Welt-Aktien ohne US-Big-Tech?
In vielen Portfolios landen immer dieselben Aktien. Es sind schlichtweg die größten, die es gibt. Meistens aus dem Bereich Tech und meistens aus den USA. „Die Glorreichen Sieben“ werden sie neuerdings genannt. Sie sind maßgeblich verantwortlich für die jüngste Performance des S&P 500 und sogar des MSCI World-Index. Doch werden sie auch in Zukunft die Treiber des Wachstums sein? Oder wird es ihnen ergehen, wie vor 22 Jahren den Aktien der New-Economy?
Sie hießen früher die „Nifty Fifty.“ – 50 herausragende Aktien aus den USA. Es hieß, man bräuchte nur diese Werte und sonst nichts. Das war 1971. Kurz vor Einbruch dieser Aktien.
Heute bestehen weltweite Indizes zu 70 Prozent aus den USA und werden wieder von wenigen Unternehmen dominiert. Diese sind inzwischen ganz schön teuer. Doch was ist eigentlich mit den fünfzehntausend anderen Aktien? Und was mit den über 30 anderen Ländern dieser Welt? Lassen sich auch damit Portfolios bauen?
Abseits von willkürlichen Entscheidungen geht das auf eine passive Weise recht gut. Wenn nämlich diese tausende Aktien regelmäßig auf Faktoren wie Momentum, Wachstum, Qualität und Bewertung untersucht werden ist eine gute Basis dafür da.
Geht man mit wissenschaftlicher Akribie vor, lassen sich hunderte interessante Aktien finden, die günstiger bewertet sind und die zumeist auch unbekannter sind, weil sie zum Beispiel aus Japan, Skandinavien, Polen und Neuseeland stammen.
Man könnte somit ein alternatives Welt-Portfolio aufbauen, in dem auch mal kleinere Aktien aus kleineren Ländern zu Wort kommen. Diese böten auch die Chance, langfristig besser zu laufen, denn günstige, kleine Unternehmen mit starkem Wachstum haben ein anderes Potential als Aktien, die bereits sehr groß sind.
Genau das macht ein neuer Fonds: Der Velten Strategie Welt.
Zum Autor: Dr. Robert Velten zählt laut Handelsblatt zu Deutschlands renommiertesten Fondsberatern und steht auf der Forbes-Liste der besten Fondsmanager. Er ist Gründer und Geschäftsführer der Velten Asset Management GmbH. Der neue Aktienfonds wird in Kooperation mit der Donner & Reuschel AG als Verwahrstelle betrieben und an der Börse Hamburg gehandelt.
Disclaimer:
Die Velten Asset Management GmbH erbringt die Wertpapierdienstleistungen Anlageberatung und Anlagevermittlung ausschließlich für Rechnung und unter der Haftung der DWPT Deutsche Wertpapiertreuhand GmbH als vertraglich gebundener Vermittler gem. § 3 Abs. 2 WpIG und ist als solcher im öffentlichen Register der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht eingetragen. Kapitalanlage ist stets mit Risiken verbunden und kann zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen. Frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Verwahrstelle des Fonds ist die Donner & Reuschel AG, Kapitalverwaltungsgesellschaft die Universal Investment GmbH. Diese hält auch weitere Prospektunterlagen zu dem Fonds bereit.

Newsletter vom 29. November 2022
Dr. Robert Velten – Geschäftsführer
Velten Asset Management GmbH

Miese Stimmung an den Börsen
„Die Stimmung im Wagen ist gut“ witzelte einst Hape Kerkeling anlässlich der Führerscheinprüfung seines von sich selbst überzeugten Charakters Horst Schlämmer. Das passt zu Deutschlands Börsenstraßen. Zwar ist an der Wall Street auch keine Party mehr, aber hierzulande drückt mehr auf die Bremse – und nicht alle Anleger haben dabei eine Rheinische Frohnatur. Denn zu den Nörgelthemen Verwaltung und Steuern gesellen sich nun auch noch Inflation und ein gefährlicher Krieg.
