US-Energieaktien springen an – doch global ist der „Maduro-Effekt“ minimal

Violeta Todorova

Festnahme von Machthaber erschüttert geopolitische Ordnung, verändert den
Ölmarkt kurzfristig jedoch kaum.

Venezuela rückt als strategischer Energiehebel der USA wieder in den Fokus.

Chancen für US-Ölkonzerne sind langfristig – kurzfristige Kursreaktionen dürften überzogen sein.

Die militärische Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die Vereinigten Staaten zählt für die Energiemärkte zu den folgenschwersten geopolitischen Ereignissen der vergangenen Jahre. Offiziell begründet mit dem Ziel, Demokratie und regionale Stabilität wiederherzustellen, hat die Operation umgehend eine deutlich sensiblere und tiefere Frage neu entfacht: Wer kontrolliert Venezuelas Öl – und warum gerade jetzt?

US-Präsident Donald Trump erklärte, die USA würden künftig die Kontrolle über Venezuelas enorme Ölreserven übernehmen und amerikanische Energieunternehmen dazu bewegen, Milliardenbeträge in den Wiederaufbau der stark verfallenen Öl-Infrastruktur des Landes zu investieren. Die politische Botschaft ist ebenso eindeutig wie provokant.

Trotz der Tatsache, dass Venezuela über die größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt verfügt, fiel die unmittelbare Reaktion des Ölmarktes überraschend verhalten aus. Die Rohölpreise bewegten sich kaum. Dies unterstreicht eine zentrale Realität der heutigen Energiemärkte: Sie werden weniger von geopolitischen Schlagzeilen als von strukturellen Angebots- und Nachfragefaktoren bestimmt. Unter der Oberfläche jedoch entfaltet die Festnahme Maduros erhebliche Bedeutung: für die Öl-Geopolitik, die US-Energiestrategie und die langfristige Preisbildung.

Warum Maduro – und warum jetzt?

Der Zeitpunkt der Intervention ist entscheidend. Unter Maduro hatte sich Venezuela zunehmend China, Russland und dem Iran angenähert und rivalisierenden Mächten erlaubt, ihren Einfluss in einer Region auszubauen, die Washington weiterhin als ihre strategische Einflusssphäre betrachtet. Caracas akzeptierte Zahlungen für Rohöl außerhalb des US-Dollars, vertiefte seine Beziehungen zu den BRICS-Staaten und soll iranische Drohnenfertigungsanlagen beherbergt haben, während russische Militärberater im Land operierten.

Aus Sicht Washingtons war Venezuela damit nicht länger lediglich ein gescheiterter Petro-Staat, sondern ein geopolitischer Außenposten rivalisierender Mächte. Die Intervention erscheint daher weniger als Maßnahme gegen Drogenhandel, zur Stärkung des Staatsmodells Demokratie oder zur kurzfristigen Stabilisierung des Ölangebots, sondern vielmehr als Versuch, strategische Kontrolle über Energieflüsse zurückzugewinnen, den Einfluss von Rivalen in Lateinamerika einzudämmen und die politische Hebelwirkung über eine Ressource zurückzuerlangen, die weiterhin das Fundament globaler Macht bildet.

Die Ereignisse vom Wochenende verdeutlichen eine zunehmende geopolitische Fragmentierung. Die USA justieren ihre wirtschaftlichen und strategischen Beziehungen zur Welt neu, wie es auch in der jüngsten nationalen Sicherheitsstrategie zum Ausdruck kommt. Wie sich diese regionale Fragmentierung weiterentwickelt und welche globalen Folgen sie nach sich zieht, bleibt ein zentraler Beobachtungspunkt.

Wie Venezuela seine Ölindustrie verlor

Der Niedergang der venezolanischen Ölindustrie begann nicht erst mit US-Sanktionen. Seine Wurzeln reichen bis in die Ära Chávez zurück, als ausländische Ölkonzerne gezwungen wurden, die operative Kontrolle an den staatlichen Konzern PDVSA abzugeben. Verträge wurden neu geschrieben, Vermögenswerte enteignet, Kapital floh aus dem Land.

