Kaffeekranz mit Bulle, Bär und Buffett – Oder: Der Bulle klingelt nicht, der Bär aber auch nicht.
Ehrlichkeit gehört dazu und ich bin ganz ehrlich: Das hätte ich nicht für möglich gehalten. Eine Jahresanfangsrally über unser DAX-Jahresmitte-Ziel von schon optimistischen 15.200 Punkten hinaus und das auch noch garniert mit explodierenden Werten wie den „fallen angels“ Tesla oder Meta, die nun nicht gerade zu den Substanzwerte-Hits gehören. Der Bulle klingelt halt nicht, wenn er zum Kaffeebesuch kommt. Das nötigt mir Demut und Respekt vor den Marktkräften ab, zumal substanz- und dividendenstarke Werte dies- und jenseits des Atlantiks aus den Sektoren Pharma, Öl und Rohstoffe teilweise deutlich im roten Bereich liegen. Auf Substanz- bzw. dividendenstarke Value Werte hatte sich der Analystenkonsens aber als Favoriten für 2023 geeinigt. Selbst Value-Starinvestor Warren Buffett liegt mit seiner Berkshire Hathaway seit Jahresanfang leicht im Minus. Das mag den ein oder anderen trösten, der der Rally staunend hinterherschaut.
Diesen Volatilitätsrückgang bzw. die Branchenrotation um 180 Grad von nichtzyklisch auf vollzyklische Sektoren wie Konsum und Technologie innerhalb ganz weniger Handelswochen haben viele auch in Anbetracht der durchaus heiklen Lage mit Zinssteigerungen der EZB und FED („Wir sind noch nicht am Ende“), hoher Kerninflation (+5,2 Prozent in Euroland), zunehmender Kriegsrhetorik, Leo-Waffenlieferungen und mutmaßlicher Spionageballons nicht erwartet. Doch wie so oft kommt dann doch alles ganz anders.
Werden wir nun unsere Substanz- und Dividendenstrategie „auf links“ drehen? Natürlich müssen wir die Rally zur Kenntnis nehmen und leichte Anpassungen vornehmen, denn der Einstieg von Microsoft bei Open AI (ChatGPT) und anschließender Chip-Euphorie rund um Nvidia ist uns nicht verborgen geblieben. Aber ich denke nicht, dass wir uns verbiegen sollten, denn die Zahlen von Apple, Alphabet und Amazon (Tripple A) waren auch im Ausblick erst einmal nicht überzeugend. Zudem ist die zyklische Rally m. E. auf wackligen Füßen gebaut, denn nur zwei Wörter der FED bzw. EZB wurden als zündende Auslöser gewertet: Jerome Powell nannte die Preisbewegung in den USA „disinflationär“ und Christine Lagarde bezeichnete die nächsten als sicher geltenden Zinsschritte in der Eurozone als „nicht unumkehrbar“. Reicht das tatsächlich aus, um eine Strategie aus den Angeln zu heben, zumal am Freitag der Schocker für alle Zinsoptimisten kam? 517.000 neu geschaffene Stellen in den USA und eine Arbeitslosenquote von nur 3,4 Prozent! Ein 54-Jahrestief, das es seit 1969 nicht mehr gab. Wow, das nenn ich mal einen Wumms. Auch wenn die Lohndynamik in den letzten Wochen leicht abgenommen hat, müssen wir hier doch vorsichtig bleiben. Und so kann es sein, dass der Bär ähnlich spontan zum Kaffeekränzchen an unsere Türe klopft wie einst der Bulle.
In Summe werden wir an unserer Substanzwertestrategie festhalten, substanzstarke Fonds mit aktiven Managern präferieren und das „Mantra“ der „Ruhigen Hand“, die sich auf lange Sicht immer bewährt hat, bemühen. Warren Buffett grüßt an dieser Stelle und bringt den Kuchen mit.
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Newsletter vom 08. Februar 2023
Carsten Brömstrup – Chefanalyst
Oldenburgische Landesbank AG
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Mit Aktien durch die Krise
Die Inflation liegt aktuell bei rund zehn Prozent. Doch auch wenn sie damit über der üblichen Zielmarke von zwei Prozent der meisten Notenbanken liegt, ist Inflation für die Aktienmärkte per se erst einmal kein Problem. Analysen belegen, dass eine Teuerungsrate von bis zu fünf Prozent nicht mit einer negativen Aktienmarktperformance korreliert. Grund für Optimismus, meint unser Fondspartner Union Investment. Denn mittelfristig dürfte die Teuerung in Europa wieder auf dieses Niveau sinken.
Und trotz der Herausforderungen gibt es durchaus Chancen am hiesigen Aktienmarkt. Denn die Unternehmen der Europäischen Union (EU) erwirtschaften rund 50 Prozent der Umsätze außerhalb Europas, was viele Adressen zumindest teilweise gegen heimische Probleme immunisiert. Anleger sollten daher nicht den Fehler begehen und regionale Probleme auf den globalen Markt übertragen. Entscheidend ist, wo ein Emittent seine Geschäfte macht – und vor allem womit.
Gleichwohl spricht derzeit einiges für die USA als Investitionsziel. Das Land ist unabhängig in der Energieversorgung und hat die Phase der höchsten Inflationsraten in diesem Zyklus wohl schon hinter sich gelassen. Überdies wurden zuletzt Infrastrukturmaßnahmen über fast 1.300 Milliarden US-Dollar beschlossen, wovon viele Sektoren des US-Marktes in den kommenden Monaten profitieren werden. Gute 400 Milliarden US-Dollar fließen in den Bereich Energiesicherheit und Klimawandel, weitere 280 Milliarden US-Dollar in die Bereiche Halbleiter und Zukunftstechnologien. Hinzu kommt eine halbe Billion US-Dollar für klassische Infrastruktur wie Straßen, Brücken und E-Tankstellen. Damit dürfte ein solider Grundstein für einen langfristigen Investitionsboom in den USA gelegt sein, der sowohl in der Volkswirtschaft als auch an den Aktienmärkten positive Spuren hinterlassen wird.
Neben der regionalen Auswahl sollte berücksichtigt werden, dass die großen Megatrends weitgehend unabhängig von tagesaktuellen Krisensituationen sind. Automatisierung, Digitalisierung und der Kampf gegen den Klimawandel werden uns auf Jahre und Jahrzehnte begleiten, und Unternehmen, die in diesen Feldern über ein starkes Geschäftsmodell in Verbindung mit einem guten Management verfügen, werden weiterhin langfristig gesucht sein. Das gilt unabhängig vom Geschäftssitz, von Inflationsraten und der Frage nach Value oder Growth. Für die Zusammenstellung eines diversifizierten Portfolios bleibt folglich die Titelselektion das oberste Erfolgskriterium, um gut durch die Krise zu kommen. Wir beraten Sie dazu gerne.
Gespräch über solche Geldanlagen.