Das riesige Volumen der US-Börsen ragt wie ein imponierendes Bankgebäude in die Höhe und lässt Deutschland dagegen wie die Sparkasse im Dorf aussehen. All dies lässt deutsche Aktienanleger derzeit nicht gerade selbstbewusst in die Zukunft blicken.
Die Kursentwicklung scheint ihnen recht zu geben. Denn zieht man die Dividenden ab, dann bleibt in den letzten 22 Jahren, seit dem 90er-Boom, wenig übrig. Diese Kursentwicklung stellt allerdings eine historische Ausnahme dar. Industrieländer weisen Studien zufolge (z.B. Dimson/Marsh/Staunton) eine auf lange Sicht überlegene Aktienentwicklung auf – trotz vergangener Kriege und Inflationen. (Auch die extreme Inflation von 1923 in Deutschland lief für Aktienanleger noch vergleichsweise gut – (Vgl. Gehlen 1994).
Auch in den letzten 22 Jahren steht Deutschland nicht schlechter dar als Italien, Frankreich, England und andere bedeutende Industrieländer. Daher gilt vermutlich noch immer: Langfristiges Engagement zahlt sich aus, und manchmal läuft gerade das besonders gut, was zuvor heruntergeprügelt wurde.
Vorsicht aber bei einzelnen Aktien. Diese können verschwinden. Was überlebt, sind in der Regel gute Strategien, die in Aktien diversifizieren. ETF-Anleger favorisieren dabei den Index, der eine einzige Strategie enthält, nämlich Aktien nach Größe zu gewichten. Für andere Anleger darf es ein bisschen mehr sein. Diese wählen Aktien nach wirtschaftlichen Kriterien aus – im Idealfall nach evidenzbasierten Strategien, die in Untersuchungen ihre Wirksamkeit herausgestellt haben.
Eine solche Strategie betreibe ich in der Velten Strategie Deutschland. Auch diese hat in letzter Zeit Federn gelassen, zeigt aber seit ihrem Bestehen, im Fondsmantel seit über 5 Jahren, dass sie sowohl Outperformance als auch absolute Performance geliefert hat. Dementsprechend hat der Fonds zahlreiche Auszeichnungen erhalten.
Selbst solche Strategien sind allerdings wertlos, wenn keine lange Haltedauer vorliegt. Denn erst dann können sie ihre Wirkung entfalten. „Die Stimmung im Wagen“ wird während dieser langen Haltedauer wahrscheinlich mehrmals wechseln. Aber der Motor läuft und führt zum Ziel.
Der Autor Dr. Robert Velten ist Fondsmanager des Jahres 2020 und 2021 sowie Berater des von Morningstar mit 5 Sternen ausgezeichneten Velten Strategie Deutschland Aktienfonds (WKN: A2ATCU) der in Kooperation mit Donner & Reuschel als Verwahrstelle betrieben wird und an den Börsen Hamburg und Hannover zum Handel zugelassen ist.
Disclaimer:
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Newsletter vom 12. Oktober 2022
Dr. Robert Velten – Geschäftsführer
Velten Asset Management GmbH

Rezession, na und? Lob an Privatanleger.
Da hat uns „Triple A“ mal wieder gezeigt, wo Bartel den Most holt. Amazon, Apple und Alphabet legten Zahlen vor und lieferten. Nicht das alles Gold wäre, was da berichtet wurde, dennoch konnten die arg zurückgefahrenen Prognosen geschlagen werden. Dazu kamen noch die Schwergewichte Microsoft und Tesla. Die verdutzten Marktakteure mussten zusehen, ihre teils drastisch reduzierten Aktienpositionen in diesen Werten wieder aufzustocken. Paradoxerweise unterstützend wirkte auch das überraschend schwache Bruttoinlandsprodukt der USA für das 2. Quartal 2022 (-0,9 Prozent). Die USA befinden sich definitorisch nach einem zweiten Minusquartal in einer technischen Rezession, obschon im 1. Halbjahr doch mehr als zweieinhalb Millionen neue Jobs geschaffen wurden. Dies ließ den Market hoffen, dass die US-Notenbank FED das Tempo ihrer Zinserhöhungen drosseln könnte. Und der Krieg? Die Börse ist gut darin, sich an schreckliche Tagesaktualität zu gewöhnen.