Chevron entschied sich zu bleiben und verhandelte Joint Ventures, die eine reduzierte, aber kontinuierliche Präsenz ermöglichten. Exxon Mobil und ConocoPhillips verließen das Land, zogen vor internationale Schiedsgerichte und erstritten milliardenschwere Entschädigungen, die Venezuela nie beglich. Mit dem Abzug ausländischer Expertise wurde PDVSA zunehmend politisiert, chronisch unterfinanziert und unfähig, selbst grundlegende Betriebsstandards aufrechtzuerhalten.

Als Maduro die Macht übernahm, war die Industrie bereits weitgehend ausgehöhlt. Die 2019 verhängten US-Sanktionen lösten den Kollaps nicht aus, beschleunigten ihn jedoch massiv, indem sie Exportmärkte verschlossen, den Zugang zu Finanzierungen blockierten und den Import von Verdünnungsmitteln verhinderten, die für die Verarbeitung des schweren venezolanischen Rohöls notwendig sind. Die Produktion fiel von über drei Millionen Barrel pro Tag Anfang der 2000er-Jahre auf rund eine Million Barrel im vergangenen Jahr – trotz geschätzter 303 Milliarden Barrel nachgewiesener Reserven.

Warum der Ölpreis kaum reagierte

Angesichts des Umfangs der Intervention wirkt die verhaltene Reaktion der Ölpreise
zunächst paradox. Die Erklärung liegt in einem Überangebot. Neue Produktionskapazitäten kommen in den USA, Brasilien, Guyana und Argentinien auf den Markt, während die OPEC+ freiwillige Förderkürzungen zurücknimmt und das globale Nachfragewachstum gedämpft bleibt.

In diesem Umfeld ist Venezuelas aktuelle Produktion, die weniger als ein Prozent des weltweiten Angebots ausmacht, schlicht zu gering, um den Markt zu bewegen. Zudem ist den Marktteilnehmern bewusst, dass selbst drastische politische Veränderungen nicht über Nacht zu neuen physischen Liefermengen führen.

Das Öl, das weiterhin zählt

Venezuelas Bedeutung liegt weniger in der heutigen Fördermenge als in der Art des Rohöls und der schieren Größe der Reserven. Das Öl ist schwer und schwefelhaltig, vergleichbar mit kanadischen Ölsanden. Viele Raffinerien an der US-Golfküste wurden ursprünglich genau für diese Eigenschaften ausgelegt.

Trotz ihrer Stellung als größter Ölproduzent der Welt bleibt die USA strukturell auf Importe schweren Rohöls angewiesen. Ein erheblicher Teil der Raffineriekapazitäten arbeitet am effizientesten mit dieser Sorte, insbesondere für Diesel und industrielle Kraftstoffe. Die Sanktionen gegen venezolanisches Öl verschärften diese Märkte, während Kanada zum dominierenden Lieferanten aufstieg.

Hier liegt das langfristige Wiedereintrittspotenzial Venezuelas. Chevron gilt als wahrscheinlichster Ankerinvestor, gestützt auf seine kontinuierliche Präsenz und technische Erfahrung. Auch Exxon Mobil und ConocoPhillips könnten zurückkehren – allerdings nur unter neuen politischen und kommerziellen Rahmenbedingungen.

Der Wiederaufbau wird Jahre dauern

Die Erwartungen an eine schnelle Wiederbelebung der venezolanischen Ölindustrie sind fehlgeleitet. Pipelines sind Jahrzehnte alt, Produktionsanlagen stark korrodiert und technisches Know-how weitgehend verloren gegangen. Schätzungen zufolge wären Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe nötig, um die Produktion auf frühere Höchststände zurückzuführen.