Newsletter vom 30. Oktober 2022
Thomas Scholz – Filialdirektor und Leiter WP-Beratung
Hannoversche Volksbank eG

Hohe Wertverluste bei Technologieaktien
Es ist schon ein Desaster, was sich innerhalb der vergangenen 12 Monate bei den Technologieaktien abgespielt hat. Der Nasdaq100 verlor seit seinem Ende 2021 erreichten Allzeithoch 33 Prozent. Die Marktkapitalisierung dieses Index schmolz im gleichen Zeitraum von 20 auf 13,2 Billionen USD, ein Minus von satten 6,8 Bio. USD. Zum Vergleich: Die 40 DAX-Unternehmen wurden zum Höchststand bewertet mit 1,9 Bio., aktuell sind es rund 1,4 Bio. EUR. Ein vergleichsweise bescheidener Wertverlust von 500 Mrd. EUR.
Fast zwei Drittel des Wertverlustes des Nasdaq100 sind auf die „Big Five“ zurückzuführen: Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon und Tesla. Hier haben sich innerhalb eines Jahres zwischen 671 Mrd. (Tesla) und 979 Mrd. (Amazon) USD in Luft aufgelöst. In Summe haben die fünf Techwerte fast 4 Bio. USD an Börsenwert verloren. Und da ist der seit einem Jahr als Meta Platforms firmierende Facebook-Konzern mit einem Wertverlust von satten 75 Prozent = 651 Mrd. USD seit seinem Allzeithoch noch gar nicht dabei.
Für deutsche Verhältnisse gigantische Beträge, aber man muss wie immer die Kirche im Dorf lassen. Die Staatseinnahmen der USA lagen 2021 bei 7,2 Bio., das Handelsbilanzdefizit bei 1,18 Bio. und die Staatsverschuldung bei 29,5 Bio. USD.
Ist das bereits eine Trendwende hin zu Value-Aktien oder nur eine notwendige Korrektur nach überzogenen Gewinnerwartungen? Es bleibt auf jeden Fall auch zum Jahresende spannend!


