Rückschau ICF BANK auf die Handelswoche

Wochenrückblick Anleihehandel

EmittentFälligkeitKuponRendite
Bundesschatzanw. – EUR10.12.20262,000%2,572%
Dt. Pfandbriefbk. – EUR25.01.20273,000%3,098%
Norddt. Landesbk. – EUR17.09.20293,500%3,953%
KFW – USD03.04.20282,875%4,909%
Norwegen – NOK26.04.20282,000%4,839%
Umsatzspitzenreiter Quotrix KW 39 (Renditen p.a. zum 25.09.2026)

Quelle: ICF BANK AG Wertpapierhandelsbank, Frankfurt am Main

Logo ICF BANK

Börsentäglich aktuell von der ICF BANK

Morning News & Wochenvorschau

Börsentäglicher Newsletter (Morning News) mit Marktdaten für USA und Japan sowie wichtige News, Termine und Analysteneinschätzungen für Werte aus Deutschland und Europa zum Handelsstart sowie als Wochenvorschau.

Quelle: ICF BANK AG Wertpapierhandelsbank

Logo ICF BANK

Good old Europe?

Dirk Arning

Wer die Nachrichtenlage der vergangenen Zeit zusammenfassen möchte, kommt nicht umhin festzustellen, dass sich die Globalisierung stark verlangsamt hat, sich teilweise sogar umkehrt. Europa sei der Verlierer dieser Entwicklung, ist häufig zu hören. Unsere Aktienstrategie ist aber weiterhin stark auf europäische Aktien ausgerichtet. Ist das noch grundsätzlich richtig? Wo liegen die Chancen für europäische Unternehmen in dieser sich verändernden Welt?

Noch vor wenigen Jahren haben viele europäische Unternehmen ihr Heil in einer stärkeren Internationalisierung gesucht, vor allem im Wachstumsmarkt China. Aber inzwischen macht sich Europa Gedanken um seine Abhängigkeiten: Militärisch abhängig von den USA, wirtschaftlich von Rohstoffimporten, Lieferketten und Absatzmärkten in Übersee. Gleichzeitig schotten sich die einst attraktiven Absatzmärkte USA und China zunehmend gegen Einfuhren ab. Europa muss sich selbst der offenen Bedrohung durch Russland erwehren, darf nicht mit Rohstoffimporten erpressbar sein und seine Lieferketten weniger angreifbar machen. „Onshoring“, also die strategische Rückverlagerung oder Ansiedlung von Produktions- oder Dienstleistungsaktivitäten aus dem Ausland zurück nach Europa, dürfte ein Trend der kommenden Jahre sein. Europa wird sich in dieser neuen Weltordnung stärker auf sich selbst fokussieren. Der EU-Binnenmarkt ist der größte wirklich funktionierende Binnenmarkt der Welt: Er umfasst rund 450 Millionen Konsumenten in den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz und ist damit größer als die USA. Zudem schädigt Trump mit seinen zahlreichen Eingriffen in die Märkte und seiner isolationistischen Politik auf Dauer die US-Volkswirtschaft, statt sie zu stärken. Zwar dürften auch in Europa die Eingriffe in die Märkte eher zu- als abnehmen, häufig aber wohl mit dem Ziel, das „Onshoring“ zu fördern. Bei europäischen Konzernen mit hohen Investitionen in China wie BASF und Volkswagen sehen wir Risiken, zumal China nicht mehr der stark wachsende Absatzmarkt ist, sondern zunehmend ein Konkurrent.

Potenzielle Gewinner sind vielmehr Unternehmen, die auf dem großen europäischen Binnenmarkt erfolgreich sind. Ein Beispiel dafür ist die Finanzbranche: Europäische Banken und Versicherungen sind außerhalb Europas eher wenig aktiv, haben aber umgekehrt in Europa wenig Konkurrenz von außerhalb. Schon seit einigen Jahren sind wir beispielsweise in Société Générale, SCOR, AXA und ASR Nederland investiert und haben es nicht bereut.

