber in der Nacht auslaufende Ultimatum.

Doch zum Glück es kam anders: Kurs vor US-Börsenschluss rief Pakistan in der Rolle eines Vermittlers Trump zu einer zweiwöchigen Verlängerung des Ultimatums auf – während der Waffenruhe müsste dann auch der Iran die Straße von Hormus wieder öffnen. Der Ölpreis fiel unter 100 USD und die Aktienkurse zogen unmittelbar an. Das deeskalierende Vorgehen wurde in der Nacht von beiden Seiten bestätigt und auf einmal postet der US-Präsident von einem „großen Tag für den Weltfrieden“ und kündigt direkt das „goldene Zeitalter des Nahen Ostens“ an. Hier von einem weiteren TACO-Moment zu sprechen wäre dem Ernst der Lage nicht angemessen. Innenpolitisch waren zuvor große Empörung und Forderungen nach einer Amtsenthebung aufgekommen – in einem halben Jahr stehen Zwischenwahlen in den USA an.

Heute morgen, nach einem 10-Prozent-Rückgang beim Öl (Brent), eröffnete der DAX erstmal 1.100 Punkte (4,8 Prozent) höher und bewegt sich nun wieder an der 24.000er Marke. Damit ist die seit Anfang März unterschrittene 200-Tage-Linie wieder durchbrochen worden und könnte Unterstützung bieten. Ob sich die Entspannung ebenso schnell an den Preissäulen der Tankstellen bemerkbar macht darf bezweifelt werden. Der größte Profiteur der Hormus-Blockade dürfe Russland sein.

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Newsletter vom 8. April 2026

Thomas Strelow, Börse Düsseldorf

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660 Zeichen machen 1.260 Punkte im DAX

Am Montag startete die Börsenwoche tief im roten Bereich. Die asiatischen Märkte hatten mit negativen Ausschlägen vorgelegt und den fallenden Trend der westlichen Welt von Freitag fortgeschrieben. Schließlich drohte ein von Trump gesetztes Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus auszulaufen und der Krieg im Iran weiter zu eskalieren. So eröffnete auch der DAX nach einem Minus von 5,1 Prozent in der Vorwoche nochmal 1,9 Prozent tiefer und fiel bis auf 21.864 Punkte. Ein Niveau unter 22.000 Punkten wurde zuletzt vor 11 Monaten protokolliert, damals bei der Erholung vom Schock des Liberation Day.

Am Mittag dann die Überraschung: Der US-Präsident hatte in einem kurzen Posting auf Truth Social die angekündigten Militärschläge für 5 Tage ausgesetzt und von „produktiven Gesprächen“ mit dem Iran berichtet. Der Ölpreis kam daraufhin um mehr als 10 Prozent zurück und löste die Gegenreaktion im Aktienmarkt aus: Innerhalb von 15 Minuten legte der DAX um 5,75 Prozent (1.260 Punkte) zu und schloss später mit einem Tagesgewinn von 1,2 Prozent. Auffällig waren unmittelbar im Vorfeld der Meldung in den USA platzierte Terminkontrakte auf einen fallenden Ölpreis und steigende Kurse im S&P 500. Ein Verdacht auf Insiderhandel liegt nahe und es ist nicht die erste solche Auffälligkeit in dieser Präsidentschaft.

Positive Nachrichten – egal auf welchem Kanal – nähren die Hoffnung auf Frieden, Versorgungssicherheit bei diversen Grundstoffen und damit wieder steigende Aktienkurse. Heute Vormittag steht der DAX wieder über 23.000 und damit rund 10 Prozent unter seinem Rekordstand, also eine normale Korrektur? Gold wird seinem Ruf als sicherer Hafen in dieser Krise nicht gerecht und fiel zwischenzeitlich um mehr als 20 Prozent unter das Hype-Hoch von Ende Januar, während sich der Bitcoin relativ stabil hält. Viele noch unerfahrene Privatinvestoren dürften aufgrund solcher erratischer Bewegungen ernüchtert sein. Trotzdem führt beim Vermögensaufbau langfristig kein Weg an der Börse vorbei und das scheint nun auch der Staat beim neuen Altersvorsorgedepot zu berücksichtigen.

