Einfach nicht mehr hergeben!

Dass es manchmal besser ist, sich in turbulenten Zeiten mit anderen Dingen zu beschäftigen als mit der Börse, habe ich schon oft geschrieben. Vor ein paar Tagen habe ich es selbst ausprobiert … und bin einfach mal wieder ins Kino gegangen!
Meine Filmwahl fiel auf „Die reichste Frau der Welt“ – eine wahre Geschichte über die Milliardärin Liliane Bettencourt, Tochter des L’Oréal-Gründers Eugène Schueller. Während der Film so auf der Leinwand flimmerte, schweiften meine Gedanken etwas ab. Warum war die Dame eigentlich so reich? Klar, Grundlage dafür war die Erbschaft von ihrem Vater: Als der 1957 starb, vermachte er ihr über ein Viertel der Aktien. Ein tolles Startkapital, das ihr aber nicht den Titel „reichste Frau der Welt“ bescherte. Noch nicht.
Was also war ihr Erfolgsrezept? So viel sei verraten: Bettencourt musste nicht allzu sehr buckeln. Sie nutzte auch keine Trading-App, mit der sie ihr Geld vermehrt hat, und sie versuchte es auch nicht mit Termingeschäften oder Kryptowährungen. Sie verhielt sich genau gleich wie all die anderen Superreichen – angefangen von den beiden Alphabet-Gründern Larry Page und Sergey Brin über Bill Gates von Microsoft und Bernard Arnault von LVMH bis hin zu Jeff Bezos von Amazon: Die haben zwar klein angefangen und mussten anfangs oft Tag und Nacht buckeln, wurden aber am Ende alle reich durch einfaches Liegenlassen ihrer Aktien! Das ist langfristig immer noch der beste Weg zum Erfolg. Nicht ohne Grund findet man bei den vermögendsten Menschen der Welt keinen einzigen Daytrader, Zocker oder Crashpropheten.
Leider ist es den allermeisten Menschen nicht vergönnt, reich zu erben. Und ja, die wenigsten von uns gründen eine Firma, die dann mit einer revolutionären Idee zum globalen Spitzenkonzern wird. Doch entscheidend ist nicht die Höhe des Anfangskapitals, sondern dass man das Beste aus dem macht, was einem zur Verfügung steht. Und mit unserem Geld können wir es den Bettencourts dieser Welt nachmachen, indem wir ihr Erfolgsrezept „einfach nicht mehr hergeben“ anwenden.
Oder um es mit den Worten Warren Buffetts zu sagen: „Unsere bevorzugte Haltedauer ist für immer …“

Newsletter vom 10. Juni 2026
Joachim Brandmaier – Börsenpraktiker
Stuttgarter Aktienbrief „Börse Aktuell“
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