Newsletter vom 29. April 2026

Dirk Arning – Geschäftsführer
Investmentclub „Actien Club Coeln“

Zum Newsletter anmelden

Volatile Märkte zwischen Eskalation und Euphorie

Eine besondere Herausforderung in diesen Tagen ist es, das Marktgeschehen in Worte zu fassen und nur eine kurzfristige Prognose zu wagen, denn die hat oft nur eine Halbwertszeit von Stunden. Außer Spesen nichts gewesen – so könnte man das Ergebnis der mit Spannung erwarteten Gespräche zwischen Iran und USA am Wochenende auf den Punkt bringen. Der 10-Punkte Plan der USA schmeckte dem Iran ganz offensichtlich nicht. Aber Trump wäre nicht Trump, wenn er aus der Not keine Tugend machen würde. In Konkurrenz zum Iran soll jetzt die Straße von Hormus durch die USA blockiert werden, um über gute und böse Schiffe selbst zu entscheiden und ggf. Wegezoll zu kassieren.
Das Scheitern der Gespräche ließ die Ölpreise prompt um rund 8 Prozent auf wieder mehr als 100 Dollar springen, die Aktienmärkte reagierten am Montag anfangs mit Abschlägen, konnten sich dann aber schnell wieder erholen und der Ölpreis pendelt aktuell bei 91 (WTI) bzw. 95 (Brent) Dollar. Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran laufen angeblich weiter und ständig werden Pseudo-Ergebnisse kolportiert, welche die Märkte in die eine oder andere Richtung treiben. Die Waffenpause am Golf scheint stabil zu sein und folglich schöpfen die Märkte mal wieder Hoffnung.
Nach offenem, medialem Schlagabtausch trafen sich am vergangenen Wochenende auch die Koalitionäre der deutschen Bundesregierung, um ihre restlichen Gemeinsamkeiten zu eruieren. Heraus kam ein nettes Maßnahmenpäckchen, bestehend aus einer temporären Energiesteuersenkung von 17 Cent pro Liter für 2 Monate und – wie großzügig – die Möglichkeit einer arbeitgeberfinanzierten steuer- und abgabenfreien Entlastungsprämie in Höhe von 1.000 Euro. Die Begeisterung von Unternehmen und deren Verbänden hält sich in Grenzen.
Keine Antwort lieferten die Koalitionsspitzen auf die Frage, wie die Unternehmen und Verbraucher dauerhaft entlastet werden könnten und was noch wichtiger wäre: Ist die Versorgung mit Primärenergie in Form von Öl und Gas dauerhaft gesichert? In angrenzenden Ländern wie Tschechien kam es bereits zu Lieferengpässen. Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm mahnt zu Reformen, anstatt sich mit fragwürdigen Einzelaktionen von Krise zu Krise zu hangeln.
Ein vorzügliches Statement zur Benzinpreisdebatte liefert auch Dr. Christoph Bruns von der LOYS AG in seiner aktuellen Kolumne.
Der DAX zeigt sich heute etwas freundlicher oberhalb der Marke von 24.000. Fahren Sie bei Ihren Investments weiter auf Sicht bei ausreichender Liquidität.

Ihr Martin Braun, Börse Hannover

Zum Newsletter anmelden
Newsletter vom 15. April 2026

Martin Braun, Börse Hannover

03.03.2026 – DSW-Anlegerforum USA SPEZIAL | DIGITAL

Börsennotierte Unternehmen und sonstige Institutionen berichten über Geschäftsmodelle, Wirtschaftlichkeit und den Kapitalmarkt. Im Dialog stellen sie sich den Fragen des Publikums.