Newsletter vom 09. November 2022
Martin Braun, Börse Hannover

Marktumfeld spricht für Substanzaktien
Wachstumstitel (Growth) waren die Gewinner im langjährigen Niedrigzinsumfeld sowie in der Corona-Pandemie. Doch in den vergangenen Monaten haben sich Substanzaktien (Value) weit besser geschlagen als Wachstumswerte. Der Ukrainekrieg, die hohe Inflation und das Abklingen der Pandemie hätten die Spielregeln inzwischen stark verändert, erklärt die Hannoversche Volksbank unter Bezugnahme auf Einschätzungen ihres Fondspartners Union Investment.
In einem Marktumfeld mit steigenden Zinsen hätten es Wachstumsaktien schwer. Hauptgrund hierfür sei, dass ihre künftigen Erträge über den gestiegenen Zins auch mit einem höheren Diskontierungsfaktor abgezinst werden müssten, was deren Barwert mindere. Folglich seien die hohen Bewertungen von Wachstumswerten nicht mehr gerechtfertigt. Zudem stelle sich die Frage, ob diese Unternehmen in Zukunft überhaupt noch so kräftig wachsen werden wie erwartet. Die jüngsten Unternehmensberichte amerikanischer Technologieunternehmen, beispielsweise der sogenannten FAANG-Werte, hätten gezeigt, dass das Wachstumspotenzial mittlerweile größtenteils ausgeschöpft sei. Es komme der Zeitpunkt, wo selbst wachstumsstarke Gesellschaften von einem Growth- in ein Value-Modell übergingen. Ab dann werde die Profitabilität ein wichtigerer Werttreiber als das Umsatzwachstum.
Aktuell schlage die Stunde der Substanzaktien. Die in diesem Segment verhältnismäßig stark vertretenen Unternehmen, beispielsweise aus der Finanz- und Energiebranche, seien die Profiteure von anziehender Inflation und höheren Ölpreisen. Folglich stiegen die Unternehmensgewinne dort gegenwärtig stärker als im Wachstumssegment. Subtanzstarke Unternehmen verkauften Produkte und Dienstleistungen, die sich bereits bei den Verbrauchern bewährt hätten und mit denen die Gesellschaften heute auskömmliche Gewinne und Cashflows erwirtschafteten. Investoren würden für das niedrigere Wachstum entschädigt, indem sie einen Großteil des langfristig erwarteten Aktienmarktertrags von sechs bis acht Prozent über Dividenden oder Aktienrückkäufe erhielten. Insbesondere in den aktuellen Krisenzeiten seien Substanzwerte aus den defensiveren Sektoren mit ihren geringeren Gewinnschwankungen wieder gefragt, beispielsweise aus den Branchen Pharma, Basiskonsumgüter und Telekommunikation. Die Bewertung spreche aktuell ebenfalls für Substanztitel. Die Hannoversche Volksbank eG informiert gerne in einem persönlichen Gespräch über Chancen und Risiken entsprechender Geldanlagen.

Newsletter vom 13. Juli 2022
Thomas Scholz – Filialdirektor und Leiter WP-Beratung
Hannoversche Volksbank eG

