Und was macht der US-Dollar?

Martin Schilling

Der US-Dollar hat im ersten Halbjahr 2025 in historischem Ausmaß gegenüber dem Euro an Wert verloren. Hierunter leiden nicht nur die deutschen Exportaussichten, sondern auch alle US-Investments deutscher Anleger. Wie geht es nun im restlichen Jahresverlauf mit der Entwicklung des Dollars weiter?

„Und was macht der Dollar?“ so lautete schon der Titel eines Buches von Börsenaltmeister André Kostolany. Und obwohl das jetzt schon rund 40 Jahre zurückliegt, ist die Frage aktueller denn je. Denn nicht nur für unsere deutsche Exportwirtschaft hat die Entwicklung des Dollar-Kurses einen immens hohen Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg. Auch für international investierte Portfolios kann der Wechselkurs maßgeblich über die Wertentwicklung entscheiden.

So ist der US-Dollar seit Jahresbeginn gegenüber dem Euro um mehr als 12 Prozent gefallen. Für Investoren aus der Eurozone hat diese starke US-Dollar-Abwertung unerfreuliche Auswirkungen: US-Investitionen verlieren bei einem schwächeren Dollar an Wert, sobald die Erträge in Euro umgerechnet werden. Das zeigt sich eindrucksvoll an der Wertentwicklung des S&P 500 Index: Während der US-Aktienindex in Dollar gerechnet seit Jahresanfang einen Gewinn von rund 8 Prozent erzielt hat, ergibt sich für einen Euro-Anleger ein Verlust von 4 Prozent. Somit kommt diese Wertsteigerung bei Euro-Investoren trotz der positiven Kursdynamik vieler US-Aktiengesellschaften im aktuellen Jahr nicht an.

Mit Blick nach vorne stellt sich die Frage, ob sich die jüngste Abwertung des US-Dollars fortsetzt oder der „Greenback“ wieder an Wert gewinnt. Unseres Erachtens ist die aktuelle Dollar-Schwäche vor allem auf emotionale Faktoren und einen Vertrauensverlust in den US-Dollar zurückzuführen. Fundamental ist diese Entwicklung kaum zu begründen. Eine wichtige Kennzahl zur Beschreibung des Euro/US-Dollar-Wechselkurses ist die Zinsdifferenz zwischen den USA und der Eurozone – etwa gemessen an der Rendite-Differenz zweijähriger Staatsanleihen. Historisch besteht ein enger Zusammenhang zwischen dem Wechselkurs und der Zinsdifferenz: Wird die Verzinsung in der Eurozone attraktiver, steigt die Nachfrage nach dem Euro, und die Gemeinschaftswährung wertet auf.

Aktuell hat dieser fundamentale Zusammenhang jedoch keinen Bestand, was für eine Übertreibung spricht. Obwohl die Zinsdifferenz aus fundamentaler Sicht einen stärkeren US-Dollar impliziert, hat der Euro zuletzt aufgewertet. Wir gehen davon aus, dass sich diese Divergenz im weiteren Jahresverlauf zurückbildet und der US-Dollar einen Teil seines Vertrauensverlusts wieder aufholen kann. Mit nachlassenden Unsicherheiten dürften fundamentale Faktoren wie die Zinsdifferenz wieder stärker in den Fokus der Investoren rücken.

Hinzu kommt, dass die Wirtschaftsaussichten für die USA relativ attraktiver sind und das Inflationsrisiko in den USA bestehen bleibt. Beides spricht gegen einen deutlichen Rückgang der US-Zinsen und stützt den Dollar. Ferner  erwarten wir, dass mit einer wieder optimistischeren Stimmung an den Märkten die Kapitalströme verstärkt in den US-Markt zurückkehren. Vor diesem Hintergrund können wir uns bis zum Jahresende eine moderaten Aufwertung des US-Dollars vorstellen.

Langfristig ist jedoch auch denkbar, dass der US-Dollar an globaler Bedeutung verliert: Der Anteil an den weltweiten Währungsreserven sinkt kontinuierlich, die Notenbanken setzen vermehrt auf Gold und alternative Währungen und auch als Handelswährung gerät der US-Dollar unter Druck. Technologische Innovationen und die steigende US-Staatsverschuldung könnten diesen Trend noch beschleunigen. Es gilt für einen internationalen Anleger also auch zukünftig, die Entwicklung des Dollars weiterhin aufmerksam zu beobachten.

