Interview mit coinIX-CEO Susanne Fromm
“Blockchain revolutioniert das Internet”
Susanne Fromm ist CEO der coinIX, einer Beteiligungsgesellschaft, die Kryptowährungen und die Blockchain-Innovation für Investoren im Format einer Aktie zugänglich macht. Im Interview mit der Börse Düsseldorf spricht sie über die enormen Wachstumspotenziale der Blockchain-Technologie.
Bitte stellen Sie uns Ihr Unternehmen kurz vor.
Die coinIX GmbH & Co KGaA mit Sitz in Hamburg ist eine börsengelistete Beteiligungsgesellschaft und investiert seit 2017 in das breite Spektrum der Blockchain-Innovation. Das schließt sowohl die nächste Stufe der Digitalisierung in traditionellen Branchen, als auch neue Felder wie Decentralized Finance (DeFi) oder NFT/Metaverse-Projekte mit ein. Unser Portfolio setzt sich aus liquiden Kryptowährungen, klassischen Equity-Beteiligungen an Startups und aus Token-Projekten zusammen, bei denen digitale Assets erworben werden können, die noch nicht an einem Marktplatz gelistet sind. Die coinIX bietet eine Aktie, die im Freiverkehr der Börse Düsseldorf gehandelt wird. So bauen wir eine Brücke zwischen der Krypto-Welt und der traditionellen Investment-Welt, die Aktionären die Potenziale der Blockchain zugänglich macht.
Warum fokussieren Sie sich auf Blockchain-Technologie?
Wir sehen die Blockchain als dritte Welle des Internets und erwarten mindestens so viel Disruption und Wachstumschancen, wie die Plattform-Ökonomie, die zweite Welle des Internets, mit sich gebracht hat. In dieser sind die Internetriesen durch Monetarisierung unserer Daten und ihre Rolle als Mittelsmänner zu den wertvollsten Unternehmen der Welt geworden. Im Bereich mobiles Internet, soziale Netzwerke und Cloud-Technologien haben sie sich den Löwenanteil der Wertschöpfung der Internet-Technologie der letzten Jahrzehnte einverleibt. Blockchain-Technologie hat mit seinem dezentralen Charakter das Potenzial dieser massiven Zentralisierung unseres heutigen Internets entgegenzuwirken. Klassische Mittelsmann-Aufgaben werden durch die Technologie überflüssig gemacht. Dadurch fließen mehr Wertschöpfung und Kontrolle über Daten oder Zugang zurück zum Nutzer.
Aktuell führt die Gesellschaft eine Bezugsrechtskapitalerhöhung gegen Bareinlage im Verhältnis von 1:1 durch. Interessierte Anleger können Aktien (ISIN DE000A3MQDE9 / WKN A3MQDE ) über die Zeichnungsfunktionalität der Börse Düsseldorf noch bis zum 8. März 2022 zum Preis von 5,00 Euro je Aktie zeichnen. Der Prospekt ist zusammen mit allen weiteren Unterlagen und Informationen unter www.coinix.capital/kapitalerhoehung abrufbar.
Wie kann man sich das konkret vorstellen?
Es gibt unzählige Anwendungsbeispiele. Zum Beispiel haben wir kürzlich in eine Blockchain investiert, die Grundlage für eine neue Art von dezentralen sozialen Netzwerken bildet. In zentralisierten Plattformen wie Facebook oder Instagram, sind Urheber nicht gleichzeitig volle Eigentümer ihrer Inhalte, was ihre Möglichkeit zur Monetarisierung stark einschränkt. Von den massiven Werbeeinnahmen der Plattformen, die mit ihren Inhalten erwirtschaftet werden, sehen die Nutzer so gut wie nichts. Die Blockchain-Technologie ermöglicht es aber nun, die Wertschöpfung nun mit Hilfe von NFTs zurück an die Ersteller von Inhalten zu geben. Diese Art von Partizipationsmöglichkeit wird Standard werden und die Welt der sozialen Medien verändern.
Auch im Bereich Decentralized Finance sieht man diese Entwicklungen deutlich. Wir investieren hier beispielsweise in Protokolle, also Computerprogramme, die gemeinsam mit Nutzern Finanzdienstleistungen stellen. Nutzer können z.B. Währungen gegeneinander tauschen und gleichzeitig dem Protokoll Währungspaare als Liquidität zur Verfügung stellen und an den Tauschgebühren verdienen. Ganz ohne einen Finanzdienstleister der dazwischen geschaltet ist.
Eine ganze Reihe von Unternehmen der Wirtschaft, wie wir sie heute kennen, müssen also fundamental ihre Geschäftsmodelle anpassen, wenn sie nicht überflüssig gemacht werden wollen. Wir erwarten dass dieser Trend mindestens über die nächsten 10 Jahre enorme Wachstumschancen bietet.