Hochinflation und Kapitalerhalt
„Alle Wahrheit durchläuft drei Stufen. Zuerst wird sie lächerlich gemacht oder verzerrt. Dann wird sie bekämpft. Und schließlich wird sie als selbstverständlich angenommen!“ Ob dieses Zitat tatsächlich vom Philosophen Schopenhauer stammt, ist zwar nicht gesichert. Den Umgang der Notenbanken mit den Inflationsrisiken ihrer zügellosen Geldpolitik beschreibt es jedenfalls sehr prägnant. Viel zu lange wurde die Gefahr einer persistenten Hochinflation ignoriert. Devise: Nichts sehen und nichts hören!
Nun, da die Inflationsdynamik durch Zweitrundeneffekte und die Folgen des Ukraine-Krieges zielsicher auf zweistellige Werte zusteuert, leitet die US-Notenbank eine abrupte geldpolitische Kehrtwende ein. Die Inflation wird „bekämpft“. Doch ungeachtet der aggressiven Zinserhöhungspläne ist eine harte Anti-Inflationspolitik mit einem großen Fragezeichen zu versehen, denn die Fed hat angekündigt, „datenabhängig“ vorzugehen. Will sie keinen Kollaps der Konjunktur und des rekordhoch verschuldeten Finanzsystems riskieren, dürfte sie früher oder später vor der Inflation kapitulieren. Strukturell höhere Teuerungsraten wären dann „selbstverständlich“.
Die Konsequenzen für die Kaufkraft des Geldes sind – ohne Übertreibung – dramatisch. Bei Realzinsen von minus sechs Prozent schmilzt das Geldvermögen dahin wie Butter in der Sonne. Das Problem auszusitzen ist deshalb keine Option. Notwendig ist vielmehr eine sachwertfokussierte Anlagestrategie, die auf handverlesene Aktien mit günstiger Bewertung und guten Inflationscharakteristika setzt, wie beispielsweise einer hohen Preismacht. Von Indexfonds oder gehypten „Glanz- und Glamour“-Aktien, bei denen anstelle echter Cashflows vage Hoffnungen diskontiert werden, sollte man lieber die Finger lassen. Denn entgegen der landläufigen Meinung sind Aktien nicht per se gegen Inflation immun. In Zeiten einer restriktiveren Geldpolitik gilt mehr denn je: Value-Picking ist Trumpf. Darüber hinaus empfiehlt sich der Einsatz probater Stoßdämpfer, um turbulente Börsenphasen möglichst unbeschadet zu überstehen. Während Anleihen als solche ausgedient haben, dürfte Gold vor einer Renaissance als sicherer Hafen im Meer der verlotterten Papierwährungen stehen. Und zu guter Letzt braucht ein Investor die nötige Geduld und Weitsicht. Denn, so Charlie Munger: „Das große Geld macht man an der Börse nicht mit Kaufen und Verkaufen, sondern mit Warten.“
Der Autor Dr. Dirk Schmitt ist Fondsberater bei der Fortezza Finanz AG. In seinem flexiblen Mischfonds Fortezza Valuewerk Plus (WKN: A2JQHU) investiert der frühere Flossbach von Storch-Manager und Assistent des streitbaren Aktionärsschützers Prof. Ekkehard Wenger in kaufmännisch ausgewählte Unternehmensbeteiligungen, ergänzt um Stoßdämpfer für die Stressphasen an der Börse. Der in Kooperation mit der Donner & Reuschel AG betriebene Fonds ist zum Handel an der Börse Hamburg zugelassen und kann ab dem 02.05.2022 sogar als „Aktions-Fonds“ zeitlich befristet mit einem besonders reduzierten Spread gehandelt werden.

