Studie: „Aktive ETFs nehmen im strategischen Vermögensaufbau der Privatanleger an Bedeutung zu“

Eine neue Auswertung der Spezialisten von extraETF gemeinsam mit J.P. Morgan Asset Management zeigt: „Aktive ETFs“ sind bei Privatanlegern auf dem Vormarsch. Auf den ersten Blick wirkt die Bezeichnung wie ein Widerspruch, doch das Produktsegment wächst kontinuierlich: Rund 160 neue Titel sind seit 2024 an den Markt gekommen. Mit insgesamt 280 Produkten bleiben die Newcomer im Vergleich zu mehr als 4.000 passiven ETFs aber noch eine Spezialität. Was dahinter steckt und wo die Unterschiede liegen, zeigt die Studie.

Gastbeitrag von extraETF

München/Frankfurt, 01. Juli 2025 – Das Anlegerportal extraETF hat im Auftrag von J. P. Morgan Asset Management das Anlegerverhalten von Privatinvestoren bei aktiven ETFs im Rahmen einer Studie untersucht. Kern der Publikation „Die Bedeutung aktiver ETFs für Privatanleger in Deutschland“ ist eine Befragung von mehr als 1.000 Personen auf extraETF.com. Dabei zeigt sich, dass die Bedeutung aktiver ETFs im strategischen Vermögensaufbau zunimmt.

Die große Mehrheit – 91,3 % – der von extraETF befragten Personen kennen aktive ETFs als Anlageprodukt. Hiervon sind 40,5 % bereits investiert; 34,3 % sind noch nicht investiert, denken allerdings über ein Investment nach. Lediglich 25,1 % der befragten Privatanleger sind an aktiven ETFs nicht interessiert.

Volumen aktiver ETFs verdoppelt – neuer Rekord bei Neuemissionen möglich

Die zunehmende Bedeutung dieser Produkte lässt sich in Deutschland auch an den investierten Volumina ablesen. Mittlerweile sind etwa 44 Milliarden Euro in aktiven ETFs angelegt. Dies bedeutet eine Verdopplung innerhalb nur eines Jahres.*

Parallel zur dynamisch ansteigenden Nachfrage reagieren die Fondsgesellschaften und Finanzdienstleister mit einer hohen Emissionstätigkeit. Kamen im Jahr 2023 noch 34 neue aktive ETFs (gezählt wird jeder ETF mit den verschiedenen Anteilsklassen) an den Markt, waren es im Jahr 2024 mit 85 Produkten mehr als doppelt so viele. Zur Jahreshälfte 2025 zählt extraETF Research bereits 74 neue Produkte. Somit ist mit dem Erreichen einer neuen Rekordmarke bei den Neuemissionen noch im laufenden Jahr zu rechnen.

Klare Präferenzen der Anleger

Anleger, die sich für aktive ETFs im Vermögensaufbau entscheiden, haben klare Anforderungen an die Produkte. Mehr als drei Viertel der Nutzer setzen aktive ETFs als Beimischung im Depot ein. 55,3 % schätzen vor allem das aktive Management zu vergleichsweise günstigen Konditionen. 45,2 % der befragten Personen wollen die Chance ergreifen, mit aktiven ETFs den breiten Markt zu schlagen. 41,2 % verfolgen eine bestimmte Strategie (Mehrfachnennungen waren möglich).

Beim näheren Blick zeigt sich, dass knapp zwei Drittel der befragten Anleger aktive ETFs nutzen, um regelmäßige Ausschüttungen zu generieren (Income). 45,2 % interessieren sich für Aktieninvestments (Core Equity) und etwas mehr als ein Drittel möchte in bestimmte Ländermärkte investieren.

Investment-Hürde: Gebühren und fehlendes Wissen

Obwohl das Interesse steigt und aktive ETFs bereits seit mehr als 20 Jahren verfügbar sind, herrscht in der Community teilweise noch Skepsis. Befragt nach den Einstiegshürden gaben 35,9 % der befragten Nicht-Anleger in aktive ETFs an, dass ihnen aktive ETFs (noch) zu teuer seien. Einem Viertel von ihnen fehlt nach eigener Aussage das notwendige Produktwissen und wiederum knapp einem Viertel ist die Produktgattung noch zu jung.

Nach und nach sollten sich diese Vorbehalte allerdings abbauen. Mehr und mehr Emittenten entdecken den deutschen Markt und launchen aktive ETFs auch hierzulande. Deutschland nimmt auch in diesem Zusammenhang die Funktion eines Schlüsselmarktes in Europa ein. Anlegerportale wie extraETF sorgen zudem für eine Verbreitung von dezidiertem Finanzwissen.