Aktuell läuft eine Kapitalerhöhung. Wofür soll das Geld daraus verwendet werden?
Wir wollen unser Portfolio weiter ausbauen, es also in neue Investments stecken aber auch das Wachstum unserer Portfoliounternehmen weiter unterstützen. Für uns ist es eine sehr gute Zeit zu investieren. Wir haben unser Team, unsere Netzwerke und Prozesse ausgebaut, was sich ausgezahlt hat. Dadurch konnten wir zahlreiche vielversprechende Investments tätigen und unsere Pipeline mit weiteren sehr spannenden Opportunitäten füllen, in die wir gerne investieren würden. Zudem können wir bei den zurückgekommenen Kursen günstig Kryptowährungspositionen aufstocken.
In den vergangenen Monaten ist der Kryptomarkt ein gutes Stück abgesackt. Wie ist CoinIX mit dem Preisabfall umgegangen?
Volatilität ist ein natürlicher Teil des noch sehr jungen Marktes. Wir Kryptoinvestoren kennen solche Einbrüche schon und sind an den volatilen Markt gewöhnt. Insgesamt ist die Kursschwäche über die letzten Wochen und Monate makroökonomisch getrieben. Diesmal beobachten wir, dass der Kryptomarkt mit anderen Assetklassen wie Aktien mitschwingt. Die großen Rückgänge im ersten Halbjahr 2021 und Anfang 2018 hingegen hatten Gründe, die im Kryptomarkt selbst lagen.
Wie blicken Sie in die Zukunft?
Ich bin sehr zuversichtlich. In den letzten Tagen haben sich die Krypto-Kurse wieder spürbar erholt. Aber das ist gar nicht entscheidend. Denn auch trotz der jüngsten Kursrückgänge schreitet die Blockchain-Adaption unaufhaltsam voran. Die Zahl der Wallets und damit der Nutzer stieg weiter. Es sind mittlerweile ganze neue Blockchain-basierte Wirtschaftszweige entstanden, die z.B. auf NFTs und DeFi-Anwendungen beruhen. Allein in 2021 ist der Wert der Assets, die in DeFi-Protokollen angelegt sind, fast aus dem Stand auf 200 Mrd. US-Dollar gewachsen. Existenzberechtigung und Wachstumspotenzial der Blockchain-Technologie stellt heute kaum jemand mehr infrage. Das sah vor einem Jahr noch ganz anders aus.
Vielen Dank für das Interview.

Newsletter vom 2. März 2022
Zum Newsletter anmeldenInterview mit Susanne Fromm,
CEO coinIX Gmbh & Co. KGaA

Interview zum Börsengang sdm SE mit Vorstand Oliver Reisinger
„Sicherheit ist ein Wachstumsmarkt, dafür reicht ein Blick in die Medien.“
Mit der sdm SE (ISIN: DE000A3CM708) geht das erste deutsche Sicherheitsunternehmen an die Börse. Die Aktien können noch bis zum 25.10. (vorzeitige Schließung möglich) in einer Preisspanne von 3,30 bis 3,60 Euro an der Börse Düsseldorf gekauft werden. Die Analysten von GBC empfehlen die Aktie mit einem fairen Wert von 4,09 Euro zum Kauf. Im Interview stellt Vorstand Oliver Reisinger das Unternehmen vor und erläutert, wie er den Umsatz in wenigen Jahren verdoppeln will.
Herr Reisinger, stellen Sie sdm bitte kurz vor.
Reisinger: Die sdm Gruppe wurde 1999 gegründet und ist heute einer der führenden Sicherheitsdienstleister in der Metropolregion München mit 300 Mitarbeitern. Wir bieten ein breites Leistungsspektrum vom Werk- und Objektschutz, über Revier- und Streifendienste bis hin zur Organisation von Veranstaltungen und effektivem Personenschutz.
Wer zählt zu ihren Kunden?
Reisinger: Das Thema Sicherheit betrifft unsere gesamte Gesellschaft. Entsprechend zählen Behörden und öffentliche Einrichtungen wie beispielsweise Ämter, Konsulate und Krankenhäuser genauso zu unseren Kunden wie Einzelhandelsunternehmen und Privatpersonen. Bis einschließlich 2019 haben wir auch für Sicherheit auf dem Münchner Oktoberfest gesorgt und werden dies hoffentlich im kommenden Jahr wieder dürfen.
Ist Sicherheit ein Wachstumsmarkt?
Reisinger: Absolut. Um dies zu erkennen, reicht ein Blick in die Medien. Das Sicherheitsgefühl hierzulande nimmt seit Jahren ab und die Gewaltbereitschaft nimmt zu. Heute gibt es Sicherheitspersonal in Supermärkten, Jobcentern und Krankenhäusern – Corona hat diesen Trend noch verstärkt. Unsere Branche ist seit dem Jahr 2010 durchschnittlich um über 6 % jährlich gewachsen und hat in 2020 9,2 Mrd. Euro umgesetzt.