Newsletter vom 27. April 2022
Dr. Dirk Schmitt – Fondsberater
Fortezza Finanz AG

„Höhere Zinsen machen Value-Titel attraktiv“
Andreas Wosol ist Head of Value und Senior Fondsmanager für Europäische Value-Strategien bei Amundi. Worauf Aktienanleger im aktuellen Regimewechsel hin zu höheren Zinsen achten sollten und welche Branchen von dieser Entwicklung profitieren könnten, erläutert er im Interview.
Derzeit ändern sich fundamentale Faktoren an den Märkten, so ist beispielsweise die Inflation zurück und auch die Notenbanken peilen wieder höhere Zinsen an. Was bedeutet das konkret für Anleger?
Wir stehen an einem Wendepunkt: Seit dem Ende der Finanzkrise 2009 waren die Finanzmärkte von fallenden Zinsen, Disinflation und geringem Wachstum geprägt. Das hat die Aufmerksamkeit von Anlegern vor allem auf Wachstumswerte gelenkt und diese beflügelt. Nun steigen Inflation und Zinsen wieder, die Konjunktur nimmt eine solide Entwicklung und die Notenbanken fahren ihre Stützungskäufe zurück. So entsteht eine neue Dynamik, die Rückenwind für wertorientierte Anlagesegmente bedeuten sollte, die in den letzten zehn Jahren tendenziell unter Druck standen.
Ist das eine geradlinige Entwicklung weg von den Wachstums- und Tech-Werten hin zu Value?
Kaum etwas an den Finanzmärkten verläuft geradlinig, auch in dieser Frage nicht. Dies zeigt ja auch die Entwicklung der letzten Wochen. Allerdings ist der zugrundeliegende Trend sehr ausgeprägt, so dass Rücksetzer und Pausen von Anlegern immer auch als Chancen für Zukäufe in Value-Segmenten genutzt werden könnten.
Welche Branchen sehen Sie denn als Profiteure des neuen Szenarios?
Die Gewinner sollten insbesondere wertorientierte Anlagen und zyklische Werte sein, also Value-Titel. Generell könnten sich demnach zyklische Konsumsegmente wie die Automobilbranche und Tourismus, der Energie- oder Rohstoffsektor sowie zyklische Branchen der Industrie oder die Finanzbranche positiv entwickeln.
Und welche Sektoren könnten nun vor Herausforderungen stehen?
Allgemein gesprochen dürften nun all diejenigen Branchen, die in den letzten Jahren von den Niedrigzinsen profitiert haben, von steigenden Zinsen herausgefordert werden. Das umfasst etwa wachstumsorientierte Branchen und alle Titel, die sehr hoch bewertet sind, sowie defensive Sektoren, etwa Marktversorger oder der Bereich Telekommunikation.
Welche Rolle spielt in diesem Umfeld der Zeithorizont für Anleger?
Für Aktien gilt ja generell ein längerer Zeithorizont als wichtig. Denn so hat der Anleger die Möglichkeit von langfristig positiven Entwicklungen zu profitieren und zugleich die – verhaltenstheoretisch gut erklärbaren – kurzfristigen Marktineffizienzen zu umgehen. Deshalb sollten sich auch Anleger, die nun Teile ihres Portfolios entsprechend umschichten, für mindestens 1-3 Jahre auf diesen neuen Kurs einlassen.
Können Fonds hier ein gutes Mittel sein, die eigenen Anlageziele umzusetzen?
Klar, davon bin ich sehr überzeugt! Derzeit könnten Anleger sich vor allem mit aktiven Fonds und solchen mit Value-Ausrichtung beschäftigen, um ihr Portfolio zu ergänzen.
Rechtliche Hinweise: Sofern nicht anders angegeben, stammen alle Informationen in diesem Dokument von Amundi Asset Management und sind aktuell mit Stand 21.02.2022. Die in diesem Dokument vertretenen Einschätzungen der Entwicklung von Wirtschaft und Märkten sind die gegenwärtige Meinung von Amundi Asset Management. Diese Einschätzungen können sich jederzeit aufgrund von Marktentwicklungen oder anderer Faktoren ändern. Es ist nicht gewährleistet, dass sich Länder, Märkte oder Sektoren so entwickeln wie erwartet. Diese Einschätzungen sind nicht als Anlageberatung, Empfehlungen für bestimmte Wertpapiere oder Indikation zum Handel im Auftrag bestimmter Produkte von Amundi Asset Management zu sehen. Es besteht keine Garantie, dass die erörterten Prognosen tatsächlich eintreten oder dass sich diese Entwicklungen fortsetzen.

Newsletter vom 02. März 2022
Andreas Wosol – Head of Value und Senior Fondsmanager für Europäische Value-Strategien Amundi