Ein genauerer Blick in die US-Berichtssaison bringt ein Mehr an Klarheit, was auch in der nahen Zukunft zu erwarten ist. So verbuchte Apple einen Umsatz- und Gewinnrückgang (!), schnitt aber besser ab als erwartet. Amazon sprangen nach den Zahlen um rund 10 Prozent. Der Online-Riese wies zwar den zweiten Quartalsverlust (!) in Folge aus und verfehlte die Schätzungen. Dafür fiel die Umsatzsteigerung stärker als prognostiziert aus. Intel hingegen hat derweil nach deutlichen Umsatzeinbußen im zweiten Quartal seine Jahresprognosen gesenkt. Der Kurs brach ein, genauso wie bei Roku. Der Anbieter von Streaming-Hardware hatte mit Gewinn und Umsatz enttäuscht und auch in seinem Ausblick pessimistisch geklungen. Exxon Mobil und Chevron hatten dank hoher Ölpreise dagegen im zweiten Quartal einen Rekordgewinn verzeichnet. Enttäuschende Zahlen und ein pessimistischer Ausblick drückten den Meister Proper Hersteller Procter & Gamble um roundabout 6 Prozent. Es geht also munter hin und her zwischen Euphorie und Enttäuschung. In Summe, da ca. 60 Prozent der US-Aktien des S&P 500 berichtet haben, konnten rund 2/3 der Unternehmen die Gewinnprognosen schlagen und rund 60 Prozent die Umsatzprognosen. Hört sich gut an, liegt aber teils deutlich unter dem Schnitt der Vorquartale, wo es jeweils fast 80 Prozent waren. Ist das Glas nun halb voll oder halb leer? Volkswirte werden sagen, es sei halb leer, denn Konsumentenvertrauen und wichtige Einkaufsmanagerindizes aus der Industrie zeigen ganz klar nach unten. Einzelwertanalysten werden sagen, das Glas sei halb voll. Man muss nur darauf achten, welches Unternehmen die Marktmacht hat, Preise und vielleicht noch einen Schnaps mehr an den Kunden weiterzugeben. Man mag sich selber die Frage beantworten, ob man die Preiserhöhung um satte 30 Prozent bei Amazon Prime bezahlt oder eben nicht? Zudem verstehen es viele Unternehmen gut, niedrigmargige Produkte aus dem Sortiment hinauszuwerfen und hochmargige dafür noch recht zügig zu liefern. Wir sind gespannt, ob sich dies wieder ändert, falls sich die Chipengpässe – wie man nun hört – entspannen sollten.
Kurzum, wir werden m. E. mindestens bis Jahresende in eine „Börsenwelt der schnellen Läufe“ sehen. Enttäuschungen und Überraschungen werden in Einzelwerten zu hohen Volatilitäten führen und stock picking Fähigkeiten erfordern, während sich die Sammelindizes wie DAX oder S&P 500 in längeren Phasen der Seitwärtsbewegung wiederfinden werden. Wie wir wieder einmal sehen, bestimmen die USA bzw. die FED, wohin der Zins- und Börsenzug fährt. Aktuell profitiert die Börse von der soliden Berichtssaison, ab Mitte August sollten dann wieder die pessimistischen Volkswirte und Bären das Zepter übernehmen. China meiden wir inzwischen. Geopolitische Aggression (Taiwan), Verbrüderung mit Russland, ideologische Null-Covid-Strategie, regulatorische Ketten für Unternehmen mit Marktmacht und die andauernde Immobilienkrise sind einfach zu viel des Bedenklichen. Ein großes Kompliment zollen wir den Privatanlegern, die in Summe trotz des Krieges nicht in Panik verfallen sind und an ihren Langfristinvestments und Sparverträgen u. a. in etablierte Mischfonds festgehalten haben. Wir hoffen sehr, dass dies so bleibt, wissen wir doch, dass die monatlichen Mehrbelastungen der gestiegenen Energierechnung noch folgen werden. Keine Frage, wir werden in den nächsten Monaten noch die Backen zusammenkneifen müssen, aber wir können das, wenn wir politisch (Grüne und FDP), wirtschaftlich (Tarifparteien) und gesellschaftlich (Arm und Reich) zusammenhalten. Gehen wir den Spaltern nicht auf den Leim!