Thema:USA – Midterm
Andreas Povel, ehem. General Manager of the American Chamber of Commerce in Germany, Investmentbanker und DSW-Kurator
Moderation: Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer DSW e. V.
Termin: Dienstag, 3. März 2026, 18:30 – 20:00 Uhr
Ort: Online (GoToWebinar)
Link: Hier direkt zur kostenlosen Anmeldung

US-Geldpolitik: Sorge vor politischen Einfluss überzogen

Dr. Klaus Bauknecht

Wenn der Goldpreis als Barometer für Notenbankpolitik und Preisstabilität gilt, besteht seit der Präsidentschaft Trumps eine eskalierende Unsicherheit. Lag der Goldpreis Anfang 2025 noch unter 3.000 US‑Dollar je Feinunze, schwankt er inzwischen bei über 5.000 US‑Dollar. Das deutet auf ein schwindendes Vertrauen in den Werterhalt von Notenbankgeld und des US‑Dollar im Besonderen hin. Die Renditen zehnjähriger US‑Staatsanleihen bewegen sich hingegen in einer stabilen Bandbreite und sind seit Anfang 2025 eher gefallen.

Die Sorge, dass die Fed infolge politischen Drucks die Zinsen zu stark senkt, hängt maßgeblich vom Konjunkturverlauf in den USA ab. Bleibt die US‑Wirtschaft robust, besteht keine politische Notwendigkeit, Druck auf die Fed auszuüben. Das vierte Quartal fiel jedoch mit einem annualisierten Wachstum von 1,4 Prozent eher enttäuschend aus. Kühlt sich die US-Konjunktur ab, ergäbe sich ein erhöhter Spielraum für Zinssenkungen. Denn die Wirkung von Zöllen würden sich dann eher in sinkenden Margen als in steigender Inflation niederschlagen. Nur im Fall einer Stagflation – also einer Kombination aus steigender Inflation und gleichzeitig rückläufiger Wirtschaftsleistung – wäre die Fed einem erhöhten politischen Druck ausgesetzt.

Doch es sind die Kapitalmärkte selbst, die die Diskretion der Fed einschränken, außerhalb ihres Inflationsmandats zu handeln. Steigen die Inflationserwartungen, erhöhen sich auch die Inflationsprämien – und damit die realen Renditen. Würde die Fed die Zinsen also unverhältnismäßig stark senken, dürfte das lange Ende der Zinskurve, das für die Wirtschaft deutlich relevanter ist als der Leitzins, eher steigen als fallen.

Der US‑Staat ist jedoch zur Sicherung seiner Schuldentragfähigkeit auf niedrige langfristige Renditen angewiesen. Die Sorge vor politischem Einfluss auf die Fed erscheint daher überzogen. Vielmehr muss der Staat darauf achten, dass das lange Ende der Zinskurve unter Kontrolle der Fed bleibt, damit die langfristigen Zinsen niedrig bleiben. Voraussetzung dafür sind fest verankerte Inflationserwartungen.

Newsletter vom 25. Februar 2026

Dr. Klaus Bauknecht – Chefvolkswirt
IKB Deutsche Industriebank AG

Zum Newsletter anmelden

Zuckerbrot und Peitsche

Carsten Brömstrup

US- und japanische Aktien kletterten zuletzt auf neue Rekordstände, auch in Euro umgerechnet, was für uns nicht ganz unerheblich ist! Sie profitieren aktuell von der optimistischen Einschätzung potenzieller Handelsabkommen zwischen den USA, Japan und China. Es gibt schöne Bilder und wie eigentlich immer haben sich alle Hauptdarsteller dieser Schautreffen lieb und dem ein oder anderen wird sogar „warm ums Herz“ wie zuletzt Chinas Anführer Xi, als er Donald Trump sah. Es wird gegenseitig Zuckerbrot verteilt, nachdem zuvor Peitschenhiebe verteilt wurden. Seltene Erden und Soja-Käufe für im Gegenzug geringere Zölle. Und es funktioniert: Die Börse feiert diesen Schmusekurs, fühlt sich erleichtert und zufrieden. Seit rund sechs Monaten nach Trumps Zollankündigungen am „Tag der Befreiung“ können wir dieses Muster verfolgen: Buy the Dip und Risk on!
 