Vorteile vieler Strategien nutzen
Letztes Jahr warnte ich an dieser Stelle vor einem Hype um überteuerte Aktien. Inzwischen sehen viele Anleger, dass auch unprofitable US-Titel nicht immer steigen.
Prinzipiell kann es durchaus eine Strategie sein, Mode-Aktien zu kaufen. „Disruptive“ Unternehmen, die noch keine großen Gewinne machen, können zu einem Portfolio beitragen. Doch ihre Ertragsstärke ist meist mit einem Wort des Leipziger Musikkritikers Wieck zu bezeichnen: „Zukunftsmusik“.
Der Wert von Zukunftsmusik schwankt wie alle anderen Werte auch. Auch „Value“ schwankt. Vermeintlich günstige Aktien liegen mal im Trend und mal nicht. Das ist ein Problem – insbesondere, wenn Anleger kurzfristige Rendite erwarten. Sie extrapolieren einen Trend, der sich gerade in diesem Moment umkehren kann. Man malt sich aus, wie all die Aktien weiter steigen, weil sie bislang gestiegen sind. Doch es war ein Trugschluss: Die Aktien stiegen einfach, weil sie in Mode waren. Moden ändern sich.
Wenn Werte schwanken, wir kennen das von einzelnen Aktien, ist Diversifikation angebracht. Doch Diversifikation nützt wenig, wenn alle Aktien aus demselben Segment kommen, oder mit derselben Logik ausgewählt wurden. Eine Möglichkeit, dieses Problem zu begrenzen, ist daher die Strategie-Diversifikation: Eben nicht nur auf Growth zu setzen, sondern auch auf Value. Nicht nur auf Momentum, sondern auch auf Quality.
Aus diesem Grund setze ich in meinem Fonds auf mehrere Faktoren. Verschiedene Strategien, ganz andere Denkweisen also, werden dort gemischt. Jede ist unabhängig voneinander und verwendet einzigartige Kennzahlen, die direkt aus den Quartalsberichten der Unternehmen gebildet werden. Natürlich gibt es auch dann Schwankungen und auch hier wäre es ein Fehler, kurzfristige Renditen zu erwarten. Über längere Zeit, z. B. 5 Jahre, kann es sich aber als Pluspunkt erweisen, sich von Kapitalmarkt-Moden unabhängig zu machen.
Der Autor Dr. Robert Velten ist Top-Fondsmanager des Jahres 2020 & 2021 (Handelsblatt) und Berater des Velten Strategie Deutschland, der 2022 als bester deutscher Aktienfonds im 3-Jahres-Vergleich ausgezeichnet wurde (Börse-Online, Finanzen-Verlag). Der Fonds wird in Kooperation mit der Donner & Reuschel AG als Verwahrstelle betrieben und an den Börsen Hamburg und Hannover gehandelt.

Newsletter vom 16. Februar 2022
Dr. Robert Velten – Geschäftsführer
Velten Asset Management GmbH

Hokus Pokus Fidibus: Aus „FAANG“ wird dreifach „AAA+“
Wahrlich, wir werden Zeitzeugen historischen Börsengeschehens. Die FAANG-Story rund um Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google bekommt markante Risse. Ein wenig erinnert mich dieses an die Zeiten, als das Modewort „BRIC“ als Synonym für die „Neureichen“ aus Brasilien, Russland, Indien, China in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts die Runde machte.
Das Ende dieser Story: Die Finanzmarktkrise 2008. Nun auch Du mein Sohn? Facebook und Netflix mussten nach Präsentation ihrer Zahlen und Ausblicke gehörig Federn lassen. Schwindende Neukunden waren der Hauptgrund. So verlor Facebook an nur einem Tag 26 Prozent oder 232 Mrd. US-Dollar an Wert. Das ist ungefähr so, als wenn sich Siemens und VW gleichzeitig in Luft auflösen würden und zwar in nur wenigen Minuten! Bei Netflix waren es 22 Prozent an einem Tag oder immerhin noch 40 Mrd. US-Dollar. Börse ist auch ein bisschen Wahnsinn. Im Resultat verliert die FAANG-Story also ihr „F“ und „N“. Was bleibt, sind die weißen Ritter und Retter der US-Börse: Apple, Alphabet (Google) und dieses Mal vor allem Amazon.
Amazon katapultierte sich mit guten Zahlen aus dem Cloud-Geschäft um sage und schreibe 191 Mrd. US-Dollar an nur einem Tag nach oben. Das gab es noch nie. Börsengeschichte halt. Wären die Zahlen enttäuschend gekommen, hätte ich einen Crash nicht ausgeschlossen. Rettung in letzter Sekunde, zumal es im mittleren Segment der US-Tech-Werte unter 50 Mrd. US-Dollar Marktkapitalisierung bereits richtig zur Sache ging und sich die Kurse schon vielfach mehr als halbiert haben. Morgendämmerung bei Metaverse, Reddit, Gamestop und SPACS.
Nur der alte Bitcoin, der lebt und zuckt noch fröhlich vor sich hin. Fortan werden wir „FAANG“ beerdigen und zur Tripel-A Bonitätsstory „AAA+“ rund um Apple, Amazon und Alphabet machen, wobei das „+“ für Microsoft steht. In Zeiten wie diesen, wo Viren- und Kriegsängste die Talkshows am Sonntagabend füllen und das Inflationsgespenst sein Unwesen treibt, ist und bleibt Qualität und Diversifikation das „A und O“ der Geldanlage. Dabei geht es nicht um Value- oder Wachstumswerte. Es geht um Value UND Wachstumswerte. Und ob Apple nun ein Wachstums- oder Valuewert mit 200 Mrd. US-Dollar Cash in de Täsch ist? Ich vermag es nicht zu sagen. Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen. Es hört sich so einfach an…
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Newsletter vom 09. Februar 2022
Carsten Brömstrup – Chefanalyst
Oldenburgische Landesbank AG