Newsletter vom 30. Juli 2025

Martin Schilling – Leiter Geschäftsstelle Private Banking Hannover
M.M. Warburg & CO

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Handelskonflikt unverändert ungelöst

Am heutigen Mittwoch sollte eigentlich die Frist für eine Einigung im Zollstreit der USA gegen den Rest der Welt ablaufen. Aber Donald Trump wäre nicht Trump, wenn er nicht mangels befriedigender Ergebnisse erneut in die Verlängerung gehen müsste. Das magische Datum lautet jetzt 01. August 2025, wobei er auch dafür gleich wieder eine Einschränkung machte. Auf die Frage, ob die Frist zum 01. August verbindlich sei, sagte er in Anwesenheit von Journalisten am Montagabend «Ich würde sagen verbindlich, aber nicht zu 100 Prozent.» Also weitere drei Wochen Zitterpartie.

Die Märkte haben sich an diese Unsicherheit zwischenzeitlich gewöhnt. S&P500 und Nasdaq erreichten dieser Tage sogar neue historische Höchststände, die sich wegen der Dollar-Schwäche bei Investoren aus dem Euroraum noch nicht bemerkbar machen.

Neue Hiobsbotschaften dagegen aus der deutschen Wirtschaft: Entgegen den Erwartungen hat die Industrieproduktion in Deutschland zwar im Mai überraschend um 1,2 Prozent zum Vormonat zugelegt. Auch der Dreimonatsvergleich zeigt nach oben. Allerdings liegt die Produktion noch weit unterhalb des Vorkrisenniveaus.

Eine Schwalbe macht bekanntlich noch keinen Sommer und so kamen die Negativmeldungen zum Wochenstart Schlag auf Schlag. Am Montag hat der US-Chemieriese Dow die Schließung seiner Chemieanlagen in Sachsen und Sachsen-Anhalt verkündet. Bis Ende 2027 sollen 550 Arbeitsplätze abgebaut werden. Grund seien strukturelle Herausforderungen auf dem europäischen Markt, darunter hohe Energie- und Betriebskosten sowie eine mangelnde Nachfrage in Schlüsselindustrien. „Der teilweise Rückzug von Dow in Schkopau sei Folge der deutschen Industriepolitik der vergangenen Jahre“, so der Sprecher des Industrie- und Chemieparks InfraLeuna gegenüber dem MDR.

Ins gleiche Horn stieß am Dienstag Daimler Truck, die nach Absatzeinbußen von 20 Prozent im zweiten Quartal 2025 bis zu 5.000 Stellen in Deutschland streichen wollen.

Das werden nicht die letzten Meldungen dieser Art sein und daran wird auch das Infrastruktur- und Rüstungsprogramm der Bundesregierung nichts ändern. Der Wirtschaftsstandort Deutschland verliert zunehmend an Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit und die Politik schaut dabei zu.

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Newsletter vom 9. Juli 2025

Martin Braun, Börse Hannover

Aktienmärkte erholen sich nach Waffenruhe in Nahost

Gefährliche zwei Wochen liegen hinter uns. Die Bombardierung der iranischen Atomanlagen hatte nicht nur das Potenzial, einen überregionalen Konflikt auszulösen, sondern auch eine nukleare Katastrophe zu verursachen. Der US-Präsident scheint sich dessen bewusst gewesen zu sein, nicht umsonst hat er nach dem Schlagabtausch schnellstmöglich eine Waffenruhe verkündet und beide Konfliktparteien zur Einhaltung verdonnert. Wer jedoch glaubt, damit würde dauerhaft Ruhe in der Region einkehren, unterliegt einer gefährlichen Illusion.