Nicht unwichtig ist, dass der eingeleitete geldpolitische Lockerungskurs der Fed weiter auf ein günstiges Börsenumfeld hinweist. Auch die EZB und die japanische Notenbank fühlen sich mit der derzeitigen Zinssituation wohl, auch wenn die Inflation ein bisschen über dem Ziel liegt. Aber wir müssen uns eh in Zukunft auf höhere Inflationsraten einstellen. Die Verschuldungslage der Staaten lässt den Notenbanken keine andere Wahl (Stichwort: „Finanzielle Repression“). Dieses auskömmliche Zins- und Inflationsumfeld unterstreicht, weshalb wir von einem insgesamt positiven, gesamtwirtschaftlichen Umfeld ausgehen sollten, wobei wir die offensichtlichen Risiken wie globale Lieferketten bei Rohstoffen oder Chips nicht kleinreden dürfen. Nicht umsonst hinkt der DAX seit rund drei Monaten deutlich selbst hinter anderen Euro-Börsen (Spanien, Italien) hinterher. Die von globalen Lieferketten abhängigen Branchen Industrie und IT machen recht genau 50 Prozent des DAX aus.
 
Zurück in die USA: Nach Berechnungen der UBS lehrt uns die US-Börsenhistorie seit 1970, dass die durchschnittliche annualisierte Rendite des S&P 500 bei knapp 10 Prozent liegt. Befand sich die US-Wirtschaft nicht in einer Rezession, steigt dieser Wert auf 12 Prozent. Anleger erzielten jedoch die besten Renditen (+15 Prozent), wenn sich die US-Wirtschaft nicht in einer Rezession befand und die Fed gleichzeitig die Zinsen senkte. Da es Anzeichen gibt, dass sich der US-Arbeitsmarkt abschwächt, gehen wir von mindestens drei zusätzlichen Zinssenkungen von 0,25 Prozent bis Mitte des nächsten Jahres aus. Dass Fed-Chef Powell nach der letzten Zinssitzung auf die Zinseuphoriebremse trat, ist nachvollziehbar. Aufgrund des Shutdowns und mangelnder Arbeitsmarktdaten wolle er nicht zu forsch „im Nebel“ fahren und sicherlich auch die derzeitige Aktieneuphorie abkühlen. Zuckerbrot und Peitsche halt. Gut so! Zudem dokumentierte er damit die Unabhängigkeit der Fed gegenüber Trump und Stephen Miran, dem Trumpschen-Maulwurf innerhalb der Fed. Dieser forderte unlängst eine Zinssenkung um 0,5 Prozent. Doch selbst wenn die Fed ihre Zinssenkungen beenden sollte, wird die US-Wirtschaft wohl fortgesetzt wachsen. Die vom Ausland erpressten Investitionen laufen in den USA bereits an. Zudem kann sich Trump vor den Zwischenwahlen Anfang November 2026 keine schwache Wirtschaft leisten. Die Entwicklung von US-Aktien dürfte also gut unterstützt bleiben.  
 
Getragen wird der Aufschwung in den USA und Asien eindeutig von den Investitionen in KI und Dateninfrastruktur. Der Trend ist ungebrochen und legte im letzten Quartal sogar noch zu. Die sogenannten „Hyperscaler“ Amazon, Alphabet, Microsoft und Meta legten unglaubliche Wachstums- und Investitionszahlen (rund 375 Mrd. USD in 2025) vor. Energiezulieferer profierten ebenso. Es scheint sich in den USA ein Ökosystem zwischen den KI-Playern zu entwickeln, getragen durch gegenseitige Investitionen und Beteiligungen. Ein Schneeballsystem? Die Verschuldungssituationen von z. B. Meta oder Oracle steigen sprunghaft an. Anleihen in vielfacher Milliardenhöhe werden demnächst emittiert. Meta legte letzte Woche 30 Mrd. USD langlaufende Anleihen auf. Dies könnte auch dem Aktienmarkt Liquidität entziehen und wie eine Peitsche wirken. Wir müssen aufmerksam bleiben. Oracle kommt am 09.12. mit Zahlen, Nvidia am 19.11.
 