Wichtige Hinweise
Marketingmitteilung
Diese Publikation ist eine Marketingmitteilung der Oldenburgische Landesbank AG im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes.
Kein Angebot, keine Beratung
Diese Information enthält kein Angebot zum Erwerb oder zur Zeichnung der darin genannten Wertpapiere und auch keine Einladung zu einem solchen Angebot. Die geäußerten Meinungen geben unsere aktuelle Einschätzung wieder, die sich auch ohne vorherige Bekanntmachung ändern kann. Diese Information kann eine auf die individuellen Verhältnisse des Anlegers und seine Anlageziele abgestellte Beratung nicht ersetzen.
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Die hier wiedergegebenen Informationen und Wertungen („Information“) sind ausschließlich für Kunden, die Ihren Sitz in der Bundesrepublik Deutschland haben, bestimmt. Insbesondere ist diese Information nicht für Kunden und andere Personen mit Sitz oder Wohnsitz in Großbritannien, den USA, in Kanada oder Asien bestimmt und darf nicht an diese Personen weitergegeben werden oder in diese Länder eingeführt oder dort verbreitet werden. Dieses Dokument einschließlich der darin wiedergegebenen Informationen dürfen im Ausland nur in Einklang mit den dort geltenden Rechtsvorschriften verwendet werden. Personen, die in den Besitz dieser Information gelangen, haben sich über die dort geltenden Rechtsvorschriften zu informieren und diese zu befolgen.
Keine Gewährleistung
Die Informationen wurden sorgfältig recherchiert und beruhen auf Quellen, die die Oldenburgische Landesbank AG als zuverlässig ansieht. Die Informationen sind aber möglicherweise bei Zugang nicht mehr aktuell und können überholt sein. Auch kann nicht sichergestellt werden, dass die Informationen richtig und vollständig sind. Die Oldenburgische Landesbank AG übernimmt für den Inhalt der Information deshalb keine Haftung.
Wertentwicklung
Zurückliegende Wert-, Preis- oder Kursentwicklungen können für die zukünftige Entwicklung nicht gewährleistet werden. Angaben zur bisherigen Wertentwicklung erlauben keine verlässliche Prognose für die Zukunft.

Newsletter vom 3. August 2022
Carsten Brömstrup – Chefanalyst
Oldenburgische Landesbank AG

Stagflation: „Sell now, think later“? Nicht bei uns!
„Alle amerikanischen Unternehmen müssen Russland verlassen“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner Videoansprache vor dem US-Parlament. Denn dieser Markt sei „geflutet mit unserem Blut“. „Die Konsequenzen dieses Wirtschaftskrieges werden wir alle noch lange spüren“, mutmaßte Joseph Kalish, Chefstratege von Ned Davis Research. Und Jennifer Hillman, Rechtsprofessorin an der Georgetown University und Ex-Juristin bei der Welthandelsorganisation (WTO) glaubt, dass „das Handelssystem, wie wir es kennen, auseinanderbricht und der globale Handel in Zukunft in Koalitionen von Gleichgesinnten stattfindet. Hier die Demokratien, dort die Autokratien.“ Kurzum und mit einem Wort: Zeitenwende. Aber kommt nun auch die Konjunkturwende? Ja! Am Freitag wird uns der Ifo-Geschäftsklimaindex mit Macht darauf hinweisen. Wir hören von Stagflation (= stagnierendes Wachstum bei hoher Inflation) und anschließender Rezession, möglicherweise schon ab 2023. Die Zinskurve in den USA deutet so etwas an. Und im Handelsblatt ist zu lesen, dass Deutschland der „Hauptverlierer“ sein wird. Kabelstränge und Weizen aus der Ukraine kommen nicht mehr. Die Rohstoff- und Chinaabhängigkeit sowie die seit Donald Trump eingeleitete De-Globalisierung gefährden unser Erfolgsmodell. Dass unser Wirtschaftsminister Habeck in Katar als Bittsteller für Energie antreten muss, zeigt das ganze Dilemma der Situation. Und vieles wird dann auch herbeigeredet und geschrieben. Dennoch werden wir nicht mit großer Gießkanne Aktien ausschütten, sondern versuchen, mit Augenmaß und aktiver Strategie entgegenzuwirken.
