Börsentäglich aktuell von der ICF BANK

Morning News & Wochenvorschau

Börsentäglicher Newsletter (Morning News) mit Marktdaten für USA und Japan sowie wichtige News, Termine und Analysteneinschätzungen für Werte aus Deutschland und Europa zum Handelsstart sowie als Wochenvorschau.

Quelle: ICF BANK AG Wertpapierhandelsbank

Logo ICF BANK

Nikkei, US-Aktien, Gold und Bitcoin mit neuen Höchstständen

Die neue Woche startete turbulent an den Finanzmärkten. Am Montagmorgen gelang dem Nikkei225 ein Sprung von 4,75 Prozent auf ein neues Allzeithoch bei 47.945 Zählern. Mit Sanae Takaichi hat Japans Regierungspartei LDP eine neue Chefin. Sie ist die erste Frau an der Spitze der Partei und demnächst wahrscheinlich auch Premierministerin. Sie befürwortet eine expansive Fiskal- und Geldpolitik. Das wirkte wie Balsam für den Aktienmarkt, allerdings nicht für den japanischen Yen, dieser verlor von Freitag auf Montag zum US-Dollar rund 2 Prozent.
„Aber wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe“ – hätte Wilhelm Busch es formuliert! Japan gehört zu den am höchsten verschuldeten Staaten der westlichen Welt, für 2025 wird eine Staatsschuldenquote von 235 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) prognostiziert, Tendenz bis 2030 leicht fallend. Dieses Ziel könnte mit der designierten Premierministerin jedoch ins Wanken geraten. Zum Vergleich: Die erwartete Staatsschuldenquote der USA für 2025 beträgt rund 123 Prozent, für Deutschland 63 Prozent. Tendenz in beiden Ländern steigend.
Schlechte Nachrichten aus dem EU-Kernland Frankreich schickten am Montag den CAC40 Richtung Süden. Der Rücktritt des französischen Premierministers Sébastien Lecornu nach nur vier Wochen im Amt hat die Finanzmärkte verunsichert. Mit 3,3 Billionen Euro Staatsschulden, einer Schuldenquote von 114 Prozent zum BIP und einem Haushaltsdefizit von 5,8 Prozent entwickelt sich die „Grande Nation“ zum Belastungsfaktor und Sorgenkind der EU. Besserung auf absehbare Zeit nicht in Sicht.
Neue Höchststände pünktlich zum Monatsanfang Oktober dagegen beim Dow Jones und dem Nasdaq100. Dem DAX gelang der erneute Sprung über die technisch wichtige Marke von 24.000, ihn trennen gestern weniger als 200 Zähler vom Allzeithoch im Juli dieses Jahres. Neue Rekorde im ansonsten eher als „Crashmonat“ bekannten Oktober auch beim Bitcoin. Der führenden Kryptowährung gelang am Sonntag (05.10.) erstmals der Sprung über die Marke von 125.000 US-Dollar. Auch das Gold kennt aktuell nur einen Weg und der zeigt nach oben. Am Dienstag wurde die magische Marke von 4.000 Dollar geknackt, im frühen Handel heute Morgen ging es bis 4.050 Dollar weiter aufwärts. Der Trend nach oben ist ungebrochen, neue Höchstmarken werden fallen.

Zum Newsletter anmelden
Newsletter vom 08. Oktober 2025

Martin Braun, Börse Hannover

https://twitter.com/zerohedge/status/1960131202578350207

Bleibt Japans Geldpolitik ultra-expansiv?

Carsten Mumm

Auch in Japan ist die Inflation in den letzten Monaten vor allem aufgrund von höheren Energie- und Rohstoffkosten sowie Lieferengpässen deutlich angestiegen. Mit 4,3 Prozent wurde im Januar der höchste Stand seit Anfang der achtziger Jahre erreicht. Unter anderem durch staatliche Energiehilfen sank die Teuerung bis März auf 3,3 Prozent. Die Kernrate der Inflation ohne die Komponenten Energie und Nahrungsmittel liegt aktuell bei 3,2 Prozent.

