Chancenreiches Themenfeld: Elektrifizierung

Karsten Marzinzik

Ein Blick auf die Klimadaten der vergangenen Jahrzehnte zeigt: Die Wetterextreme sind nur die offensichtlichsten Zeichen einer kontinuierlichen Entwicklung. Seit der Industrialisierung nimmt die Erderwärmung laufend zu. So lag das Klimamittel im Jahr 2024 weltweit erstmals bei mehr als 1,5 °C über dem vorindustriellen Durchschnitt aus den Jahren 1850 bis 1900.

Ein maßgeblicher Treiber für die anhaltend steigenden Temperaturen ist laut wissenschaftlichen Erkenntnissen die zunehmende CO2-Konzentration in der Atmosphäre – hauptsächlich verursacht durch die Menschen. Soll die Klimaerwärmung eingedämmt werden, müsste demnach der menschgemachte Ausstoß von Kohlenstoff-Dioxid markant reduziert werden.

Aus unserer Sicht bleiben deshalb Klimaschutz und Dekarbonisierung als langfristige, strukturelle Trends intakt – trotz der gegenwärtigen Politik des US-Präsidenten Donald Trump und einer gewissen „Klimaüberdrüssigkeit“. Innerhalb des Investmentthemas Klimaschutz identifizieren wir dabei den Trend hin zur Elektrifizierung als besonders chancenreich.

Denn die Elektrifizierung leistet nicht nur einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung, sondern dient auch der Reindustrialisierung und Steigerung der wirtschaftlichen und geopolitischen Resilienz. Die Dekarbonisierung des Energieverbrauchs dürfte auch einen Beitrag leisten, die Erderwärmung begrenzen und unsere Lebensgrundlagen zu erhalten.

Der mit der Elektrifizierung einhergehende Stromnetz-Ausbau leistet zudem einen wichtigen Beitrag zur Reindustrialisierung, die wiederum die Wettbewerbsfähigkeit stärkt und unseren Wohlstand sichert. Beispielsweise tragen mehr Infrastruktur-Investitionen in Stromnetze und die Bahninfrastruktur sowohl zur Dekarbonisierung wie auch zur Reindustrialisierung bei. Die geplanten Infrastrukturinvestitionen in Deutschland laut dem Bundesfinanzministerium von insgesamt €500 Mrd. veranschaulichen diesen Zusammenhang zwischen Dekarbonisierung und Reindustrialisierung sehr treffend: €100 Mrd. dieser Summe sind für den Klima- und Transformationsfonds vorgesehen, während weitere mindestens €100 Mrd. in die Bahninfrastruktur fließen sollen.

Das ist ein weiterer nachhaltiger Aspekt der Elektrifizierung: Sie schafft auch Resilienz, zum Beispiel in Form von zukunftsfähiger Infrastruktur und Unabhängigkeit. So kann der Netzausbau dazu beitragen, dass großflächige „Blackouts“ – wie etwa in Spanien dieses Jahr – vermieden werden können.

Obwohl es politisch gesehen zu gewissen Rückschlägen kommen kann, bleibt das Klimathema unserer Meinung nach attraktiv für Anlegerinnen und Anleger. Die Dekarbonisierung der Weltwirtschaft bleibt eines der wichtigsten Themen selbst in naher Zukunft und dürfte durch den Elektrifizierungstrend zusätzlich an Fahrt aufnehmen. Aber auch die Förderung der Reindustrialisierung und das Bedürfnis nach mehr Resilienz dürften vom Elektrifizierungstrend profitieren. Besonders attraktiv bleiben deshalb Investitionen in Unternehmen, die von eben diesem Megatrend der Elektrifizierung profitieren dürften. Die IEA geht zum Beispiel davon aus, dass sich die Investitionen in Stromnetze bis zum Ende des Jahrzehnts verdoppeln werden.

