Zerstören zu viele ETF den Aktienmarkt?

Prof. Dr. Stefan May

Aufgrund der Tatsache, dass passive Investmentfonds, insbesondere ETF, ihre aktiven Geschwister in den USA mittlerweile überrundet haben (Kuchengrafik) wird zunehmend vor den Risiken des ETF-Booms gewarnt.

In einem aktuellen Arbeitspapier¹ wird sogar die These aufgestellt, dass passive Indexfonds ab einem bestimmten Marktanteil für heftige Marktturbulenzen und im Extremfall sogar für den Zusammenbruch der Aktienmärkte sorgen könnten. Die vermeintliche Logik dahinter: Aktienmärkte werden in regelmäßigen Abständen von Übertreibungen und irrationalen Ausschlägen heimgesucht. Passive ETF-Anleger und -Anlegerinnen verstärken diese Übertreibungen, wohingegen die Manager aktiver Fonds erkennen, dass es sich um irrationale Übertreibungen handelt, sich entsprechend dagegen positionieren und auf diese Weise eine Rückkehr der Kurse zu ihren fundamental gerechtfertigten Niveaus bewirken. Genau dieser marktstabilisierende Korrekturmechanismus werde aber ausgehebelt, wenn passive Anlagen überhandnehmen und aktive Fonds immer mehr ins Abseits gedrängt werden.

Nun ist ein solches Szenario zwar theoretisch durchaus vorstellbar, die entscheidende Frage aber ist, ob es in seinen entscheidenden Punkten etwas mit der Realität der Aktienmärkte zu tun hat.  

Und genau hier liegt das Problem: Ein zentraler Bestandteil dieser Logik besteht nämlich darin, dass es die Gruppe der aktiven Manager ist, die dafür sorgt, dass die Aktienkurse immer wieder zu ihren fundamental gerechtfertigten Niveaus zurückkehren. Das bedeutet aber, dass genau diese Gruppe erfolgreicher agieren müsste als der Gesamtmarkt, denn sie ist es ja schließlich, die den „wahren“ Wert der Aktien kennt und sich entsprechend positioniert. Genau das ist aber in der Praxis nicht der Fall: Einschlägige und immer wieder aufs Neue durchgeführte empirische Studien belegen, dass es der Gruppe der aktiven Fondsmanager eben nicht gelingt, den Markt systematisch zu schlagen (Balkengrafik). Genau das müsste aber passieren, wenn das besprochene Modell die Realität tatsächlich zutreffend abbilden würde.

Zudem macht die Gruppe aller Aktienfonds (aktive und passive) nur einen kleinen Teil am gesamten Börsenwert der Unternehmen aus. Selbst in den USA lag dieser Anteil im Jahre 2025 lediglich bei 26 Prozent (Anteilsgrafik). Der Löwenanteil von 75 Prozent (Hinweis: rundungsbedingt ergibt sich in der Grafik eine Summe von 101 Prozent) dagegen entfiel vor allem auf die von den ETF-Kritikern völlig vernachlässigte Gruppe individueller Investoren (40 Prozent), Pensionsfonds (9 Prozent) und Auslandsinvestoren (18 Prozent)².

Interessanterweise hat sich das Gewicht dieser drei Gruppen für den US-Aktienmarkt in gut zwei Jahrzehnten kaum verändert: Nach wie vor beträgt es rund zwei Drittel der gesamten Marktkapitalisierung. Die Preisdynamik eines Marktes – und damit auch der entsprechende Korrekturmechanismus – wird aber durch alle Marktteilnehmer bestimmt und nicht nur durch das Zusammenspiel aktiver und passiver Investmentfonds.

Fazit 
Die sich beschleunigende Gewichtsverschiebung innerhalb des Fondssegments liefert keinen Grund, weshalb man sich mit Blick auf den ETF-Boom um die Funktionsfähigkeit der Finanzmärkte Sorgen machen müsste. Die Befürchtung, dass der Erfolg von ETFs im Extremfall sogar zum Zusammenbruch der Märkte führt, ist eine These, die einem Realitätscheck nicht standhält.


¹ Michael Green, Hari P. Krishnan und Stephan Sturm, 2026, “A Model for Passive That Breaks the Market”, Working Paper.
² Dieser hohe Anteil an Auslandsinvestoren ist eine direkte Folge des seit Jahrzehnten bestehenden amerikanischen Leistungsbilanzdefizits und von daher US-spezifisch.

