Märkte nach den närrischen Tagen auf Orientierungskurs

Am Aschermittwoch ist bekanntlich alles vorbei? Nein, nur der Karneval ist vorbei – die Börsenfantasie bleibt uns für den Rest des Jahres erhalten! Einzelne Börsen, vor allem international, waren am Rosenmontag aber feiertagsbedingt geschlossen. Dazu zählten neben China, Hongkong und Südkorea (Neujahrsfest) auch die US-Börsen, dort war President’s Day. Vor diesem Hintergrund starteten die Märkte erst richtig ab Dienstag in die Börsenwoche und versuchten dabei, marktbeeinflussende Faktoren zu identifizieren. Dazu zählen aktuell vor allem die Gespräche zwischen Russland und der Ukraine in Genf über eine Friedenslösung sowie zwischen dem Iran und den USA in Sachen Atomabkommen. Beides ergebnisoffen und Überraschungen nicht ausgeschlossen.
DAX, Dow & Co. neigen seit einer Woche eher zur Schwäche, es fehlen ganz einfach positive Impulse. Zwar hat die DIHK in ihrer Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn 2026 ein leicht aufgehelltes Stimmungsbild unter den rund 26.000 Unternehmen eingeholt, die 2026er Wachstumsprognose für Deutschland fällt mit einem Prozent allerdings mau aus.
In den USA sieht das anders aus: Massive Investitionen in Künstliche Intelligenz liefern zwar positive Impulse, führen jedoch auch zu einer Zweiteilung des Marktes. Unterschieden wird nach potenziellen Gewinnern und Verlierern, was in der Frühphase dieser Entwicklung nicht einfach ist. Vielleicht bringt die laufende Berichtssaison mehr belastbare Fakten zu diesem Thema. Neue Tiefstände liefern weiterhin die Kryptowährungen, allen voran der Bitcoin, der vergangene Woche bis auf 65.000 Dollar fiel. Der Kryptomarkt ist eindeutig angeschlagen und die Akteure in diesem Bereich werden langsam nervös, denn es droht eine Abwärtsspirale mit ungeahnten Folgen.
Die Marke von 60.000 Dollar beim Bitcoin ist charttechnisch wichtig, zumal die 200-Wochen-Linie des Token kurz darunter verläuft. Ein Unterschreiten beider Marken könnte eine Liquidationskaskade auslösen und den Preis bis auf 50.000 einbrechen lassen. Bei einem Preis von aktuell rund 67.500 Dollar hat sich die führende Kryptowährung seit ihrem Allzeithoch vom Oktober fast halbiert. Nichts für schwache Nerven, sondern ausschließlich für hartgesottene Profis.

Ihr Martin Braun, Börse Hannover

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Newsletter vom 18. Februar 2026

Martin Braun, Börse Hannover