Selbst unter einer stabilen, US-freundlichen Regierung würden sich erste Maßnahmen auf die Stabilisierung der bestehenden Förderung konzentrieren, nicht auf deren Ausweitung. Ein nennenswerter Produktionsanstieg dürfte nahezu ein Jahrzehnt benötigen.

Washington hat zudem klargestellt, dass US-Ölkonzerne einen Großteil des Wiederaufbaus vorfinanzieren sollen, bevor sie für enteignete Vermögenswerte entschädigt werden. Diese Bedingung erhöht die finanziellen und politischen Risiken erheblich und dürfte Vorstände wie Aktionäre vorsichtig stimmen.

Was das für die Ölpreise bedeutet

Kurzfristig verändert Venezuelas politischer Neustart wenig an den Rohölpreisen. Die Wahrnehmung mag sich schneller verschieben als die Realität, doch das physische Angebot bleibt unverändert. Langfristig jedoch könnte eine schrittweise Rückkehr Venezuelas als Preisdeckel wirken – insbesondere bei anhaltendem globalem Überangebot. Zusätzliches schweres Rohöl würde kanadische Produzenten unter Druck setzen und die Steuerungsversuche der OPEC+-Staaten weiter verkomplizieren.

Warum US-Ölaktien stark reagierten

US-Ölkonzerne verzeichneten nach der Festnahme Maduros deutliche Kursgewinne – nicht weil Investoren kurzfristig mit steigender Produktion rechnen, sondern weil das Ereignis langfristige Optionen eröffnet. Der potenzielle Zugang zu den größten Ölreserven der Welt, verbesserte Raffineriemargen durch schweres Rohöl und eine strategische Ausrichtung im Einklang mit der US-Energiepolitik stärken die Investmentthese.

Chevron erscheint als klarer Hauptprofiteur, während Exxon Mobil und ConocoPhillips zusätzlichen strategischen Spielraum gewinnen könnten, falls sie eine Rückkehr in Betracht ziehen. Dennoch handelt es sich hierbei nicht um eine kurzfristige Ertragsgeschichte, sondern um eine langfristige Option. Entsprechend scheinen die aktuellen Kursrallyes anfällig – und eher von begrenzter Dauer.

Anleger, die kurzfristige Effekte des Geschehens ins Venezuela taktisch nutzen möchten, können dies bspw. mit dem +2x Long WTI Oil ETP oder alternativ dem -2x Short WTI Oil ETP von Leverage Shares.

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Der Basisprospekt für Leverage Shares wurde von der irischen Zentralbank als zuständiger Behörde gemäß der EU-Verordnung 2017/1129 und der Financial Conduct Authority (FCA), als zuständiger Behörde gemäß der britischen Fassung der Verordnung, genehmigt. Die EU-Verordnung 2017/1129  ist gemäß des EU-Austrittsgesetz (European Union Withdrawal Act 2018) ebenfalls Teil des britischen Rechts.
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Newsletter vom 7. Januar 2026

Gastkommentar von Violeta Todorova,
Senior Research Analyst bei Leverage Shares

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Black Friday als wirtschaftlicher Stresstest für die USA

Violeta Todorova

Der Black Friday am 28. November ist in diesem Jahr nicht nur ein Shopping-Event. Er ist ein makroökonomischer Stresstest für den Zustand der amerikanischen Wirtschaft. Insbesondere die Ergebnisse von Amazon könnten als Frühindikator dafür dienen, ob die US-Haushalte angesichts des verlangsamten Wachstums und der höheren Preise widerstandsfähig bleiben oder ob die Weihnachtszeit von Vorsicht geprägt sein wird.

