Game Over bei den Kryptos?

Skeptiker von Bitcoin & Co. werden dieser Tage Genugtuung verspüren. Haben ihre Befürchtungen mit dem Niedergang der Krypto-„Börse“ FTX neue Nahrung erhalten und die Diskussion über die Sinnhaftigkeit dieser virtuellen Währungen einen neuen Höhepunkt erreicht. Nicht sicher, nicht transparent und ohne erkennbaren Nutzen für Kapitalanleger, so die gängigen Urteile der Kritiker. Sogar von einer Art Schneeballsystem ist dieser Tage die Rede, bei dem die ersten das große Geld machen und die letzten durch die Röhre schauen.

Allein das Volumen sollte allen zu denken geben, wir reden hier trotz scharfer Kurskorrektur in 2022 immer noch über 820 Mrd. USD, verteilt über mehr als 13.000 verschiedene Kryptowährungen. Zur Erinnerung: Im November 2021 wurde die Marktkapitalisierung dieser noch jungen und weitgehend unregulierten Assetklasse auf rund 3 Billionen USD taxiert.

In den zurückliegenden 12 Monaten hat sich das virtuelle Vermögen zu einem großen Teil bereits in Luft aufgelöst, die Verluste der großen Kryptos wie Bitcoin, Ethereum und Ripple liegen auf Jahressicht zwischen 65 und 75 Prozent. FTT, der Token der insolventen FTX verlor innerhalb weniger Tage 95 Prozent seines Wertes.

Der Kryptomarkt ist und bleibt eine Spielwiese für ganz hartgesottene Akteure, Privatanleger sollten die Finger davonlassen. Mich persönlich erinnert dieser Markt immer an das Märchen von „Des Kaisers neue Kleider“, dessen Ende wohl jeder noch kennt.

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Newsletter vom 23. November 2022

Martin Braun, Börse Hannover

DAX überwindet 13.000er Marke

Im Sog der US-Börsen konnte auch der DAX seit Ende letzter Woche wieder einige hundert Punkte zulegen. Am Montag scheiterte er noch an der Marke von 13.000 Punkten, aber gestern gelang dann die Überwindung dieses starken Widerstandes, der DAX schloss bei 13.053 und konnte im späten Handel sogar noch bis fast 13.100 zulegen. Das darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir uns unverändert in einem intakten Abwärtstrend befinden. Seine historischen Höchstmarken markierte der DAX am 18. November vergangenen Jahres und am 5. Januar dieses Jahres bei 16.290 bzw. 16.285 Punkten. Ein klassisches Doppeltop, das eine Trendumkehr signalisiert und einen Abwärtstrend einleitet. Und genau so kam es dann auch. Seit Jahresanfang liegt der DAX aktuell mit rund 18 Prozent im Minus. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt aktuell rund 500 Punkte. Ein Blick auf die Einzelwerte zeigt ein eher uneinheitliches Bild. Entgegen dem Trend und deutlich im Plus seit Jahresbeginn liegen Dt. Telekom, Dt. Börse und RWE mit 13,6/10,6 und 9,6 Prozent. Schlusslichter sind Zalando, Adidas und Puma mit einem Minus von 66 bzw. 60 und 56 Prozent als Vertreter der Konsumbranche.
Einen Wermutstropfen der besonderen Art muss der deutsche Aktienmarkt in diesen Tagen erleben. Linde zieht sich von der Frankfurter Börse zurück und verlagert sein Primärlisting nach New York. Damit geht nicht nur ein Großunternehmen mit deutschen Wurzeln verloren, sondern auch der DAX-Wert mit der aktuell höchsten Marktkapitalisierung von 137 Mrd. Euro.

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Newsletter vom 26. Oktober 2022

Martin Braun, Börse Hannover