Was sollten Anlegerinnen und Anleger tun? Wir sind der Ansicht, dass die beste Reaktion auf den Krieg in der Ukraine nicht darin besteht, einfach Aktien zu verkaufen. Stattdessen bevorzugen wir eine Strategie, die sich auf Stagflation und Unsicherheiten einrichtet, eine gewisse Absicherung gegen Verluste bietet, aber auf langfristige Renditen ausgerichtet ist. Eine höhere Diversifikation über verschiedene Regionen, Sektoren und Anlageklassen wird umso wichtiger. Ein zu hoher „Home Bias“ (= Übertendenz zu heimatnahen Werten) in deutsche Werte könnte wie oben beschrieben zu einseitig sein, auch weil Europa zu nahe an Russland liegt. Das ist beileibe nicht neu oder innovativ, aber eine Notwendigkeit.
Wir empfehlen also derzeit Maßnahmen, die die konjunkturelle Situation widerspiegelt und gleichzeitig Portfoliorisiken mitberücksichtigt, ohne am Derivatemarkt tätig werden zu müssen.
- Liquide bleiben: Es ist immer gut, Cash vorzuhalten trotz erhöhter Inflation, um Panikphasen für Aufstockungen oder Verbilligungen zu nutzen. Das ist leichter gesagt als getan, denn Panik hat ihre Gründe.
- Auf Stagflation einrichten: Angesichts des Kriegs und stärkerer inflatorischer Tendenzen kann ein breites Rohstoffengagement (Öl, Gas, Aluminium, Dünger, Edelmetalle) eine wirksame Portfolioabsicherung bieten. Agrarwerte, die für den sparsamen Umgang von Saat und Dünger sorgen können, dürften gesucht sein. Auch Positionen im globalen Gesundheitssektor sehen wir als gute Möglichkeiten zur Reduzierung der Portfoliovolatilität an. Pharmawerte haben sich in der Vergangenheit in konjunkturell schwierigen Phasen aufgrund ihres robusten Geschäftsmodells bewährt.
- Auf steigende Zinsen vorbereiten: Trotz der Wachstumsrisiken deutet die US-Notenbank FED an, dass sie eine Anhebung der Zinssätze und die Eindämmung der Inflation als Priorität ansehen. An den Aktienmärkten profitiert der Finanzsektor in der Regel von steigenden Zinssätzen und wertstabile Sektoren (Value) entwickeln sich bei steigenden Zinsen in der Regel besser als Wachstumssektoren (Growth). Aufgrund der Russlandrisiken präferieren wir Versicherungen gegenüber Banken.
- Auf die Energiewende ausrichten: U. a. das jüngste Importverbot der USA für russisches Erdöl deutet auf einen verstärkten Fokus auf Energiesicherheit und -unabhängigkeit hin. Der Wunsch nach Energieunabhängigkeit deckt sich mit dem längerfristigen Fokus auf die Reduzierung der CO2-Emissionen. Dies dürfte Investitionen in Greentech (Wasserstoff, Wind, Solar) sowie in Lösungen für saubere Luft und zur CO2-Reduktion zugutekommen. Die aktuelle Energiekrise hat den Trend wiederbelebt und ins Bewusstsein zurückgeholt. Auf Bewertungen der Aktien achten, denn viele machen keinen Gewinn!