Die Märkte können aber erst einmal durchatmen, DAX, Dow & Co. zeigten sich gestern mit einem Plus von 1,2 bis 1,6 Prozent erholt; der Nasdaq 100 erreichte gestern sogar ein neues Rekordhoch. Nachdem das Krisenbarometer Ölpreis am Sonntag nach dem Eingreifen der USA kurzzeitig die Marke von 86 US-Dollar (Brent) überschritten hatte, kam am Montag eine deutliche Korrektur bis auf 70 Dollar bis Handelsschluss, ein Minus von sagenhaften 18 Prozent. Aktuell liegt Brent Oil mit 67 Dollar wieder auf dem Niveau von vor 14 Tagen. Tendenz eher weiter schwächer, weil die Gefahr einer Blockade der Straße von Hormus durch den Iran erst einmal gebannt ist.
 
Nachdem der Markt für Aktien-Neuemissionen (IPOs) in den zurückliegenden Jahren fast zum Erliegen gekommen ist, versuchte in diesen Tagen der Berliner Auto-Ersatzteilhändler Autodoc bereits zum zweiten Mal sein Börsendebüt. Die Aktien wurden ursprünglich in einer Preisspanne von 58 bis 61 Euro je Aktie angeboten und sollten zu 58 bzw. 59 Euro zugeteilt werden. Dazu kam es aber nicht mehr, die Emission wurde gestern noch abgesagt, wahrscheinlich war das Zeichnungsbuch nicht ausreichend gefüllt. Mit dem Medizintechnik-Software-Spezialisten Brainlab steht aber bereits ein weiteres Unternehmen in den Startlöchern. Vielleicht reizt diese Branche die Investoren mehr als Autoersatzteile. Professionelle Investoren präferieren Wachstumsbranchen und haben klare Preisvorstellungen.

Ein turbulentes erstes Halbjahr liegt hinter uns, wollen wir hoffen, dass es im zweiten Halbjahr weniger volatil weitergeht.

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Newsletter vom 25. Juni 2025

Martin Braun, Börse Hannover

Aktienmarkt ohne klare Trends – Zollstreit belastet

Ohne klare Richtung zeigten sich zum Wochenbeginn die Aktienmärkte. Der DAX reibt sich weiter an der Marke von 24.000 Punkten, doch das nächste Rekordhoch wäre nicht weit entfernt. Anders die Lage an den US-Märkten, wo es zu den Höchstständen vom Februar noch Aufholpotential gibt. Doch mit der Unsicherheit vor dem Hintergrund des tickenden Zoll-Moratoriums fehlen klare Trends, denn viele Marktteilnehmer verharren in Wartestellung.

Uneinheitlich zeigt sich auch die Wochenperformance beim DAX, von plus 3,8 Prozent bei Siemens Energy bis minus 6,6 Prozent für die Vorzüge von Sartorius. Einen Dämpfer verzeichnen Rüstungswerte nach erneuter Diskussion um eine EU-Sondersteuer auf deren üppige Gewinne. Die Aktie von Rheinmetall fällt nach dem neuen Allzeithoch letzte Woche um 4 Prozent, aber die magische Marke von 2.000 Euro bleibt greifbar. Helfen könnte der Aufstieg in den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50, wo der Rüstungskonzern die Luxus-Aktie von Kering ersetzt.

Neues von der Zinsfront: Während die FED momentan in Wartestellung bleibt, wird die EZB aller Voraussicht nach am morgigen Donnerstag eine weitere Zinssenkung beschließen, die achte innerhalb von 12 Monaten. Erwartet wird eine Senkung beim Einlagenzinssatz um 25 Basispunkte auf 2,0 Prozent. Dabei ist die Inflationsrate in der Eurozone im Mai deutlich auf 1,9 Prozent gefallen – im April lag sie noch bei 2,2 Prozent. Damit wäre der Zielkorridor bereits erreicht, allerdings könnten Zölle und Energiepreise diese sehr schnell wieder ansteigen lassen.

Erste Stimmen werden laut, die bereits eine Trendwende am deutschen Konjunkturhimmel sehen. Nicht die Industrie, sondern die privaten Haushalte könnten mit zunehmender Kauflaune die Rettung sein. Ist das der Silberstreif am Horizont, auf den viele Investoren sehnsüchtig warten? Die Börse schaut gerne weit in die Zukunft und investiert heute auf der Basis der vermeintlichen Fakten von morgen!

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Newsletter vom 4. Juni 2025

Martin Braun, Börse Hannover

Alle Jahre wieder: Sell in May or not?