Die Märkte gehen stabiler, aber doch unruhig in die Thanksgiving-Woche. Eine breite
Verbesserung der Aktienmärkte, lockere globale geldpolitische Bedingungen und eine
optimistische KI-Dynamik in Asien gleichen die Belastungen durch
Finanzierungsprobleme, verzögerte US-Wirtschaftsdaten und die Unsicherheit
hinsichtlich der Entscheidung der Federal Reserve im Dezember aus. Normalerweise
lässt die Volatilität zum Ende des Jahres nach, aber 2025 dürften die üblichen Muster
zum Jahresende durchbrochen werden. Durch den Shutdown der US-Regierung wurden
wichtige Wirtschaftsdaten auf Dezember verschoben, während die US-Notenbank Fed
ohne die üblichen Leitlinien aus Verbraucherpreisindex (CPI) sowie Lohn- und
Gehaltsberichten vor einer politischen Entscheidung steht. Daher dürften Anleger
alternative Daten genau beobachten, wobei die Volatilität vermutlich nicht so schnell wie
in den vergangenen Jahren nachlassen wird.

Thanksgiving und Black Friday als Test für Widerstandsfähigkeit der Verbraucher

Vor diesem Hintergrund könnten Thanksgiving und Black Friday als Gradmesser für die
Stärke der US-Konsumausgaben dienen. Die National Retail Federation prognostiziert
für die gesamte Saison einen Weihnachtsumsatz von mehr als einer Billion US-Dollar,
doch wie sich diese Ausgaben tatsächlich entwickeln werden, bleibt ungewiss. Frühe
Daten und vorläufige Berichte großer Einzelhändler werden zeigen, ob die Verbraucher
trotz des Inflationsdrucks auf Rabatte setzen, ihre Einkäufe reduzieren oder ein stabiles
Volumen beibehalten. Die Ergebnisse in diesem Zeitraum werden von Anlegern und
politischen Entscheidungsträgern genau beobachtet, da die Konsumausgaben mehr als
zwei Drittel der US-Wirtschaftsaktivität ausmachen.

Eine kurze Handelswoche mit hohen Einsätzen

Die Märkte sehen sich in der kurzen Handelswoche mit einer Flut wichtiger
Wirtschaftsnachrichten konfrontiert. Investoren erwarten den verspäteten
Einzelhandelsumsatzbericht für September, die Inflationszahlen aus dem
Erzeugerpreisindex, die wöchentlichen Arbeitslosenzahlen sowie aktuelle Daten zum
Verbrauchervertrauen und zu den noch nicht abgeschlossenen Immobilienverkäufen. Da
seit dem Shutdown nur wenige Daten vorliegen, könnten selbst kleine Überraschungen
die Märkte bewegen. Der S&P 500 ist im November um fast vier Prozent gefallen,
während der VIX kürzlich seinen höchsten Stand seit April erreichte.
In diesem Umfeld haben die Einzelhandelsumsätze und die Ergebnisse des Black Friday
und Cyber Monday eine größere Bedeutung, da sie als Echtzeitindikatoren für das
Verbraucherverhalten und die wirtschaftliche Dynamik zum Jahresende dienen und
wahrscheinlich die nächste Zinsentscheidung der Federal Reserve beeinflussen.

Konsumausgaben stehen im Mittelpunkt

Konsumausgaben machen fast zwei Drittel der US-Wirtschaftsaktivität aus. Wenn die
Aktienmärkte volatil werden, wird die Konsumlust der Verbraucher noch wichtiger. Selbst
starke Gewinne der großen Technologieunternehmen und von Nvidia reichten diesen
Monat nicht aus, um die Märkte zu beruhigen. Stattdessen drückten Sorgen über hohe
Bewertungen und gemischte Wirtschaftsdaten die Aktienkurse nach unten.
Das Umfeld ist kompliziert. Die Verbraucherstimmung hat sich abgeschwächt, das
Beschäftigungswachstum hat sich verbessert, aber die Arbeitslosigkeit stieg auf ein
Vierjahreshoch, und die Inflation bleibt hartnäckig. Haushalte mit höherem Einkommen,
die empfindlicher auf Schwankungen an den Aktienmärkten reagieren, könnten ebenfalls
ihre frei verfügbaren Ausgaben reduzieren. Unter diesen Umständen werden die ersten
Ergebnisse des Black Friday und des Cyber Monday genau beobachtet, da sie einen
klaren Überblick über die Kaufkraft der Verbraucher im Dezember geben werden.