- Das Zeitalter der Sicherheit scannen: Die russische Invasion dürfte signifikante Auswirkungen auf verschiedene Bereiche der Regierungspolitik haben, da von stärkerer Konfrontationsbereitschaft und Fokussierung auf wirtschaftliche Entflechtung auszugehen ist. Eine Investition in Rüstungsaktien lehnen wir ab. Wir erkennen stattdessen Chancen im technologischen Bereich, unter anderem in der Cybersicherheit und in Basistechnologien wie 5G und Netzinfrastruktur. Auch hier auf Bewertungen achten, denn steigende Zinsen lassen zukünftige Gewinne gerade bei Wachstumswerten geringer ausfallen.
Selten habe ich mich so schwergetan, etwas über Geldanlage mit lockeren Sprüchen und Weisheiten zu schreiben, denn auch in meiner Gemeinde sind die ersten Flüchtlinge angekommen. Die Not und das Leid sind groß. Gesundheit, Freiheit und Sicherheit sind grundlegende Güter. Wohlstand kommt erst dahinter. Da hatte Abraham Maslow eindeutig recht.
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Marketingmitteilung
Diese Publikation ist eine Marketingmitteilung der Oldenburgische Landesbank AG im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes.
Kein Angebot, keine Beratung
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Wertentwicklung
Zurückliegende Wert-, Preis- oder Kursentwicklungen können für die zukünftige Entwicklung nicht gewährleistet werden. Angaben zur bisherigen Wertentwicklung erlauben keine verlässliche Prognose für die Zukunft.

Newsletter vom 23. März 2022
Carsten Brömstrup – Chefanalyst
Oldenburgische Landesbank AG

Vorteile vieler Strategien nutzen
Letztes Jahr warnte ich an dieser Stelle vor einem Hype um überteuerte Aktien. Inzwischen sehen viele Anleger, dass auch unprofitable US-Titel nicht immer steigen.
Prinzipiell kann es durchaus eine Strategie sein, Mode-Aktien zu kaufen. „Disruptive“ Unternehmen, die noch keine großen Gewinne machen, können zu einem Portfolio beitragen. Doch ihre Ertragsstärke ist meist mit einem Wort des Leipziger Musikkritikers Wieck zu bezeichnen: „Zukunftsmusik“.
Der Wert von Zukunftsmusik schwankt wie alle anderen Werte auch. Auch „Value“ schwankt. Vermeintlich günstige Aktien liegen mal im Trend und mal nicht. Das ist ein Problem – insbesondere, wenn Anleger kurzfristige Rendite erwarten. Sie extrapolieren einen Trend, der sich gerade in diesem Moment umkehren kann. Man malt sich aus, wie all die Aktien weiter steigen, weil sie bislang gestiegen sind. Doch es war ein Trugschluss: Die Aktien stiegen einfach, weil sie in Mode waren. Moden ändern sich.
Wenn Werte schwanken, wir kennen das von einzelnen Aktien, ist Diversifikation angebracht. Doch Diversifikation nützt wenig, wenn alle Aktien aus demselben Segment kommen, oder mit derselben Logik ausgewählt wurden. Eine Möglichkeit, dieses Problem zu begrenzen, ist daher die Strategie-Diversifikation: Eben nicht nur auf Growth zu setzen, sondern auch auf Value. Nicht nur auf Momentum, sondern auch auf Quality.
Aus diesem Grund setze ich in meinem Fonds auf mehrere Faktoren. Verschiedene Strategien, ganz andere Denkweisen also, werden dort gemischt. Jede ist unabhängig voneinander und verwendet einzigartige Kennzahlen, die direkt aus den Quartalsberichten der Unternehmen gebildet werden. Natürlich gibt es auch dann Schwankungen und auch hier wäre es ein Fehler, kurzfristige Renditen zu erwarten. Über längere Zeit, z. B. 5 Jahre, kann es sich aber als Pluspunkt erweisen, sich von Kapitalmarkt-Moden unabhängig zu machen.
