Zitat der Woche: Sebastian Astner

„Die Generation Z trennt nicht mehr zwischen Finanzwelt und digitalem Alltag. Sie erwartet beim Investment dieselbe Einfachheit und Geschwindigkeit wie bei Netflix oder Instagram.“
Sebastian Astner
FOCUS online
Trade Republic statt Sparkasse? Gen Z sorgt für ein großes Bankendrama
FOCUS online von 26.06.2026
Zitat der Woche: Alan Greenspan

„Wenn Sie glauben, ich hätte mich besonders klar ausgedrückt, dann haben Sie mich missverstanden.“
Alan Greenspan (*1926 – †2026)
Vorsitzender der US-Notenbank FED
unter 4 US-Präsidenten (1987-2006)
🔗 Nachruf zum Tod von Alan Greenspan „Erst Magier, dann Buhmann“ bei n-tv (vom 22.06.2026)
Alan Greenspan leitete von 1987 bis 2006 in fünf Amtszeiten die US-Notenbank Fed und prägte als deren Vorsitzender unter vier Präsidenten die US-Geldpolitik. Anfang der Woche ist der langjährige Fed-Chef verstorben. Er wurde 100 Jahre alt. 💯
👨⚖️ 1987 wurde er von Ronald Reagan erstmals nominiert und ging nach fünf aufeinanderfolgenden Amtszeiten 2006 unter George W. Bush in den Ruhestand. Sein Vorgänger war der legendäre Paul Volcker, dem es gelungen war, die galoppierende Inflation mit einer gewagten Hochzinspolitik zu zügeln. Greenspan hatte sein Bewährungsprobe im „Black Monday“-Börsencrash vom 19. Oktober 1987, als der S&P 500 um fast 23 Prozent einbrach.
📉 In seine Amtszeit fielen auch das Platzen der „Dotcom-Bubble“ und die Terroranschläge vom 11. September 2001. Er erlangte Promi-Status, als die Aktienkurse unter Präsident Bill Clinton auf Rekordhöhen stiegen. Seine bereits 1996 ausgesprochene Warnung vom „irrationalen Überschwang“ der Börsen bewahrheitete sich erst im Frühjahr 2000, bis wohin sich der S&P 500 fast nochmal verdoppelt hatte.
💸 Als Antwort auf die Aktienkrisen pumpte die Fed unter Alan Greenspan im großen Stil über niedrige Zinsen Liquidität in den Markt. Kritiker bemängeln, dass insbesondere nach dem Jahr 2000 damit die Grundlage für die 2007er Subprime-Krise gelegt wurde . Der Zusammenbruch des US-Immobilienmarkts hatte in den USA zur schlimmsten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit geführt und weltweit Spuren hinterlassen. Aber dieses Kapitel fiel in die Amtszeit von Greenspans Nachfolger Ben Bernanke.
Zitat der Woche: Jensen Huang

„Wir stehen erst ganz am Anfang. Was auch immer auf dem Aktienmarkt passiert ist: Sie sollten sehr glücklich sein, denn jetzt können Sie mit Rabatt einkaufen.“
Jensen Huang
CEO NVIDIA
(am 08.06.2026 nach Kurseinbruch von bis zu
9 Prozent im koreanischen Leitindex Kospi)
Zitat der Woche: Sir John Templeton