Bislang untermauert aber die starke Nachfrage nach Rechenkapazität die robusten KI-Investitionen. Die zuletzt von OpenAI angekündigten KI-Investitionen von rund 1,4 Bill. USD (Quelle Bloomberg) unterstreichen, wie die Branche den höheren Verbrauch von KI-Token unterschätzt hat. Beispielsweise sind die wöchentlich aktiven Nutzer von ChatGPT stark auf 800 Millionen gestiegen. Dies entspricht fast 10 Prozent der Weltbevölkerung, während es noch zu Beginn des Jahres nur 300 Millionen waren. Gleichzeitig ist das durchschnittliche Mitteilungsvolumen pro Nutzer zusätzlich gestiegen, auch durch KI-Videos, die wiederum viel Rechenkapazität benötigen. Diese Entwicklung ist disruptives Zuckerbrot für den Aktienmarkt.
 
Alles in allem bekräftigen wir unsere konstruktive Beurteilung für Aktien und prognostizieren für den S&P 500 bis Mitte 2026 einen Stand von über 7.000 Punkten. Auch asiatische Aktienindizes dürften dem Trend folgen. In Europa und vor allem Deutschland liegt der Schwerpunkt auf staatlichen Investitionen in Infrastruktur (Energie und Straßen) und Rüstung. An einer Hightech-Agenda wird gebastelt. Man erhofft sich einen Sprung aus der Rezession heraus. Allein die Sondervermögen können einen Wachstumsimpuls von +0,7 Prozent im BIP im Jahr 2026 liefern. Ein Einmaleffekt? Was bleibt ist das Warten auf spürbare Reformen. Wir bleiben gespannt und optimistisch. Der deutsche Aktienmarkt hat u. E. somit die Chance, sich auch weiterhin von der (geo)politisch zerstrittenen Szenerie abzukoppeln und Mitte 2026 bei nahe 26.000 Punkte zu notieren. Zuckerbrot und Peitsche halt.

Weitere wichtige Hinweise

Marketingmitteilung
Diese Publikation ist eine Marketingmitteilung der Oldenburgische Landesbank AG im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes.

Kein Angebot, keine Beratung 
Diese Information enthält kein Angebot zum Erwerb oder zur Zeichnung der darin genannten Wertpapiere und zum Abschluss der darin genannten Wertpapierdienstleistung und auch keine Einladung zu einem solchen Angebot. Die geäußerten Meinungen geben unsere aktuelle Einschätzung wieder, die sich auch ohne vorherige Bekanntmachung ändern kann. Diese Information kann eine auf die individuellen Verhältnisse des Anlegers und seine Anlageziele abgestellte Beratung nicht ersetzen.

Adressat
Die hier wiedergegebenen Informationen und Wertungen („Information“) sind ausschließlich für Kunden, die Ihren Sitz in der Bundesrepublik Deutschland haben, bestimmt. Insbesondere ist diese Information nicht für Kunden und andere Personen mit Sitz oder Wohnsitz in Großbritannien, den USA, in Kanada, Asien oder in der Schweiz bestimmt und darf nicht an diese Personen weitergegeben werden oder in diese Länder eingeführt oder dort verbreitet werden. Dieses Dokument einschließlich der darin wiedergegebenen Informationen dürfen im Ausland nur in Einklang mit den dort geltenden Rechtsvorschriften verwendet werden. Personen, die in den Besitz dieser Information gelangen, haben sich über die dort geltenden Rechtsvorschriften zu informieren und diese zu befolgen.

Keine Gewährleistung
Die Informationen wurden sorgfältig recherchiert und beruhen auf Quellen, die die Oldenburgische Landesbank AG als zuverlässig ansieht. Die Informationen sind aber möglicherweise bei Zugang nicht mehr aktuell und können überholt sein. Auch kann nicht sichergestellt werden, dass die Informationen richtig und vollständig sind. Die Oldenburgische Landesbank AG übernimmt für den Inhalt der Information deshalb keine Haftung. 

Wertentwicklung
Zurückliegende Wertentwicklungen können für die zukünftige Entwicklung nicht gewährleistet werden. Angaben zur bisherigen Wertentwicklung erlauben keine verlässliche Prognose für die Zukunft. Eine Direktanlage in Indizes ist nicht möglich. Bei einer Investition in ein entsprechendes Produkt können Kosten anfallen.

