Good old Europe?

Wer die Nachrichtenlage der vergangenen Zeit zusammenfassen möchte, kommt nicht umhin festzustellen, dass sich die Globalisierung stark verlangsamt hat, sich teilweise sogar umkehrt. Europa sei der Verlierer dieser Entwicklung, ist häufig zu hören. Unsere Aktienstrategie ist aber weiterhin stark auf europäische Aktien ausgerichtet. Ist das noch grundsätzlich richtig? Wo liegen die Chancen für europäische Unternehmen in dieser sich verändernden Welt?
Noch vor wenigen Jahren haben viele europäische Unternehmen ihr Heil in einer stärkeren Internationalisierung gesucht, vor allem im Wachstumsmarkt China. Aber inzwischen macht sich Europa Gedanken um seine Abhängigkeiten: Militärisch abhängig von den USA, wirtschaftlich von Rohstoffimporten, Lieferketten und Absatzmärkten in Übersee. Gleichzeitig schotten sich die einst attraktiven Absatzmärkte USA und China zunehmend gegen Einfuhren ab. Europa muss sich selbst der offenen Bedrohung durch Russland erwehren, darf nicht mit Rohstoffimporten erpressbar sein und seine Lieferketten weniger angreifbar machen. „Onshoring“, also die strategische Rückverlagerung oder Ansiedlung von Produktions- oder Dienstleistungsaktivitäten aus dem Ausland zurück nach Europa, dürfte ein Trend der kommenden Jahre sein. Europa wird sich in dieser neuen Weltordnung stärker auf sich selbst fokussieren. Der EU-Binnenmarkt ist der größte wirklich funktionierende Binnenmarkt der Welt: Er umfasst rund 450 Millionen Konsumenten in den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz und ist damit größer als die USA. Zudem schädigt Trump mit seinen zahlreichen Eingriffen in die Märkte und seiner isolationistischen Politik auf Dauer die US-Volkswirtschaft, statt sie zu stärken. Zwar dürften auch in Europa die Eingriffe in die Märkte eher zu- als abnehmen, häufig aber wohl mit dem Ziel, das „Onshoring“ zu fördern. Bei europäischen Konzernen mit hohen Investitionen in China wie BASF und Volkswagen sehen wir Risiken, zumal China nicht mehr der stark wachsende Absatzmarkt ist, sondern zunehmend ein Konkurrent.
Potenzielle Gewinner sind vielmehr Unternehmen, die auf dem großen europäischen Binnenmarkt erfolgreich sind. Ein Beispiel dafür ist die Finanzbranche: Europäische Banken und Versicherungen sind außerhalb Europas eher wenig aktiv, haben aber umgekehrt in Europa wenig Konkurrenz von außerhalb. Schon seit einigen Jahren sind wir beispielsweise in Société Générale, SCOR, AXA und ASR Nederland investiert und haben es nicht bereut.

Newsletter vom 29. April 2026
Dirk Arning – Geschäftsführer
Investmentclub „Actien Club Coeln“
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Totgesagte leben länger
Die Notenbanken werden ihre extrem lockere Geldpolitik wohl noch länger beibehalten. Schlechte Zeiten für klassische Staatsanleihen, denn damit bleiben die Renditeaussichten sowohl in Europa als auch in den USA weiterhin bescheiden. Ist das nun der Tod für Rentenanlagen? „Nein“, sagen die Experten von StarCapital. Letztendlich bietet der Rentenmarkt noch jede Menge attraktiver Chancen.
Attraktiv sind hierbei vor allem Unternehmensanleihen. Neben der Tatsache, dass deren Renditeentwicklung nicht so stark durch die Zentralbanken manipuliert ist wie die der Staatsanleihen, spricht für dieses Anlagesegment vor allem eines: Im Vergleich zu Staatsanleihen findet man hier deutlich mehr Marktineffizienzen und Fehlbewertungen. Neben der Referenzverzinsung für die entsprechende Restlaufzeit, hierzu gehört der 5-jährige Swapsatz, spielt auch die Höhe der Risikoprämie, der Credit Spread, eine wichtige Rolle bei der Bewertung der Unternehmensanleihe. Wenn ein Unternehmen beispielsweise überraschend schlechte Quartalszahlen veröffentlicht hat, führt dies in einigen Fällen dazu, dass die Risikoprämie des Unternehmens am Markt stark ansteigt und der Kurs der Unternehmensanleihe fällt. Dies muss aber nicht zwingend bedeuten, dass es durch eine Insolvenz gefährdet ist. Sind die Zahlen ansonsten solide, kann am Ende der Laufzeit weiterhin mit der vollen Tilgung gerechnet werden. Diese vorübergehende Unterbewertung sollte auch in 2021 zu einem enormen Aufholpotenzial mit entsprechenden Kurschancen führen.
Genau an dieser Stelle setzt das Management des internationalen Rentenfonds StarCapital Bondvalue UI DE0009781872 an. Im Anlagefokus dieses in Kooperation mit Donner & Reuschel betriebenen Sondervermögens stehen insbesondere Unternehmensanleihen. Aber auch opportunistisch erworbene Staatsanleihen sowie Covered Bonds gehören zu den Zielinvestments, die allesamt attraktive Gesamterträge bei vergleichsweise geringer Volatilität erbringen sollen. Die Laufzeiten- und Bonitätsstruktur der investierten Anleihen passt das Management aktiv an die jeweilige Situation der Kapitalmärkte an. Der Vollständigkeit halber ist zu erwähnen, dass ein solides ESG-Rating den Auswahlprozess der Anleihen abrundet.
Aktuell beträgt das durchschnittliche Anleihen-Rating „A-“, was die gute Bonität der ausgewählten Anleihen widerspiegelt. Mit dieser Strategie konnte der Fonds, der auch an den Börsen Hamburg und Hannover gelistet ist, das von der Coronakrise geschüttelte Kalenderjahr 2020 mit dem erfreulichen Plus von 1,6 Prozent abschließen.
Klaus Spöri – Senior-Portfoliomanager Renten
StarCapital AG