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Newsletter vom 25. März 2026

Thomas Strelow, Börse Düsseldorf

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Iran-Krieg sorgt für Unsicherheit und volatile Märkte

Der Angriffskrieg gegen den Iran befindet sich bereits in der dritten Woche und ein Ende ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Der regionale Konflikt entwickelt sich zunehmend zu einem unkontrollierbaren Flächenbrand im Nahen Osten. Zudem ist die wichtige Straße von Hormus für die meisten Schiffe blockiert. Die Öl- und Gaspreise sind bereits explodiert und haben weiter Potenzial nach oben, Experten halten sogar einen Anstieg auf 150 Dollar/Barrel Rohöl für möglich. Das wäre eine Verdoppelung innerhalb weniger Wochen mit verheerenden Folgen für die Weltwirtschaft. Insbesondere Deutschland und Europa, aber auch Öl-/Gasimporteure wie Japan und Südkorea würden die Leidtragenden sein. Wenn nicht eine Rezession, so droht mindestens Stagflation und last, not least könnten die führenden Notenbanken noch in diesem Jahr wieder mit Zinsanhebungen reagieren, um die Inflation zu bekämpfen. Erste Signale in diese Richtung könnten heute Abend nach der Fed-Sitzung und Donnerstagnachmittag von der EZB kommen.

Bei den Spritpreisen ist ein Ergebnis des Krieges bereits bei uns angekommen. Und ähnlich wie 2022, als der Ölpreis (Brent) aufgrund des Krieges in der Ukraine bis auf 130 US-Dollar emporschnellte, zeigen sich Politiker kopflos und holen die gleichen Ideen aus der Mottenkiste, mit denen sie sich bereits vor vier Jahren profilieren wollten. Stichworte wie Übergewinnsteuer, totale Preistransparenz und Abzocke der Ölkonzerne werden zurzeit gerne in den Mund genommen.

Dabei wird aber leider ausgeblendet, wer am meisten von den hohen Sprit- und Energiepreisen profitiert! Das ist der Staat selber, denn jeder Cent mehr an der Zapfsäule spült zusätzliche Steuer-Milliarden in die chronisch leere Kasse. Laut einer Berechnung des ADAC von Anfang März lag der Steuer- und Abgabenanteil auf Benzin (E10) bei 58 Prozent. Der Rohölpreis (Brent) in Euro ist kriegsbedingt seit Ende Februar um rund 45 Prozent gestiegen, der Preis für Benzin E10 im gleichen Zeitraum um lediglich 17 Prozent. Wo bitte schön ist das Problem?

Ein Blick in unsere EU-Nachbarländer Polen und Tschechien zeigt deutlich, dass es auch anders geht. In Polen ist das Benzin bis zu 70 Cent pro Liter günstiger zu haben. Und anstatt an der Steuerschraube mal nach unten zu drehen, um Verbraucher zu entlasten, reagiert unser Staat lieber mit Regulierung und Markteingriffen sowie Grenzkontrollen, um Spritsparer zu kriminalisieren und zur Kasse zu bitten.

Einen interessanten Einwurf zu Energieaktien und der Kompetenz unserer Politiker in aktueller Lage liefert Dr. Christoph Bruns von der LOYS AG in seiner aktuellen Kolumne. Der DAX zeigt in der unsicheren Lage aktuell eher kleine Handelsspannen und notiert weiter unterhalb von 24.000 Punkten.

Ihr Martin Braun, Börse Hannover

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Newsletter vom 18. März 2026

Martin Braun, Börse Hannover

Iran-Krieg und KI-Kater – was nun?

Joachim Brandmaier

Der Iran-Krieg hält die Märkte in Atem, gleichzeitig treibt das Thema KI den Börsianern Sorgenfalten auf die Stirn. An düsteren Prognosen und schlimmen Nachrichten mangelt es derzeit wahrlich nicht. Wie sollten sich Anleger in diesen Zeiten verhalten?

Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber 2026 ist gerade mal gut zehn Wochen alt und es ist schon wieder so viel passiert, dass es eigentlich für ein ganzes Jahr reicht: Angefangen mit Venezuela, wo sich die USA überraschend Staatspräsident Maduro geschnappt haben, gefolgt von den Trump‘schen Grönland-Ambitionen sowie der nächsten Zollwut-Episode und nun auch noch ein neuer Krieg im Nahen Osten, inklusive explodierender Ölpreise – als wäre der anhaltende Konflikt in der Ukraine nicht schlimm genug.