Prognosen
Angaben zu Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten oder Analysen, die sich als nicht zutreffend oder nicht korrekt herausstellen können.

Glossar
Fachbegriffe lassen sich leider nicht immer vermeiden – insbesondere bei komplexen Themen aus dem Finanzbereich. Ein umfangreiches Glossar finden Sie auf www.olb.de/glossar.

Newsletter vom 05. November 2025

Carsten Brömstrup – Chefanalyst
Oldenburgische Landesbank AG

Zum Newsletter anmelden

Zitat der Woche: Friedrich Merz

„Wir brauchen eine Art European Stock Exchange, damit erfolgreiche Unternehmen wie zum Beispiel BioNTech aus Deutschland nicht an die New Yorker Börse gehen müssen.“

Friedrich Merz
Bundeskanzler
(am 16.10.2025 in seiner Regierungserklärung
zum bevorstehenden EU-Gipfel im Bundestag)

Das Zitat kommt Ihnen irgendwie bekannt vor? Gutes Gedächtnis!
Ganz ähnlich hat Friedrich Merz bereits Anfang Juni 2025 für einen starken europäischen Kapitalmarkt argumentiert. Doch diesmal war das Presse-Echo viel größer, wobei der Idee nach Meinung vieler Finanzjournalisten aufgrund egoistischer Interessen der EU-Länder nur wenig Erfolgschancen eingeräumt wird.

Dabei gibt es doch bereits eine europäische Börse: Die European Investor Exchange unter dem Dach der Börse Hannover! Das hat auch schon der „Marktgeflüster Podcast“ in Folge 170 bemerkt:

Hoffnung auf US-Zinssenkung beflügelt die Märkte nur kurz

FED-Chef Jerome Powell hat sich auf dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole überraschend deutlich zu den Leitzinsen geäußert. Die Märkte zeigten sich erleichtert, die US-Aktienindizes schlossen mit fast zwei Prozent im Plus. Powell hält eine Zinssenkung Mitte September für möglich, zeigt jedoch auch die Hinderungsgründe auf. Der Arbeitsmarkt in den USA schwächelt, das spricht für eine Zinssenkung, dagegen spricht jedoch die Inflation, die mit 2,7 Prozent im Juli immer noch deutlich über der Zielobergrenze von 2 Prozent liegt; aufgrund der US-Zollpolitik Tendenz eher steigend. Bei der EZB besteht aktuell kein Handlungsbedarf, die Inflationsrate ist im Zielkorridor und auch in der Wirtschaft nimmt die Zuversicht zu.


Laut Ifo-Institut hellt sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft überraschend deutlich auf und lässt auf ein Ende der Wirtschaftsflaute hoffen. Der Geschäftsklimaindex ist im August um 0,4 Punkte auf 89 Zähler gestiegen. Damit legte das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer etwas kräftiger zu als von Volkswirten erwartet. Dazu trägt nach Einschätzung von Experten auch die Einigung zwischen der EU und den USA im Zollstreit bei, die Unternehmen jetzt mehr Planungssicherheit gebe. Die BIP-Zahlen für Deutschland lassen allerdings noch zu wünschen übrig. Die Daten zur Rezession in 2023 und 2024 mussten nach unten revidiert werden (minus 0,5 bzw. minus 0,9 Prozent) und für 2025 zeichnet sich ein Plus von gerade mal 0,2 Prozent ab. Das ist de facto Stagnation. Erst ab 2026 soll es mit plus 1,5 Prozent wieder moderat aufwärts gehen.
Überraschend kommt die aktuelle Einschätzung des KfW-Chefs Stefan Wintels, wonach ein rasanter Stimmungswechsel gerade bei internationalen Investoren am Standort Deutschland eingesetzt habe. Erfreulich, wenn er recht hat, denn die jüngste Vergangenheit zeigt noch ein anderes Bild. Gerade US-Konzerne wie Intel und DowDuPont haben in Deutschland eher zum Rückzug geblasen.