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Newsletter vom 19. August 2026

Prof. Dr. Stefan May – Leiter Anlagemanagement
Quirin Privatbank AG

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Nachhaltige Fonds und ETF bei Stiftung Warentest – GCX-Fonds erneut unter den Besten

September 2025

Lieber aktiv gemanagte Fonds oder grüne ETF? Der Test nach­haltiger Fonds und ETF von Stiftung Warentest zeigt, was besser ist und mehr Rendite­chancen hat.

Nur weil Rüstungs­aktien boomen, heißt das nicht, dass nach­haltige Geld­anlage keinen mehr interes­siert. Knapp 750 Milliarden Euro lagen laut Fonds­verband BVI Ende Juni 2025 in Publikums­fonds mit Nach­haltig­keits­merkmalen. Der Test von mehr als 1.200 Fonds und ETF zeigt Ihnen, wie nach­haltig Anla­gepro­dukte wirk­lich sind.

Neu ist: Stiftung Warentest zeigt nicht nur die besten Fonds, sondern auch, wie Sie mit ihnen ein Depot aufbauen können. Dazu stellen sie zwei nach­haltige Musterdepots vor: ein „dunkelgrünes“ für Anleger, die Wert auf strenge Nach­haltig­keit legen, und ein grünes „Pantoffel-Portfolio“ – die bequeme, auf ETF beruhende Anla­gestrategie der Stiftung Warentest. Wer sich ein nach­haltiges Portfolio zusammen­stellen möchte, findet im Test die besten Fonds und ETF dafür.

Zu den nachhaltigsten Aktienfonds Welt von „Finanztest“ gehören erneut zwei Fonds, die auf den Global Challenges Index der Börse Hannover aufgelegt sind: der Bantleon Global Challenges Index Fonds und der Superior 6 Global Challenges.

Quelle: September-Ausgabe des Heftes „Finanztest“ von Stiftung Warentest, 2025

GCX-Fonds erneut unter den besten bei Finanztest

September 2024

Grün ist nicht gleich grün. Damit jeder den passenden Fonds oder ETF findet, hat Stiftung Warentest ihre Nach­haltig­keits-Test verschärft. Wer zu lax ist, fliegt raus.

Unter dem Begriff „nach­haltig“ versammeln sich die unterschiedlichsten Angebote. Manche Fonds sind dunkelgrün und meiden bei ihren Investitionen konsequent Unternehmen, die fossile Energien fördern, Streumunition produzieren oder mit Menschen- und Arbeits­rechts­verletzungen sowie Korruption in Verbindung stehen. Andere sind zwar streng bei kontroversen Waffen, kaufen aber auch Aktien von fossilen Energiekonzernen – und kommen unterm Strich eher mittel- oder hell­grün daher. Stiftung Warentest ordnet die Vielfalt: Mit ihrem Test von mehr als 1 000 Fonds und ETF zeigt sie, wie nach­haltig ein Produkt wirk­lich ist.

Unter den acht weltweit anlegenden Aktienfonds mit der besten Nachhaltigkeitsnote von „Finanztest“ sind drei Fonds auf den Global Challenges Index der Börse Hannover aufgelegt: darunter wiederholt der Bantleon Global Challenges Index Fonds und der Superior 6 Global Challenges sowie neu der Prima Global Challenges.

Quelle: September-Ausgabe des Heftes „Finanztest“ von Stiftung Warentest, 2024

Gendergerechtig­keit in der Geld­anlage: Frauen im Fokus von Fonds

März 2024

Auf Diver­sität und Geschlechtergerechtig­keit setzen viele Fonds, die auf Nach­haltig­keit spezialisiert sind. Stiftung Warentest hat einige davon unter die Lupe genommen.

Frauen im Rampenlicht: 2023 hat Claudia Goldin, Ökonomin an der US-Universität Harvard, für ihre Forschung über Geschlechter­unterschiede auf dem Arbeits­markt den Nobel­preis bekommen. Auch die Finanz­welt beschäftigt sich mit dem Thema Gendergerechtig­keit. Verschiedenen Studien zufolge gelten Firmen, die Spitzen­positionen auch mit Frauen besetzt haben, als widerstands­fähiger in Krisen als Unternehmen mit rein männ­licher Chef­etage. Sie sollen auch rent­abler wirt­schaften. Und wie sieht es mit Fonds und ETF aus, die in divers aufgestellte Gesell­schaften investieren?

Fonds­gesell­schaften und Banken befragt

Stiftung Warentest wollte wissen, wie grüne Fonds mit dem Thema Geschlechtergerechtig­keit umgehen. Dazu wurden Anbieter nach­haltiger Welt­aktienfonds befragt, die in ihrem Nachhaltigkeitstest die Bestnote von fünf Punkten oder vier Punkte erzielt haben.

