Aktienmärkte nervös – Unsicherheit hält an

Ohne klare Richtung präsentieren sich die Aktienmärkte nun schon seit Tagen, wobei am Montag dieser Woche ein Zwischentief markiert wurde. Nachdem der Markt den Nahost-Konflikt anfangs noch ignoriert hatte und kurzfristig sogar mit steigenden Aktienkursen reagierte, zeigt sich seit dem 12. Oktober eher eine Abwärtsbewegung. DAX, Nasdaq100 und S&P500 verloren seitdem zwischen 4,4 und 3,4 Prozent, trotz kurzfristiger Gegenbewegungen wie am gestrigen Tag. Damit schwindet die immer noch positive Jahresperformance. Der DAX liegt im Jahresverlauf aktuell nur noch mit gut 6 Prozent im Plus, MDAX und TecDAX liegen jedoch inzwischen im Minus. Die Stimmung bleibt insgesamt eher trübe, weil neben der unberechenbaren Situation in Nahost auch die Konjunkturdaten zu wünschen übriglassen. Der am Dienstag veröffentlichte, für November errechnete GfK-Index für die Verbraucherstimmung, ist um 1,4 Punkte auf minus 28,1 Zähler gefallen. Er sank damit den dritten Monat in Folge und erreichte den tiefsten Stand seit April.
Keine positiven Impulse sind derzeit auch von der Zinsseite zu erwarten. Die US-Inflation stagnierte im September bei 3,7 Prozent.
In der Eurozone gab sie zwar von 5,2 auf 4,3 Prozent im Vergleich zum August nach, liegt damit aber immer noch höher als in den USA und deutlich über der Zielmarke von 2 Prozent.
Am Montag stieg die Rendite der 10-jährigen US Treasuries kurzzeitig sogar über 5 Prozent. Der höchste Stand seit 2007 und vor allem auch eine Folge der Neubewertung amerikanischer Schuldtitel vor dem Hintergrund einer ausufernden Staatsverschuldung.
Für die Notenbanksitzung der EZB am Donnerstag wird vom Markt mehrheitlich eine Zinspause erwartet – die erste nach 10 Leitzinserhöhungen in Folge.
Zum grauen Wetter in diesen Tagen gesellen sich dunkle Wolken an den Märkten. Bleiben Sie sehr wachsam.

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Newsletter vom 25. Oktober 2023

Martin Braun, Börse Hannover