Märkte im Krisenmodus

Der Begriff „Panikmodus“ wird hier bewusst vermieden, denn was wir dieser Tage erleben, hat zwar Parallelen zum Corona-Crash, aber eine ganz andere Qualität was die Folgewirkungen anbetrifft. Die Covid-19-Pandemie ließ den DAX im Frühjahr 2020 um bis zu 40 Prozent einbrechen, aktuell haben wir seit dem Hoch vom Januar lediglich einen Verlust von rund 18 Prozent und seit dem faktischen Einmarsch in die Ukraine sogar „nur“ minus 8 Prozent. Es ist allerdings ein deutlicher Unterschied zwischen den europäischen und den US-Börsen zu verzeichnen, welche derzeit fast ungeschoren davongekommen. In Europa werden die negativen wirtschaftlichen und finanziellen Folgen wesentlich gravierender sein.
Im Gegensatz zu den Aktien haussieren aktuell die Rohstoffpreise in fast allen Bereichen und treiben damit die Preise in ungeahnte Höhen. Nicht nur die Edelmetalle, sondern vor allem auch Industriemetalle wie Nickel, Kupfer und Aluminium kennen kein Halten mehr. Der Nickelpreis hatte am 7. März kurzzeitig sogar die Marke von 100.000 USD/Tonne erreicht, was aber auch auf einen Short Squeeze zurückzuführen war. Die Preise für Rohöl, Erdgas und Kohle avancieren ebenfalls zu neuen Höchstständen. 2 Euro + X heißt ab sofort das Motto an der Zapfsäule! Das alles wird nicht ohne Folgen auf das ohnehin Corona-bedingt schwache Wachstum und die bereits angesprungene Inflation bleiben. Aus aktueller Stagflation könnte schnell eine Rezession oder gar Depression werden und das bei weiter steigenden Preisen. Hoffen wir, dass es nicht dazu kommt!

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Newsletter vom 09. März 2022

Martin Braun, Börse Hannover

US-Indizies erreichen neue Rekordhöhen

Gute Stimmung ist ansteckend: Am Dienstag markierten die vier wichtigsten Aktienindizes der USA einmütig neue Höchststände und zeigten auf Sicht von 52 Wochen, welche Dynamik diese Anlageklasse bieten kann:
Dow Jones: 36.089 (+31%)
S&P 500: 3.663 (+37%)
Nasdaq 100: 15.988 (+42%)
Russel 2000: 2.365 (+51%)

Das scheint mit etwas Verzögerung auch auf den DAX abzufärben, der sich heute nach Kräften bemüht, sein Rekordhoch von August zu übertreffen und am Vormittag nur knapp unter 16.000 Punkten notiert und damit auf Jahressicht rund 32% zugelegt hat. Das Plus beim EuroStoxx 50 beträgt 42 Prozent und der europäische Leitindex produziert seit Montag neue Höchststände – heute erstmal über 4.300 Punkte.

Als ein Treiber der Märkte gilt weiterhin TINA – There Is No Alternative! Eine wachsende Geldmenge treibt die Kurse. Hinzu kommen gigantische Aktienrückkauf-Programme. Jedoch könnte die ultra lockere Zinspolitik der internationalen Notenbanken trotz anziehender Inflation vor einer Wende stehen, wenn die US-Notenbank heute das sogenannte Tapering beschließt und ihre monatlichen Wertpapierkäufe langsam zurück fährt. Doch weil es sich hier um keine Überraschung handelt, wäre diese Erwartung bereits in den aktuellen Kursen eingepreist.

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Newsletter vom 3. November 2021

Thomas Strelow, Börse Düsseldorf

Foto Thomas Strelow

Aufbruchstimmung? Alles schaut auf die Ampel …

… und die Motoren heulen motiviert auf. Neben den von Spritpreisen aktuell besonders geplagten Verbrennern stehen auch an der heimischen PV-Anlage geladene Elektroautos und vielleicht sogar ein paar Brennstoffzellenfahrzeuge mit grünem Wasserstoff an der Haltelinie. Das Bild steht für die politische Stimmung nach der Bundestagswahl und den Auftakt der Koalitionsverhandlungen für eine rot-grün-gelbe Bundesregierung.