Dazu zählt auch der Global Challenges Index der Börse Hannover mit seinen Fonds Bantleon Global Challenges Index Fonds (vormals WI Global Challenges Index-Fonds), Superior 6 Global Challenges und IPConcept Prima Global Challenges G.

Quelle: März-Ausgabe des Heftes „Finanztest“ von Stiftung Warentest, 2024

Börse hui, Wirtschaft pfui?

Zwei Überschriften standen gestern scheinbar im Widerspruch: „OECD senkt Wachstumsprognose für Deutschland drastisch“, titelte das Handelsblatt über die auf nur noch 0,3 Prozent halbierten Wachstumsaussichten für das deutsche 2024er Bruttoinlandsprodukt. Im G20-Kreis der größten Industrie- und Schwellenländern sind die konjunkturellen Aussichten nur in Argentinien noch schlechter. „Dax erklimmt nächstes Allzeithoch“, vermeldet die Börsen-Zeitung am gleichen Tag, notiert als neuen Rekordstand in der Spitze 17.049,52 Punkte und freut sich über den erstmaligen DAX-Schlussstand oberhalb der 17.000 Punkte-Marke. Die gute Stimmung an den US-Märkten scheint ansteckend zu sein.

Das Narrativ von demnächst zu erwartenden Zinssenkungen wurde durch Aussagen nach den letzten Notenbanksitzungen eigentlich entkräftet, aber das stört die Bullen wenig. Statt dessen lassen sich die Märkte von den Börsengiganten motivieren: Microsoft und Apple sind zeitweise gleichzeitig mit je mehr als 3 Billionen USD bewertet; Meta zeigte letzte Woche den bisher größten Tages-Kurssprung mit über 204 Mrd. USD plus nach Veröffentlichung der Quartalszahlen.

„Size matters“, scheint das Motto zu sein, denn die Gewinner-Aktien sind in der Regel Weltmarkt-Champions. Die DAX40-Werte sind zwar in Deutschland beheimatet, machen den wesentlichen Umsatz aber international. Bei SAP, dem an der Börse mit ca. 205 Mrd. EUR wertvollsten deutschen Unternehmen, waren es zuletzt ca. 85 Prozent. Doch in der zweiten und dritten Börsenliga ist es zu Rekordhöhen noch ein weiter Weg: Der MDAX notiert knapp 30 Prozent unter seinem Hoch im Spätsommer 2021 und dem SDAX fehlen derzeit rund 20 Prozent auf die Spitze vom Herbst 2021.

Die Luft ganz oben ist sehr dünn.

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Newsletter vom 7. Februar 2024

Thomas Strelow, Börse Düsseldorf

Foto Thomas Strelow

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Wo laufen sie denn hin?

Als das Deutsche Aktieninstitut vorletzte Woche die neue Statistik zu den Aktionärszahlen veröffentlichte, war der Rückgang dieser Kennzahl und einige Details für viele Beobachter überraschend. Laut der 2023er DAI-Studie besitzen rund 12,3 Millionen Deutsche direkt oder indirekt Aktien. Nur 4,7 Millionen setzen dabei (auch) auf Einzelwerte – bei 10,3 Millionen liegen Aktienprodukte wie Fonds und ETFs in den Depots. Ein aktives „Stock-Picking“ betreiben also nur wenige, insbesondere nach Abzug der knapp 1 Million reinen Belegschaftsaktionäre. Allein die Zahl der direkt in Aktien Investierten ging um 585.000 zurück, insgesamt betrug der Rückgang 575.000 Anlegende, wobei die Zahl der Frauen praktisch stabil blieb und in der jüngeren Altersgruppe unter 40 Jahre 514.000 weniger Aktionäre gezählt wurden.

Auf die naheliegende Frage „Wo laufen sie denn hin?“ enthielten Antworten reflexhaft meist Stichwörter wie Tagesgeldzinsen, Inflationsdruck, Bitcoin oder verzockt. Doch im langjährigen Vergleich zeigt sich, dass die Aktionärszahlen nun im vierten Jahr über 12 Millionen liegen und damit konstant höher als das Niveau zur Jahrtausendwende. Der sprunghafte Anstieg seit 2020, als Corona und Neobroker die Börsen erschreckten, hat sich stabilisiert. Ein 20-Prozent-Rückgang bei den jungen Anlegenden ist als Momentaufnahme massiv, doch immer noch ist diese Altersgruppe auf Sicht von 10 Jahren nun doppelt so groß. Die deutsche Aktienkultur entwickelt sich; auch wenn die Politik hier nicht positiv mit Impulsen auffällt.