„Der Zeitpunkt zum Verkauf eines Vermögenswertes ist, wenn man ein viel besseres Schnäppchen gefunden hat, um es zu ersetzen.“
Sir John Templeton
Unternehmer und Fondsmanager
Schnäppchenjäger können lauern!
Inmitten der Berichtssaison zum 2. Quartal 2021 gilt es, nicht den Überblick zu verlieren. Doch es sieht gut aus. Sowohl die Gewinne als auch die Umsätze fielen bisher extrem positiv aus. In den USA wurde der Umsatz zum Vorjahr, gemessen an den Unternehmen des S&P 500 Index, um 27 Prozent gesteigert, die Gewinne konnten nahezu verdoppelt werden (Quelle: Bloomberg). Für Europa erwarten wir nicht minder gute Zahlen. Zu beachten ist natürlich die Vergleichsbasis, denn vor einem Jahr ließ Corona die Wirtschaft einbrechen. Doch was bringt uns nun die nähere Zukunft? Wir lesen von Impfmüdigkeit gerade auch in den USA, einer bereits angelaufenen 4. Corona-Welle, von stark steigender Inflation und Materialknappheit bei wichtigen Vorleistungsgütern wie Metallen oder Chips. Und ja, diese Mangellage wird uns noch weit ins Jahr 2022 tragen. Der Gipfel der Wachstumsdynamik scheint daher erreicht. Hierzulande beschäftigt uns die Bundestagswahl, dessen Protagonisten von Pech und Pannen begleitet werden. Wie schrieb das Handelsblatt so schön: „Das personelle Angebot wirkt nicht überzeugend.“
Per Saldo ist es also möglich, dass sich der zähe Seitwärtstrend seit April weiter ins 3. Quartal bis Ende September schiebt, wobei eine erhöhte Volatilität auch zu temporär niedrigeren Kursen führen könnte. Dies passt auch gut in den saisonalen Verlauf der Börsenhistorie (siehe Grafik). So waren hier am Beispiel des DAX vor allem die Monate August und September immer wieder Konsolidierungsmonate, bevor es dann im 4. Quartal oftmals zu einer Jahresendrally kam.
Da wir bis Jahresende 2021 für Aktien optimistisch bleiben und beim DAX mit Kursen oberhalb von 16.000 Punkten rechnen, besteht u. E. in den nächsten Wochen also die Kunst darin, Schnäppchen zu jagen oder wie der Angelsachse zu sagen pflegt: „Buy the dips“ (Kaufe die Rückschläge).
Warum rechnen wir damit? Erstens rechnen wir „nur“ mit einer Wachstumsverlangsamung, nicht mit einem Einbruch. Die Auftragsbücher sind pickepacke voll und werden nun eben später abgearbeitet. Dies verhindert sogar eine weitere Überhitzung und hält die Zinsen unter Kontrolle. Hinzu kommt, dass einige Rohstoffpreise bereits fallen. Bauholz in den USA und Eisenerz aus China gaben bereits kräftig nach und dürften Druck von der Inflation nehmen, obschon wir auf nachgelagerte, ansteigende US-Löhne und Mieten achten müssen. Zudem hat sich die hohe Bewertung der Aktienmärkte abgebaut. Obwohl die Gewinne stark gestiegen sind, sind die Kurse allenfalls leicht angezogen. Letztendlich wird aber die Liquidität immer wieder für neue Aktienkäufe sorgen und dass erst recht, wenn im 4. Quartal 2021 die Zinsen leicht anfangen sollten zu steigen. Denn dann dürfte zusätzliches Kapital aus den bisher überraschend gut laufenden Rentenmärkten in die Aktien (zurück)fließen. Cash lagert ohnehin reichlich auf den Konten, zumal selbst Fondsmanager zuletzt Liquiditätsbestände aufgebaut haben.
Antizyklisch in Schwächephasen zu kaufen ist sicherlich die Königsklasse der Geldanlage, denn häufig spielen uns die Nerven und eine erhöhte Volatilität ein Schnippchen. Und es ist auch kein Selbstgänger wie uns einige Kurseinbrüche bei Einzelwerten in den letzten Tagen aufzeigten. Eine mögliche Vorgehensweise könnte aber darin bestehen, in Werte zu investieren, die eine ausgeprägte Preissetzungsmacht besitzen. Steigende Rohstoffpreise oder höhere Löhne können Unternehmen dazu zwingen, Kostensteigerungen an ihre Kunden weiterzugeben. Diese Preissetzungsmacht ist u. E. kurz- bis mittelfristig entscheidend, um volatile Zeiten gut zu überstehen. Diese Unternehmen sollten ihre Margen und Gewinne aufrechterhalten oder gar verbessern können. Als ein gutes Beispiel sind die großen Luxushersteller aus Frankreich zu nennen. Nicht umsonst schlägt der französische Leitindex CAC den deutschen DAX in diesem Jahr klar und deutlich. Andere Beispiele sind die präferierten Impfstoffhersteller oder der technologieaffine skandinavische Aktienmarkt. Es müssen also nicht immer US-Technologie- oder deutsche Dividendenwerte sein! Negativbeispiele sind derzeit chinesische Titel, deren (Preisgestaltungs-)Spielräume von Staatswegen reguliert werden. Sind das bereits Schnäppchen? Vielleicht kann ein chinesisches Sprichwort helfen, das besagt: „Wer nur an Sonnentagen wandert, kommt nie ans Ziel.“
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Newsletter vom 04. August 2021
Carsten Brömstrup – Chefanalyst
Oldenburgische Landesbank AGnbrief „Börse Aktuell“