Der Autor Dr. Robert Velten ist Top-Fondsmanager des Jahres 2020 & 2021 (Handelsblatt) und Berater des Velten Strategie Deutschland, der 2022 als bester deutscher Aktienfonds im 3-Jahres-Vergleich ausgezeichnet wurde (Börse-Online, Finanzen-Verlag). Der Fonds wird in Kooperation mit der Donner & Reuschel AG als Verwahrstelle betrieben und an den Börsen Hamburg und Hannover gehandelt.

Newsletter vom 16. Februar 2022
Dr. Robert Velten – Geschäftsführer
Velten Asset Management GmbH

Geld oder Leben?
Wie viel seines Geldes soll man eigentlich in Aktien stecken? Eine wichtige Frage – und jeder beantwortet sie anders. Da reichen die Meinungen von „kleine Restbeträge“ bis hin zu „alles, was geht“.
So gibt es seit einiger Zeit eine wachsende Bewegung namens „fire“. Diese vor allem jungen Menschen sind von den Möglichkeiten der Börse begeistert und deshalb felsenfest überzeugt, dass sie schon mit Mitte 40 in Rente gehen werden. Dafür schränken sie ihr Leben massiv ein und sparen sich buchstäblich jeden Cent vom Munde ab, um ihn in Aktien zu stecken.
Andererseits kenne ich auch Anleger, die maximal das Weihnachtsgeld an die Börse tragen, weil sie sich gern Urlaube, Restaurantbesuche oder ein schönes Hobby gönnen. Beides geht aus meiner Sicht in Ordnung. Das Wichtigste ist, dass man mit seiner Investmentstrategie gut schlafen kann. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle vor einer falschen Einschätzung der Börse warnen – und das gilt in beide Richtungen!
Wer schon die Rente mit 40 vor Augen hat, weil er auf allzeit hohe und verlässliche Aktienrenditen setzt, der könnte enttäuscht werden. Schließlich gibt es am Aktienmarkt keine Garantien, schon gar nicht mit den falschen Titeln im Depot. Die meisten, die im Jahr 2000 im Überschwang all ihr Geld am Neuen Markt investiert haben und schon innerlich gekündigt hatten, arbeiten heute immer noch. Und auch künftig kann es natürlich jederzeit eine Phase ohne steigende Kurse geben. Wer dann die finanzielle Freiheit dahinschwinden sieht, gerät leicht in Panik und macht umso eher Fehler.
Auf der anderen Seite ist es aber auch bedauerlich, wenn manche Menschen die Börse weit unter ihren finanziellen Möglichkeiten nutzen. Zum einen, weil mit den richtigen Aktien im Depot die Kurse auf lange Sicht weitersteigen dürften, zum anderen wegen der Dividenden. Je mehr Aktien im Depot liegen, desto mehr Gewinnbeteiligung kassiert man logischerweise. Legt man dieses Geld regelmäßig zusätzlich wieder an, dann entsteht über die Zeit ein regelrechter Zinseszins-Turbo im Portfolio. Es lohnt sich also doppelt und dreifach, wenn man tatsächlich verfügbares Geld auch wirklich in Aktien steckt!
Geld oder Leben? Diese Entscheidung muss beim Investieren letztlich jeder für sich selbst treffen. Als langjähriger Börsenpraktiker möchte ich Ihnen aber folgenden Tipp mit auf den Weg geben: Halten Sie die Börse nicht für berechenbar, aber wissen Sie um Ihre langfristige Kraft – und nutzen Sie diese! Denn dann haben Sie irgendwann hoffentlich viel Geld UND können gut leben …
In diesem Sinne
Ihr
Joachim Brandmaier

Newsletter vom 28. Juli 2021
Joachim Brandmaier–Börsenpraktiker
Stuttgarter Aktienbrief „Börse Aktuell“
