Iran-Krieg und KI-Kater – was nun?

Der Iran-Krieg hält die Märkte in Atem, gleichzeitig treibt das Thema KI den Börsianern Sorgenfalten auf die Stirn. An düsteren Prognosen und schlimmen Nachrichten mangelt es derzeit wahrlich nicht. Wie sollten sich Anleger in diesen Zeiten verhalten?
Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber 2026 ist gerade mal gut zehn Wochen alt und es ist schon wieder so viel passiert, dass es eigentlich für ein ganzes Jahr reicht: Angefangen mit Venezuela, wo sich die USA überraschend Staatspräsident Maduro geschnappt haben, gefolgt von den Trump‘schen Grönland-Ambitionen sowie der nächsten Zollwut-Episode und nun auch noch ein neuer Krieg im Nahen Osten, inklusive explodierender Ölpreise – als wäre der anhaltende Konflikt in der Ukraine nicht schlimm genug.
Fast schon nebenbei treibt inzwischen auch noch das Thema KI den Börsianern Sorgenfalten auf die Stirn. Es ist noch gar nicht lange her, da wurde alles in den Himmel gelobt, was nur im Entferntesten mit künstlicher Intelligenz zu tun hat. Nun dominieren hier eher Ängste die Schlagzeilen: Ängste, ob sich die riesigen Investitionen jemals auszahlen werden. Ängste, welche Branchen wohl unter die KI-Räder kommen. Bis hin zu Ängsten, dass der massive Einsatz von künstlicher Intelligenz zwar viele Unternehmen hochprofitabel macht, dafür der Welt aber Massenarbeitslosigkeit beschert.
An schlimmen Nachrichten und düsteren Prognosen mangelt es derzeit also wahrlich nicht. Und weder Mensch noch KI kann vorhersehen, wie es bei all den Themen genau weitergehen wird. Aber wenn ich zwei Dinge in über 40 Jahren Börse gelernt habe, dann erstens: dass Kurzschlussreaktionen bei Aktien selten eine gute Idee sind. Und zweitens: dass sich Optimismus langfristig auszahlt! Mein Appell wird Sie deshalb nicht überraschen: Bleiben Sie zuversichtlich und bleiben Sie in Qualitätsaktien investiert! Und wer Pulver trocken hat, kann durchaus bei gebeutelten Titeln mutig zugreifen.
Apropos gebeutelt: Zuletzt konnte man schön beobachten, dass die lange von vielen verschmähte „Old Economy“ allen Turbulenzen zum Trotz zu einem Comeback ansetzt. Denn während bei Technologiewerten offenbar ein bisschen die Luft raus ist und Softwareaktien teils regelrecht abgestürzt sind, ziehen viele Konsum-, Gesundheits- und Energiewerte an. Mich wundert das nicht, denn KI hin und Hiobsbotschaften her: Menschen essen und trinken nun mal „für ihr Leben gern“, Millionen Babys machen weiter Tag und Nacht die Windeln voll, ohne Energie steht die Weltwirtschaft still und ohne Gesundheit ist sowieso alles nichts!

Newsletter vom 18. März 2026
Joachim Brandmaier – Börsenpraktiker
Stuttgarter Aktienbrief „Börse Aktuell“
Zum Newsletter anmelden