Halbjahresbilanz zeigt uneinheitliches Bild
Nach den ersten sechs Monaten des laufenden Börsenjahres fällt die Bilanz uneinheitlich aus. Führende Aktienindizes wie Nasdaq100 und Nikkei liegen mit 20 bzw. 39 Prozent deutlich im Plus, der DAX schaffte dagegen nur 2 Prozent, der EuroStoxx50 immerhin plus 9,3 Prozent. Technologieaktien waren die kurstreibenden Werte im ersten Halbjahr, der Nasdaq100 erreichte erst Anfang Juni sein Allzeithoch bei 30.660 Punkten. Immerhin konnten MDAX, TecDax Und SDAX mit einem Plus zwischen 3,9 und 6,4 Prozent besser abschneiden als der DAX. Ein sehr differenziertes Bild zeigt sich bei den Einzelwerten im deutschen Leitindex, hier rangieren Infineon (+116%), Hochtief (+50%) und Siemens Energy (+38%) auf den ersten Plätzen, Schlusslichter sind SAP, Rheinmetall und BMW mit Verlusten zwischen 36 und 39 Prozent zum Halbjahresende. Die noch im DAX vertretenen Automobilwerte tummeln sich auf den letzten Plätzen, das DAX-Schwergewicht SAP kommt trotz Kurshalbierung seit Frühjahr 2025 immer noch auf ein Market Cap von 157 Mrd. Euro, leidet aber unverändert unter der Befürchtung, zu den Verlierern von KI zu gehören. Wertvollstes deutsches Börsenunternehmen ist Siemens (218 Mrd.) vor Allianz und SAP.
Zu den Verlierern des ersten Börsenhalbjahres gehören auch der Bitcoin mit einem Minus von 33 Prozent und Gold mit minus 7 Prozent in US-Dollar. Der Iran-Krieg hat die Märkte in den zurückliegenden Monaten stark bewegt, ein Crash konnte jedoch vermieden werden. Die Lage am Golf bleibt fragil. Bleiben wir gespannt, wie sich das zweite Börsenhalbjahr zeigt. Die Rahmenbedingungen bleiben im Wesentlichen unverändert, die bevorstehenden Zwischenwahlen in den USA könnten jedoch den Druck auf die US-Regierung erhöhen.
Ihr Martin Braun, Börse Hannover


Newsletter vom 01. Juli 2026
Martin Braun, Börse Hannover