Newsletter vom 12. November 2025

Karsten Marzinzik – Country Head Germany, Austria and LiechtensteinSwisscanto

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Cybersicherheit: wachsende Bedeutung bedingt Investmentchancen

Karsten Marzinzik

Innerhalb des nachhaltigen Investmentthemas „Digital Economy“ gehört die Cybersicherheit zu den Bereichen, die enorm an Bedeutung gewinnen dürften. Denn es steht außer Frage, dass die Gefahren mehr und nicht weniger werden. Erstens führen zunehmende geopolitische Spannungen zu einem (noch) unsichereren Gesamtumfeld. Die Unberechenbarkeit wird noch gesteigert aufgrund komplexer Lieferketten und Abhängigkeiten im Welthandel. Und schließlich geben neue Technologien wie beispielsweise die Künstliche Intelligenz Cyberkriminellen neue, mächtige Instrumente in die Hände.
 
Die Allgegenwärtigkeit des Internets als Teil der Digitalisierung hat dabei zur Folge, dass praktisch jede Organisation zum Opfer solcher Angriffe werden kann. Im Visier von Cyberkriminellen befinden sich auch die von der Finanzbranche betreuten großen Geldsummen oder kritische Infrastruktur wie Energie- und Wasserversorgung. Ein erfolgreicher Angriff kann hier dramatische Folgen für die öffentliche Sicherheit und Gesundheit nach sich ziehen.
 
Mit Blick auf die Chancen des langfristigen Investmentthemas digitale Wirtschaft gibt es in dieser Gemengelage aber auch eine gute Nachricht: Das Segment der Anbieter von Diensten und Lösungen für Cybersicherheit entwickelt mindestens ebenso dynamisch. Die Branche wächst jährlich um mehr als 10 Prozent, und es gibt viele innovative Lösungen. Die Beratungsfirma McKinsey wiederum rechnet im Report ‚Cyber Market Map‘ zum Thema Cybersicherheit vor, dass bereits im Jahr 2021 der Markt für solche Lösungen einen Wert von USD 140 bis 150 Milliarden erreichte – und das wäre nur ein Zehntel des gesamten adressierbaren Markts.
 
Das erscheint plausibel, wenn bedacht wird, dass viele Betriebe nach wie vor nur ein geringes Maß an Cybersicherheit gewährleisten können. Viele kleinere Organisationen, die früher noch vom Internet getrennt waren, sind unserer Meinung nach noch gar nicht oder kaum mit Sicherheitstools ausgerüstet. Auch der aktuelle WEF-Report stellt eine zunehmende Schere fest – nämlich zwischen oftmals wenig resilienten KMU und großen Konzernen, die sich das Wettrüsten mit den Hackern eher leisten können. Entsprechend groß erscheint der Nachholbedarf – ein weiterer Treiber für den Markt für Cybersicherheit.
 
Dort setzen die Anbieter ebenfalls auf modernste Technologien und scheinen damit die Zukunftsfähigkeit des Investmentthemas digitale Wirtschaft zu bestätigen. So sind fortschrittliche, auf der Daten-Cloud beruhende Sicherheitslösungen skalierbar und können relativ rasch auf neue Bedrohungen reagieren. KI-Systeme wiederum analysieren riesige Datenmengen und erkennen so frühzeitig verdächtige Aktivitäten. Und so genannte Zero-Trust-Anwendungen können verhindern, dass sich unbefugte Personen unbemerkt Zugang zu Systemen verschaffen. So erhalten Nutzerinnen und Nutzer nur Zugriff auf die von ihnen jeweils angeforderten spezifischen Bereiche. Bei jedem zusätzlichen Dienst wird geprüft, ob die vorhandenen Anmeldedaten den Zugriff rechtfertigen.
 
Generell lässt sich festhalten: Die zunehmende Digitalisierung macht Cybersicherheit für jedes Unternehmen unverzichtbar. Derweil treiben innovative Technologien wie KI und Cloud-Lösungen die Innovation und Effizienz in diesem Segment der digitalen Wirtschaft voran. Alle Entwicklungen zusammengenommen bieten interessante Investmentchancen für Anlegerinnen und Anleger, die langfristig und mit entsprechendem Risikoprofil dieses Segment der digitalen Wirtschaft im Portfolio berücksichtigen möchten.

Newsletter vom 16. April 2025

Karsten Marzinzik – Country Head Germany, Austria and LiechtensteinSwisscanto

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