Trotzdem hält die japanische Notenbank, die Bank of Japan (BoJ), bisher an niedrigen Leitzinssätzen fest. Anders als die Europäische Zentralbank (EZB) oder die US-Notenbank Fed kontrolliert die BoJ auch die Zinsen bei Staatsanleihen mit längeren Laufzeiten und hat im Dezember 2022 die Spanne für die Rendite zehnjähriger Anleihen auf bis zu 0,5 Prozent p.a. erweitert. Die folgende Spekulation auf einen möglicherweise bevorstehenden restriktiveren geldpolitischen Kurs ließ die Renditen deutlich ansteigen und unterstützte die zwischenzeitliche Aufwertung des Yen gegenüber dem Euro und dem US-Dollar.

Unterstützt wurde diese Erwartung zwischenzeitlich vom bevorstehenden Wechsel an der Spitze der BoJ Anfang April. Als neuer Chef der Notenbank wurde der Ökonomieprofessor Kazui Ueda benannt, der die ultra-expansive Geldpolitik als ehemaliges Mitglied des geldpolitischen Rats einst mitentwickelt hat. Diese Position unterstrich Ueda in einer Rede vor dem Parlament Ende Februar, warnte aber gleichzeitig vor einer Erstarrung der Geldpolitik.

Durch die Zinskurvensteuerung und angesichts weltweit deutlich steigender Zinsen im letzten Jahr wurden Kapitalanlagen in Yen für viele Investoren immer uninteressanter. Zusammen mit der Inflationsentwicklung und der signifikanten Schwächung des Yen seit Anfang 2021 wäre ein weniger expansiver Kurs unter Ueda angemessen. Eine Zinswende mit stark steigenden Leitzinsen bleibt aufgrund der deflationären Vergangenheit, der aktuellen wirtschaftlichen Schwäche sowie der rekordhohen Staatsverschuldung von mehr als 250 Prozent bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) jedoch vorerst unwahrscheinlich.

Denkbar wäre allerdings ein Ende der nach wie vor erheblichen Wertpapierkäufe durch die BoJ, deren Bilanzsumme gemessen an der Relation zum BIP mit knapp 140 Prozent im internationalen Vergleich an der Spitze steht. Wie lange der bisherige geldpolitische Kurs durchgehalten werden kann, hängt insbesondere von der weiteren Inflationsdynamik ab. Anleger sollten dies im Blick behalten.

Newsletter vom 01. Februar 2023

Carsten Mumm – Chefvolkswirt und
Leiter der Kapitalmarktanalyse
Privatbank Donner & Reuschel

Zum Newsletter anmelden

17.03.2022 Forum Bundesbank DIGITAL: Japan: Pionier oder Nachzügler – Wo steht Japan heute?

Die Veranstaltungsreihe „Forum Bundesbank“ der Hauptverwaltung in Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt richtet sich an ein interessiertes allgemeines Publikum. Vertreter der Bundesbank und/oder externe Fachleute referieren im Rahmen der Reihe allgemein verständlich zu Grundlagen und aktuellen Fragen des Geldwesens und der Notenbankpolitik.

Thema: Japan: Pionier oder Nachzügler – Wo steht Japan heute?
Referent: Uwe Nebgen, Leiter der Repräsentanz der Deutschen Bundesbank in Tokio, Japan
Termin: Donnerstag, 27. März 2022, 10:00 Uhr

Inhalt:

Japan durchlebt seit den 1990er Jahren zum Teil extreme wirtschaftliche Entwicklungen. Auf das Platzen einer enormen Vermögenspreisblase folgten lange Jahre schwieriger Anpassungen im Bankensektor und in der Realwirtschaft. Hinzu kamen Herausforderungen wie durch die Globale Finanzkrise. Die Geldpolitik – und nicht nur diese – wagte sich dabei tief in unbekanntes Fahrwasser. Nullzinspolitik, Quantitative Easing und rekordhohe Staatsverschuldung werden mit Japan verbunden. Welchen Risiken und Chancen sieht sich das Land heute gegenüber? Was können wir aus den japanischen Erfahrungen lernen?

Der Vortrag findet virtuell statt.




Eine Veranstaltung der Deutschen Bundesbank – Hauptverwaltung Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt

Bei Interesse melden Sie sich bitte an unter: veranstaltungen.hv-bns@bundesbank.de