Jens Jüttner, Head of Content bei extraETF, kommentiert: „Es ist großartig zu beobachten, dass der Demokratisierungsprozess der Geldanlage voranschreitet. Aktive ETFs leisten hierzu einen wichtigen Beitrag, indem sie fundierte Anlagestrategien zu vergleichsweise günstigen Preisen investierbar machen. Wie unsere Studie zeigt, wissen viele Anleger bereits sehr genau, was diese Produkte für ihren Vermögensaufbau tun können. Jetzt ist es an den Fondsgesellschaften, den Markt mit passenden Produkten weiter zu erschließen. Wir von extraETF werden diese spannende Entwicklung weiterhin in unserer Berichterstattung und mit unseren Wissensbeiträgen begleiten“.

Dazu ergänzt Ivan Durdevic, Leiter ETF Distribution für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei J.P. Morgan Asset Management: „Seitdem wir im Jahr 2017 mit aktiven UCITS-ETF an den Markt gegangen sind, arbeiten wir unermüdlich daran, zu vermitteln, dass die Begriffe „ETF“ und „passive Index-Investments“ keinesfalls Synonyme sind und der ETF-Mantel auch ganz hervorragend für aktive Strategien funktioniert. Nachdem die aktiven ETFs zunächst bei institutionellen Investoren Anklang fanden, die Teile ihrer passiven Allokation `re-aktivieren` wollten, freuen wir uns über das wachsende Interesse und die steigende Nachfrage von Privatinvestoren. Die Ergebnisse dieser Befragung sind von daher sehr ermutigend, da sie zeigen, dass die Vorteile des aktiven Managements auch bei den Verfechtern des Index-Trackings nach und nach durchdringen. Wir werden weiter daran arbeiten, mit unseren Investmentlösungen Bausteine für die verschiedenen Anlagebedürfnisse zu liefern. Parallel wollen wir mit unseren vielfältigen Informationsangeboten für professionelle und Privatanleger das Verständnis für aktive ETFs und ihre Mechanismen verstärken.“

*Deutsche Börse Group, Cash Markets, 2025. Abgerufen unter: https://www.deutsche-boerse.com/dbg-de/media/news-stories/media-releases/Xetra-ETF-ETP-Statistik-2024-verwaltetes-Verm-gen-und-Produktvielfalt-weiter-auf-Wachstumskurs-4272268

Methodologie
In der vorliegenden Studie haben J. P. Morgan Asset Management und extraETF den deutschen ETF-Markt für Privatanleger betrachtet. Insgesamt 1.089 extraETF Nutzer befragte das Anlegerportal nach ihren Erfahrungen mit aktiven ETFs. Ziel war es, ein aussagekräftiges Bild von in Deutschland lebenden Privatanleger und ihr Nutzungsverhalten von aktiven ETFs zu erhalten. Demografische Angaben wie Alter, Geschlecht, Höhe des Einkommens und des Vermögens runden die Erhebung ab.

Über J.P. Morgan Asset Management
Bei J.P. Morgan Asset Management sind ETFs aktiv, nicht reaktiv. Statt also einfach den Märkten zu folgen, haben wir aktive ETF-Lösungen entwickelt, mit denen sich von den Einblicken und Erkenntnissen unserer globalen Research-Analystenteams profitieren lässt. Dieses Wissen, das auf der Erfahrung von über einem Jahrhundert aktivem Managementerfolg basiert, wird unterstützt durch umfangreiche Trading-Ressourcen an den Kapitalmärkten und eine hochmoderne Technologieplattform, wie sie nur ein führender ETF-Manager bieten kann. Diese Mischung aus aktiver Managementexpertise und ETF-Know-how hat uns geholfen, zum größten Anbieter aktiver UCITS-ETFs zu wachsen. Heute verwalten wir mehr als 35 Milliarden US-Dollar in 36 aktiven ETF-Strategien, die alle wichtigen Aktien- und Anleihenmärkte abdecken (Stand: 31. Mai 2025). Wir sind der bevorzugte ETF-Manager für aktive Investoren weltweit. Wir sind „The Home of active ETF“.

Über extraETF.com
extraETF ist das führende Anlegerportal für alle Themen rund um den Vermögensaufbau mit ETFs, Aktien & Co. Mit professionellen Tools, fundierten Inhalten und viel Leidenschaft helfen wir unseren Nutzer:innen, finanziell zu wachsen!
Über 600.000 Nutzer:innen aus ganz Europa besuchen jeden Monat unser Portal extraETF.com. Mit einem Vermögen von über 12 Milliarden Euro ist der extraETF Portfolio Tracker der größte Portfolio Tracker Europas und hilft Nutzer:innen dabei, einzigartige Analysen zu fahren und den Überblick über ihr Vermögen zu behalten. Mit dem Extra-Magazin geben wir zudem Deutschlands führendes ETF-Magazin heraus. extraETF wurde im Juli 2007 von Markus Jordan mit dem Ziel gegründet, Nutzer:innen zu helfen, finanziell zu wachsen.