Fast schon nebenbei treibt inzwischen auch noch das Thema KI den Börsianern Sorgenfalten auf die Stirn. Es ist noch gar nicht lange her, da wurde alles in den Himmel gelobt, was nur im Entferntesten mit künstlicher Intelligenz zu tun hat. Nun dominieren hier eher Ängste die Schlagzeilen: Ängste, ob sich die riesigen Investitionen jemals auszahlen werden. Ängste, welche Branchen wohl unter die KI-Räder kommen. Bis hin zu Ängsten, dass der massive Einsatz von künstlicher Intelligenz zwar viele Unternehmen hochprofitabel macht, dafür der Welt aber Massenarbeitslosigkeit beschert.

An schlimmen Nachrichten und düsteren Prognosen mangelt es derzeit also wahrlich nicht. Und weder Mensch noch KI kann vorhersehen, wie es bei all den Themen genau weitergehen wird. Aber wenn ich zwei Dinge in über 40 Jahren Börse gelernt habe, dann erstens: dass Kurzschlussreaktionen bei Aktien selten eine gute Idee sind. Und zweitens: dass sich Optimismus langfristig auszahlt! Mein Appell wird Sie deshalb nicht überraschen: Bleiben Sie zuversichtlich und bleiben Sie in Qualitätsaktien investiert! Und wer Pulver trocken hat, kann durchaus bei gebeutelten Titeln mutig zugreifen.

Apropos gebeutelt: Zuletzt konnte man schön beobachten, dass die lange von vielen verschmähte „Old Economy“ allen Turbulenzen zum Trotz zu einem Comeback ansetzt. Denn während bei Technologiewerten offenbar ein bisschen die Luft raus ist und Softwareaktien teils regelrecht abgestürzt sind, ziehen viele Konsum-, Gesundheits- und Energiewerte an. Mich wundert das nicht, denn KI hin und Hiobsbotschaften her: Menschen essen und trinken nun mal „für ihr Leben gern“, Millionen Babys machen weiter Tag und Nacht die Windeln voll, ohne Energie steht die Weltwirtschaft still und ohne Gesundheit ist sowieso alles nichts!

Newsletter vom 18. März 2026

Joachim Brandmaier – Börsenpraktiker
Stuttgarter Aktienbrief „Börse Aktuell“

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Zwischen Panik und Hoffnung

Die Börse ist gerade mal wieder nichts für schwache Nerven: Während die Märkte direkt am Montag nach der Iran-Eskalation vom letzten Februar-Wochenende noch unter Schockstarre standen, weiteten sich die Verluste an den Folgetagen zügig aus. Und diesen Montag wurde ein temporäres Tief erreicht, als beispielsweise der DAX kurz unter die 23.000-Punkte-Linie abtauchte, die vor ziemlich genau einem Jahr erstmals überschritten wurde und schon im November sowie Juni letzten Jahres zuverlässig als Unterstützungszone funktionierte.

Markiert dieser knappe 10-Prozent-Rutsch in 6 Handelstagen also schon den Wendepunkt für die fallenden Kurse? Für ein Urteil ist es zu früh und die Entspannung beim Ölpreis ist nur relativ. Aber als positives Zeichen zu werten ist, dass trotz aufgeregter Nachrichtenlage die Börsenumsätze vergleichsweise gering blieben und solche kurzfristigen Übertreibungen einfach typisch sind. Der Grund zur Sorge bleibt, auch wenn der Krieg schon als „so gut wie abgeschlossen“ verkauft wird. Es zeigt sich gerade ein für den US-Präsidenten typisches Konfliktmuster, wenn er versucht die Märkte mit Worten zu beruhigen.

Faktisch kommt der Ausflug zur Tankstelle gerade dem Besuch eines Gourmetrestaurants gleich und die energieabhängige Wirtschaft leidet unmittelbar. Volkswirte prognostizieren den BIP-Rückgang in Abhängigkeit von Ölpreis, aber auch so schwächelt die deutsche Industrieproduktion massiv. Der Umbau der Wirtschaft gestaltet sich schwierig, wenn alte deutsche Paradedisziplinen wie der Anlagenbau, Automobil- oder Chemiesektor zunehmend unter die Räder kommen und keine Hoffnungsträger in Sicht sind. Daher gilt es wie immer, thematisch sowie geografisch breit investiert zu bleiben und vielleicht seltener ins Depot zu schauen, um die Emotionen unter Kontrolle zu halten.

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Newsletter vom 11. März 2026

Thomas Strelow, Börse Düsseldorf

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