Wo sehen Sie in den kommenden Jahren das größte Wachstumspotenzial?
Reisinger: Praktisch in jedem Kundenkreis – Unternehmen, Behörden, privates Umfeld – haben wir Potenzial. Die Metropolregion München bietet eine bundesweit wohl einzigartige Kombination aus Wirtschafts- und Lebensraum: Rund 13 Mio. Einwohner mit einem hohen durchschnittlichen Einkommen, DAX-Konzerne und starker Mittelstand, zwei internationale Messestandorte und über 100 Konsulate.
Wie hat sich sdm im vergangenen Jahr entwickelt?
Reisinger: Auch ohne Schutz des Oktoberfests ist sdm in 2020 schneller gewachsen als die Branche. Den Umsatz haben wir um 16,8 % auf 10,4 Mio. Euro gesteigert. Das operative Ergebnis (EBITDA) wurde auf 0,88 Mio. Euro verdoppelt. Der Jahresüberschuss legte von 0,30 Mio. Euro auf 0,69 Mio. Euro zu.
Wie ist Ihr Ausblick?
Reisinger: Im ersten Halbjahr 2021 liegen wir beim Umsatz erneut 20 % über Vorjahr. Das zweistellige organische Wachstum wollen wir weiter fortsetzen. Auch durch die Erweiterung unseres Leistungsspektrums. Beispielsweise werden wir für Privatimmobilien datenschutzkonforme Videoüberwachung anbieten. Bei einem Monatspreis von 80 Euro müssen wir nur 600 Kunden gewinnen, um unseren Umsatz um 5 % zu steigern. Dies sollte im Münchner Süden sehr gut möglich sein.
Deshalb jetzt der Börsengang?
Reisinger: Richtig. Um neue Leistungen wie Videoüberwachungen anbieten zu können, brauchen wir eine zusätzliche Sicherheits-Alarmzentrale. Dabei handelt es sich um kritische Infrastruktur mit hohen Anforderungen. Daher wollen wir eine Immobilie kaufen und entsprechend ausbauen. Außerdem wollen wir unser organisches Wachstum durch Übernahmen ergänzen. Unter anderem aufgrund fehlender Nachfolgemöglichkeiten und Schieflagen wegen Corona bieten sich dafür derzeit attraktive Möglichkeiten.
Mit welcher Bewertung gehen Sie an die Börse?
Reisinger: Bewusst mit einer konservativen. Am oberen Ende der Preisspanne wird sdm – vor der Kapitalerhöhung – mit 11,2 Mio. Euro bewertet und damit nur mit dem einfachen Umsatz.
Dürfen Anleger mit einer Dividende rechnen?
Reisinger: Wir werden eine Dividendenaktie werden. Das laufende Jahr wollen wir natürlich zunächst zum Wachstum nutzen und investieren. Doch ab dem Jahr 2022 ist eine Dividende sehr wahrscheinlich.
Abschließend, warum sollte Anleger die sdm-Aktie zeichnen?
Reisinger: Mit sdm investieren Anleger in den Wachstumsmarkt Sicherheit. Dabei ist unser Geschäftsmodell genauso konservativ wie unsere Bewertung. Wir sind ein ambitionierter Mittelständler, verfügen über eine moderne interne Organisation, ein diversifiziertes Leistungsportfolio und eine solide Kundenstruktur. Lieferkettenprobleme beschäftigen uns genauso wenig wie hohe Rohstoffpreise. Wir können uns voll auf Wachstum konzentrieren und mit dem Börsengang können wir dieses beschleunigen.
| Emissionsdetails | |
|---|---|
| ISIN: | DE000A3CM708 |
| Zeichnungsfrist: | bis voraus. 25.10.2021 |
| Bookbuilding-Spanne: | 3,30 Euro bis 3,60 Euro |
| Zeichnungsmöglichkeit: | Kauf-Order an der Börse Düsseldorf |
HAFTUNGSAUSSCHLUSS
Das Angebot erfolgt allein auf Basis eine Wertpapierprospekts, der nach Billigung durch die BaFin unter sdm-se.de erhältlich ist. Die BaFin billigt den Wertpapierprospekt nur bezüglich der Standards der Vollständigkeit, Verständlichkeit und Kohärenz gemäß der Prospektverordnung. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Befürwortung der Emittentin oder der angebotenen Aktien zu verstehen. Interessierte Anleger sind allein dafür verantwortlich, die potenziellen Chancen und Risiken einer Investition in Aktien der sdm SE zu analysieren, abzuwägen und zu bewerten.

Newsletter vom 13. Oktober 2021
Interview mit Oliver Reisinger,
Vorstand sdm SE