Die aufgrund der Zinssenkungsfantasie am Freitag kurzzeitig erholten US-Börsen haben am Wochenanfang ihre Gewinne teilweise wieder abgegeben. Eine erneute Attacke auf die FED in Form des Rauswurfes von Notenbank-Gouverneurin Lisa Cook durch Donald Trump hat die Märkte verunsichert und dem Glauben in eine unabhängige US-Notenbank einen weiteren Dämpfer versetzt. Es vergeht keine Woche, in der die Märkte nicht mit neuen Angriffen seitens der US-Administration konfrontiert werden. Keine guten Voraussetzungen für einen goldenen Herbst an der Börse.

Zum Newsletter anmelden
Newsletter vom 27. August 2025

Martin Braun, Börse Hannover

https://twitter.com/zerohedge/status/1960131202578350207

Licht und Schatten am Börsenhimmel

Zahlen, Daten, Fakten und ein Hauch von Friedensluft bestimmen in diesen Tagen das Marktgeschehen. Fangen wir bei Deutschland an. Die Hoffnungen auf eine Erholung der deutschen Wirtschaft erhielten am vergangenen Donnerstag einen empfindlichen Dämpfer: Die Industrieproduktion, der eigentliche Gradmesser für Wirtschaftswachstum, sank im Juni um 1,9 Prozent und auch rückwirkend wurden die Zahlen stark nach unten korrigiert. Damit steckt Deutschland eindeutig in der Rezession.

Zinssenkungen sind kurzfristig jedoch nicht zu erwarten. Die FED hadert mit der immer noch zu hohen Inflation, im Juli lag sie unverändert bei 2,7 Prozent, und will genau wie die EZB erst einmal die Auswirkungen der Zollpolitik abwarten. Jetzt erwarten nicht nur Trump, sondern auch der Markt mit 90 Prozent Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen bei der nächsten FED-Sitzung im September sinken werden. Für Deutschland wurde gerade eine Inflationsrate von 2 Prozent im Juli bestätigt.

Im Zollstreit zwischen den USA und China ist temporäre Entwarnung angesagt. Die am 12. August abgelaufene Frist wurde von Trump bis zum 10. November verlängert.

Das über alles bestimmende Thema in dieser Woche ist jedoch das Treffen von Trump und Putin am Freitag in Alaska. Bahnt sich hier nun endlich ein Friedensdeal an und wenn ja, um welchen Preis? Trump hat den Ukrainekrieg zur Chefsache gemacht und will jetzt einen Deal. Die Ukraine und auch die EU bleiben dabei wie üblich zuhause. Wer in Luftschlössern lebt, muss sich nicht wundern, wenn er nicht mal mehr am Katzentisch Platz nehmen darf, sondern anschließend nur das Ergebnis präsentiert bekommt. Möchten Sie wissen, wie ein solcher Trump-Deal aussehen könnte? (Achtung, Satire nicht ausgeschlossen!) Die Ukraine verliert die östlichen Gebiete, darf dafür aber in die EU, nicht jedoch in die Nato. Die USA schließen mit der Ukraine und mit Russland einen Mega-Rohstoffdeal und revitalisieren Nordstream 2. Wie neulich auf dem Golfplatz bereits zugesagt, kaufen die EU-Staaten für 750 Mrd. Öl und Gas, das kommt dann wieder per Pipeline aus Russland, die Rechnung allerdings aus Washington. Die EU übernimmt den Wiederaufbau der Ukraine und die Schulden. Uschis Busenfreund Wolodymyr muss allerdings adäquat umplatziert werden. Er wird EU-Kommissar für Korruptionsbekämpfung und übernimmt das Management für das Billionen-EU Sondervermögen „Wiederaufbau Ukraine“. Damit haben beide endgültig ihre Schäfchen im Trockenen. Das nennt man eine echte Win-win-win-Situation, am Wochenende wissen wir mehr! Oder auch nicht.

Nach einem schwachen Wochenanfang und einem Abtauchen unter 24.000 Zählern, zeigte sich der DAX seit gestern Nachmittag mit Rückenwind aus den USA wieder freundlicher oberhalb dieser wichtigen Marke.

Zum Newsletter anmelden
Newsletter vom 13. August 2025

Martin Braun, Börse Hannover