Amazon verlängert den Black Friday zu einem mehrwöchigen Event

Ein Trend ist trotz der allgemein ungewissen Lage der Wirtschaft unverkennbar. Amazon
verwandelt den Black Friday von einem eintägigen Shopping-Event in eine lange,
sorgfältig geplante Einzelhandelskampagne. Die Black-Friday-Aktion des
Unternehmens für 2024 dauerte zwölf Tage und zeigte eine dauerhafte Verlagerung hin
zu mehrwöchigen Shopping-Fenstern, die darauf abzielen, ein nachhaltiges
Engagement zu generieren, anstatt nur eintägige Spitzen zu erzielen. Dieser Ansatz hiflt
Amazon in mehrfacher Hinsicht: Längere Verkaufszeiträume sorgen für einen
gleichmäßigeren Traffic, ermöglichen eine effektivere Optimierung der
Empfehlungsalgorithmen von Amazon und entlasten die Fulfillment-Center durch eine
Verteilung der Nachfrage. Das Ergebnis ist ein kontrollierterer, besser vorhersehbarer
Fluss von Käufern und Bestellungen über den gesamten Zeitraum.

Der Black Friday fällt auf den 28. November und der Cyber Monday auf den 1.
Dezember, aber Amazon begann seine Black Friday-Aktion 2025 bereits am 18.
November und setzt sie bis zum 1. Dezember fort. Dieser zweiwöchige Zeitraum ist der
längste Black Friday, den das Unternehmen je angeboten hat, und wird eine wichtige
Rolle bei der Förderung der Einkaufsaktivitäten zum Jahresende spielen.

Amazons Black Friday als Indikator für Kaufkraft der US-Verbraucher

Die Leistung von Amazon am Black Friday ist zu einem aussagekräftigen Indikator für
die Kaufkraft der US-Verbraucher geworden. Starke Ergebnisse lassen oft die
Aktienkurse im Einzelhandel steigen und können die allgemeine Marktstimmung
verbessern. Schwache Ergebnisse, insbesondere in einem fragilen makroökonomischen
Umfeld, können die Sorgen über ein nachlassendes Wachstum verstärken.
Da Amazon den Online-Einzelhandel dominiert und eine enorme Reichweite bei den
Verbrauchern hat, gibt seine Performance in den ersten Tagen der Saison oft den Ton
für die gesamte Einkaufsperiode an. Frühe Trends können die Prognosen der Analysten
für Einzelhandelsaktien und sogar die Annahmen über den Kurs der Federal Reserve in
Bezug auf die Zinssätze beeinflussen.

Bislang scheinen Anleger aber Vetrauen in das Konsumverhalten und das Black-FridayGeschäft von Amazon zu haben. Das Volumen des IncomeShares Amazon (AMZN)
Options ETP hat sich im letzten Monat verdoppelt, während sich die Einlagen des +3x
Long Amazon im entsprechenden Zeitraum sogar verdreifacht haben. Ersterer schneidet
seit seiner Auflegung sechs Prozent besser ab, als die zugrunde liegende Amazon-Aktie.

Anlegern die die Auswirkungen des Black Friday taktisch nutzen möchten, stehen
darüber hinaus auch der +2x Long Amazon oder aber der -3x Short Amazon zur
Verfügung.

