Wachstumsbooster künstliche Intelligenz?
Künstliche Intelligenz (KI) bringt der Technologiebranche enormes Wachstumspotenzial. Noch stehen wir am Anfang eines neuen technologischen Zeitalters. Nicht nur Tech-Unternehmen könnten von der Entwicklung rund um KI profitieren, so die Einschätzung von Union Investment, dem Fondspartner der Hannoverschen Volksbank eG.
Künstliche Intelligenz nimmt im Kapitalmarkt eine bedeutende Rolle ein und wird zunehmend wichtiger. Vor fast genau einem Jahr wurde der Chatbot ChatGPT der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt und löste damit eine regelrechte KI-Euphorie aus. Den meisten Menschen führte erst ChatGPT vor Augen, welche Möglichkeiten der Einsatz von künstlicher Intelligenz eröffnet. An den Kapitalmärkten spürt man die KI-Euphorie erst seit diesem Jahr. 2022 belasteten noch die Zinserhöhungen der Notenbanken die Growth- oder Wachstumstitel, zu denen die Tech-Aktien zählen.
Doch mittlerweile dürfte der Zinsgipfel sowohl in den USA als auch im Euroraum erreicht sein, und die Wachstumstitel holten ihre Verluste aus dem vergangenen Jahr wieder auf. In den ersten neun Monaten 2023 konnte der technologielastige Nasdaq 100-Index um mehr als 35 Prozent zulegen. Gemäß Einschätzung von Union Investment beruhten die Kursanstiege der amerikanischen Indizes zuletzt vor allem auf der außerordentlichen Wertentwicklung der großen US-amerikanischen Technologiewerte, die eine marktführende Position bei KI innehaben. In vielen wichtigen Bereichen dieser Technologie, wie etwa Datencenter-Hardware oder Public-Cloud-Angeboten, gelten diese US-Unternehmen wohl als Wegbereiter.
Aufgrund der KI-Euphorie an den Kapitalmärkten sind Technologietitel nun besonders gesucht. Deren Bewertungen liegen aktuell über dem historischen Mittel, sind aber noch weit entfernt von den Niveaus in der Vergangenheit, wie der Tech-Blase in den frühen 2000ern oder der Erholung nach der Coronapandemie 2021. Die Bewertung des Sektors ist somit zwar durchaus anspruchsvoll, aber auch gerechtfertigt. Denn mittelfristig ist wohl bei Tech-Unternehmen – auch dank der Innovationen rund um KI – ein höheres Wachstum im Vergleich zum Gesamtmarkt zu erwarten.
Eine Geldanlage in ein Zukunftsthema wie KI bietet Chancen, bringt aber auch Risiken mit sich. Nicht alle Unternehmen, die die technologischen Möglichkeiten ausschöpfen möchten, werden mit Erfolg belohnt und können den zum Teil bereits hohen Bewertungen gerecht werden. Daher ist KI in dieser Phase eher noch ein Thema für risikobewusstere Anleger. Die Expertise eines aktiven Fondsmanagements wie beim Fondspartner bietet hier entscheidende Möglichkeiten – wie auch eine persönliche Beratung bei der Hannoverschen Volksbank.

Newsletter vom 22. November 2023
Thomas Scholz – Filialdirektor und Leiter WP-Beratung
Hannoversche Volksbank eG
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Tech-Aktien: Anlegerlieblinge
Seit Jahresbeginn hatte Nvidia seinen Börsenwert auf stolze 1,16 Billionen Dollar mehr als verdreifacht und sich in den Kreis der „glorreichen Sieben“ katapultiert. Der Mikrochiphersteller hat mit seinen jüngsten Quartalsergebnissen die Erwartungen übertroffen. Hintergrund der Rallye ist der Boom der Künstlichen Intelligenz („KI“). Nvidia gilt als führender Designer von KI-Mikrochips. Kein anderes Thema hat in diesem Jahr Aktien so beflügelt. Wie sollte man es jetzt mit den großen Tech-Aktien halten?
Euphorisch gefeierte Technologien gab es an den Aktienmärkten immer wieder. Es sei an die Internet-Begeisterung des Jahres 1999 erinnert. Bekanntlich folgte auf die Euphorie eine große Ernüchterung. Ein jüngeres Beispiel: Als die erfolgreiche Entwicklung von mRNA-Impfstoffen gegen Corona Schlagzeilen machte, explodierten die Aktienkurse der entsprechenden Unternehmen. Spätestens mit dem Ende der Pandemie schwand aber die Begeisterung der Investoren wieder.
Kein anderer Werttreiber kann solche Kursphantasie auslösen wie neue Technologien. Und das nicht (ganz) zu Unrecht. Denn tatsächlich gelingt es immer wieder innovativen Unternehmen, mit neuen Technologien hohe Gewinne zu erzielen. Die „glorreichen Sieben“ Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, Tesla und eben Nvidia sind die besten Beispiele dafür. Allerdings verpassen viele der vermeintlichen Gewinner früher oder später an Anschluss. Mit ein paar Jahren Abstand sind es dann oft andere Unternehmen, die Produkte auf Basis der neuen Technologien etablieren und davon profitieren. Vermeintliche Weltmarktführer wie Yahoo oder Nokia beispielsweise erwiesen sich langfristig als schlechtes Investment. Auch in den Technologie-Sektoren ist eine fortgesetzte Beobachtung der Unternehmen, ihrer Produkte und Märkte für den langfristigen Erfolg entscheidend. Dass der Aktienkurs von Nvidia auf das jüngste Übertreffen der Prognosen mit Gewinnmitnahmen reagierte, mag ein erstes Signal dafür sein, dass sich der rasante Steigflug der KI-Aktien jetzt so nicht mehr fortsetzen kann. Bei der Suche nach attraktiven Tech-Aktien sollte man also nicht nur prozyklisch den aktuellen Boom „spielen“, sondern auch antizyklisch auf Sektoren blicken, die zuletzt mehrheitlich „links liegen gelassen“ wurden. Der Actien Club Coeln ist aktuell in keiner mehr der „glorreichen Sieben“-Aktien investiert und hat sich mit einer gut verzinsten Barreserve von über 20 Prozent und einem Index-Put insgesamt recht defensiv aufgestellt.

