Erstmals mehr als 40 Kryptowährungen an der Börse handelbar

Das Angebot von Kryptowährungen ist mit mehr als 18.000 Coins unübersichtlich und nur wenige Projekte haben eine relevante Größe vorzuweisen. Doch bei regem Handelsinteresse nutzen ETP- und Zertifikate-Emittenten die Chance, börsennotierte Krypto-Produkte auf diese Digitalwährungen aufzusetzen. Diese können dann aus jedem normalen Wertpapierdepot heraus gehandelt werden.

Die Börse Düsseldorf und Quotrix bieten unverändert die größte Auswahl unter allen Handelsplätzen in Deutschland. Ende 2017 gab es das erste börsengehandelte Krypto-Produkt auf den Bitcoin. Im September 2024 umfasst da Angebot inzwischen 144 Produkte auf 41 Coins von 20 Emittenten. Ende 2022 waren es 106 Produkte auf nur 25 Kryptowährungen – die Anzahl der Coins nimmt stärker zu.

Die beiden letzten Neuzugänge Hyperliquid und dYdX vom Emittenten 21Shares sind für dem klassischen Anleger wohl weitgehend unbekannt: Nach Marktkapitalisierung platzieren sich die unter HYPE und DYDX abgekürzten Coins auf den Plätzen 16 bzw. 188 mit einer Marktkapitalisierung von 14,8 Milliarden bzw. 490 Millionen US-Dollar. Zum Vergleich: Der Bitcoin als Platzhirsch kommt auf über 2,3 Billionen US-Dollar, gefolgt von Ethereum mit knapp 546 Milliarden. (Datenstand vom 17.09.2025)

Wer sich – ähnlich bei einem Aktien-ETF – gleich mehrere Digitalwährungen gebündelt in einem Papier ins Depot legen möchte, kann dies bequem über sogenannte Baskets machen. Von diesen „gemischten Körben“ sind 27 Produkte börsengelistet.

Detaillierte Informationen zu den einzelnen ETPs bzw. Zertifikaten bieten die Internetseiten der Emittenten. Um bei der Kursliste börsennotierter Krypto-Produkte den Überblick zu erleichtern, wurden zusätzliche Ansichten nach Coins und nach Emittenten hinzugefügt.

Kauf und Verkauf erfolgt als normales Wertpapiergeschäft über das bestehende Depot bei Bank, Sparkasse oder Online-Broker. So erhalten Investoren auch die komfortablen Erträgnis- und Jahressteueraufstellungen. Krypto-Puristen werfen an dieser Stelle gerne ein, dass nur ein direktes halten der „Keys“ einen steuerfreien Gewinn nach mehr als einem Jahr Haltezeit ermögliche. Die Praxis zeigt aber, dass die oft volatilen Krypto-Coins vielfach eher kurzfristig gehalten werden, um eben von den Kursschwankungen zu profitieren. In diesem Fall sind aber 25% Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer für viele Anleger günstiger, als der persönliche Steuersatz.

Wichtig beim Thema Krypto-Währungen und -Produkte bleibt der nebenstehende Risikohinweis und eine umfassende Finanzberatung.

Risikohinweis
Beim direkten oder indirekten Handel mit Kryptowährungen können Anleger erhebliche Verluste bis hin zum Totalausfall erleiden. Aus der hohen Volatilität und möglichen Illiquidität von Kryptowerten entstehen nochmals besondere Risiken, die berücksichtigt werden müssen. (Siehe auch BaFin-Verbraucherwarnung vom 13.01.2021)
Zudem besteht systemisch über die Nachbildung in Schuldverschreibungen bzw. Zertifikate ein Kontrahentenrisiko.

Die Krypto-Party geht weiter

Bei aktuell 64.000 USD für einen Bitcoin ist noch lange nicht Schluss – so die Meinung vieler Marktprofis und wahrscheinlich werden sie recht behalten. Jetzt geht auch noch Coinbase an die Börse, die größte US-Handelsplattform für digitale Währungen. Der Zeitpunkt könnte kaum besser gewählt sein, denn aktuell boomt der Markt für Kryptos. Bewertungstechnisch ist das alles gewöhnungsbedürftig. Bei einem erwarteten Gewinn von 730 bis 800 Mio. USD für das erste Quartal 2021 und einem Umsatz von 1,8 Mrd. USD wird eine Börsenbewertung von 100 Mrd. USD und mehr zum Börsenstart heute Nachmittag an der Nasdaq für möglich gehalten. Zum Vergleich: Der Börsenbetreiber Nasdaq Inc. kommt aktuell gerade mal auf ein Markt Cap von rund 26 Mrd. USD. Der unerfahrene Anleger sei jedoch gewarnt – hohen Kurschancen stehen immer auch hohe Risiken gegenüber! Die Branche rund um digitale Währungen ist hoch volatil, Risiken in Form von staatlicher Regulierung bis hin zu Cyber-Angriffen können das Geschäftsmodell von heute auf morgen zum Erliegen bringen.

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Newsletter vom 14. April 2021

Ihr Martin Braun, Börse Hannover