Heute ist Monatsultimo und ein Drittel des Börsen-Jahres 2025 bereits vorbei und last but not least ist heute auch noch Walpurgisnacht, die Nacht der Hexen und Dämonen.

Wer an die vergangenen Wochen denkt, braucht keinen Hexentanz mehr, Trumps‘ Liberation Day hat für deutlich mehr Wirbel auf den Weltmärkten gesorgt und zurzeit haben wir nicht mehr als die berühmt berüchtigte Ruhe im Auge des Zyklons. Die Zölle sind nicht vom Tisch, jetzt läuft das 90-Tage-Moratorium und damit die Zeit, um durch Verhandlungen Kompromisse zu erzielen. Ob und in welchem Maße das gelingt, bleibt abzuwarten.

Das erste Tertial des Börsenjahres 2025 zeigt performancetechnisch ein gemischtes Bild. Die US-Aktienindizes Dow Jones, S&P500 und Nasdaq100 liegen mit rund 5 bis 7 Prozent im Minus, der DAX mit mehr als 12 Prozent im Plus. Der Bitcoin hat seine zwischen Oktober und Januar erzielten Gewinne teilweise wieder abgegeben und liegt in den ersten vier Monaten nur noch rund 2 Prozent im Plus. Zu den Verlierern gehört neben den US-Aktien auch der US-Dollar. Er verlor im gleichen Zeitraum gegenüber dem Euro rund 10 Prozent an Wert. Investoren zeigen sich zunehmend irritiert und verunsichert bezüglich der Folgen der US-Politik und verkaufen nicht nur US-Aktien, sondern auch US-Staatsanleihen und damit massenhaft den US-Dollar. Droht uns zudem nicht nur eine Rezession, sondern sogar eine Depression wie in den 1930er Jahren? Parallelen sind durchaus erkennbar und die Geschichte sollte eigentlich als mahnendes Beispiel dienen, die gleichen politischen Fehlentscheidungen von damals nicht zu wiederholen. Eine Flucht in andere FIAT-Währungen wie Euro, Yen oder Yuan ist keine überzeugende Alternative, von daher nutzen viele die Gelegenheit, um ihre Position im Gold weiter aufzustocken. Die Feinunze Gold liegt aktuell bei gut 3.300 USD, nachdem sie am 22. April kurzzeitig die Marke von 3.500 erreicht hatte. Seit Anfang des Jahres ein Plus von 26 Prozent bzw. 42 Prozent auf Jahressicht.

„Sell in May or not“ bleibt die spannende Frage, die jeder für sich beantworten muss. Die Gemengelage bleibt schwierig und damit gibt es kein eindeutiges YES or NO!

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Newsletter vom 30. April 2025

Martin Braun, Börse Hannover

Aussicht auf Frieden stimuliert die Märkte

Es kam in der Sache nicht wirklich überraschend, zeitlich aber nun doch! Nach einem Telefonat zwischen Trump und Putin geht es Schlag auf Schlag, die USA sprechen direkt mit Russland, EU und Ukraine sind am Verhandlungstisch erst einmal unerwünscht.

Typisch dabei für Trump bzw. die USA: Es werden Fakten geschaffen, leider auch zu Lasten Dritter. Die europäischen Märkte reagieren erst einmal erleichtert, allerdings stellt sich fast jeder die Frage, welche Unternehmen nun unmittelbar davon profitieren? Eine erste Überlegung wäre, Rüstungswerte korrigieren nach unten, weil weniger Waffen gebraucht werden. Aber genau das Gegenteil passiert. Da die Europäer trotz Waffenstillstand in der Ukraine und im Nahen Osten zur Aufrüstung genötigt werden, haussieren die Rüstungskonzerne. Rheinmetall legte allein am Montag um gut 14 Prozent auf 938 Euro zu und marschierte am Dienstag fast bis 1.000 Euro. Ein Plus von 107 Prozent seit dem Wahlsieg von Trump Anfang November 2024 und von plus 870 Prozent seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine im Februar 2022. Weitere Favoriten aus dieser Branche waren die italienische Leonardo und die deutsche Hensoldt. Verluste mussten dagegen die großen US-Rüstungswerte hinnehmen. Trump fordert zwar von den Europäern höhere Ausgaben, will aber gleichzeitig das Rüstungsbudget der USA zurückfahren und laut der verstörenden Rede von US-Vizepräsident Vance auf der Münchner Sicherheitskonferenz auch die Rolle als Schutzmacht in Europa zurückfahren.