Februar 2022: Xtrackers MSCI World Value UCITS ETF
Der Xtrackers MSCI World Value (IE00BL25JM42) umfasst Aktien börsennotierter Large- und Mid Cap-Unternehmen aus rund 31 Industrieländern. Grundlage für die Gewichtung ist der individuelle Value-Score einer jeden Aktie, der sich aus operativen Rendite und Dividendenrendite ergibt. Die 10 größten Positionen stehen für ca. 21 Prozent des investierten Volumens. Bei den Ländern dominieren die USA (44%) vor Japan (23%); Deutschland kommt auf Rang 5 mit ca. 4 Prozent. Als Branche dominiert Technologie (ca. 24%) vor Gesundheitswesen, Finanzen und zyklischen Konsumgütern (jeweils ca. 12%)
Im Aktionsmonat wird der ETF an der Börse Düsseldorf vom Skontroführer ICF BANK zu nochmals engeren Geld- und Brief-Kursen gehandelt. Ziel ist es, den niedrigsten Spread unter den deutschen Handelsplätzen bieten zu können. In der Zeit zwischen 09:00 und 17:30 Uhr ist die Geld-Brief-Spanne in diesem Papier niedriger (oder maximal gleich) wie am Handelsplatz Xetra.
Die hier vorgestellten Produkte sind in keinem Fall als Anlageberatung oder Kaufempfehlung zu verstehen.
| Name ISIN | Briefkurs Stand | Diff % Diff +/- |
|---|---|---|
| Xtr.(IE) – MSCI World Value IE00BL25JM42 | 0 25.09.2026 | 0,55% 0,4100 |


ETF des Monats – 02/2022
Kurzsteckbrief A1103E:
Indexabbildung: Physisch
Ertragsverwendung: Thesaurierend
Fondsgröße: 1,05 Mrd.. EUR
Fondswährung: USD
Total Expence Ratio: 0,25 % (TER)
Tracking Difference: -0,69 % (TD)
(Datenquelle: extraETF vom 28.01.2022)
Informationsblatt zum ETF:
Artikel zum ETF des Monats Januar bei extraETF


Die Courtage für ETF-Geschäfte an der Börse Düsseldorf beträgt 0,08%. In Verbindung mit einem niedrigen Spread und anhängig von der Ordergröße kann dies für das einzelne Geschäft zu einem günstigeren Kauf- oder Verkaufspreis führen, als an einem Handelsplatz ohne explizite Nebenkosten. Vergleichen lohnt sich! (Ausschlaggebend für die Gebühren ist das Preisverzeichnis der depotführenden Banken bzw. Broker.)
> „Smart Beta: Investieren in Value“ auf extraETF.com
10.-31.03.2022 – Ausbildung: Fundamentalanalyse für Einsteiger und Fortgeschrittene
Das Mindsetting eines Fundamentalinvestors und den Einsatz quantitativer Analysetools Schritt für Schritt vom Profi lernen:
Recherche und Methodik zur Analyse von Unternehmen und Aktien – 4 Abende Live-Webinar mit Finanzcoach Gerhard Michel
In diesem Webinar erarbeitet Gerhard Michel mit Ihnen in verständlicher Form das Mindsetting eines Fundamentalinvestors und präsentiert zielführende quantitative (zahlenbasierte) Analysetools. Vom ersten Grundgedanken der Fundamentalanalyse, bis zu konkreten Recherchen an Beispielen, bekommen Seminarteilnehmer einen spannenden Einblick in die Gedankenwelt eines Aktieninvestors.