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Leverage Shares ist der Pionier und größte Emittent von börsengehandelten Produkten (ETPs) aus dem Einzelaktien-Segment in Europa. Das mit den International Financial Awards (Bester ETP-Anbieter 2021) ausgezeichnete Unternehmen wurde 2017 gegründet und bietet mehr als 160 ETPs an, die sowohl gehebelte als auch ungehebelte Investments in Einzelaktien, ETFs und Rohstoffen beinhalten. IncomeShares ETPs sind darauf ausgelegt, durch den Verkauf von Optionen auf beliebte Vermögenswerte hohe monatliche Erträge zu erzielen. Sie bieten Anlegern eine einfache und transparente Möglichkeit, an ertragsorientierten Strategien teilzuhaben – ohne die Komplexität der selbstständigen Verwaltung von Optionen.
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Newsletter vom 26. November 2025

Gastkommentar von Violeta Todorova,
Senior Research Analyst bei Leverage Shares

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Wall Street im Fed-Fieber

Violeta Todorova

Kühler als erwartete US-Inflationsdaten für September und eine Entspannung in den Handelskonflikten zwischen den USA und China haben der Rallye an den Aktienmärkten, insbesondere in den USA, zusätzlichen Schwung verliehen, wodurch die Wall-Street-Indizes auf Rekordhochs klettern und der Risikoappetit auf den globalen Märkten neu entfacht wird.

Die US-Aktienmärkte haben die Woche mit einer Rallye eröffnet, gestützt durch die wachsende Überzeugung, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) bei ihrem Treffen am heutigen Mittwoch eine Zinssenkung um 25 Basispunkte vornehmen wird. Da Händler eine Wahrscheinlichkeit von fast 100 Prozent für eine Senkung einpreisen, hat sich der Fokus von der Frage „ob“ auf „was als Nächstes“ und wie weit die Zentralbank bereit ist, ihren Lockerungszyklus auszudehnen, verlagert.

Die Märkte preisen nun eine Chance von über 95 Prozent ein, dass die Zinsen bei der letzten Sitzung der Zentralbank in diesem Jahr im Dezember erneut gesenkt werden, gemäß dem FedWatch-Tool der CME.

Die Fed-Entscheidung wird sich auch darauf konzentrieren, wie lange der Bilanzabbau fortgesetzt werden kann, bevor er die Liquidität belastet. Die Bankreserven sind auf etwa 2,9 Billionen US-Dollar gesunken, was nahe an den Niveaus liegt, die die Fed für eine stabile Marktfunktion als ausreichend erachtet.

Die Entscheidungsträger werden die jüngste Verlangsamung der Inflationsrate im Wohnungssektor beobachten, die den kleinsten monatlichen Anstieg seit über vier Jahren aufwies. Die Diskussion darüber, wann der Bilanzabbau – bekannt als quantitative Straffung – beendet werden soll, wird wahrscheinlich im Vordergrund stehen. Die Märkte werden nach Klarheit suchen, ob dies noch vor Jahresende geschehen könnte.

Niedrigere Zinsen führen im Allgemeinen zu höheren Bewertungen von Aktien, insbesondere bei wachstums- und technologieorientierten Titeln, die sensibel auf Veränderungen der Leitzinsen reagieren. Zudem überraschen die Unternehmensgewinne bisher positiv, und die Gewinne des S&P 500 werden nun mit einem Anstieg von über zehn Prozent im Jahresvergleich prognostiziert, verglichen mit 8,6 Prozent zu Anfang Oktober, was den Optimismus weiter schürt.

Insgesamt bietet die erwartete Zinssenkung in dieser Woche kurzfristige Entlastung für Märkte, die bereits stark erhitzt sind. Derzeit dominiert Optimismus, und Händler bleiben long in qualitativ hochwertigen Aktien, in der Erwartung, dass die Fed bis Jahresende unterstützend bleibt.

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Newsletter vom 29. Oktober 2025

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Gold eilt von Rekord zu Rekord

Violeta Todorova

Zinssenkungen, Unsicherheiten bei Zöllen und Geopolitik sorgen für Schwung. Warum die Rallye des Edelmetalls noch anhalten könnte.

