Zwischen Panik und Hoffnung

Die Börse ist gerade mal wieder nichts für schwache Nerven: Während die Märkte direkt am Montag nach der Iran-Eskalation vom letzten Februar-Wochenende noch unter Schockstarre standen, weiteten sich die Verluste an den Folgetagen zügig aus. Und diesen Montag wurde ein temporäres Tief erreicht, als beispielsweise der DAX kurz unter die 23.000-Punkte-Linie abtauchte, die vor ziemlich genau einem Jahr erstmals überschritten wurde und schon im November sowie Juni letzten Jahres zuverlässig als Unterstützungszone funktionierte.

Markiert dieser knappe 10-Prozent-Rutsch in 6 Handelstagen also schon den Wendepunkt für die fallenden Kurse? Für ein Urteil ist es zu früh und die Entspannung beim Ölpreis ist nur relativ. Aber als positives Zeichen zu werten ist, dass trotz aufgeregter Nachrichtenlage die Börsenumsätze vergleichsweise gering blieben und solche kurzfristigen Übertreibungen einfach typisch sind. Der Grund zur Sorge bleibt, auch wenn der Krieg schon als „so gut wie abgeschlossen“ verkauft wird. Es zeigt sich gerade ein für den US-Präsidenten typisches Konfliktmuster, wenn er versucht die Märkte mit Worten zu beruhigen.

Faktisch kommt der Ausflug zur Tankstelle gerade dem Besuch eines Gourmetrestaurants gleich und die energieabhängige Wirtschaft leidet unmittelbar. Volkswirte prognostizieren den BIP-Rückgang in Abhängigkeit von Ölpreis, aber auch so schwächelt die deutsche Industrieproduktion massiv. Der Umbau der Wirtschaft gestaltet sich schwierig, wenn alte deutsche Paradedisziplinen wie der Anlagenbau, Automobil- oder Chemiesektor zunehmend unter die Räder kommen und keine Hoffnungsträger in Sicht sind. Daher gilt es wie immer, thematisch sowie geografisch breit investiert zu bleiben und vielleicht seltener ins Depot zu schauen, um die Emotionen unter Kontrolle zu halten.

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Newsletter vom 11. März 2026

Thomas Strelow, Börse Düsseldorf