⏬ Download der Studie (PDF)

Pressekontakt 
Julia Immel
Marketing & PR
Ickstattstraße 7
80469 München
Tel.: +49 89 – 2020 8699 29
E-Mail: presse@extraETF.com

Kursliste Börse Düsseldorf: Die 10 größten aktiven ETFs

extraETF Research, Stand: Juni 2025 (nicht sortiert)

Rückschritt vor Fortschritt?

„An der Börse wird die Zukunft gehandelt“, ist ein populäres Bonmot für die Beobachtung, dass sich der Finanzmarkt sich oftmals asynchron zur Realwirtschaft entwickelt. Dabei gilt, dass es oft erst schlechter wird, bevor Besserung eintritt. Eine Rezession für das Gesamtjahr 2023 in Deutschland scheint inzwischen immer wahrscheinlicher: So rechnet das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in diesem Jahr mit einem Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um bis zu 0,5 Prozent und diagnostiziert eine Schockstarre aufgrund besonderes starker Abhängigkeiten von den bekannten externen Problemen bei Rohstoffen, Energie und im Welthandel.

Entsprechend ist auch bei der Stimmung deutscher Unternehmen der Optimismus aus dem Frühjahr wieder verflogen: Der ifo-Geschäftsklimaindex fällt im August den vierten Monat in Folge und zwar stärker als von den Experten erwartet. Hier sorgt auch die anhaltende Teuerung in den verschiedenen Sektoren für graue Wolken. Doch an anderer Stelle klart es auf, denn das Statistische Bundesamt vermeldet erstmals seit zwei Jahren wieder leicht gestiegene Reallöhne, auch durch staatlich geförderte Programme zum Inflationsausgleich.

Wenn jetzt noch die gefürchtete Lohn-Preis-Spirale ausbleibt und schrittweise wieder mehr Zuversicht (= Nachfrage) bei den Verbrauchern zurück kehrt, dürfte die wirtschaftliche Entwicklung bald davon profitieren und sich die Stimmung aufhellen. Auch die Bundesregierung scheint sich aktuell ihrer Verantwortung für die zukünftige Wirtschaftsentwicklung wieder bewusst zu werden – hoffentlich nicht temporär.

Der gestern gestarteten Angriff auf die 16.000 Punkte beim DAX legt heute wohl eine Pause ein, aber insgesamt zeigen sich die Märkte mit ihrem Blick nach vorne in besserer Verfassung, als es die aktuelle Stimmung vermuten lässt. Und so soll es auch sein.

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Thomas Strelow, Börse Düsseldorf

Foto Thomas Strelow

Vorstände mit Faktor 38

Die DSW-Vergütungsstudie 2023 wurde diese Woche vorgestellt und erhebt auch in der 23. Durchführung eine Menge Detailinformationen zur Vergütung der DAX-Vorstände. Eine interessante Kennzahl daraus ist der Abstand zwischen dem durchschnittlichen Arbeitseinkommen der Beschäftigten und der Unternehmensspitze: „Die Vorstände verdienten durchschnittlich das 38-Fache ihrer Mitarbeitenden – im Jahr zuvor war es noch das 52-Fache.“

Schließt sich hier also plötzlich die Gehaltsschere? Das wohl nicht, aber 2022 waren gestiegene Personalaufwände pro Mitarbeitenden und gesunkene Vorstandsvergütungen sichtbar. Die einen haben von Inflation-getriebenen Lohnrunden profitiert, die anderen spüren den Anteil der vom wirtschaftlichen Unternehmenserfolg abhängigen Komponenten in die andere Richtung. Der DAX schloss das zurückliegende Jahr mit einem Kursrückgang von 12,3 Prozent und das spiegelt sich in den aktienbasierten Teilen der Vergütung.

In absoluten Zahlen rangieren DAX-Vorstände übrigens hinter der Vergleichsgruppe in Frankreich oder der Schweiz. Die durchschnittliche Vorstandsvergütung im EuroStoxx 50 liegt um 45 Prozent höher. Die internationale Spitze findet sich aber in den USA, wo die Vorstände im Dow Jones fast das 5-fache bekommen. Ob das Geld verdient ist, wäre eine andere Diskussion.

Für das aktuelle Jahr gibt es jedenfalls wieder Hoffnung in den Chefetagen, denn der DAX liegt bisher rund 13 Prozent im Plus. Die Seitwärtsbewegung im August könnte langfristig das erreichte Niveau stabilisieren, aber bei Rückschlägen unter den Bereich von 15.700 Punkten dürfte es kritisch werden.

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Newsletter vom 16. August 2023

Thomas Strelow, Börse Düsseldorf

Foto Thomas Strelow

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