Das Themenspektrum reicht von der Einführung in die Methodik der Recherchearbeit, über das Lesen und Interpretieren von Gewinn- und Verlustrechnungen sowie Bilanzen, bis zu Rechen- und Analysebeispielen anhand von einzelnen Unternehmen. Anfänger und Fortgeschrittene lernen neue Denkweisen kennen und bekommen Wege aufgezeigt, um z. B. den inneren Wert und die Ertragskraft eines Unternehmens zu berechnen.
Zielgruppe: Dieses Webinar richtet sich ebenso an Einsteiger wie Fortgeschrittene.
Teilnehmerzahl: Es werden maximal 50 Teilnehmer zugelassen. (Mindestteilnehmerzahl: 20✅)
Setup: Live-Webinar über Zoom. Unsere Erfahrungen zeigen, dass es auch im Video-Format sehr gut möglich ist, auf konkrete Fragen der Teilnehmer einzugehen und gemeinsam Erfahrungen sowie Tipps & Tricks auszutauschen.
Webinar-Paket:
- 4 x mind. 2 Stunden Live-Session (18-20 Uhr)
- Strukturierter Ausbildungsplan geeignet für Einsteiger und Fortgeschrittene
- Versand von Begleit- und Aufgabenmaterial zur Vertiefung zwischen den Terminen
- Viele praktische Übungen anhand von konkreten Unternehmen
- Direkter Austausch mit dem Coach und unter den Teilnehmern
- Abschließender Multiple Choice Test zur Erfolgskontrolle
- Teilnahmebescheinigung
Inhalte (Auszug):
1. Session (10.03.2022): Mindset zur quantitativen Fundamentalanalyse • Einführung in das Lesen und Verstehen von GuV und Bilanz • Differenzieren von Preis und Wert einer Aktie • Methodik der Recherchearbeit • Erste Formeln • Cashflow Definition
2. Session (17.03.2022): Besprechung der Aufgaben • Lesen und Verstehen von englischsprachigen GuV/Bilanzen • Ausbau des Formelkanons • Zinspolitik und die Bedeutung für den Fundamentalinvestor
3. Session (24.03.2022): Besprechung der Aufgaben • Ausbau des Formelkanons • Praktische Umsetzung • Der Einfluss von immateriellen Vermögenswerten • Kapitalerhöhung und andere Kapitalmaßnahmen • Qualitatives Brainstorming
4. Session (31.03.2022): Besprechung der Aufgaben • Quantitative Fundamentalanalyse von Versicherungsunternehmen • Praktische Umsetzung (Recherche Shortcuts) • Offene Fragen und praktische Übungen in der Gruppe
Referent:
Gerhard Michel ist freier Investor, Finanzcoach und Kolumnist. Die Vita von Gerhard Michel erzählt die Geschichte vom Tellerwäscher zur finanziellen Freiheit. Gestartet mit 17 als Musiker, der als Komponist in passives Einkommen (Urheberrechte) investiert und sich durch seine Tätigkeit in der Gastronomie finanziert, beginnt er mit 30 in quantitativ analysierbare Vermögenswerte zu investieren (Aktien, Unternehmensanleihen, Immobilien). Durch das Studium der Analysemethoden von Benjamin Graham und Warren Buffett gelingt ihm schließlich der Schritt in die finanzielle Unabhängigkeit. Begeistert von der Idee dieses Wissen auch Anderen zu vermitteln beginnt er seine Tätigkeit als Finanzcoach.
Gerhard Michel ist Gastdozent der Universität Koblenz-Landau. An der Börse Düsseldorf ist Gerhard Michel als Referent bei Anlegerseminaren und auf Börsentagen aktiv. Mehr Infos: www.finanzcoachduesseldorf.de
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„Um finanzielle Freiheit zu erlangen braucht man keinen gehobenen Bildungsstand, sondern einen gesunden Menschenverstand.“
Gerhard Michel