Wie geht es weiter in dieser Branche 2025? Boom oder Konsolidierung? Was passiert mit den Technologieaktien in diesem Jahr. Der NASDAQ100 zeigt in den zurückliegenden Jahren eine starke Outperformance gegenüber fast allen anderen Indizes und die Magnificent 7 toppen noch mal deutlich diesen Tech-Index. Bewertungstechnisch liegt das längst im Übertreibungsbereich, das heißt jedoch nicht, dass es nicht noch weiter nach oben gehen könnte. An der Börse ist eben alles möglich, aber Vorsicht an der Börsen-Bahnsteigkante!

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Newsletter vom 19. Februar 2025

Martin Braun, Börse Hannover

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Trumps Zolloffensive schockt die Märkte

Das Jahr 2025 hat ruhig begonnen, aber das war wohl nur die Ruhe vor dem Sturm. Nach dem „DeepSeek“-Schock vor gut einer Woche, den insbesondere die Tech-Aktien noch gar nicht richtig verdaut haben, läuft Donald Trump jetzt zur Höchstform auf. Am Wochenende wurden drastische Zölle gegenüber Mexiko, Kanada und China verkündet. Das jagte am Montag eine neue Schockwelle durch die Märkte, wobei besonders Aktien und Kryptowährungen zu leiden hatten. Der Bitcoin verlor seit seinem Allzeithoch am 30. Januar bis vergangenen Montag rund 12 Prozent. Zwischenzeitlich ist etwas Entspannung angesagt, die Zollanhebungen gegenüber Kanada und Mexiko wurden für einen Monat ausgesetzt, aber das ist keine dauerhafte Lösung. China hat bereits mit Gegenzöllen reagiert. Die Blicke richten sich jetzt nach Europa, vor allem die EU gilt als nächster Kandidat für Trumps Zollkeule.

So gingen am Montag vor allem die Automobilwerte in die Knie, mit Verlusten von bis zu 7 Prozent bei Daimler Truck und Volkswagen sowie 5,5 Prozent bei BMW und 5 Prozent bei Porsche.

Experten setzen auf schnelle Verhandlungen mit den USA, um einen langwierigen Handelskrieg zu vermeiden. Denn der kostet Wachstum, Arbeitsplätze und vor allem Nerven. Die ersten 100 Tage nach Amtsübernahmen von Regierungschefs sind im Normalfall gekennzeichnet durch moderate Töne. Nicht so bei US-Präsident Trump, er macht seinem Ruf alle Ehre und lässt den Rest der Welt erst gar nicht zur Ruhe kommen. Schauen wir mal, was uns die kommenden Tage, Wochen und Monate noch bringen? Vielleicht ist ja auch etwas Erfreuliches dabei, wie z. B. ein Ende des Krieges in der Ukraine!

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Newsletter vom 5. Februar 2025

Martin Braun, Börse Hannover

Donald Trumps zweite Amtszeit: Was ist zu erwarten?

Dr. Martin Moryson

Was ist von Donald Trumps zweiter Amtszeit wirtschaftlich zu erwarten? Was bedeutet sie für die US-Wirtschaft, für den Rest der Welt und vor allem für die Kapitalmärkte?
Die US-Wirtschaft befindet sich derzeit in einer sehr guten Verfassung: Das Wachstum ist kräftig, es herrscht Vollbeschäftigung und die Inflationsrate hat ihre Höchststände weit hinter sich gelassen. Seit der Wahl von Donald Trump zum neuen Präsidenten hat sich auch die Stimmung deutlich verbessert, insbesondere jene der kleinen und mittleren Unternehmen. Die Aussicht, dass Donald Trump die Regulierung zurückführen, die Unternehmen von „Fesseln“ befreien und die Steuern senken wird, hat nicht nur die Geschäftsaussichten kleiner Unternehmen gefördert, sondern auch die vieler Tech-Milliardäre.