Newsletter vom 30. August 2023
Dirk Arning – Geschäftsführer
Investmentclub „Actien Club Coeln“
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2023 wird besser als 2022. Aber …
2023 wird im weiteren Jahresverlauf für Aktienanleger noch schwieriger als es die ersten Wochen erwarten lassen! Wer im vergangenen Jahr mit vermeintlichen Wachstums- und Technologie-Aktien viel Geld verloren hat, neigt dazu, für dieses Jahr eine weitreichende Kurserholung zu erwarten. Aber das Tempo der ersten Wochen des Jahres ist nicht durchhaltbar. Die Geschäftsergebnisse vieler Tech-Konzerne, darunter Apple, Amazon und Alphabet, zeigen, dass die Wachstumserwartungen nicht mehr erfüllt werden.
In den ersten fünf Wochen dieses Jahres verzeichnete der MSCI Growth als globaler Index für Wachstumsaktien ein Plus von 11,8 Prozent, der MSCI Value für Substanzaktien nur einen Anstieg um 4,4 Prozent. Geschäftsergebnisse und Ausblicke der Unternehmen liefern für diesen Unterschied keinen fundamentalen Grund. Dahinter steht vielmehr die Erwartung, dass die US-Notenbank Fed schon in diesem Jahr ihre Politik entschlossener Zinserhöhungen beenden wird. Doch es wäre verfrüht, die restriktivere Geldpolitik der Notenbanken als Belastungsfaktor schon auszublenden. Die Fed und die Europäische Zentralbank (EZB) werden wohl noch das ganze Jahr damit verbringen müssen, die Inflation wieder in die Richtung des erklärten Ziels von nur zwei Prozent zu drücken. Die EZB wird erst noch beginnen, ihre riesigen Anleihebestände abzubauen. Allein das wird den Kapitalmärkten jeden Monat 15 Milliarden Euro entziehen.
Die Hoffnungen auf ein baldiges Ende der restriktiveren Geldpolitik waren mit der Erwartung einer ausgeprägten Schwächephase der Konjunktur verbunden. Wenn sich die Wirtschaft jetzt besser entwickelt als vor ein paar Monaten befürchtet wurde, bleibt der Inflationsdruck höher. Ein Zinsanstieg drückt den Wert von sogenannten „long duration assets“, also auch Wachstums- und Technologieaktien. Das war 2022 eindrucksvoll zu sehen. Zu glauben, dies werde sich in diesem Jahr umkehren, erscheint verfrüht.
Bei der Bewertung von Technologie- und vermeintlichen Wachstumsaktien sollte zudem ein zweiter Faktor betrachtet werden: Die Bewertungen stützen sich auf die Annahme eines anhaltend hohen Wachstums von Umsatzerlösen und Gewinnen. Wenn das tatsächliche Wachstum den Erwartungen nicht gerecht werden kann, ist es mit der Kurserholung der Tech- und Growth-Aktien schnell vorbei. Und die jüngsten Quartalszahlen von Apple, Amazon und Alphabet bestärken diesen Eindruck.
Beim Actien Club Coeln wird deshalb jetzt verstärkt in klar unterbewertete Aktien in beginnenden Aufwärtstrends investiert.

Newsletter vom 22. Februar 2023
Dirk Arning – Geschäftsführer
Investmentclub „Actien Club Coeln“
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Hohe Wertverluste bei Technologieaktien
Es ist schon ein Desaster, was sich innerhalb der vergangenen 12 Monate bei den Technologieaktien abgespielt hat. Der Nasdaq100 verlor seit seinem Ende 2021 erreichten Allzeithoch 33 Prozent. Die Marktkapitalisierung dieses Index schmolz im gleichen Zeitraum von 20 auf 13,2 Billionen USD, ein Minus von satten 6,8 Bio. USD. Zum Vergleich: Die 40 DAX-Unternehmen wurden zum Höchststand bewertet mit 1,9 Bio., aktuell sind es rund 1,4 Bio. EUR. Ein vergleichsweise bescheidener Wertverlust von 500 Mrd. EUR.
Fast zwei Drittel des Wertverlustes des Nasdaq100 sind auf die „Big Five“ zurückzuführen: Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon und Tesla. Hier haben sich innerhalb eines Jahres zwischen 671 Mrd. (Tesla) und 979 Mrd. (Amazon) USD in Luft aufgelöst. In Summe haben die fünf Techwerte fast 4 Bio. USD an Börsenwert verloren. Und da ist der seit einem Jahr als Meta Platforms firmierende Facebook-Konzern mit einem Wertverlust von satten 75 Prozent = 651 Mrd. USD seit seinem Allzeithoch noch gar nicht dabei.
Für deutsche Verhältnisse gigantische Beträge, aber man muss wie immer die Kirche im Dorf lassen. Die Staatseinnahmen der USA lagen 2021 bei 7,2 Bio., das Handelsbilanzdefizit bei 1,18 Bio. und die Staatsverschuldung bei 29,5 Bio. USD.
Ist das bereits eine Trendwende hin zu Value-Aktien oder nur eine notwendige Korrektur nach überzogenen Gewinnerwartungen? Es bleibt auf jeden Fall auch zum Jahresende spannend!


Newsletter vom 09. November 2022
Martin Braun, Börse Hannover