Nach oben liefen in den letzten Tagen die US-amerikanischen Börsenindizes: Zum Wochenauftakt gab es neue Höchststände beim Dow Jones, S&P 500 sowie Nasdaq 100 zu bestaunen. Der Herbstvorsprung europäischer Märkte wird gerade nivelliert, doch auch im deutschen Markt liegt das Rekordhoch im Intraday-DAX nur rund 1 Prozent entfernt. „Wenn sie sich nur nicht verlaufen“, heißt es im zitierten Loriot-Sketch an anderer Stelle und das hoffen wir für Anleger, Börse, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Jahr 2024.

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Newsletter vom 24. Januar 2024

Thomas Strelow, Börse Düsseldorf

Foto Thomas Strelow

Anla­geausschüsse für grüne Fonds: Unabhängige Experten für nach­haltige Qualität

Dezember 2023

Investieren grüne Fonds tatsäch­lich grün? Ein Nach­haltig­keits­beirat aus Fachleuten kann dafür sorgen, dass wirk­lich nur nach­haltige Aktien im grünen Portfolio landen. Stiftung Warentest hat sich die Beiräte für grüne Fonds angeschaut.

In dem Test grüner Fonds und ETF hat Stiftung Warentest den Grad der Nach­haltig­keit bewertet. Von dunkelgrün bis hell­grün beziehungs­weise streng bis lax ist alles dabei.

Vor allem die strengen Fonds zeichnen sich häufig auch dadurch aus, dass sie sich bei ihrem Auswahl­prozess von unabhängigen Experten beraten lassen: einem Nach­haltig­keits­beirat, Anla­gebeirat oder Anla­geausschuss. Nun wurden auch diese von dem Verbrauchermagazin unter die Lupe genommen.

In ihrer Unter­suchung hat Stiftung Warentest keinen einzigen ETF gefunden, der mit einem Nach­haltig­keits­beirat arbeitet. Der einzige Index mit Beirat ist der Global Challenges Index (GCX), der von der Börse Hannover heraus­gegeben und mithilfe der Rating­agentur ISS ESG zusammen­gestellt wird. Er zählt sieben Mitglieder, darunter auch ein Vertreter des WWF Deutsch­land. Das Gremium unterstützt die Börse Hannover und ISS ESG sowohl bei der Konzeption des Index als auch bei der konkreten Zusammen­stellung. Der GCX ist Basis mehrerer Fonds: Zum einen wird er vom Bantleon Global Challenges Index abge­bildet. Dieser ist aber kein ETF, sondern ein mit fünf Nach­haltig­keits­punkten bewerteter Indexfonds. Zum anderen ist er Grund­lage für die aktiv gemanagten Fonds Superior 6 Global Challenges und IPConcept Prima Global Challenges.

Quelle: Dezember-Ausgabe des Heftes „Finanztest“ von Stiftung Warentest, 2023

ESGeht Nachhaltigkeitskonferenz: Martin Braun im Podcast

7. November 2023

Am 2. November trafen sich in den Räumen der EB-SIM rund 100 Nachhaltigkeits-Interessierte zur ESGeht-Veranstaltung, DEM Nachhaltigkeits-Event in diesem Herbst. Die Gemeinschaftsveranstaltung von EB-SIM, Invest in Vision und Apo Asset war hochkarätig besetzt.

Hannes Jaenicke, Eckhart von Hirschhausen und Christian Klein referierten und diskutierten über Nachhaltigkeit. Was der Begriff für sie bedeutet. Und wie wir ihn gemeinsam mit Leben füllen können. In der aktuellen Folge des Impact Buddies-Podcast gibt’s eine Nachlese zu der Veranstaltung. Die hochkarätigen Redner und einige Teilnehmer kommen mit klaren Statements zu Wort. Eine Mischung aus „Nachhaltigkeits-Klassentreffen“, Backstage-Talk und persönlicher Sicht auf Nachhaltigkeit. Eines haben alle Beiträge gemeinsam: Sie zeigen, ESGeht!

Mit unter den befragten Nachhaltigkeitsexperten war auch Martin Braun, Leiter Vertrieb und Customer Relations der BÖAG Börsen AG, der u. a. den renommierten nachhaltigen Global Challenges Index sowie dessen Schwesterindizes betreut. Im Podcast erzählt er, wie er zum Thema Nachhaltigkeit steht und wo er noch Probleme bei der nachhaltigen Geldanlage sieht.