Auch wir gehen davon aus, dass die US-Wirtschaft kurzfristig von der Wirtschaftspolitik Trumps profitieren kann. Mittelfristig allerdings ist die von Donald Trump angestrebte Politik nicht wachstumsfördernd. Das Wachstum der letzten Jahre basierte in weiten Teilen auf einer kräftigen Zuwanderung. Mit einer deutlich reduzierten Migration dürfte das Produktionspotenzial der kommenden Jahre geringer ausfallen. Zölle sind wettbewerbsverzerrend und senken damit das Produktivitätswachstum. Vor allem aber dürfte die Unsicherheit, die von seiner Politik ausgeht, die Wirtschaft bremsen – vielleicht weniger in Amerika, aber umso mehr im Rest der Welt. Während China möglicherweise unter hohen Zöllen leiden könnte, dürfte Europa vermutlich unter der Ungewissheit hinsichtlich der Zölle mehr leiden. Standortentscheidungen werden vor dem Hintergrund drohender Zölle verschoben und bremsen so das Wachstum, selbst wenn die Zölle letztlich nicht oder nur in homöopathischen Dosen kommen.

Was heißt das für die Märkte?
Kurzfristig sind dies gute Aussichten für risikobehaftete Anlagen. Langfristig dürften jedoch ein schwächeres Potenzialwachstum und höhere Zinsen aufgrund mangelnder fiskalischer Disziplin die Kurse belasten. Allerdings gibt es hier eine wichtige Feedback-Schleife. Kaum ein Präsident hat seinen Erfolg so sehr am Kapitalmarkt gemessen wie Donald Trump. Sollte es also zu massiven Kursrückgängen bei den Aktien aufgrund steigender Renditen kommen, werden die Staatsfinanzen in den Fokus rücken – auch bei Donald Trump. Das könnte man als beruhigend empfinden. Ob es jedoch gelingt, steht auf einem anderen Blatt.

Newsletter vom 22. Januar 2025

Dr. Martin Moryson – Chefvolkswirt Europa
DWS

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„America first“ – Börsenparty geht mit Trump weiter

Nach einem feiertagsbedingt verlängerten Wochenende haben die US-Aktienmärkte am Dienstag weiter zugelegt und auch der DAX konnte die Marke von 21.000 überwinden, ein neues Allzeithoch.

Insgesamt sind die Märkte jedoch abwartend mit leicht nervösem Unterton. Niemand weiß, wie schnell und intensiv Trump seine Agenda abarbeiten lässt und welche Auswirkungen sich tatsächlich ergeben. Erste Entscheidungen sind bereits bekannt: Grenze zu Mexiko sichern, Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen und der WHO sowie Zölle erheben.

Die Marktteilnehmer sind gewarnt und starren in diesen Tagen Richtung Washington. „America first“ lautet jetzt wieder die Devise und Trump setzt die Prioritäten anders als sein Vorgänger. In seiner Antrittsrede versprach er u. a. einen wirtschaftlichen Aufschwung, die Inflation zu senken und die Energieproduktion zu fördern. Nach dem Motto: „Drill, Baby, Drill“ setzt Trump dabei auf Öl und Gas anstelle von Wind und Sonne. Lediglich zu Kryptowährungen hat er zwischenzeitlich seine Meinung geändert, natürlich nicht ohne Eigeninteressen. Kurz vor seiner Amtsübernahme hat er mal eben einen eigenen Coin aus der Taufe gehoben, den „$Trump“ bzw. „Official Trump“. Der als Meme-Coin (Gedenkmünze) deklarierte Krypto schoss in kürzester Zeit um mehrere tausend Prozent in die Höhe und erreichte ein Marktvolumen im zweistelligen Milliardenbereich. Zwischenzeitlich hat auch seine Frau einen Meme-Coin lanciert, den sogenannten $Melania. Ein Schelm, der Böses dabei denkt!

Für Spannung und Überraschungen ist in der kommenden Zeit gesorgt, bleiben Sie unbedingt an Bord!