Der Goldpreis scheint aktuell nur eine Richtung zu kennen – aufwärts! Mehr als 30 neue Höchststände verzeichnete das Edelmetall in diesem Jahr bereits. Zuletzt auf über 4.000 US-Dollar je Feinunze. Damit unterstreicht Gold seine anhaltende Attraktivität als sicherer Hafen inmitten wirtschaftlicher Unsicherheiten und politischer Turbulenzen. Der jüngste Aufschwung folgt auf neue Signale der US-Notenbank Federal Reserve. Deren Vorsitzender Jerome Powell sieht eine „verschiebende Risikobilanz“, die eine geldpolitische Lockerung notwendig machte.

Der Schritt erfolgt, während die Position des US-Dollar als Leitwährung weiter geschwächt wird und die Attraktivität von Goldbarren verstärkt. Nicht rentierende Anlagen wie Gold und Silber übertreffen Staatsanleihen typischerweise in einem Niedrigzinsumfeld.

Zölle, Trump und die Fed: Politische Risiken stärken Gold

Die Unsicherheit um die Handelstarife des US-Präsidenten Donald Trump bleibt ein dominanter Treiber für Gold. Ein US-Berufungsgericht hat die Tarife kürzlich für illegal erklärt, obwohl die Regierung angekündigt hat, vor dem Obersten Gerichtshof Berufung einzulegen. Der anhaltende Rechtsstreit und Trumps harte Konflikte mit der Federal Reserve haben das Vertrauen in die US-Politikgestaltung erschüttert und unterstreichen weiter den Status des Dollars als Weltreservewährung.

Trump verstärkte zuletzt den politischen Druck auf die Zentralbank und auf Fed-Gouverneurin Lisa Cook ab. Das Ziel seiner Bemühungen: sie aus dem politischen Gremium zu entfernen. Auch wenn Cooks Entlassung kürzlich durch den Surpreme Court gestoppt wurde, untergraben solche Interventionen die institutionelle Glaubwürdigkeit und könnten die Diversifikation ausländischer Anleger weg von dollarbasierten Vermögenswerten beschleunigen, was die strategische Bedeutung von Gold stärkt.

Inflation, Stagflationsängste und Erwartungen an eine Lockerung durch die Fed

Trotz stabilisierender Kerninflation befeuern anhaltende Bedenken hinsichtlich Stagnation die Nachfrage nach Goldbarren. Gold wird zunehmend als Absicherung gegen Stagnation gesehen, ein Szenario, in dem die Inflation anhält, während Wachstum und Arbeitsmärkte sich verschlechtern.

Die schwache Entwicklung der Lohnkosten und die höchste Arbeitslosenquote seit 2021 trieben die US-Notenbank Fed zuletzt bereits zu einer ersten Senkung des Leitzinses. Futures deuten auf mehr als 100 Basispunkte Lockerung unter Powells Aufsicht hin, bevor seine Amtszeit endet, wobei einige Ökonomen offen den Fall für eine 50-Basispunkte-Bewegung diskutieren. Benchmark-Revisionen zu Lohnkosten zeigen, dass das Jobwachstum massiv überschätzt wurde, was unterstreicht, wie lange der Abschwung bereits anhält. Kommende Inflations- und Beschäftigungsdaten könnten die Höhe beeinflussen, nicht jedoch die Richtung der Zinssatzbewegungen.

Gold-Positionierung erreicht Extreme

Gold liegt aktuell bei deutlich über 4.000 US-Dollar und ist somit auf Kurs weiterhin neue Rekorde aufzustellen – angetrieben durch starke spekulative Zuflüsse, insbesondere durch institutionelle Anleger. Das macht den Markt anfällig für Umkehrungen, obwohl bisher flache Korrekturen keine lange Liquidation ausgelöst haben. Die Tendenz bleibt bullisch, da Trader sich gegen Risiken der Fed-Glaubwürdigkeit, geopolitische Turbulenzen in Europa, dem Nahen und Mittleren Osten sowie Japan und die Aussicht auf tiefere US-Lockerungen absichern.

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