Quelle: Youtube

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Die Industrie rückt wieder in den Fokus

Thomas Scholz

Die internationale Arbeitsteilung steht auf dem Prüfstand. In Europa und in den USA bemühen sich Staaten und Unternehmen darum, Lieferketten zu verkürzen und Risiken durch Abhängigkeiten von Asien zu minimieren. Davon könnte Europas „Old Economy“ profitieren, meint Union Investment, der Fondspartner der Hannoverschen Volksbank eG.

Die Lieferengpässe während der Pandemie, die Frage der Energiesicherheit nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine und die durch diese Entwicklungen beschleunigte Blockbildung in der Welt haben bestimmte Abhängigkeiten als Risiken entlarvt. Oft mit üppigen staatlichen Subventionen unterstützt, investieren auffällig viele Unternehmen nun wieder stärker in Europa oder in den USA – und nicht mehr in China.

Die Verwerfungen während der Corona-Pandemie und des Krieges in der Ukraine haben gezeigt, dass die Globalisierung zu erheblichen Abhängigkeiten geführt hat, die im Krisenfall existenzbedrohend werden können. Eine Verkürzung der Lieferketten wird deshalb zur Frage der nationalen Sicherheit, wirtschaftliche Interessen treten in den Hintergrund. Gerade deshalb sind auch die Staaten gefordert, entsprechende Anreize zu setzen, damit Unternehmen das oftmals teure „Reshoring“ in Angriff nehmen. Fiskalprogramme machen genau dies und bezwecken eine Beschleunigung der nachhaltigen Transformation sowie der Digitalisierung und Automatisierung der Wirtschaft.

Von dieser Entwicklung könnten bestimmte Branchen profitieren. Im Vordergrund steht die Industrie – und damit auch Europas „Old Economy“. Hersteller von technischen Produkten, elektronischen Instrumenten, Baumaschinen und Automatisierungstechnologien stehen im Fokus. Daneben könnten Baustoff- sowie Stahlhersteller gefragt sein, ebenso im IT-Bereich vor allem Zulieferer von Halbleiterunternehmen sowie Anbieter von Softwarelösungen für die Automatisierung und Infrastruktur. Die neue Industriepolitik wird die Unternehmenslandschaft verändern – und anpassungsfähige Konzerne mit gefragten Geschäftsmodellen könnten zu den Gewinnern zählen, auch an der Börse.

Wer mit seiner Geldanlage an den Möglichkeiten der „Old Economy“ Europas teilhaben möchte, könnte Investmentfonds mit einer entsprechenden Anlagestrategie in Betracht ziehen. Dabei ist zu beachten, dass neben den Chancen generelle Risiken, wie etwa das Risiko marktbedingter Kursschwankungen oder ein Ertragsrisiko, bestehen können. Eine persönliche Beratung bei der Hannoverschen Volksbank gibt Orientierung.

Newsletter vom 20. September 2023

Thomas Scholz – Filialdirektor und Leiter WP-Beratung
Hannoversche Volksbank eG

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Nachhaltige Fonds und ETF: GCX-Fonds wiederholt Bestnote bei Stiftung Warentest

September 2023

Kohle? Kinder­arbeit? Rüstung? Wer grün anlegt, will damit nichts zu tun haben. Doch nicht alle nach­haltigen Fonds und ETF sind streng. Stiftung Wartentest hilft bei der Auswahl.

Nach­haltiges Anlegen hat viele Facetten. Manche Fonds sind dunkelgrün und meiden bei ihren Investitionen konsequent Unternehmen, die fossile Energien fördern, Streumunition produzieren oder mit Menschen- und Arbeits­rechts­verletzungen sowie Korruption in Verbindung stehen. Andere sind zwar streng bei kontroversen Waffen, kaufen aber auch Aktien von fossilen Energiekonzernen – und kommen unterm Strich eher mittel- oder hell­grün daher. Mit der Auswertung von Stiftung Warentest erkennen Sie klar, wie nach­haltig ein Fonds oder ETF wirk­lich ist.

Acht weltweit anlegende Aktienfonds haben die beste Nachhaltigkeitsnote von „Finanztest“ erhalten, darunter wiederholt auch der WI Global Challenges Index-Fonds (jetzt Bantleon Global Challenges Index Fonds) und der Superior 6 Global Challenges, die beide auf den Global Challenges Index der Börse Hannover aufgelegt sind.

Quelle: September-Ausgabe des Heftes „Finanztest“ von Stiftung Warentest, 2023