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Newsletter vom 22. Januar 2025

Martin Braun, Börse Hannover

Die aktuelle Lage an den Aktienmärkten

Martin Schilling

Die meisten Aktienmärkte haben sich in diesem Jahr sehr positiv entwickelt. Diese Entwicklung hat viele überrascht, denn gerade aus Deutschland und Europa kamen schlechte Nachrichten aus der Wirtschaft und die geopolitischen Unsicherheiten haben weiter zugenommen. Ist es nun an der Zeit, vorsichtiger zu werden und Gewinne mitzunehmen oder könnte es, wie so oft in den vergangenen Jahren, zu einer Jahresendrallye kommen, die die Kurse weiter nach oben treibt?

Aus unserer Sicht sind es vor allem zwei wesentliche Einflussfaktoren, die den weiteren Verlauf der Aktienmärkte in den kommenden Monaten beeinflussen: die US-Präsidentschaftswahl und die wirtschaftliche Entwicklung.

Am 5. November finden in den USA die nächsten Präsidentschaftswahlen statt. Bisher liefern sich Kamala Harris von den Demokraten und der Republikaner Donald Trump ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Zwar liegt Kamala Harris derzeit in den meisten Umfragen vor Donald Trump, ihr Vorsprung ist jedoch hauchdünn, sodass es fraglich ist, ob sie die notwendige Mehrheit der Wahlleute erreichen wird. Da die meisten Bundesstaaten aus Tradition und unabhängig vom jeweiligen Kandidaten entweder mehrheitlich republikanisch oder demokratisch wählen, kommt es vor allem auf einige wenige umkämpfte Staaten, die sogenannten „Swing States“, an, in denen nicht von vornherein klar ist, wer gewinnt. Somit gleicht der Ausgang der Präsidentschaftswahl aktuell einem Münzwurf, eine seriöse Aussage über den Sieger ist derzeit nicht möglich.

Deutlich klarer stellt sich dagegen die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung dar, wobei die Lage diesseits und jenseits des Atlantiks kaum unterschiedlicher sein könnte: Die US-Wirtschaft wächst solide und das reale Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr um 2,5 Prozent zulegen. Trotz zwischenzeitlich sehr hoher Zinsen steuert die US-Wirtschaft auf eine weiche Landung zu, eine geringe politische Regulierungsdichte sowie eine hohe Technologie- und Innovationsoffenheit sorgen auch 2025 für Wachstum. Dagegen stagniert die deutsche Wirtschaft, die Industrie erlebt das dritte Rezessionsjahr in Folge und auch für 2025 ist keine wirkliche Besserung in Sicht.

Dass sich die US-Börsen in diesem Umfeld positiv entwickeln, ist nicht verwunderlich, auch wenn das Ausmaß des Kursanstiegs in diesem Jahr überrascht. Ein ordentliches Wirtschaftswachstum, gepaart mit rückläufiger Inflation und sinkenden Zinsen, sind das Salz in der Börsensuppe. Wir glauben deshalb, dass die Berichtssaison der US-Unternehmen zum abgelaufenen dritten Quartal, die in den nächsten Tagen Fahrt aufnimmt, überwiegend positive Ergebnisse bringen wird. Aufgrund dieser guten fundamentalen Rahmenbedingungen für US-Aktien gehen wir davon aus, dass die Aktienkurse in den USA zum Jahresende höher stehen werden als heute und auch für 2025 sehen wir noch weiteres Steigerungspotential.
Am deutschen Aktienmarkt wurden nach einer Reihe von Gewinnwarnungen, vor allem aus dem Automobilsektor, die Gewinnerwartungen für den DAX in den letzten Wochen deutlich reduziert und für das gesamte Jahr wird nun noch mit einem Plus von zwei Prozent gerechnet. Diese Steigerungsrate halten wir trotz der schlechten deutschen Wirtschaftsdaten für erreichbar, da die DAX-Unternehmen fast 25 Prozent ihres Umsatzes in den USA erwirtschaften. Deshalb sollten Anleger bei deutschen Aktien nicht das Handtuch werfen, sondern investiert bleiben, wobei eine zusätzliche Beimischung von US-Werten vor dem oben genannten Hintergrund vorteilhaft erscheint.

Newsletter vom 16. Oktober 2024

Martin Schilling – Leiter Geschäftsstelle Private Banking Hannover
M.M. Warburg & CO

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