Das Sondierungspapier wurde in Wirtschafts- und Investorenkreisen durchaus wohlwollend zur Kenntnis genommen, auch wenn Finanzierungsfragen unbeantwortet blieben. Stillstand und Reformstau sollen der Vergangenheit angehören; von Zukunftsgestaltung und einer neuen Epoche ist die Rede. Dass der Umbau ohne Steuererhöhungen funktionieren soll, gilt als Hinweis auf private Investitionsanreize. Beim festgefrorenen Sparerfreibetrag soll es Anpassungen geben und der Einstieg in eine Kapitaldeckung der gesetzlichen Rente dürfte als ebenso revolutionär wie notwendig gelten.

Der mediale Optimismus ist angesichts realer Probleme der Rohstoffpreise und Lieferketten derzeit aber nicht an den Märkten ablesbar. Und natürlich gilt der Spruch „Politische Börsen haben kurze Beine“ weiter. Doch Impulse und Rahmenbedingungen für die Wirtschaft kann eine Regierung durchaus setzen. Bis Weihnachten will man über die Ziellinie fahren. Wir sind gespannt auf die Bescherung!

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Newsletter vom 20. Oktober 2021

Thomas Strelow, Börse Düsseldorf

Foto Thomas Strelow

Nur noch Höchststände?

Gestern kletterte der DAX im Tagesverlauf auf neue Rekordhöhen von bis zu 15.685 Punkten. Auch viele andere Leitindizes und selbst die Inflationsraten zeichnen sich in jüngster Vergangenheit durch immer neue vorläufige Höchststände aus. Letztere allerdings eher zum Verdruss von Investoren und Notenbankern gleichermaßen. Laut Schätzung des Statistischen Bundesamts stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland im Mai um 2,5 Prozent, das ist der fünfte Anstieg pro Monat in Folge. Das von der EZB tolerierte Inflationsziel liegt bei 2 Prozent. Für die zweite Jahreshälfte wird sogar ein weiterer Anstieg auf 3 bis 4 Prozent für möglich gehalten.

Auch wenn viele Experten das Anspringen der Inflation für ein vorübergehendes Phänomen halten, bleibt die Gefahr, dass die Teuerungsrate sich auf einem deutlich höheren Niveau bewegen könnte als in den Jahren zuvor. Irgendwann dürfen die Notenbanken diese Entwicklung nicht mehr ignorieren, wollen sie die Glaubwürdigkeit ihrer Geldpolitik nicht vollends aufs Spiel setzen. 2,5 Prozent Inflation bei minus 0,25 Prozent Umlaufrendite ergibt aktuell einen negativen Realzins von 2,75 Prozent. Das macht auf Dauer kein Anleger mit!

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Newsletter vom 02. Juni 2021

Ihr Martin Braun, Börse Hannover

Die Luft wird dünner

Nachdem DAX, Dow und Nasdaq neue Höchststände markiert haben ist es aktuell etwas ruhiger geworden. Der DAX konnte zwar gestern Morgen noch ein neues Verlaufshoch bei 15.538 Punkten erreichen, gab dann aber deutlich nach und schloss bei 15.386 Punkten sogar leicht im Minus. Die beiden US-Indizes Dow Jones und Nasdaq Comp. folgten diesem Trend und schlossen ebenfalls im Minus. Als Gründe wurden u. a. Gewinnmitnahmen genannt, aber auch die anhaltende Angst vor einem Anspringen der Inflation dürfte eine Rolle gespielt haben. In Deutschland und Europa schaut man zudem auf den schwächeren US-Dollar, belastet er doch zunehmend exportorientierte Unternehmen. Auf der anderen Seite schafft er etwas Entlastung bei den bereits stark gestiegenen Rohstoffpreisen und wirkt für uns damit sogar etwas inflationshemmend. Für mehr Ruhe am Aktienmarkt könnten auch das Ende der Berichtssaison und das nahende Pfingstwochenende sorgen. Durchwachsen und eher kühl sind die Wetteraussichten, da fällt es umso leichter, einen kühlen Kopf zu bewahren. In diesem Sinnen wünsche ich Ihnen frohe Pfingsttage und bleiben Sie informiert!

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Newsletter vom 19. Mai 2021

Ihr Martin Braun, Börse Hannover